Mein erstes BKW - Einige Fragen

Hallo zusammen,

ich möchte gerne in die Welt der PV eintauchen. Leider wird das Dach meines Haues keine 15-20 Jahre mehr durchhalten, daher möchte ich schon mal erste Erfahrungen mit einem Balkonkraftwerk sammeln.

Alle Großverbraucher wie Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Computer und Co laufen tagsüber (Homeoffice), hier erhoffe ich mir eine gute Ersparnis. Gekocht wird meist ebenfalls Mittags.
Einen Akku möchte ich erstmal nicht, soll sich wohl bei BKW eher selten rechnen.

Mein erste Wahl fiel jetzt auf das folgende Set: Solago 2kW BKW

1x Hoymiles HMS-1600-4T
1x Hoymiles DTU WLITE-S
4x AIKO-A-MAH60Db Glas-Glas Full Black bifazial
1x 5m Anschlusskabel
2x Paar MC4 Verlängerungskabel (3m)
1x Paar MC4 Verlängerungskabel (1m)

So ganz sehe ich den Wald vor lauter Bäumen allerdings nicht. Daher meine Fragen:

  1. Was sagt ihr zu den Komponenten?

  2. Sind dafür die aufgerufenen 558,00 Euro fair?

  3. Wenn ich es richtig verstehe, sind die 4 Module einzeln angeschlossen und somit sollte auch ein Teilverschattung einzelner Module kein Problem sein - korrekt?

  4. Für das BKW wird eine extra Schuko-Steckdose gesetzt werden. Sollte diese Steckdose einfach von einem bestehenden Stromkreis abgezwackt werden oder direkt in die Sicherungskasten führen?

  5. Nach meinem Verständnis wäre es egal wo ich anschließe, da der Zähler alle 3 Phasen berücksichtigt und so eine potentielle Einspeisung auf einer Phase mit dem Verbrauch auf einer anderen Phase verrechnet - korrekt?

  6. Den Wechselrichter muss ich auf 800W drosseln, das soll via App möglich sein. Meinem Nachbarn würde ich gerne das gleiche Set empfehlen, er will aber einfach bis zu 1600W einspeisen, spricht da technisch was dagegen? Seine komplette Hausinstallation ist von 2025.

  7. Die Module werden auf einem Flachdach mit voller Südausrichtung montiert werden, der beste Winkel wären wohl so um die 30°. Macht es hier sein, die 4 Module unterschiedliche zu winkeln für ganzjährig gleichmäßigeren Verbrauch?

  8. Die Kabel der PV Module zum Wechselrichter sollten nicht auf dem Flachdach aufliegen, die Module müssten aber hintereinander aufgereiht werden. Wie verbinde ich sie am besten mit dem Wechselrichter? Dürfen sie von Modul zu Modul "frei" hängen?

  9. Thema Akku: Nachrüstung simpel möglich und ggf. sinnvoll?

  10. Spätere Erweiterung der Anlage um einen Carport wäre möglich, kann ich dann 2-3 BKW zu einer "echten" PV zusammenschließen und diese dann entsprechend anmelden? Vorbereitungen am Zählerschrank sind dafür bereits erfolgt.

  11. Ich möchte das gerne möglichst simpel in Home Assistant tracken können - Erfahrungen mit dem Wechselrichter und DTU?

Damit ist das kein anmeldefähige BKW mehr.

Es muß ein WR mit Typenschild von max. 800VA verbaut werden.

Abgesehen von der Legalität, wird auch eine moderne Hausinstallation mit 1600W Einspeisung überlastet, wenn das einfach an irgendeine Steckdose und nicht an einen Endstromkreis angeschlossen wird.

Wenn man die Frage stellt ob da was technisch dagegen spricht, dann spricht das nicht für die Expertise, sowas selber sicher zu machen also sollte man es besser lassen.

