Das glaube ich eher nicht. Wirklich gut gemachte Crimpverbindungen, wo auch kein Wasser eindringt, bleiben über lange Zeit absolut erstklassig und zuverlässig.
Bei Billigsteckern mit Billig-Crimpwerkzeugen sieht die Lage anders aus. Auf eine Lötverbindung kann ich mich verlassen, eine schlechte Crimpung bleibt eine unklare Verbindung. Wobei man mit etwas Praxiserfahrung erkennt, ob eine Crimpung hinreichend gut ist. Was ich schon öfters erlebt habe, dass das Kabel noch locker sitzt, man es ein Stück in der Crimpung hin und herbewegen kann. Deshalb mache ich da immer einen Zugtest.
Mit Biegebeanspruchung und Schwingungen ist innerhalb von MC4-Steckern auch nicht zu rechnen, das Kabel wird ja über die Steckerverschraubung gut mechanisch fixiert.
Gewisse Crimpwerkzeuge wie diese Blech Zangen für die gelb rot blau isolierten Flachstecker in den Baumärkten gehören einfach verboten. Eine Abzugskraft Prüfung wird kaum damit bestanden.
Der Übergang der flexiblen Litze zur Lötstelle ist eine Sollbruchstelle und die bricht auch recht schnell wenn in dem Bereich noch Bewegung auftritt.
Das Problem aus meiner Sicht: diese dünnen Blechkonnektoren für die MC4-Verbindungen sind m.E. kaum für eine dauerhafte Crimpung geeignet. Das Material ist Spannungen aufgrund von Kälte und Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit ausgesetzt und wird - minimal - arbeiten. Der Crimpkontakt wird im Laufe der Zeit sicher nicht besser. Dennoch wird diese Technik seit (20?) Jahren auf allen PV-Dächern weltweit eingesetzt - scheint wohl auszureichen. Zustätzlich zu löten kann wohl kaum eine Verschlechterung des Kontakts bewirken?
Elektrisch gesehen muß der Crimpkontakt bei MC4 ja hauptsächlich 10 A aushalten. Keine Ahnung was der Stecker aushält. Ist halt eine optische Diskrepanz mit unseren 4 oder 6mm2 Kabeln.
Ich habe mir mal ein dreifach (Y) Kabel bestellt, habs aber nach Erhalt sofort in die Kiste der Absurditäten geworfen. Vielleicht hält der Stecker ja tatsächlich auch 30 A aus, denke eher nicht. Habe nicht nachgesehen.
Man muß bedenken: die Materialstärke verdoppelt sich ja in dem Bereich wo Stecker und Buchse zusammengesteckt werden und das Stück ist kurz. Danach kommt direkt die Crimpung an 4 oder 6mm2 PV-Kabel. Der Kontakt selbst hat also nicht viel zu tragen - da könnten vermutlich auch 25-30 A drüber fließen ohne das es sehr heiß wird. Die Stecker gehen eigentlich immer sehr stramm rein, also sollte der Kontakt recht gut sein. Wenn die Crimpung aber schlecht ist oder sich lockert, dürften dort die größeren Verluste auftreten.
Hatte gestern einen gekauften Akku in einer Installation gesehen, der mit MC4 angeschlossen war. Konnte ich gar nicht glauben, weil der Akku bei 48V ich glaub 5kW liefern kann. Dann hab ich mal beim Hersteller Stäubli geschaut, MC4 kann durchaus je nach Rahmenbedingung bis 100A. Unglaublich.
Aber sicher nicht mit 4mm2 oder 6mm2 Kabeln? 10mm2 kann man da wohl schon nicht mehr vernünftig ancrimpen. Das ist wohl eher ein theoretischer Laborwert ohne großen Praxisbezug. Bei 100A dürften die Stecker deutlich warm bis heiß werden.
