Mitsubishi Heavy Multi-Splitgeräte

Hab den Profi mal gefragt warum er das SCM41ZS-W Außengerät nicht angeboten hat: “ich habe die Gerätekombination SCM50ZS-W mit 3 × SRK20ZS-WF bewusst ausgewählt, da mir ein zuverlässiger Betrieb – insbesondere bei Außentemperaturen von über 30 °C – wichtig ist.

Bei der Kombination SCM41ZS-W mit 3 × SRK20ZS-WF (bzw. alternativ SRK15ZS-WF, die ich aufgrund möglicher Strömungsgeräusche grundsätzlich nicht anbiete) stehen pro Innengerät lediglich rund 1,3 kW Kälteleistung zur Verfügung. Bei Außentemperaturen über 30 °C reduziert sich die tatsächlich verfügbare Leistung zusätzlich.

Aus meiner Erfahrung ist diese Leistung für einen zuverlässigen Betrieb nicht ausreichend. Aus diesem Grund kann ich diese Gerätekombination fachlich nicht empfehlen und werde sie daher auch nicht verbauen.”

Zur Verteidigung der günstigeren Firma, die verbauen normalerweise kein Mitsubishi sondern Bosch und Kältebringer. Hab mir dort jedoch eine japanische Marke gewünscht und daraufhin haben sie diese Kombination angeboten. Dennoch wirkt der Profi mit seiner Erfahrung und der klaren Aussage, dass er kein schwächeres Modell verbaut, kompetent und wird den Auftrag wohl bekommen.

Bei den Anlagen, die hier so verkauft und zertifiziert werden, geht man davon aus daß sie bei 35° Außentemperatur auf 100% laufen. Ich würde nach den Hitzerekorden dieses Jahr auch eher etwas stärkere Geräte kaufen, wer weiß wie weit die Temperaturen in den nächsten 20 Jahen noch steigen - denn so lange hält so eine Anlage ja womöglich.

In einem Gewächshaus aus Glas wahrscheinlich, ja :grinning_face_with_smiling_eyes:

In einer normalen Anwendung in einem durchschnittlich gedämmten Gebäude sicher nicht. In Australien oder Südwest-USA sind 50°C keine Seltenheit, mit fast keiner Dämmung. Da laufen die Klimas vielleicht wirklich mal high power. 35°C ist doch nix.

Meine R290 Midea ist bei 35°C Aussen mit 350W gelaufen, und in dem Innenraum war es eiskalt :snowflake:

Daikin ATXF25 im Dachgeschoss, aussen 35°C, innen Soll 20°C, ist 19°C, ebenfalls 350W

Ich habe bei drei Firmen Angebote für ein KfW-55-Haus in Holzständerbauweise (Baujahr 2018) eingeholt.

Vorgesehen sind drei SCM41, an denen jeweils SRK15ZS-Innengeräte angeschlossen werden. Die Anlagen versorgen drei Räume mit 14 m², 16 m² und 17 m². → 2x Schlafzimmer, einmal Büro.

Zusätzlich verfügen wir über einen großen Wohnbereich mit 60 m², der mit einem SRK50ZSX ausgestattet wird. Im zweiten Wohnbereich mit 35 m² und einer großen Südwest-Glasfront ist ein SRK35ZSX vorgesehen. Beide Wohnbereiche sind über eine offene Treppe miteinander verbunden. Die beiden Wohnbereiche hängen am SCM60 Außengerät.

Damit sind 142 von 170 m² Wohnfläche klimatisiert.

Die Angebote der Firmen waren nicht sehr unterschiedlich. Keiner hatte Bedenken hinsichtlich SCM41 bei unserer Hütte.

Wir werden aber beim SCM41 auch recht nahe an die 40 Meter Leitungslänge ran kommen, da wir im Holzbau das Gerät nicht an der Fassade haben wollten, da Holz tiefe Frequenzen gut annimmt. Somit haben wir Ordentlich Steigleitung für das OG. Man muss vielleicht noch sagen, dass die drei Räume am SCM 41 nicht gleichzeitg Sonne bekommen.

