ich bräuchte mal wieder euren Rat. Meine PV Anlage mit dem Akku wird dieses Jahr 4.
Um meinen DIY Akku zu schützen hatte ich 2x 150A LS an meinen 35mm² DC Akku Leitungen.
Im Winter habe ich den Laderegler auf 80A und im Sommer auf 30A laufen.
Da ich in der Zwischenzeit die LS schon 2x austauschen musste (immer durchgebrannt) habe ich mich entschieden jetzt auf Mega Fuse umzustellen.
Vor einigen Wochen habe ich bei Offgridtec mir die MEGA-Fuse Sicherung Halter und 2x Batterietrennschalter 48V 275A M10 dazu gekauft.
Da die keinen passenden 150A Sicherungen hatten, hab ich welche bei AliExpress nachgekauft.
Heute wollte ich den Ladestrom auf 30A reduzieren und musste feststellen dass die Sicherungshalter angeschmolzen sind und die Leitung extrem heiß wird.
Zu Orientierung: rechts ist das "minus Pol" links ist das "plus Pol".
Die Kabelschuhe habe ich ordentlich vercrimpt. Die Schrumpfschläuche sind bereits auch geschmolzen. Die Muttern sind auch gut fest.
Die Sicherungen sind auch 150A.
Zum aufnahmezeitpunkt wurde gerade mal mit 44A geladen.
Liegt das an den Sicherungen? oder was ist hier das Problem?
Mega Fuses sind nur gefährlich. Nimm einen ordentlichen Lasttrenner NH00 bis 160 Amp. Das Trennvermögen liegt da bei mindestens 25kA. Du musst auch zwischen Leitungs und Kurzschlussschutz unterscheiden. Leitungsschutz macht eigentlich dein BMS bzw. Laderegler schon aber die Kurzschlusströme liegen bei LiFePo typischerweise im kA Bereich. Diese wollen ohne Brandgefahr abgeschaltet werden. Nur mit sandgefüllten NH Sicherungen möglich. Die heisse Stelle unten ist übrigens auf der 300mmq Sammelschiene. Dort fliessen zu diesem Moment ca 600 Amp Dauerstrom. Jeweils 3x 200 Amp in den 3 mittleren NH1 Sicherungen. Das sieht man oben an den 3 Abgängen zu je 70 mmq und einer gleich großen Masseleitung rechts daneben. Die Verteilung findet senkrecht an den 3 Schrauben links zwischen der Jean Müller NH0 und des NH1 Trenngriffes statt. Weil der Strom von links und rechts kommt, heizt sich nur die Abgriffstelle auf.
Den Trennschaltern (Victron?) würde ich übrigens auch nicht trauen.
@damianator
nach meinem Laien Verständnis ja, die Hitze geht offenbar von den Sicherungen aus und verteilt sich dann über die Kabel. Bei mir ist eine Mega Fuse 100A im Einsatz, die wird bei 70A nicht heiß und die Kabel 35mm2 nur lauwarm. Kannst du mal den Spannungsabfall an der Sicherung messen? Dann könnte der Widerstand berechnet werden, wenn der Strom bekant ist. Der R schein zu hoch zu sein.
Bei mir ist keine Unterlegscheibe zwischen Sicherung und Kabelschuh. Soll das so?
Das wage ich zu bezweifeln. Mega Sicherungen heizen bei Nennstrom mit etwa 10W. An den Bildern erkennt man, dass die Leitungen selbst die Wärme erzeugen. Wenn nur einige der Drähte eine gute Verbindung zum Kabelschuh haben, kann das die Ursaache sein. Zur überprüfung würde ich mal den Spannungsverlust von Kabelschuh zu Kabelschuh bei einem recht hohen Strom messen und dann über Kabelquerschnitt und Leitungslänge rechnerisch ermitteln, ob das hinkommen kann.
es sind die jämmerlich dünnen Kabelschuhe die da an das viel dickere Kabel angepresst wurden.
Aber blame ruhig den Sicherungshalter der zur Wärmeentwicklung nichts beiträgt.
