Mit einer Inneneinheit ein ganzes Haus kühlen

Hallo liebe Forumsmitglieder,

Ich lese schon ein längere Zeit mit und habe nun meine erste Frage, wo ich auf euer ehrliches Feedback gespannt bin.

Rahmendaten:

Wir haben ein EFH (Bj. 2009) mit Fußbodenheizung und eine Bosch-Wärmepumpe mit Kühlfunktion.

1,5 Geschosse mit offenem Grundriss im EG und kleinem Flur im OH ohne Möglichkeit für eine Inneneinheit. Insgesamt 119 qm Wohnfläche + offenem Spitzboden

Problem:

Ich möchte mit möglichst geringen Aufwand folgendes Problem reduzieren. Nach mehreren warmen Tagen (28 Grad und mehr) heizt sich das Haus auf und es wird schwülwarm. Die Fussbodenkühlung (Vorlauf auf 21 Grad, um keine Kondensationsprobleme im Boden zu bekommen) schafft es dann nicht ein angenehmes Klima zu schaffen. Die Temperaturen sind noch moderat bei 27 Grad im OG und 25 Grad im EG. Die „hohe“ Luftfeuchtigkeit von ca. 60% scheint eher Grund für eine gefühlte Wärme zu sein.

Lösungsidee:

Vom Grundriss würde sich eine Split-Anlage im Treppenhaus anbieten, die dann auf gleicher Ebene zum Obergeschoss-Fußboden auf 2,8m Höhe hängen würde. Da kalte Luft schnell nach unten fällt, frage ich mich, ob man im OG überhaupt einen Nutzen erzielt.

Gleichzeitig könnte die Luftfeuchtigkeit reduziert werden, was die gefühlte Wärme positiv beeinflussen könnte.

Da es eher ein Luxusproblem ist, möchte ich keine aufwendige und teure Lösung sondern eine möglichst einfache Lösung. Sollte sich aber nur eine aufwendige Lösung als erfolgsversprechend rausstellen, würde ich eine Umsetzung noch zeitlich verschieben

Ich hoffe, dass ich es ausreichend und verständlich erklärt habe und bin ganz auf eure Rückmeldung gespannt.

Grundsätzlich senkst du natürlich, insbesondere wenn die Anlage den ganzen Tag läuft, was sie machen sollte, die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im gesamten System Haus.

Gezielt in einem Zimmer die Temperatur auf z.B. 22 Grad zu regulieren wirst du damit aber nicht hinbekommen.

Das ist es und kann man so machen. Ich persönlich würde aber wenn dann lieber direkt die Schlafräume direkt klimatisieren, aber so wie du es vorhast, geht es auch aber halt mit deutlichen Kompromissen.

Hier kommen zwei Dinge zusammen, die abgekühlte Luft sinkt nach unten. Luft mit höherer Luftfeuchtigkeit ist bei gleicher Temperatur leichter (!) als trockene Luft. Thermiksuchende wissen das, alle anderen gehen vom Gegenteil aus :wink:

Das bedeutet, dass eine Klimaanlage leider keinen Einfluss auf die Luftschicht darüber hat, weder bei Temperatur noch bei Luftfeuchte. Die Familie meiner Tochter macht z.B. in den heißen Tagen ein “Schlaflager” im klimatisierten EG, sehr zur Freude der Kinder. Ich würde auf jeden Fall die Klimaanlage im Treppenhaus montieren, aber u.U. noch nach einer Lösung für die Räume oben suchen. Meistens fällt einem dann doch ein Weg ein. Zwei Außengeräte vereinfachen oft die Leitungsführung deutlich und die Hardware ist in der Regel nicht teurer als als eine Duo-Split.

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Ganz so schwarz-weiß ist es nicht. Es gibt permanente Luftbewegung und Durchmischung. Es gibt auch ein natürliches Temperaturgefälle. Man kann einen Raum nicht unten runterkühlen und oben bleibt die Temperatur gleich. Das hängt zusammen.

Insofern wird im ganzen Haus die Feuchte und die Temperatur runter gehen.

Besser wirds aber, wenn man im obersten Raum, den man nutzen will, kühlt. Lässt sich da nicht eine Klima einbauen? Müsste aber möglichst immer die Tür offen bleiben.

Vielen Dank für die Antworten!
Zwei Schlafzimmer sind im OG Richtung Süden mit Bodentiefen-Fenstern, aber mit Rollläden ausgestattet. Hier könnte man, ganz egoistisch, im Elternschlafzimmer eine Inneinheit setzen und die Außeneinheit wäre dann direkt dahinter an der Außenwand. Hier wäre die Installation recht einfach, da über das Carportdach ohne Gerüst zugänglich. Lüftungsrichtung wäre dann Richtung Flur inkl. Treppenhaus. Türen sind bei uns eigentlich immer geöffnet.
In diesem Szenario müsste das Erdgeschoss ja auch aufgrund der Termin leichte positive Effekt in Bezug auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben, oder?

Irgendeinen Effekt gibts immer, wie stark und wie gut was funktioniert, ist leider schwer vorauszusagen, dafür sind die Situationen je nach Haus zu unterschiedlich.