Die Kühllastberechnung hat uns immer angezeigt, dass die Auslegung passt, eher leicht großzügig ist.

Ich werde berichten…

Genau. Und dort werden die Geräte vermutlich auch entsprechend dimensioniert sein, und der Besitzer bzw. Verkäufer nicht davon ausgehen, daß maximal 35 Grad Außentemperatur herrschen.

die Mini Splits sind dort genau die gleichen wie hier, 9K, 12K, 18K usw. BTU

In Australien sieht man viele 9K und 12K Splits. Andersherum würden uns in DE wohl noch kleinere Anlagen zum kühlen genügen, aber hierzulande ist ja eher das Heizen entscheidend. Daher passen die ähnlichen Grössen schon.

Ich würde die Geräte so kaufen, dass sie passend für den Raum dimensioniert sind.
Alles andere macht keinen Sinn.
Ich habe hier insgesamt 7x 2KW Innengeräte, 2x 2,5KW Innengeräte und 1x4KW Innengeräte.
Und die waren bei den 35°C jetzt weitestgehend allesamt komplett unterfordert.
Man kühlt ja auch nicht auf 20°C (außer im Schlafzimmer vielleicht) sondern auf eine sinnvolle Temperatur.

Lediglich die Anlage (pink) im Wohnzimmer hat teilweise mal Lüfterstufe 2/5 benötigt und war damit auch noch meilenweit von jeder Leistungsgrenze entfernt.

Aber mal realistisch. Wenn man die Anlagen auch einigermaßen passend zum Heizen auslegt sind sie zum Kühlen immer groß genug. Selbst wenns plötzlich noch 10°C wärmer würde.

Klar, aber bei der Kühllastberechnung muß die höhere Außentemperatur trotzdem einberechnet werden. Ggf. indem man das Gerät in einen kleineren Raum hängt. Was bei gleicher Isolation in Deutschland für einen großen Raum reicht, wird in Australien eben nur noch für einen kleineren Raum reichen.

Oder andersrum: Was in Deutschland noch (oder bis von ein paar Wochen) für einen großen Raum reichte, reicht jetzt, oder in Zukunft, eben nicht mehr. Und da man Räume ungern verkleinert, wird man dann eben besser ein größeres Gerät nehmen - so wie die Australier. Ich widerspreche Dir nicht.

Das ist der Punkt. Bei uns ist der Heizfall ausschlaggebend für die Dimensionierung. Kühllast ist bei uns überhaupt kein Thema.

Genau. Aber besser für höhere Außentemperaturen, nicht wie bisher in Europa angenommen nur für maximal 35 Grad. Wird beim Kühlen ja wohl genauso sein wie beim Heizen, daß man mehr Leistung braucht, je größer der Temperaturhub ist.

Ja, bei mir genauso. Meine MHI, die gerade so eben das Erdgeschoss bis etwa -5 Grad noch heizen kann, konnte nun auch bei Außentemperaturen von leicht unter 40 Grad auf 23 runterkühlen. Aber, ich war überrascht, das hier kaum noch Leistungsspielraum war. Das Gerät lief um die heißeste Mittagszeit teils am Anschlag. Und das obwohl ich keine großen Fenster habe wo viel Sonne rein kommt. Aber ich nehme an das Erwärmen der Wände durch die direkte Sonneneinstrahlung hat schon viel ausgemacht.

Erzähl doch mal ein bisschen was zu Fläche, Fenster, Dämmstandard, Geräteleistung…

Wenn man das mal so ganz grob überschlägt sind die meisten von uns vermutlich bei einer NAT von um die -13°C beim Heizen.
Eine Anlage die bei -13°C noch auf etwa 21°C Raumtemperatur heizen kann kann ungefähr bei einer Außentemperatur von 50°C auch noch auf 24°C kühlen.

