Mehr als 800 W

Hallo Forum,

nach langem lesen und Gedanken machen, steige ich jetzt ein und baue mir ein Balkonkraftwerk mit 4 500er Paneelen und dem Hoymiles 1600 auf der Garage auf. Perspektivisch kommt später noch eine Akku

Ich bin kein Elektriker und mache vielleicht einen Denkfehler: Zur Vorbereitung habe ich mich mit unserem Sicherungskasten beschäftigt. Die Garage ist über die Küche mit Strom versorgt, ist aber zusammen mit den Kinderzimmern über eine Sicherung abgesichert. Vermutlich also ein 5 adriges Kabel in der Küche und eine Phase nur für die Garage verwendet (ergibt das Sinn?). Die Garage will ich über eine eigene Sicherung absichern. Somit hängt die PV Anlage dann an einer Art Endstromkreis (in der Garage ist noch eine Lampe und Steckdosen, an denen aber keine Verbraucher angeschlossen sind und auch nicht werden).

Jetzt meine Frage und hier geht es nicht um die rechtliche Situation. Wenn ich mehr als 800 W über den Hoymiles einspeise, besteht hier ein Risiko? Zum Beispiel könnten wir bei voller Sonne und laufender Spülmaschine oder Waschmaschine mehr als 800 W einspeisen. Besteht dann eine reale Gefahr z.B. für das Leitungssystem oder nicht?

Bin auf Eure Erfahrungen und Expertise gespannt.

Danke lothi

Rechtlich ist es dann halt kein BKW mehr ... Verstehe ich es richtig, daß Du die Garage weiterhin über das Kabel der Küche versorgen willst oder soll da ne neue Leitung hin? Ohne neue Leitung würde ich definitiv bei 800 Watt bleiben. Ggf. dann ein Akkusystem in der Garage, um das besser nutzen zu kommen, was an Strom von den Modulen kommen kann. Das wäre dann auf 800 Watt Einspeisung limitiert, aber kann halt auch früh/abends/nachts einspeisen.

Wenn du für das BKW eine eigene Sicherung hast, ist das kein Problem. Du kannst auch ein 10A Sicherung nehmen dann bist du mehr als sicher erst recht wenn du nur noch eine Steckdose und bisschen Garagenlicht daran angeschlossen hast.

Die 800W Regel bleibt aber, wenn du die vereinfachte Anmeldung machen möchtest. Ein Risiko aus technischer Sicht sehe ich nicht.

Wenn die Leitung aus der Garage dann aber in die Küche führt, wird der sowohl aus dem Netz über ne 16A Sicherung und zusätzlich auf der einen Phase mit bis zu 10A (weniger, da der WR es nicht liefert) von der Garage versorgt. Ist dort irgendwas faul, könnten auf Teilen des Hausnetzes bis zu 26A fließen ... D.h. die 10A Sicherung hilft da nicht!

4 „Gefällt mir“

Keine neue Leitung. Die Hauverkabelung und die der Garage bleibt wie sie ist. Aktuell ist die Garage aus der Küche versorgt, aber über einen gemeinsamen Sicherungsautomaten mit den Kinderzimmern abgesichert. Das kann ich mir nur so erklären, dass die Küche ein 5 adriges Kabel versorgt wird und eine Phase noch übrig war. Diese wurde dann vermutlich nacträglich in die Garage weiterverlegt und im Sicherungskasten an die Sicherung der Kinderzimmer geklemmt.

Bitte kurz für mich als Laien: Welchen Vorteil bringt eine Veringerung des Sicherungsautomaten auf 10 A. Wenn möglich bitte ein kurze Erklärung. Danke.

Das fünfadrige Kabel braucht die Küche (normalerweise) ohnehin, um den Herd und das Kochfeld zu versorgen ... Ich hab da bei uns die Tage sogar extra noch ein Kabel gezogen und anschließen lassen, da der neue Herd mit separatem Ceranfeld mit knapp 8 kW Leistung und der Backofen mit 3.6 kW zusammen sonst doch recht heftig an der Grenze wären, Ceranfeld müßte dann 2 phasig statt dreiphasig und der Verkäufer/Monteur meinte, da sollte man dann mit 20A absichern (2.5 qmm vorausgesetzt, eh klar). Die Leitungen für Herd und separat GS liegen bei uns lose unter dem Küchenmöbel, direkt von unten vom neuen (vor 3 Jahren) Verteilerkasten. Das Haus ist großteils noch ohne FI, wo es größere Stemmarbeiten erfordert hätte. Was ich sagen will: Dein 5 adriges Kabel kann auch so schon gut an der Grenze sein, mit Wasserkocher und GS zusätzlich zum Herd und PCs in den Kinderzimmern ...

