Netzdienlicher Einsatz von Kleinspeichern

Und wenn wirklich mal jemand etwas machen wollte, was anstelle der Speicherverbieterei “Wegen möglicher schädlicher Netzrückwirkungen” wurklich sinnvoll wäre:

Legt ein verhalten fest, wie ein Kleinspeicher sich bezüglich Normalapannung und Normalfrequenz fest, so das das verhalten netzdienlich ist. Und gebt Speicher frei, die sich entsprechend verhalten.

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Etwas OT aber ich würde hier sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich denke das Kleinspeicher bis 5 kWh die vom Netzbetreiber aus beinflusst werden können einen großen Teil zu Netzstabilisierung beitragen könnten. Ich würde da die BKW Regularien schon fast für übernehmen.

  • Schukostecker
  • Max 800W Dauerleistung (editiert von vorher 2000W)
  • Regulärbetrieb 20-80% SOC,
  • Netzbetreiber kann Laden und Entladen bestimmen

Der Bereich 80-100% bleibt für den Netzbetreiber, wenn gerade eine Überproduktion stattfindet, ebenso der Bereich von 10-20%.

Dazu müssten es aber Smartmeter geben die auch wirklich funktionieren, damit es eine anständige Abrechnung gibt. Und natürlich muss es eine Schnittstelle geben die Einheitlich ist.
So ein Klein Speicher kann sich wirklich jeder in die Wohnung stellen, egal ob Mieter oder Selbstnutzer.

Nein. Kleinspeicher darf nur auf die fließende Leistung bzw den fließenden Strom bezogen sein. Also z.B. 800VA / 3,5A vom/zum Netz.

Hast natürlich Recht, wenn der Speicher in die Steckdose einspeist, dann auch mit dem 800W limit wie ein BKW.

zu vernünftigen Modalitäten könnten die auch noch mehr Speicher von mir bekommen :innocent:

Das wird schwierig. Wer schon ein BKW hat und dann einfach noch zusätzlich einen Akku dran klemmen will, der kommt dann über 800W. Also einfach “Stecker-Akku” wird irgendwie gekoppelt sein müssen mit BKW.

800W ist zu wenig und ein Speicher sollte eh an einem Anschluss dran sein, der mehr Umpf verträgt, wenn man sie Netzdienlich einsetzen will. Schaut euch das Projekt hier mal an (ist auf Deutsch übersetzt), vielleicht kriegt ihr ja Ideen davon.

Die WR sind alle Programmiert für das EMS und werden alle einzeln abgenommen vom Verteilnetzbetreiber

Das ist das was möglich ist selbst mit einem 2 Richtungszähler. Aber 800W und Netzdienlich

5kWh Akku wird häufig mit 0.5C betrieben also wäre 2000-2500W Spitzen Einspeise-/Ladeleistung sinnvoll in 2h voll/leer

Und 2000-2500W an einer Schukosteckdose über 2h ist wahrscheinlich völlig ok, wenn da nix anderes dranhängt.

Wenn viele Leute dabei sind kann man auch gemeinschaftlich Elektriker beauftragen die die Steckdosen durchchecken. Oder aber Steckdose ausbauen, Herdanschlussdose hin, Stecker abschneiden und fest verklemmen/ Wielandsteckdosen

Die Messung ist dabei Komplett in eigenen Händen, das EMS selbst misst den Strom/Leistung/Powerfactor und Batteriestrom, das EMS kommuniziert über das Internet, nicht über smartmeter gateway. (sowas haben wir nicht weil das kann alles das Smart meter, ein 2 Richtungszähler Telvent Echelon der über das Stromnetz gesteuert wird)

Das Projekt ist richtungweisend.

Der begriff Kleinspeicher umfasst für mich alles, was noch unter BKW fällt. Die sollen den Durchschnittsverbrauch abdecken können, nicht WaMa oder Weihnachtsgans im Backrohr. Stell dir mal 1 Million mal +/- 800W vor, vernetzt wie in dem Projekt. Das sind gleich mal 1600MW Regelenergie bzw Netzstützung über 1-2 Tage “Dunkelflaute” wenn die Speicher gross genug sind, also z.B. 30kWh. Das ersetzt schon 2 größere Kraftwerksblöcke!

Der Durchschnittsverbrauch ist aber … Durchschnitt. Es würde viel eher was bringen wenn man per Peak Shaving die Peaks kappen kann. Sodass eine gleichmäßige Nutzung des Stromnetzes vorliegt. Beim Einspeisen wie auch bei der Entnahme.

