Mini Pyrolyse Anlagen in Mittagsspitze betreiben

Moin Moin,

angesichts der aktuellen Diskussionen rund um die negativen Strompreise rund um die Mittagszeit und damit verbundenen Anforderungen an das Stromnetz ist mir jetzt die verrückte Idee in den Sinn gekommen. Smart gesteuerte Mini-Pyrolyseöfen in diesen Mittagsspitzen zu nutzen, um CO₂ zu capturen. Das Erzeugnis könnte man dann in der Landwirtschaft, bei Grünflächenämtern, im eigenen Garten nutzen und gleichzeitig etwas für die Bodenverbesserung und Wasserhaushalt tun.

Pflanzenkohle und Pyrolyse schwebt mir schon länger als essentieller Baustein des Klimaschutzes vor. Der sehr geschätzte Harald Lesch hat mich nun nochmal mit dem neusten Video auf Terra X auf diese Idee gebracht. Leider darf ich noch keine Links einfügen. Ebenfalls hätte ich eine KI-generierte Projektskizze als pdf per Upload angehangen, durfte ich aber auch noch nicht.

“Pyrolse: Kann Pflanzenkohle wirklich CO2 aus der Luft holen?”

Da ich zwar technisch halbwegs Verständnis habe, benötige ich noch mehr Expertise hier aus der Schwarmintelligenz heraus.

Wo seht Ihr Hürden?

Gibt es schon etwas in der Art?

Wie einfach ist das, smart ins Hausnetz einzubinden?

Kennt Ihr Pyrolyse-Öfen-Hersteller?

Lohnt sich das überhaupt im kleinen Stil? Vielleicht direkt auf größere Landwirte mit viel PV abzielen und lohnt sich das überhaupt für Sie, gibt es dort unvergütete Stromüberschüsse bzw. werden diese auch abgeregelt?

Gerne einfach mal diskutieren. Vielleicht finden sich ja Motivierte.

Grüße aus dem Münsterland.

Naja verbrannte Pizza im Backkasten ist auch Pyrolyse. Geht also in klein.

Kohlenstoff aus der Luft raus geht am besten mit Pflanzen, z.B. Hanf. Am effektivsten vielleicht, wenn man das irgendwo sehr tief verbuddelt, so tief, daß kein Kamel daherkommt und es wieder ausgräbt. Aufgegebenen Steinkohlebergbau vielleicht. Grubengas auffangen. Oder in einen gefluteten Tagebau kippen, bis ein Moor draus wird

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Das ist, gelinde gesagt, im Bezug auf die schwarze Pizza, falsch. Diese Pizza ist einfach nur “verbrannt” oder verkohlt. Denn Pyrolyse setzt einen thermischen Prozess voraus indem Sauerstoff ausgeschlossen, oder zumindest sehr stark reduziert wird und das Endprodukt eine starke Reduktion des Startprodukts ist. Die Pizza ist aber an sich noch da und die Temperatur war nicht hoch genug als dass dort schon irgendwas gewandelt wurde :slightly_smiling_face:

Wir haben schon ein paar Pyrolyseöfen gebaut in denen Kunststoffreste pyrolysiert wurden um damit, u.A., Wasserstoff aus Kunststoffabfällen zu erhalten. Die Erzeugung der dazu notwendigen Temperaturen fand mit Mikrowellen im zweistelligen kW Bereich statt - aher nichts für zu Hause :grinning_face:

richtig - die “Pyrolyse-Funktion”, mit der viele Hersteller ihre Backöfen bewerben, ist nicht wirklich Pyrolyse :wink:

Ja OK (fast) Es gibt selbstreinigende Backkisten, 550° da bleibt kein Kohlenstoff über und sie nennen es Pyrolyse. Ich denke, theoretisch kriegt man sowas aufm Küchentisch zamgeschustert, aber mit miesem Wirkungsgrad

Naja, ich kann sagen, die Haushaltsmikrowelle kommt so auf ca. 75% Wirkungsgrad - aber die 900Watt die das Magnetron hat reichen halt nur für ein paar cm³ Rohmaterial und Luftdicht ist der Innenraum auch nicht bzw. der Sauerstoff muss irgendwie erst noch entzogen werden.

Ja. Was der Köhler macht, wird energetisch auch nicht viel schlechter sein.

Also sagt Ihr ist der Wirkungsgrad wäre größte Manko? Aber der Strom ist ja im Überschuss vorhanden und würde ja erneuerbar sein.

Btw. Ich meinte natürlich Pyrolyse Öfen zur Pflanzenkohle Gewinnung. Zum Beispiel Unternehmen wie CarbonTwister

Wenn genug Speicher mitlaufen, Übertragungsnetze leistungsfähig genug sind, brauchbares Lastmanagement bis in die Haushalte möglich ist, wird es weniger Überschuss geben. Was übrig ist, dürfte in die Produktion von Fossil-Ersatztreibstoffen gehen.

Den normalen Bauern wird die eigene Scholle wichtig sein, in der sich ausbreitenden industriellen Landwirtschaft ist das zu langfristig gedacht. Ist die Zielgruppe in 10 Jahren noch groß genug und kann sich das leisten?

Interessante Diskussion, ich habe mir dazu auch schon Gedanken gemacht, was ich im Sommer mit PV Überschuss alles herstellen kann. Sprich elektrisch mit 9-10kWh El. Energie die Verkohlung antreiben. Im Garten durch einige große Bäume wäre einiges an Material vorhanden…

Ich habe schon solche Kisten gesehen, die Frage geht das auch ohne Feuer:

Bevor ich das täte würde ich überlegen einen unfassbar großen Haufen an Dörrautomaten zu kaufen und Obst/Gemüse/Fleisch zu dörren im Sommer.