So wie vorgeschlagen garnichts, weil der WR eh keine 10A liefert bei 2000 Wp der Module. Ansonsten wie von mir beschrieben falsche Sicherheit! Am besten mal vor Ort mit dem Elektriker besprechen. Falls es was mit Akku wird, brauchst Du den auch, um Dir ein Smartmeter (Shelly 3em pro oder sowas) einbauen zu lassen, um immer nach Bedarf Strom ins Hausnetz zu liefern.

Jetzt wird es interessant und leider verstehe ich das nicht wirklich mit der Verkabelung. Wenn ein 5 adriges Kabel in die Küche verlegt wurde und eine Phase "übrig" war und diese dann für die Garage genommen wurde, dann kann dieses 5 adrige Kabel doch nicht auch noch den Ofen und den Herd versorgen. Ich vermute also, es sind mindestens 2 5 adrige Kabel in die Küche veregt worden. Eines mit allen 3 Phasen für den Ofen/Herd und das andere mit einer Phase für die Spülmaschine (Endstrom), einer Phase für alle anderen Steckdosen und eine Phase wurde nicht genutzt und wartete auf ihren Einsatz für die Garage.
So stelle ich mir das vor und so sieht das auch im Schaltkasten aus.

Oder mache ich einen Dankfehler und die "übrige" Phase ist gar nicht übrig und leitet Strom?

Wenn das wirklich so ist, hat da jemand heftig gepfuscht.
Kein normaler Elektriker verlegt ein 5adriges 400V Kabel um das dann in mehrere Räume und innerhalb von Räumen aufzuteilen.

Daran noch weiter zu pfuschen wäre dann schon Vorsatz mit allen Konsequenzen.

3 „Gefällt mir“

OK, wenn der Herd separat ist, sieht das schon mal deutlich besser aus. Dann mußt Du insgesamt 6 Sicherungen dafür haben. Kannst ja einfach mal schaun, wo der Strom weg ist, wenn Du die 3 Sicherungen die die Küche (nicht den Herd) versorgen aus machst. Dann hast Du einen besseren Überblick, was da sonst so an Lasten dran hängt an der Leitung die weiter zur Garage gezogen wird.

1 „Gefällt mir“

Auch wahr ... Zumindest heutiger Stand.

Dein "vermutlich" solltest du zunächst wie @jensdecker bemerkt hat durch 'Ausschalten' der Sicherungen abklären bzw. herausfinden, welches Gerät/Lampe und welche Steckdose an welcher Sicherung hängt.

Wenn du das weißt und der Verbrauch deiner Verbraucher an dem jeweiligen Stromkreis sowie dessen Absicherung bekannt ist, kannst du natürlich bis zur Belastungsgrenze der Leitung Verbraucher zuschalten.

Du mußt dir nur bewusst sein, daß eine mögliche Überbeanspruchung dann vom LS nicht wahrgenommen und damit abgesichert ist, weil der LS die eingespeisten W nicht berücksichtigt.

Jeder für die Sicherheit seines Hauses/Eigentums selbst verantwortlich und sollte wissen, was er tut.

Sobald aber weitere Personen Zugriff auf Verbraucher haben, ist es sinnvoll, sich an die Normen zu halten bzw. einen Endstromkreis für das (Nicht-)BKW zu spendieren. Letztendlich eine Frage von Haftung.

Wie vorgeschlagen solltest Du die Absicherung und Leitungen zur Küche einmal einfach prüfen.

Ein 5 Adrige Zuleitung zur Küche bei gleichzeitiger Nutzung durch den E-Herd ist sehr ungewöhnlich. Der E-Herd ist schon sehr lange durch 3 seperate oder besser einem 3 poligen Sicherungsautomaten abgesichert. Dafür gibt es dann in der Küche eine separate E-Herd Anschlußdose.

Wenn dem so ist, hast du vielleicht ein weiteres 5 Adriges Kabel mit bis zu 3 Sicherungen das Steckdosen und Licht in Küche und Garage versorgen.
Achtung! Je nach Verlegeart sind hier seit ca Mitte der 90er bis heute keine Absicherung mehr mit 16A erlaubt, wenn ein gewöhnliches 1,5mm² verlegt wurde. Natürlich findet man das in der Praxis noch oft vor. Dennoch sollte man mit dem Wissen, diese Leitungen nicht über ihr Limit ausreizen wenn jetzt schon bekannt ist, dass hier was nicht stimmt.

Sollte dort ein 5x1,5mm² verlegt sein ist allgemein dort eine Absicherung der 3 Phasen mit jeweils 10A zulässig (bei üblichen Verlegearten).