Für solche Planungen wäre es interessant, wenn man sich in einer heißen Periode mal eine Midea Portasplit leihen könnte. Dann kann man es testen, bevor man was fest installiert.

Alternativ billige Split-Klima mit Flexschläuchen zusammenbasteln und erstmal austesten.

Und warum nicht beide Schlafzimmer direkt über eine Zweifach-Multisplit klimatisieren? Wenn die eh nebebeneinander sind? ZB Daikin 2MXM40 und 2x 2 oder 2,5 kW IG

Hast du ggf. mal einen Grundriss?

Hat es definitiv natürlich. Aber man merkt schon einen deutlichen Unterschied.

Ja, genau! Das Innengerät saugt ja auch genau so viel Luft an, wie ausgeblasen wird.

Auch wenn die kalte Luft nach unten fällt, wird oben warm angesaugt. Es entsteht eine Walze. Je nach Grundriss des Hauses auch eine Zirkulation durch mehrere Zimmer.

Ja, so arbeitet man nicht gegen die Physik.

Zur Idee Klima im Treppenhaus hier meine Situation: EG offen mit 56qm plus offenes Treppenhaus. OG Flur+drei Räume. Klima im Treppenhaus unter der Treppe, ausblasen in den großen Wohnraum EG. Ergebnis: im OG kommt (gefühlt) vom Kühlen nix an. Heizen in der Übergangszeit bringt im OG schon einiges wegen der aufsteigenden Luft. Abhilfe: 5m 150mm-Faltenschlauch mit Rohrmotor drin. Den Schlauch hänge ich direkt vor die Klima und puste die kalte Luft in einen Raum im OG. Funktioniert ganz gut, ist natürlich eine unschöne Bastellösung und auch nur für die sehr heissen Tage

ÖRa

Das wäre natürlich die bessere Lösung, aber auch etwas kostspieliger, als die Variante im Treppenhaus. Da ich mir das nicht in Eigenleistung zutraue (eher zwei linke als zwei rechte Hände), wäre eine Lösung mit wenig Installationsaufwand natürlich präferiert. Neben der Haustür steht bereits die Außeneinheit der Wärmepumpe, sodass die Technik auch an einem Ort gesammelt wäre, was ästhetisch positiv für die anderen Seiten des Haus wäre.

Der Erfahrungsbericht ist interessant, danke! Hängt die Inneneinheit unter der Treppe, also nicht im Treppenaufgang?

Über der Treppe Ausblasrichtung von der Treppe weg bekommst Du nicht irgendwo an die Decke?

Ich habe es an die Mittelpfette montiert in etwa dort wo das Wort Flur auf dem Grundriss steht und lasse das Innengerät gegen die Zimmertüren im OG ausblasen. Das funktioniert sehr gut trotz Deckenhöhe 3,2m im OG. Luft fällt dadurch etwas nach unten ins UG bei offener Treppe aber wenig. Im OG ist der Temperaturunterschied in den Räumen, wenn die Anlage auf kleiner Stufe ganztags bei offenen Türen läuft bei maximal 1,5Grad zum Flur. Allerdings sind bei so zentraler Anordnung so wie vor einigen Wochen bei 38Grad dann 3,5kW Kühlleistung grenzwertig. Passt grad so, aber die Anlage läuft den ganzen Tag über auf Volllast. Nachts ist sie aus.

Ich bin so sehr zufrieden, vielleicht hilft Dir das ja weiter.

Das ist auch eine interessante Lösung. Bei mir wäre das in der Skizze „Option 2“. Herausforderung wäre hier, dass das alles Rigips ist und ich irgendwie ein senkrechtes Brett oder einen Kasten dort anbringen müsste. Die Zangen laufen leider parallel zum Treppenaufgang, aber jeweils ca. 10cm im Schlaf- bzw. Badezimmer.

Hast du dir denn schon mal Angebote für diese Lösung eingeholt?

Hier hatte mein Vater sich mal ein Angebot für eine 2er Splitlösung eingeholt:

Das ist eine richtig gute Position für das Innengerät. Das würde ich mit Holzleisten links und rechts realisieren. Zwei senkrecht, zwei waagrecht und daran die Bretter schrauben. Vorne noch eine Winkelleiste aus Kunststoff oder Alu auf die Stoßkante für die Optik.

Habe eine U-förmige, sehr offene Treppe über drei Etagen (K+EG+OG). Ebenfalls U-förmig das offene Treppenhaus. Die Stufen kann man sich wie einzelne Bretter vorstellen, also ohne senkrechte Teile. Das Innengerät befindet sich etwa 1m oberhalb des Fussbodens des EG und es pustet in den gr0ßen, offenen Wohnraum. Deshalb Kühlwirkung im EG und K sehr gut, oben “Nix”. Heizen genau umgekehrt: OG muckelig warm (aber ohne offene Türen nur der Flur im OG), EG ganz gut, Keller nix

ÖRa

Vielen Dank für die wertvollen Tipps und Einschätzungen!

Ich werde mir ein Angebot für die Installation unter der Decke einholen. Es sind ca. 6m Kältemittelleitung bis zur Ausseineinheit. So müsste es die von mir gewünschte „einfache“ Lösung sein.

Würdet ihr eher auf eine 3,5kW oder 5kW Anlage gehen?

3,5 kW.