ich plane den Einbau einer Multisplit Klimaanlage, bin jedoch bei der Dimensionierung unschlüssig. Zwei Single Geräte scheiden aus, da nicht genügen Platz an der Außenwand vorhanden ist.
Es handelt sich um ein Mehrfamilienhaus mit zwei Wohneinheiten.
Gekühlt wird im EG eine Fläche von ca. 47m2 mit angrenzenden Flur. Zum Flur befindet sich keine Türe.
Im OG soll eine Fläche von ca. 39m2 gekühlt werden. Hier kann der Weg zum Flur mit einer Tür verschlossen werden.
Die Kühllasten habe ich mittels ChatGPT und den Daten zu meinem Gebäude ermittelt.
Laut Kühllastberechnung ergibt sich für das EG eine Kühllast wie folgt:
Standort: 86637 Villenbach
Raumfläche: 47 m²
Raumhöhe: 2,55 m
Raumvolumen: ca. 120 m³
1 Person
Offener Durchgang zum Flur
Außenrollläden vollständig geschlossen
Bauteile
Bauteil
Wert
Außenwand U-Wert
0,102 W/(m²K)
Fenster U-Wert
0,79 W/(m²K)
Gesamtfensterfläche
14,64 m²
Opake Außenwandfläche
19,96 m²
Abschätzung der Kühllast
Lastanteil
Leistung
Außenwände
ca. 20 W
Fenster (Transmission)
ca. 100 W
Sonneneinstrahlung (Rollläden geschlossen)
ca. 400 W
1 Person
ca. 80 W
Lüftung/Infiltration
ca. 200 W
Offener Flur
ca. 300 W
Gesamtkühllast
≈ 1,1 kW
Mit zusätzlichen Geräten
Fernseher: +100 W
PC: +150 bis 300 W
Beleuchtung: +30 bis 60 W
→ Gesamtkühllast:1,3 bis 1,6 kW
Empfehlung
Erforderliche Kühlleistung: ca. 1,5 kW
Für Das OG:
Gebäudedaten
Parameter
Wert
Standort
86637
Raumfläche
39,0 m²
Raumhöhe
2,55 m
Raumvolumen
99,5 m³
Außenbauteile
Bauteil
Fläche
Außenwände gesamt
49,07 m²
Fenster gesamt
15,47 m²
Opake Wandfläche
33,60 m²
Bauphysik
Bauteil
U-Wert
Außenwand
0,102 W/m²K
Fenster (3-fach)
0,79 W/m²K
Randbedingungen
Südfenster: 12,30 m²
Ostfenster: 1,27 m²
Westfenster: 1,90 m²
Rollläden tagsüber geschlossen
2 Personen
Fernseher
Offene Küche mit normaler Nutzung
Kühllast (überschlägig)
Lastanteil
Leistung
Gebäudehülle
ca. 0,14 kW
Sonneneinstrahlung
ca. 0,30–0,50 kW
Personen
ca. 0,16 kW
Fernseher
ca. 0,10 kW
Kochen
ca. 0,50–0,80 kW
Lüftung
ca. 0,10–0,20 kW
Gesamt
ca. 1,3–1,9 kW
Empfehlung
Auslegungskühllast: ca. 1,8 kW
Ich bin mir nun unschlüssig, ob z.B. das Daikin 2MXM50A9 mit zwei Innengeräten ausreicht, oder ob man besser auf das größere 2MXM68A9 gehen sollte.
Ist es empfehlenswerter bei den Innengeräten jeweils zwei Geräte mit 2,5 KW oder 3,5 KW zu nehmen?
Vielen Dank für eure Unterstützung
Leider kann ich keine Bilder hochladen. Das scheint als neues Mitglied nicht zu gehen.
Was ist bei der Kühllastberechnung eigentlich für eine Außen- und Innentemperatur angenommen worden?
Ich würde die 5kW Maschine nehmen. Die reicht nach deiner Berechnung und die 6,8 kW moduliert nicht soweit runter. IGs dann 2,5 kW. Ist sowieso im Grunde fast egal, weil die baugleich sein sollten, die 3,5kW drehen vom Lüfter vermutlich etwas höher, aber im Bereich höchster Drehzahlen laufen die Geräte eh fast nie.