  1. Ok
  2. ja
  3. ja
  4. mit 800W beides zulässig immer besser aber eigene Leitung
  5. ja
  6. s.o.
  7. 2xSO / 2x SW vermutlich am besten siehe Lektüre hier: Balkonkraftwerk Teil 17: Ost-West, rechnet sich das? – Helmut Karger
  8. so dass sie fest verbunden sind und der Wind nirgend dran scheuern kann
  9. AC Speicher wie z.B. Marstek Venus E 3.0 sind damit relativ einfach möglich ja sinnvoll kommt ganz drauf an
  10. Wenn dann richtige PV mit Dach voll (auch Nordseite) Kleinanlagen aus 2-3 BKW sind in aller Regel nie sinnvoll
  11. OpenDTU und HA funktioniert perfekt

@Danielson

Hallo
sei herzlich gegrüßt im Forum. Ich warne dich: PV kann süchtig machen. Und wenn die Sonne scheint, steigt die Lebensfreude gleich doppelt.

Betrachte mal die Leiste oben (rechts) und schau dich bei "unsere Tools" um. Dann wird dir schnell klar werden, dass ein Akku viel Sinn machen kann. Das hat viele Gründe u.a.:slight_smile:

  1. Du kannst die volle PV Leistung von 2 kW(peak) nutzen, was ohne Akku nicht geht.
  2. Du kannst auch nachts "Solarstrom" (aus dem Akku) nutzen.

Zur Frage, ob du einen HMS 1600 nur mit software Reduktion anschließen darfst, frage deinen VNB, damit es keine nachträglichen Enttäuschungen gibt.

Plane von Anfang an eine Steuerung mit dem Ziel ein, keinen Strom an das Netz zu verschenken. Das geht bei den Hoymiles WR, die kein eigenes WLAN haben mit der OpenDtu on battery und einem Lesekopf am Tarifzähler (z.B. "Hichi", "Vokszähler", o.ä.) recht gut.

Bei mir ist alles aus diskreten Bauteilen aufgebaut - das ist nicht jedermanns Sache. Komplett Angebote sind seit wenigen Jahren auf dem Markt. Das macht es dann wesentlich einfacher. Beispielhaft sei dies hier genannt:

https://www.heise.de/bestenlisten/testbericht/solakon-one-im-test-balkonkraftwerk-mit-speicher-und-home-assistant-integration/dxrvjzj

L.G.

1 „Gefällt mir“

mit dtu wlite hängst an der chinacloud, nix mit homeassistant. ein hm800 ggf gebraucht reicht aus. du kannst eh einen großen teil der panel-leistung nicht abrufen ohne batterie.

1 „Gefällt mir“

Ich würde gleich ein plug and play 2.000 W BKW mit Akku kaufen. Die gibt es schon unter 1.000 euro. Das ist meiner meinung aktuell das beste, was man als "neuer" machen kann. Das ding amotisiert sich in 3 bis 4 jahren.

Bei hoymiles wechselrichter sollte ein älteres modell gekauft werden. Diese können mit einer günstigen (30 euro) elektronik ins wlan eingebunden werden. Das hat eine webseite, man surft im netzwerk auf diese seite. Die hoymiles modelle mit "W" in der bezeichnung gehen nur über eine externe cloud, was nicht zu empfehlen ist.

1 „Gefällt mir“

Wieso älteres Modell? Der aktuelle HMS800-2T (nicht HMS800W-2T) kann das doch auch.

Ich dachte, dass neu gebaute Geräte alle mit "W" gebaut werden, dass dies eine weiterentwicklung ist. Dass die geräte ohne "W" noch lagerware ist, die abverkauft wird. Da will ich nix gesagt haben, kann sein, dass beide Gerätereihen parallel gebaut und verkauft werden.

Genau wissen tue ich es auch nicht, man findet den HMS-800-2T aber noch am Markt.