Ich hätte ja die Unterlegscheibe zwischen Mutter und Kabelschuh gesetzt. Kabelschuh-Unterseite und Sicherungslasche noch mit Isopropanol-Alkohol reinigen und dann direkt aufeinander setzen ohne die Unterlegscheibe. Dann sollte das besser funktionieren.
Wobei da schon einiges an Oxid entstanden sein dürfte. Da reicht Alkohol nicht mehr, da muss blank geschrubbt oder geschmirgelt werden. Und die Stahlscheiben im Strompfad waren eine ganz schlechte Idee.
Wenn aber schon vorher DC-LS aufgegeben haben und jetzt die Sicherungshalter, würde ich die Dimensionierung des ganzen überprüfen
Vielen Dank noch einmal für deinen Hinweis.
Ich habe die Sicherungen gegen andere (selber Hersteller/Lieferant. Das war ein 10er Set) ersetzt. Zusätzlich die Anordnung der Unterlegscheibe versetzt und Kontaktpasste zwischen Kabelschuh und der Sicherung aufgetragen.
Jetzt fließt der Strom wieder ungebremst durch, wie man auch auf dem Foto, mit 60A Akku-Bezug, erkennen kann.
Sowas gabs hier schonmal auch mit Unterlegscheiben und deswegen geschmolzenen Sicherungshalter. Und die Ali Sicherungen würde ich gleich mit rausschmeißen... nimm was vernünftiges wo man auch ein Datenblatt dazu bekommt (Littlefuse, MTA zb.), also auch keine von Offgridtec. Ganz ehrlich das sind Grundkenntnisse die dir unter Umständen sehr teuer werden können. "Vielleicht" sollte man in dem Fall besser die Finger vom DIY in Sachen PV lassen.
Die Sicherung hat auch bei 5,5 kA ohne stehenden Lichtbogen getrennt auch wenn sie dabei explodiert ist. Der User hat auch noch einige weiter spannende Videos u.a. zu den Sicherungen.
Wo das Thema "Position der Unterlegscheiben" geklärt ist, möchte ich noch auf die Position vom Schrumpfschlauch hinweisen.
Wenn wie bei dir der Schrumpfschlauch zu weit über die Kontaktfläche des Kabelschuhs geht, dann ist a) die Kontaktfläche reduziert und b) liegt der Kabelschuh nicht plan auf. Beides erhöht massiv den Übergangswiderstand und produziert bei hohen Strömen mächtig Hitze.
Danke für den aufmerksamen Hinweis.
Nachdem mir bewusst geworden ist dass die Eisen-Unterlegscheibe bereits ein zu hohen Wiederstand darstellt, habe ich sämtliche Kontakte frei gemacht, gereinigt und mit Kontaktpaste versehen. Jetzt fließt der Strom ungehindert durch.
Mir stellt sich nur die Frage ob die Halterung nicht trotzdem hätte die Temperatur aushalten müssen.
Kontaktpaste: Welche hast Du genommen? Ich kenne es nicht, sowas zu verwenden, nur Reinigung mit Isoprop der Kontaktflächen.
Wir sind hier nicht bei einer Autobatterie.
Nicht dass sich durch die Paste mit der Zeit Übergangswiderstände bilden.
Da darf gerne noch andere Meinung zu eingeholt werden.
Und so hohe Temperaturen kann nur ganz spezieller Kunststoff dauerhaft aushalten.
Schau Dir mal Videos zum Test dieser Drehschalter und deren Temperaturfestigkeit an...
Habe mal eine Alu-Kontaktpaste gekauft.
Nachteil bei Cu Pasten ist, dass die mit unedleren Metallen korrodieren.
Die Alu-Paste ist zwar weniger leitfähig aber universeller einsetzbar.
Ich habe keine Ahnung was ihr da mit Kontaktpaste erreichen wollt.
Bei mir gehen jeden Abend für 2 Stunden 280A ohne Kontaktpaste über eine original Megtafuse von Victron. Da wird nichts heiß und da schmilzt auch kein Gehäuse.
Also lasst die Paste und die China Sicherungen weg. Verpresst eure Kabel mit ordentlichen Kabelschuhen von Klauke. Dann funzt das auch ohne Probleme.