Angenommen wurden 35° außen und 26° Innentemperatur. Sollte man mit der Innenraumtemperatur bei der Berechnung weiter runter? Den Unterschied zwischen dem 25er und 35er Innengerät versteh ich nicht wirklich. Laut Datenblatt ist hier ja die Kühlleistung nom. besser.
Laut dem Datenblatt kann das 25er Innengerät eine max Kühlleistung von 3,8kw. Wie lange wird diese gehalten? Die min Kühlleistung ist bei beiden gleich.
Wenn du verschiedene Innengeräte zur Auswahl hast, dann schaue nicht nur auf die angegebene Kälteleistung. Wenn eine Variante größer und schwerer ist, hat sie in der Regel mehr Verdampferfläche und erzielt mehr Kälteleistung bei geringeren Lüfterdrehzahlen.
Bei der Perfera sollten 2 - 2,5 - 3,5 kW alles identische Innengeräte sein, die nur per Software leicht anders in der Lüfterdrehzahl gesteuert werden. Das erkennst du an der Lautstärke pro Stufe, die unterschiedlich sein sollte. Schau dir mal dein verlinktes Datenblatt an, da siehst du es.
Bei Multisplit ist natürlich klar, dass auch das AG limitiert. Wenn du also 2 3,5kW IGs an einem 5kW AG hast, wird das AG das Limit sein.
Wie viel du wirklich brauchst, ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Gibt ja auch noch die Nacht, wo du weiter kühlen kannst. Und Gebäude haben ja auch oft viel Bausubstanz, wo sich viel Wärme speichert und was alles sehr träge macht. Was du also Nachts an Wärme rausschaffst, nützt dir auch am nächsten Tag.
Real sollte man so um 24 Grad innen anstreben. Wenn du da jetzt mit 35 Grad außen rechnest, passt das tagsüber an sonnigen Tagen, aber du hast ja auch noch die Nacht, wo es vielleicht nur noch 20 Grad sind. Insofern denke ich, dass 35/26 ausreichend für die Dimensionierung ist.
Die Erfahrung von vielen ist eh, dass in gut gedämmten Häusern, wie bei dir, die Geräte eher im unteren Leistungsbereich laufen.
Im Zweifel die Geräte nie auf Kante genäht dimensionieren. Im Inverterzeitalter können die Geräte ja über einen sehr weiten Bereich in der Kälteleistung geregelt werden. Das Maximum der Effizienz liegt nie in der Nähe der Volllast. Knapp dimensionierte Geräte werden daher viel mehr Strom fressen, wenn sie über ein paar Stunden maximaler Wärmelast dauerhaft Vollgas laufen. Auch nimmt die Leistung der Geräte mit der Zeit ab. Die Filter verschmutzen, Kältemittelverluste sind auch nicht nullund bei (A-)Zeotropen entsteht ein zunehmender Temperaturglit im Verdampfer. Auch bei ordentlicher Montage und Wartung. Alles das macht den jungen Klimahüpfer irgend wann zum alten Mann. Daher schadet es nie, Reserve einzubauen. Ich lege da immer noch einen deutlichen Sicherheitsaufschlag an Kälteleistung drauf und bin damit immer gut gefahren.
R32 ist ein Reinstoff und kein Gemisch aus Kältemitteln (wie z.B. R410A). Bei Reinstoffen verschiebt sich die Zusammensetzung des Kältemittels nicht, man hat dort nur den Kältemittelverlust aber keinen zusätzlichen Temperaturgleit im Verdampfer. So genial es ist, verschiedene Kältemittel in Verhältnissen zu mischen, daß sie sich thermodynamisch wieder wie ein Reinstoff verhalten (konstanter Siedepunkt), so sehr scheitert das in der Praxis. Denn das Kältemittel mit dem niedrigeren Siedepunkt ist nun mal flüchtiger, weshalb sich die Zusammensetzung der Zeotrope im Lauf der Zeit immer weiter in eine ungünstige Richtung verschiebt, auch wenn die Kälteanlage noch nicht im Kältemittelmangel ist. Multisplits würde ich ohnehin nur in den seltensten Ausnahmefällen verbauen. Wenn dann nur Singles oder gleich VRFs.