Nur um mal ein Gefühl für die Relation zu bekommen.

Die Rechnung bricht vielleicht mal stundenweise zusammen am Tag wenn viele solare Gewinne dazukommen durch große Fenster. Klar, das ist so.

Wenn man die Nacht aber auch durchkühlt oder vielleicht Nachts 1-2°C kälter kühlt speichert das Mauerwerk auch wieder genug Kälte um auch das wieder zu kompensieren.

Dass deine Anlage die auch beim Heizen offensichtlich ja schon zu klein ist vielleicht stundenweise mal am Limit läuft beim Kühlen glaube ich. Aber wenn die Anlage mal 2-3 Stunden am Tag am Limit war bedeutet das noch nicht, dass es bei 5°C mehr draußen auf den Tag gesehen nicht noch immer reichen könnte.

Aber ja, dann ist deine Anlage vielleicht tatsächlich einen Tacken zu klein dimensioniert.
Das kann ja gut möglich sein :slight_smile:
Auf 45°C Außentemperatur dimensionieren kann man ja gerne machen.
Bei dem Großteil der Räume wird das die Gerätewahl vermutlich aber gar nicht ändern.

Sondern man sollte dann noch immer gucken, obs nicht fürs Heizen noch immer zu klein wäre.
Also wenn man denn überhaupt heizen möchte natürlich :slight_smile:

Das Gerät ist unterdimensioniert. Nur bis -5 Grad heizen ist inakzeptabel. Ich hatte das Gerät gekauft, in der Festen überzeugung, daß ich damit nur die Übergangszeit abdecken kann, und wollte mal sehen, wie weit ich damit komme, um dann ein zweites Gerät entspechend zu dimensionieren. Überraschenderweise hat dieses MHI-Biest mich über zwei Winter komplett gebracht.

Fläche 50m², 30er-Jahre Altbau, ungedämmt (nur zum Keller hin), 50 Jahre alte Fenster (aber mit neuen Scheiben), 2,5kw-Gerät (3kw Heizleistung). Keine Ahnung wie das Gerät das hinkriegt.

Ich glaube nicht das das so stimmt. Beim Heizen kommt die elektrische Leistungsaufnahme des Kompressors dem Heizen zugute. Beim Kühlen wirkt sie entgegen.

Und meine MHI (und das deckt sich auch mit dem Datenblatt) nimmt beim Heizen maximal 1,5kw Leistung auf, beim Kühlen nur knapp 1kw. Warum das so ist weiß ich nicht, ob es da einen technischen Grund gibt, oder ob MHI das einfach bei meinem Modell so entschieden hat.

Und ja, sie ist unterdimensioniert. Aber ich halte sie daher für ein gutes Beispiel, da es halt ein Gerät ist was überhaupt mal am Leistungslimit läuft. In den anderen Räumen im ersten Stock sieht das völlig anders aus, die Geräte sind dort hoffnungslos unterfordert (kleinere Räume, teils etwas gedämmt). Dort kann ich nichts vergleichen, da die Geräte alles mitmachen was da so kommt.

Naja da brauchen wir uns aber nicht zu wundern.

Nur zum Vergleich: Bei 60m² Fläche bin ich im Neubau aus 2018 bei einer Kühllastberechnung bei 4kW. Und bei uns ist sehr gut gedämmt. (gut Ich habe ohne Verschattung rechnen lassen, da ich es hasse im dunklen zu sitzen)

Ich wundere mich ja auch nicht. Ich weiß wo die Limits liegen. Beim Heizen habe ich einen Temperaturhub von maximal um die 27 Grad (-5 außen auf innen 22), und beim Kühlen von -16 Grad (außen etwa 40 auf innen 24). Ich bin damit sehr zufrieden. Zumal ein weiteres Gerät eh eingeplant ist, vor allem fürs Heizen (NAT ist hier unter -5 Grad, und Temperaturverteilung momentan nicht gerade toll).