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Ich hab nur einen, aber kann das sehr empfehlen :wink: Letzten Herbst unser eigener Apfelbaum, ansonsten gerne 2. Wahl Äpfel vom Wochenmarkt.

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Ja, leider sind die es keine Obstbäume. Mehr Birke, Weide, Haselsträucher etc. Viel Blätter und Äst…

Daher die Idee z.B. Edelstahlfasse 50-60L mit Material stopfen und von außen mit 4-5 Heizpistolen ca. 2500W mit 500-600°C darauf halten (ganz vereinfacht dargestellt).

Könnte das funktionieren?

Du denkst immer nur im “Großen” bzw. vergisst die Inselbetreiber oder auch Jene die vielleicht Sinnvolleres mit dem massiven Überschuss anfangen wollen als abgeregelt zu werden oder nur die lächerlichen 7Cent zu bekommen :winking_face_with_tongue:

Mein persönlicher Favorit wäre ja Power2Gas - aber die Anlagen sind noch sowas von teuer… Das KIT beispielsweise hat ja schon einen Reaktor stehen mit dem Stromüberschuss mehrstufig dann in Methan gewandelt wird. Das würde sich ja relativ “sicher” einlagern lassen. Aber die Reaktoren sind ja noch alles andere als zu haushaltsüblichen Preisen verfügbar.

Warum nicht, würde ich meinen. Aber was will man dann mit dem Produkt anfangen? Wie soll es einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden?

Könnte mir vorstellen, das Gebrösel in eine Art Briketts zu pressen.

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Ich hatte mir schon Wassergewinnung aus der (geringen) Luftfeuchte angeschaut. Die Israelis sind da wohl führend. Aber Gerätekosten in Relation zum Ertrag waren mir dann doch zu heftig.

Inzwischen reichen, in fast allen Jahren, aber die 20m3 Tanks plus jede Woche rund 1m3 aus der Biokläranlage.

Stichwort ist da "Terra Preta". Grobe Beschreibung, da ich mich damit noch nicht wirklich auseinander gesetzt habe: die Kohle wird in den Boden eingearbeitet und wertet diesen auf, insbesondere was die Fähigkeit zur Wasserbindung und Humusbildung angeht. Und da die Kohle nur langsam oxidiert, deponiert man sie für eine gewisse Zeit zumindest, bis hoffentlich andere Maßnahmen die Emissionen deutlich reduzieren (und der verbesserte Boden bindet auch nochmal verstärkt CO2).

Nun, da ich mich nicht der CO² Verhinderungs-Glaubenskultur angeschlossen habe und dies auch nicht werde würde ich meinen Ausdruck der “sinnvollen Nutzung” etwas mehr präzisieren: Für mich oder uns ist eine Sinnvolle Nutzung wenn ich kein Erdgas oder schmutzigen Strommix aus dem Netz mehr teuer beziehen muss. Also ginge das tatsächlich mehr in Richtung Herstellung von Briketts zur thermischen Verwertung im Winter und als Rohstoff dazu die Grünabfälle die über das Jahr ohnehin so anfallen.

Mit rund u.A. 150m Buchenhecke fällt da jedes Jahr Einiges an Biomasse an die man verwerten könnte.

Wir bauen zwar die gängigsten Gemüsessorten wie Tomaten, Gurken, Zuccini, Erbsen, Kürbis, Paprika, Sellerie und ein paar Obstsorten usw. selbst im Garten an und ernten von den “Unkrautsorten” die äußerst viel Output haben auch bis zu einem Zentner pro Saison, aber Terra Preta werden wir dazu sicher nicht erzeugen/herstellen wollen. Und nein, bei uns kommt kein Kunstdünger zum Einsatz :slightly_smiling_face:

Das es überhaupt negative Strompreise geben muß verstehe ich nicht. Es ist doch nichts einfacher, als überschüssige elektr. Energie zu ‘vernichten’: Heizen, Warmwasser, Pool aufheizen oder im Sommer eben Kühlen. e-Auto und div. elektr. Akkugeräte aufladen, oder im großen Umfang: Wasserelektrolyse und Wasserstoff und Sauerstoff erzeugen. Kann man beides verkaufen und sehr rein produzieren. Natürlich kosten solche Anlagen erstmal eine Startinvestition, aber da, wo die Netze gut ausgebaut sind und viel Energie im Überfluß vorhanden ist, sollte es sich lohnen. Allemal besser, als Strom zu Negativpreisen ins Ausland zu geben - das ist völlig schwachsinnig, aber vielleicht gewollte Politik?

Ja, das wäre meine Verwendung der Kohle. Bodenverbesserung quasi TerraPreta. Die Kohle wäre für den Eigenbedarf und im Bekanntenkreis.. Bin da auch kein Experte, aber für mein Verständnis hilft die Kohle auch Nährstoffe zu binden. Diese werden durch Regen nicht so ausgewaschen und die Pflanzen können dies besser aufnehmen / bzw stehen den Pflanzen länger/besser zur Verfügung.

Obst und Gemüse gibt’s auch aus dem eigenen Garten aber in “Haushaltsüblichen Mengen”.

Daher die Idee ein 50-60L Deckelspundfass als “Reaktorkammer” und ein großen 200L Fass als Ummantelung. Und dann extern gut Hitze drauf…

Mir wäre der Zeitaufwand schlicht zu hoch, um den elektrischen "Kohlemeiler" dann dauernd zu füttern im Sinne der Minipyrolyse. In größer nutzt die oben verlinkte Anlage ja wohl auch einfach die Pyrolysegase zum Heizen, statt diese hier freizusetzen oder abzufackeln.

Wenn man es dennoch machen will: Ggf. ein gebrauchter Töpferofen ne Grundlage? Wäre dann schon mal gedämmt und Elektrik vorhanden.