Es gibt auch noch den Herf-800, der wohl nahezu baugleich mit dem HM-800 sein soll und auch mit dtu funktioniert.

Vielen Dank an den ganze Input! :slightly_smiling_face:

Ja, das Thema PV zieht einen schon sehr in den Bann, gerade in Verbindung mit HASS.

Was ich jetzt mitgenommen habe, sowohl von euch hier als auch nach erweiterter Recherche:

  • Start mit einem 1000W BKW mit 800W Wechselrichter und das „gesparte“ Geld in einen Akku stecken.
  • Wechselrichter gebraucht kaufen
  • OpenDTU nutzen
  • ggf. Erweiterung um 2 weitere Panels im Parallelbetrieb sofern sinnvoll bzgl Akku.

Meine Grundlast nachts sind um die 150W, wenn ich einen ca. 2kW Akku tagsüber ansatzweise voll bekomme, könnte ich in den dunklen Stunden wohl diese Last rein rechnerisch stemmen.

Mir geht es auch nicht um 100% Effektivität meines Geldes, bisschen Spieltrieb und Weiterbildung ist auch dabei :wink:

1 „Gefällt mir“

In den Sommermonaten sollte ein 100Ah 24V nahezu voll werden. Ich hatte auch Tage da hat der Laderegler abgeschaltet weil der Akku voll war. Da mein Nachtbedarf höher ist schaffe ich es nur bis ca. 24:00 Uhr. Ab ca. 9:30 ist der Akku soweit geladen, daß der Wechselrichter wieder in das Haus einspeist. Der Laderegler zeigte am Ende der Ladeperiode 130 AH in den Akku eingespeist, letztes Jahr während höchsten Sonnenstand habe ich Tage mit 5kWh Hauseinspeisung. Ohne Akku mit einer Grundlast von ca. 200W während Sonne wäre das nicht möglich. Für mich war der Akku sinnvoll, auch wenn es sich erst nach langer Zeit rechnet. Aber warum sollen andere (durch Netzeinspeisung) profitieren und nicht ich selbst. An den besten Tagen kamen über 900W von den zwei Modulen, Ohne Akku hätte ich nur 200W davon selbst genutzt.

Im Nachhinein bedaure ich, nicht von Anfang an 4 Module und passenden Laderegler genommen zu haben, Aber damals war alles noch viel teurer. Eine Nachrüstung jetzt ist auch teuer, da ich wegen Lageschwindel nicht mehr auf das Dach steigen darf.

Ich würde - rückblickend - direkt mit 4 Modulen starten. Du wirst sonst (sofern Platz vorhanden) wahrscheinlich eh “nachrüsten”. Und 2 weitere Module samt Kabel & Unterbau sind nicht wirklich viel mehr Geld.

zu openDTU (oder einer anderen, komplett lokal nutzbaren Regelung) gebe ich dir vollkommen recht :wink:

Sonnige Grüße vom Nachtwind

1 „Gefällt mir“

Das ist übrigens ein valider Punkt. Rein emotional fühlt es sich auch besser an, einmal Geld in einen Akku zu stecken aber sich täglich daran zu erfreuen und monatlich den niedrigeren netzbezug zu zahlen - auch wenn es in vollkosten ggf. erst Jahre später tatsächlich der Fall ist. Da belüge ich mich gern.

Mit den Modulen habt ihr wahrscheinlich recht, werde dann direkt auf 4 gehen.

Habt ihr Akku-Empfehlungen?

Hallo,
das sehe ich anders. Über die gesamte Laufzeit (z.B. 10 Jahre) ist die Ersparnis beim Stromeinkauf (=Gewinn) höher. Die Zeitspanne, bis zu der dein Investition durch den "Gewinn" wieder zurück gekommen ist, ist mit Akku größer. Dafür ist der Gesamt Gewinn höher. Die höhere Investition für den Akku lohnt sich daher gewiss.

L.G.