Worauf ich ja die ganze Zeit hinaus will: Nach meinem Verständnis wird die Kühllastberechnung für eine maximale Außentemperatur von 35 Grad gemacht. Das wird zumindestens bei der SEER-Berechnung zugrunde gelegt, wo davon ausgegangen wird, daß das Gerät bei 35 Grad auf 100% Leistung läuft. Was der Kältemitteltechniker macht ist da vielleicht durchaus anders, aber ich würde mir das genau ansehen.

Heizlastberechnung wird schließlich auch auf Basis einer bestimmten Außentemperatur gemacht (NAT, je nach Wohnort). Irgendetwas wird bei der Kühllastberechnung auch zugrunde gelegt werden, und was das genau ist, das würde ich genau überprüfen, um sicherzustellen, daß das Gerät auch nach weiteren 20 Jahren Klimakatastrophe noch ausreichend ist.

Da du bei größerer Fläche und um größenordnungen besserer Dämmung als bei mir bei 4kw geladet bist, klingt es so, als hätte dein Klimatechniker einen ordentlichen Spielraum schon einberechnet.

20 Jahre? Bin nicht so optimistisch, dass die Elektronik so lange lebt… :frowning:

Der SEER wird nicht bei einem einzelnen Betriebspunkt gemessen, sondern nach der Norm DIN EN 14825 aus mehreren Betriebszuständen (Vollast, Teillast, verschiedene Außentemperaturen sowie Standby-Verbräuche) berechnet. Dadurch bildet er die Effizienz über eine komplette Kühlsaison realistischer ab

Bei einer Kühllastberechnung wird die Leistung ermittelt, die erforderlich ist, um die gewünschte Raumtemperatur unter den Auslegungsbedingungen dauerhaft zu halten.

Nicht berechnet wird primär die Leistung, um den Raum von z. B. 30 °C auf 24 °C herunterzukühlen.

Beispiel:

  • Außentemperatur: 35 °C

  • Soll-Raumtemperatur: 24 °C

  • Interne Lasten: Personen, Beleuchtung, Maschinen

  • Sonneneinstrahlung durch Fenster

Dann wird berechnet, wie viel Wärme ständig nachströmt. Die benötigte Kühlleistung muss genau diese Wärmeeinträge abführen, damit der Raum bei 24 °C bleibt.

Es gibt also zwei unterschiedliche Fragestellungen:

1. Kühllast (Auslegung)

„Welche Leistung brauche ich, um 24 °C zu halten?“

→ Ergebnis in kW Kühlleistung.

2. Abkühlleistung

„Wie schnell kann ich einen Raum von 30 °C auf 24 °C bringen?“

→ Dafür muss zusätzlich die im Gebäude gespeicherte Wärme (Wände, Möbel, Luft usw.) betrachtet werden. Das ist keine klassische Kühllastberechnung.

Beispiel:

  • Errechnete Kühllast = 5 kW

  • Klimagerät = 5 kW

Dann hält das Gerät den Raum bei den Auslegungsbedingungen auf 24 °C.

Soll derselbe Raum nach einem Wochenende von 30 °C auf 24 °C abgekühlt werden, können kurzfristig deutlich mehr als 5 kW sinnvoll sein.

Kurz: Eine Kühllastberechnung ermittelt die Leistung zum Halten der Solltemperatur, nicht primär die Leistung zum Absenken um ein bestimmtes ΔT.

Ich auch nicht. Aber es wäre ärgerlich, wenn das Gerät nach 15 Jahren noch super funktoniert, nur der dämliche Planet nicht mehr so wie 15 Jahre zuvor. Dann muß man das Gerät nur wegen dem Planeten tauschen, nicht wegen der Technik.

Ja, genau. Und nach meinem Verständnis liegt der Vollastzustand bei 35 Grad Außentemperatur vor. Und das reicht halt nicht mehr. Daß es auch kleinere Betriebszustände gibt, und diese auch in die SEER eingehen ist mir klar, das braucht mir keine KI zu erklären.