Wenn du es also schaffst eine Phase davon praktisch nur für das BKW zu nutzen, dann sollte die mit 10A abgesichert sein. Was im Normalbetrieb 800W/230V= 3,5A auch nicht zum Problem führt. Ist das aber kein wirklich dedizierter Endstromkreis für das BKW und steckt jemand unbewusst in der Garage zB den Elektrogrill ein (sagen wir 2000W/230V=8,7A) und dann liefert das BHK volle Leistung gehst Du schon auf 12,2A auf der Phase/Ader und der 10A Leitungsschutzschalter bekommt nix davon mit. Der Forumsgründer hat ein schönes Video dazu zur 800W BHK Debatte auf YT veröffentlicht und dabei wird mir anders. Bei der Auslegung der 800W Grenze geht man teils für diese tolerierte Überlast dann von Leitertemperaturen der Stromleitung in deiner Wand von 150°C aus. Nein, sowas will ich nicht in der Wand haben, wo ich wohne. Das kann nicht gut gehen.

1 „Gefällt mir“

Dieter_P
So wie Du es beschreibts vermute ich ist mein Haus verkabelt. Ich kann blöderweise nicht an die Steckdose, aus der die Garagenstromversorgung abgezweigt wird. Da steht die Einbauküche inkl. Rückwand davor, die Steckdose seh ich, kann sie aber nicht aufschrauben.

Mir geht es nur darum kurzzeitig manuell mehr als 800 W einzuspeisen, wenn ich ganau weiß, dass ich in dieser Zeit den Strom auch verbtauche. Das dann kein weiterer Verbraucher am Stromkreis hängt, ist dann gegeben.

Kann ich dann und nur dann höher als 800 W gehen?

1 „Gefällt mir“

Die Frage zwischen können und dürfen.
Du darfst nicht. Du darfst einen Wechselrichter mit maximal 800VA hinter einem Zähler haben.
Ein 1500W reduziert auf 800W ist grauzone, ein "ich mach ne Nulleinspeisung indem ich mal 1500W ausgebe" ist nicht.

Die Pakete mit Akku/mehr Panels (Anker/Ecoflow/..) haben einen 800W Wechselrichter aber mehr Panelleistung um den Akku zu laden - ins Netz bekommst du nur 800W.

Will Du mehr musst Du anmelden / Elektriker/...

Technisch kannst Du 3 verteilte BKWs aufstellen und es einfach machen, falls was passiert oder man die "auf die Schliche kommt" dann wirds eher unegmütlich.

Ich würde erstmal "normal" anfangen .. wobei ich bei der Beschreibung Deiner Elektrik nicht sicher bin, ob das super ist.. Garage hinterm Kinderzimmer hinter der Küche.

Und warum "du kommst nicht an die Steckdose, wo es abgeht"? Waren nicht mal Unterputz/Verteildosen der heiße Scheiss für sowas?

Lass es mich nach technischen Vorgaben des VDE beschreiben, wie ich es subjektiv sehe.

Du hast ein Kabel 5x1,5mm² üblicherweise NYM-J oder vielleicht noch Stegleitung in einer verputzten Wand liegen. Sprechen wir mal über den dicken Daumen von einer Verlegeart A2 oder B2.

Schaust Du dann in die Tabelle dazu findest Du eine Belastbarkeit mit 14A bzw 16A

Wenn Du also 14A (x230V =3220W) bzw. 16A (x230V=3600W) über die Leitung schickst, ist der Leitung das nach gängigen Auslegungen "egal". Dabei sprechen wir natürlich über die absolute Gesamt/Maximumleistung die dort tatsächlich drüber fließt.

Irgendwelche Sonderkonstruktionen aufzubauen, die man aber nur selbst unter Kontrolle hat, ist sowohl grobschlichtiger Pfusch und wirklich eine miese Nummer gegenüber jedem Fachmann der mal auf dieses Konstrukt trifft und sich dadurch wühlen muss, oder schlimmer wenn dadurch jemand gesundheitlich zu Schaden kommt. Da sowas vorsätzlich getan wurde, wird jegliche Haftung einer Versicherung entfallen, wenn dort etwas nicht ok ist. Das nur zur Vorsicht.

1 „Gefällt mir“

vielen Dank Euch allen. 800 W sollen mir genug sein! Kümmere ich mich lieber um einen Akku.

2 „Gefällt mir“

Kannst ja ggf. auch noch ein Bild von Deinem Verteilerkasten posten, mit und ohne Abdeckung. Dann siehst Du und wir zumindest mal ob 1.5 qmm oder 2.5 qmm verlegt wurden und was Dich erwartet, wenn der PV Virus erstmal zugeschlagen hat :wink:

1 „Gefällt mir“

Stimm gar nichts, weil ich die Ausgangssituation falsch verstanden hatte.