Hallo,

Das habe ich mit OpenDtu aus einem HM800 ausgelesen:

Nennfrequenz 50 Hz
Niederfrequenz 1 (LF1) 48 Hz
LF1 Maximale Fahrzeit (MTT) 2 s
Hochfrequenz 1 (HF1) 51 Hz
HF1 Maximale Fahrzeit (MTT) 2 s
Niederfrequenz 2 (LF2) 47,5 Hz
LF2 Maximale Fahrzeit (MTT) 0,05 s
Hochfrequenz 2 (HF2) 52 Hz
HF2 Maximale Fahrzeit (MTT) 0,0

Und:

FW-Funktion aktiviert aktiv
Beginn des Frequenzabfalls (Fstart) 50,2 Hz
FW-Droop-Slope (Kpower_Freq) 40 Pn%/Hz
Erholungsrampenrate (RRR) 0,16 Pn%/s
Recovery High Frequency (RVHF) 0 Hz

Je neuer die sind, desto mehr solche Funktionen sind vorhanden und aktiv.

Bei unter 47,5Hz schaltet dieser nach 2,5Perioden hart ab , bei über 52Hz sofort.

Und das ist bei zigtausenden WR aufgrund der Vorschriften exakt gleich. Das kann Instabilität erzeugen.

Das sanftere Reduzieren der Leistung über bei 50,2Hz ist m.E. sinnvoll.

Ebenso sinnvoll wäre es bei UnterSpannung/Frequenz MEHR Leistung zu liefern.

OT: Ich erinnere mich an den Bericht eines Heissluftballonfahreres aus Australien. Wenn man dort im Outback mit dem Ballon an einer Hochspannungsleitung hängen bleibt, dann bleibt man ganz unten im Korb sitzen auch wenn das Feuerwerk oben aufhört. Nach 2 Sekunden fängt es nämlich nochmal mit der doppelten Spannung an. Damit versucht man den Baum, der in die Leitung gefallen ist, wegzubrennen. Wenn das gelingt, dann wird ganz normal wieder eingeschaltet und das Problem ist sofort gelöst….

OT Ende

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Interessanter Beitrag, danke! Hab ihn hier her verschoben (Trennung Synchronmaschinen/Speicher), wo er in dem Doppelfaden besser paßt.

Das wird nicht schwierig man muss nur die rechtlichen und technischen Bedingungen dafür schaffen. Es gibt den Zwang für Neubauten das PV installiert sein muss, aber ich denke dass in einigen fällen ein Speicher mehr sinn machen kann. Und wenn der über eine Wieland-dose angesteckt und ein Endstromkreis ist, sind auch 2000W beim entladen kein Problem, geladen werden kann der ja immer mit 2000W das ist ja über den LS abgedeckt auch wenn es kein Endstromkreis ist.

Einen Speicher für 2-3k € stellt man sich eher in den Keller als eine PV für 15k€ und mehr.

Thema FRT:

EU Vorgabe Version 2 ist noch nicht mal durchs EU-Parlament durch, da ist schon Version 3 ausgearbeitet. Die ist u.a. Ergebnis vom Spanien blackout und müßte schnellstmöglich in allen Mitgliedsländern umgesetzt werden. Das macht aber erst Sinn, wenn sehr viele Anlagen Batterie haben: Teil davon ist die Aufnahme von Energie aus dem Netz bei Überspannung und Überfrequenz, also bidirektionale Wandlung wie man es in klein z.B. mim BIC2200 konstruieren könnte plus einem kleinen schnellen Rechenknecht, der das Netz dauernd analysiert. Vorrangig muss das passieren “am Rand des Verbundnetzes” also Spanien Türkei Dänemark Italien Estland. Das wären Stützstellen, die netzweite Oszillationen dämpfen.

peak shaving Endpunkt:

Dem Netz isses latte ob dein Ceranfeld taktet. Stell ich mein Ceranfeld auf 300W und den WR auch, mißt mein Zähler auch ungefähr nix pro Zeitscheibe. Deswegen reicht mein kleiner WR auch aus, um meinen Verbrauch zu drücken. Mein Ziel die nächsten 12 Monate: Speicher = Verbrauch von 3 Tagen

peak shaving Verbundnetz:

Das muss ca. 8 (besser 12) “teure” Stunden pro Tag überbrücken können, um den Strompreis zu drücken. Ideal würde jeder kleine Endpunkt ein wenig einspeisen in diesen Zeiten, das reduziert die Netzlast insgesamt und speziell an deinem Trafo. Dazu muss aber auch viel Speicher da sein, damit diese Zeiten komplett abgedeckt werden. Kannste theoretisch machen mit 2kW und 30kWh Speicher, das wär dann ausschließlich netzdienlich und für dich bleibt nix über. Oder halt mit den gewohnten 800W oder 60kWh Speicher. 6k€ stellst dir aber so schnell nit in den Keller.

Daher denke ich, je nach Geldbeutel15-30kWh Speicher und 500-800W Netzkopplung ist derzeit der beste Kompromiss.