Bin mir nicht sicher, ob das 6mm² oder 10mm² waren. Ich hatte es mir nur genauer angeschaut, weil mich auch schon die recht dünnen Kabel irritierten. Ich dachte erst, das wäre ein Akku mit deutlich höherer Spannung, sah dann aber 48V.
Wenn man den Spannungsabfall von max 2 % zugrunde legt und freiliegende Kabel (was bei Akkus ja der Fall ist), reichen bei einem ,5 m Kabel bei 100 A 8 mm2.
bei einem meter sind es dann 15 mm2. Alles bezogen auf Kupferkabel und keine Widerstandsverluste bei den Steckern oder Klemmen.
Wenn man sieht was bei Volksfesten über Kabeltrommeln für Ströme geschickt werden und das Kabel zwar nachher bissl verkrumpelt ist, aber einen Tag durchgehalten hat, geht da einiges.
Das sehe ich eigentlich auch so. Nachdem dieses dünne Blechlein (immerhin 'Markenware' HIS Renewables MC4-Buchse 4-6mm² 708669 - aber wahrscheinlich trotzdem Made in China) ohne vorherige 'Vorformung' in meiner schon dafür gemachten Marken-Krimpzange einfach abgebrochen ist, habe ich die Stecker zurückgeschickt und Stäubli MC4-Evo2 bestellt (auch Made in China?). Mal schauen ob das da wirklich besser ist (bei Evo2 ist ja hauptsächlich die Kontaktgeschichte anders ausgeführt).
Zurück zum Löten ( )... Ich bin da der gleichen Meinung wie @paddy72 : Wenn man die Kabel ordentlich einkrimpt und zusätzlich vorne (also zum Stecker hin) mit einem heissen nicht zu schwachen Lötkolben eine Lötung setzt, und dabei darauf achtet, dass dabei das Lot nicht bis durch die Crimpung gelangt, kann das eigentlich nur helfen, nicht schaden. Also nur kurz punktuell heiss machen und damit eine 'lokal begrenzte' Lötung herstellen. Damit ist der Kontakt sicher hergestellt, die Flexibilität (und damit minimierte Bruchgefahr) zum Kabel hin bleibt erhalten.
ob das allerding wirklich nötig ist? aber ich habe gesehen, dass bei einem 4^2 Kabel die Blechlaschen 'einrollen', bevor sie die gesamte halbe Litze erfasst haben, und damit nicht alle Äderchen wirklich 'umcrimpt' / eingecrimpt sind - da könnte das Löten dann auch schon helfen...
Dieses beschriebene Löten bedarf natürlich des passenden Werkzeugs und auch einiges an Erfahrung. Es ist ein bischen auch ein Drahtseilakt - lang genug draufhalten, damit wirklich da durchgelötet, wo es sein soll, aber auch kurz genug, damit das Lot nicht zu weit weg fliesst. Es gibt dann auch noch 'Tricks' mit Wärmeableitung in Höhe der Krimpung und so, das geht schon ein wenig in Richtung 'Experten-Angelegenheit'... Und dann kann noch jemand kommen und sagen, dass das Flussmittel aber ordentlich weggewaschen werden muss
Auch MC 4 glüht bei max. 10 A. Nicht mal in der Sonne. Ursache dürfte die andere Seite gewesen sein. War kpl. mit dem Gegenstück verschmolzen. Deutscher WR. Deshalb mein Misstrauen gegen den China 3 fach Y Verteiler.
interessant, wie stark die Stromfähigkeit vom Leiterquerschnitt abhängt! Die benutzen also offensichtlich das Kabel zum kühlen. Scheint mir ziemlich auf Kante gestrickt, bei mehr als 30A hätte ich da auf jeden Fall ein schlechtes Gefühl. Um so wichtiger eine gute Kabelanbindung, auch thermisch...
Stäubli gibt für die Evo2 einen Widerstand <0.2mOhm an (Amphenol H4: 0.25mOhm 'typisch'...)
ps./edit: wobei 30A @ 0.25mOhm nicht mal 1/4 Watt sind?!?