Genau, immer selber prüfen. Findest du in den Eurovent-Daten. Schau dir da Cooling Cond D an. Condition D ist im Grunde immer am untersten Ende, was die Anlage kann.
Hatte gestern noch ein leicht andere Kombination, diese hier kommt bis 3,45kW runter:
Die Bestimmung des SEER findet bei 4 unterschielichen Konditionen statt:
Punkt A (Vollast): 100 % Kühllast bei 35 °C Außentemperatur
Punkt B (Teillast): 74 % Kühllast bei 30 °C Außentemperatur
Punkt C (Teillast): 47 % Kühllast bei 25 °C Außentemperatur
Punkt D (Teillast): 21 % Kühllast bei 20 °C Außentemperatur
Aus diesen 4 Messergebnissen wird dann der SEER bestimmt. Wie weit die Anlage unter die 21% herunter takten kann, ist daraus nicht ersichtlich und ich wüßte auch nicht, wie man das abschätzen soll.
Im Heizbetrieb ist es definitiv so, dass nahezu alle Anlagen bei Cond D auf der untersten Modulationsgrenze sind. Im Kühlbetrieb habs noch nicht genauer geprüft. Aber die besprochene Anlage kommt im Heizbetrieb auch nicht weiter runter, insofern wird das schon passen.
Es wird im Kühlbetrieb recht wahrscheinlich auch so sein, weil die 21 % Kühllast der EER sehr hoch ist, weil bei 20 Grad Außentemperatur.
Ausnahmen wirds geben, also Anlagen, die extrem weit runter modulieren können. Deine AY scheint so ein Fall zu sein, die würde nach Eurovent nur bis 68W runter kommen, kommt aber real nach deinen Messungen bis 35 W oder sowas runter.
Das die auf unterster Modulationsgrenze sind, sieht man auch im Vergleich zu Cond C, wenn man da mal die Aufnahmeleistung ausrechnet. Liegt Cond C ganz ähnlich, wi Cond D, wird die bei Cond D schon ganz unten in der Modulation sein.
Da die 21% fix definiert sind, wird jeder Hersteller versuchen, dass er nicht bei diesem Test schon takten muss. Denn sonst verkackt er völlig. Gute Geräte kommen da viel weiter runter. Das hatte sogar die längst ausgemusterte MHI geschafft. Ich bin schon auf den Heizbetrieb der MEL gespannt…
Die MHI SRC/SRK war auch die schlechteste Anlage meines Lebens. Die kam auch nicht mal ansatzweise an 20 Jahre ältere MHIs heran. Die fressen zwar mehr Strom und brauchten mal nach 20 Jahren wieder einen Schluck Kältemittel, weil wir damals viel zu sehr geschludert und nicht gleich alles hermetisiert haben, aber die laufen so wieder richtig super. Man merkt auch, daß die Firmware auf Kälte-Performance ausgelegt war und nicht auf A+++, die weder heizt noch kühlt.
Wir haben ja 2 MHIs seit 4 Jahren am Laufen. Das Thema ist komplex, man kann nicht pauschal sagen, die Anlage ist schlecht oder gut. Die grundsätzliche Qualität würde ich mit gut bewerten, also solide Technik. Die Effizienz ist sehr gut, die Abtauregelung ist gut. Kühlbetrieb läuft auch recht unproblematisch. Design finde ich attraktiv.
Der zentrale Schwachpunkt für uns war die schlechte Regelung im Heizbetrieb. Sie taktete vor allem unerträglich oft (7-8 Takte pro Stunde in der Übergangszeit). Aus diesem Grund würde ich sie auch nicht mehr kaufen. Wir haben es aber über ein paar Umbauten des Sensors in den Griff bekommen.