Schon klar das die Masse machts. Allerdings kannst du sowas nicht ohne Anmeldung bewerkstelligen. Ich bin auf jeden Fall für eine Anmeldung ohne Genehmigung, so dass dein Netzbetreiber deine Einspeisung an deinen Vermarkter weiterleitet von deinem 2 Richtungszähler.

So funktioniert das jedenfalls bei uns hier in Finnland ohne grosse Messstellendiskussion.
Klar sind das Messtellen und auch die Kosten müssen dafür übernommen werden. Allerdings will da keiner anstelle einem Einrichtungszähler einen 2 richtungszähler von Beginn aus installieren, obwohl der Preisunterschied ziemlich klein sein dürfte.

Wenn man bald nur noch Häuser mit PV bauen darf, dann sollten sie sich auch darauf verständigen Smartmeter vorzuschreiben die man bis XXX kW auch mit Direktvermarktung betreiben kann, oder aber mit Einspeisevergütung, wobei dann Speicher nix einspeisen weil sonst ….

Wenn man das trotzdem will also handeln und Eiinspeisevergütung gleichzeitig …. muss man wohl 2 Meter haben, einen für den Batterieinverter(mit oder ohne PV) und einen für den Anschluss

Aber Einspeisevergütung ist eh wieder kalt. Wenn ich mir jetzt die Strompreise anschaue bei Euch.
Und wie ist das im Sommer in der Nacht? Kann man da auch Geld genug verdienen. Wäre ja logisch, weil warum sollten sie immer nur Nachts die Kraftwerke anwerfen und dann auch noch für billiger als Einspeisevergütung.

Bei mir lohnt sich das heute schon den Speicher zu leeren den ich aus dem Netz geladen habe (obwohl 25.5% MWSt im Einkauf und keine im Verkauf)

Auf dem Growattserver unter AI sieht das mit der Differenz dann so aus (hab zwar die AI nicht aktiviert aber der zeigt da so schön die Kosten, man kann da die Netzkosten eingeben und auch Zeitabhängig, bei mir 7-22h im Winter teuer 22h-7h Winter und im Sommer billig )

Der 400kV Link nach Tallinn ächzt auch gerade, volle Pulle Export. Europa kriegt gerade Energie aus Nordschweden denke ich.

Noch einen Nachtrag zur Frequenzstabilität

Beim FFR (also das was jetzt die Steuerung von rotierenden Massen ist) muss aber tatsächlich die eigene Generatorfrequenz gegen das Netz anarbeiten

soweit ich weiß sind (fast) alle in AT montierten Zähler 2richtungsfähig, das muss nur aktiviert werden (hat mich glaub 12€ gekostet). Hab bissel gekämpft bei der ELWG Novelle, Kommentar leider kaum eingeflossen ins Gesetz. Netzkosten und energiekosten sowie Steuerinformation müssten schnellstmöglich wenigstens minutengenau vom Nutzer abrufbar sein.

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Sowas ist doch echt genau das wie es sein sollte. Finde ich zumindestens. Vielleicht sogar so das durch diesen Extrapreis dann die ExtraKosten an den Hersteller der Geräte weitergereicht wird.

Ich hab überhaupt nix bezahlt. Weiss nicht ob der einen HAN port hat aber ein Glupschauge auf jeden Fall. Und ich weiss nicht, ob man mit dem HAN dann Geräte vom Netzbetreiber aus steuern kann. ZigBee gibt es wohl auch noch für den Meter.

In Schweden kann man sich wohl einen HAN Port vom Netzbetreiber teilweise kaufen, der wird dann da irgendwie nur reingesteckt. Was so ein HAN dann alles kann, keine Ahnung.

Ich glaub das ist so in der EU Richtlinie vorgegeben. Aber ein Kleinspeicher kann ja noch viel mehr. Man muss den Mut haben es auszuprobieren, bzw “Forschungsgelder” dafür auszugeben.

Bedeutet “Forschung“ ist ja nicht immer nur von EU oder öffentlich. Es gibt wohl auch viele Kooperationsprojekte und das fällt dann immer noch für mich unter Forschung.

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Das hat der VDE in seiner neuen DIN VDE 0126 zu BKW explizit verhindert !

Nennspannung: 800 VA / 230 V = 3,5 Amps
Unterspannung -10%: 800 VA / 207 V = 3,9 Amps <= Die Differenz von 0,4 Amps waren dem VDE zu viel

Daher die Formulierung: Der maximal zulässige Einspeisestrom beträgt 3,5 A.

Die Netzstützung bei Unterspannung ist auf einnal überflüssig, aber die zusätzlichen Kosten der Hersteller gewollt ! Ein Schelm der Böses denkt !

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