2 „Gefällt mir“

Was meinst du damit, kann dem irgendwie nicht folgen.

Vielleicht darf ich es mit einer Beispielsrechnung verdeutlichen

  1. BKW ohne Akku möge 300 € kosten. Die Stromrechnung soll um 100 € p.a. sinken.
    -> in 3 Jahren habe ich meine Investition raus

  2. BKW mit Speicher möge 800 € kosten. Die Stromrechnung soll um 200 € p.a. sinken
    -> in 4 Jahren habe ich meine Investitomn wieder raus.

Im Vergleich erscheint Variante 2 als weniger rentierlich, weil wir nur den Return of Invest betrachten.

Wenn wir die Einnahmen (vermiedene Stromeinkäufe) auf 10 Jahre betrachten, dann haben wir im Fall 1 insg. 1000 € erzielt, denen 300 € Aufwand gegenüber stehen: 1000 - 300 = 700 € "Gewinn" in 10 Jahren (70 p.a.)

Im Fall 2 haben wir in 10 Jahren 2000 € Einnahmen, denen 800 € Aufwand gegenüber stehen: 2000 - 800 = 1200 € Gewinn in 10 Jahren (120 p.a.)

Der Speicher produziert keinen Strom, doch er lagert ihn ein und stellt uns Strom auch dann zur Verfügung, wenn die PV keinen mehr liefert. Dadurch erhöht sich das Potential der vermiedenen Einkaufskosten, was wir hier ja als "Gewinn" ansetzen.

Als Börsianer mag man denken, dann kauf ich doch lieber 2 BKW. Doch ist das weder rechtlich noch technisch zu Ende gedacht. Mit 2 BKW (ohne Speicher) werde ich nicht 200 € beim Stromeinkauf sparen können, es wird dann viel mehr ins Netz verschenkt. Und zulässig ist auch nicht.

Ob meine Annahmen zutreffend sind, mag jeder mit den tools nachrechnen.

Ich hoffe, das ich nun verstanden werde. Mit Akku ist´s auf lange Sicht besser.

L.G.

P.S.: der Link zum tool:

3 „Gefällt mir“

Ok verstehe, also betrachten, was sich langfristig betrachtet am meisten rechnet. Wobei man die Lebensdauer des Speichers nicht zu hoch ansetzen sollte. Den würde ich mal mit 10 Jahren ansetzen.

Ich habe den Powerqueen Akku 25,6V 100 Ah im Einsatz, der teuer etwas über 600 €, mittlerweile auf etwas über 300 € gefallen. Aber die Community hier kann sicher auch preiswertere empfehlen.

200€ Stromkosten einsparen ist realistisch bei zwei Modulen a 425Wp. Ich habe letztes Jahr 621 kWh nicht eingekauft und so auf 195 €, bei 4 Modulen wäre es mehr gewesen.

Aber jeder muß das für sich und seinen Bedarf rechnen. Bei hoher Grundlast tagsüber rechnet es sich wohl weniger gut. Bei niedriger Grundlast kann durchaus nennenswerte kWh in die dunkleren Stunden rettten. Ich habe mich für maximal mögliche Einsparung entschieden, wie gesagt warum sollen andere von meiner Investition mehr profitieren als ich.

Aktuell bin ich auf einen Deal für die Jackery Navi 2000 gestoßen.

Wechselrichter, 2kWh Akku und optionaler Notstrom und einstellbare Grundlasteinspeisung oder regelbar via Shelly in einem Gerät für 339€ - übersehe ich hier etwas?

Dazu dann 3 Panele á 500W (1x direkt, 1x als Parallelschaltung wegen 800W max pro Eingang).

Damit liege ich bei um die 650-700€ inkl. Versand und Kabeln zzgl. Halterungen.

Theoretisch könnte man später auch noch ein BKW-Set an die AC Steckdose anstecken, wenn auch die Effizienz hier natürlich schlechter ist.