Mir geht es an der Stelle eben auch um die fachlich richtige Ausführung des inneren Blitzschutzes - den man vermutlich mit dem Überspannungsschutz gleichsetzen kann?
Genau deswegen und wegen dem Punkt mit der Iso-Messung finde ich die Diskussion um den Potentialausgleich so interessant. In den nächsten Wochen kommen 28 Module auf das PV-Trapezblech auf der Garage. Montiert mit Kurzschienensystem also keine Montageprofile im klassischen Sinn. Und da stellt sich mir aus aktuellem Anlass eben auch die Frage, was ich jetzt hinsichtlich Potentialausgleich auf dem Blechdach, innerer Blitzschutz bzw. Überspannungsschutz durch Induktion usw. zu beachten habe bzw. wie es auszuführen ist.
Hoffe das kommt nicht falsch rüber, ich möchte aus eurer Diskussion heraus gern Honig saugen um unsere Anlage entsprechend fachmännisch auszuführen.
hm, leider bin ich weder Elektro-Meister noch habe ich einen TREI Schein, und die Normen vorliegen habe ich leider auch nicht. El.-Ingenieur sind hier wahrscheinlich noch mehrere...
Ich denke, bei deiner Anlagengröße brauchst du jemanden, der da seine Unterschrift drunter setzt - was sagt der denn so?
Überspannungsschutz und Potentialausgeich sind aber wohl zweierlei: Überspannungsschutz macht man mit solchen Überspannungsableitern, 'Surge Protective Devices', da gibt es dann auch wieder unterschiedliche von. Da bin ich ja auch noch am überlegen, und ich meine mich zu erinnern, dass es mal sinngemäß irgendwo hiess 'Jeder aktive Leiter, der in's Haus rein kommt, soll mit solchen Dingern bestückt werden', aber ob das jetzt DEHN und Co geschrieben hatte? Schaden tut das wahrscheinlich nicht. Ob oder in welchen Fällen es sein muss, ggf. damit die Versicherung im Schadensfall bezahlt, weiss ich aber auch wieder nicht.
Wenn man keinen äusseren Blitzschutz auf dem Haus hat, muss man den wahrscheinlich auch nich an der PV haben (da gibt es ja auch Technische Regeln für, wann man das braucht und wann nicht), und wenn, dann braucht man eh einen 'geprüften Blitzschutzexperten'.
Ich denke, wenn man den/die Rahmen an den PA anbindet, hat man weniger Probleme mit der Begründung, als wenn man es nicht tut, aber wie gesagt - das sollte der wissen, der mit seiner Unterschrift für die Sache einsteht. Berichte doch bitte mal, wie der das sieht, und wenn möglich, mit welcher Begründung.
ps. wenn du einen 450/200 hast, dann hast du im Gegensatz zu mir wohl auch eine gefährliche Gleichspannung. Ich bleibe mit meinen 80VDC da, wo man noch anfassen kann. Wenn man bei deinen Spannungen diese (nicht die Rahmen) an Erde anbindet (wie in den Victron Doks beschrieben), reicht es schon, Plus anzufassen, damit es gefählich wird. Ohne Erde muss man (wie im IT Netz) schon beide Pole 'anfassen', andererseits könnte es sein, dass dann die angesprochene Iso Messung nicht richtig funktioniert...
Du hast oben auch Induktion angesprochen - vermeide Schleifenbildung. Immer und überall. Bei 28 Modulen, wo wohl einiges an Reihenschaltung erfolgen wird, fällt mir wieder diese schöne Skizze ein, die ich mir irgendwann mal hier aus dem Forum kopiert hatte:
Die Anlage wird von mir selbst errichtet, inbetrieb genommen und gemessen/geprüft. Ich denke als Elektrofachkraft ist das okay Es gibt halt nur Spezialgebiete da bin ich auch nicht sattelfest.
Bezüglich Überspannungsschutz hab ich schon alles vorbereitet. Hier gibt es m.E. auch eine ganze Menge Fallen in die man tappen kann. Zuallererst muss da der SPD mit seinem Wert zum zu schützenden Betriebsmittel bzw. dessen Überspannungskategorie, in meinem Fall den RS450/200, passen. Dann, aufgrund der Tatsache dass die DC Leitungslänge bei weitem die 10m nach dem GAK übersteigt befindet sich im Keller direkt vor dem RS ein weiterer Überspannungsschutz für jeden einzelnen String.
Das mit dem Schleifen in der Modulverkettung verhindern wird bei mir warscheinlich nichts. Da lege ich die Priorität bei der Stringzusammenstellung eher auf die möglichen Verschattungssituationen, speziell am Nachmittag. Da wird es m.E. unmöglich sein Schleifen zu verhindern.
Beim Gewählten Modultyp kann ich max. 10 Module in Serie schalten. Damit ergeben sich drei Strings mit entweder:
ST1: 10S
ST2: 9S
ST3: 9S
oder
ST1: 10S
ST2: 10S
ST3: 8S
Die Frage ist ob die Schleifenbildung überhaupt einen Einfluss hat wenn denn dann DC + und DC - über 30m direkt parallel in einer Mantelleitung verlegt sind. Da sollte sich die Spitze eigentlich gegenseitig auslöschen.
hm (mal wieder ), bei Anlagen über Balkonkraftwerk reicht es eigentlich nicht, Elektrofachkraft zu sein. Was sagt dein Versorger Netzbetreiber dazu, oder lässt du den in Unwissenheit über dein Vorhaben? Es ist ja immer die Frage, ob man sowas 'publik' macht, aber spätestens wenn der Zähler getauscht werden muss, wird ja was offensichtlich...
Diese Verschaltungsskizze ist durchaus bei weniger Modulen anwendbar, und das steht deinen Gruppierungsüberlegungen nicht im Weg. Zweck dieser Anordnung ist ja, die aufgespannte Fläche beim Spannungspfad klein zu halten. Um eine Schleife kommt man ja im Stromkreis nicht drum rum
Wegen Schatten (obwohl ich zumin im Sommer da wenig von habe) habe ich mich ja zu 1 MPPT pro 2 Module 'überreden' lassen. Jetzt hab ich halt 7 MPPTs, was aber definitv nicht nur Vorteile hat...
Aufgebaut wird das als (ich nenne das mal vorsichtig pseudo) Insel. Es gibt dann nur noch einen Netzumschalter im Keller mit dem es möglich wäre das Haus auf Netz zu schalten. Die Multiplus laufen jedoch dreiphasig im Inselbetrieb und haben keine AC-IN Verbindung zum Netz. Theoretisch könnte ich auch auf den Netzumschalter verzichten da bei Bedarf, z.B. im Dezember, per 1,7kW Ladegerät aus dem Netz nachgeladen wird wenns mal knapp sein sollte.
mein TREI Kumpel hat mir erzählt, dass es in einem 'Haus' mit Netzanschluss keine Insel gibt (du unterbrichst ja den Nulleiter wahrscheinlich nicht, und den PE bestimmt nicht (hoffentlich...)?) Aber ich weiss, da gibt es auch wieder unterschiedliche Ansichten.
Ich hab alles in Absprache mit unseren Stadtwerken gemacht und deswegen auch nur einen 600(/800/1000) Watt Wechselrichter (bisher...), aber die Stadtwerke interessiert das alles ziemlich wenig, und inzwischen haben sie mir sogar unaufgefordert eine Bestätigung einer Erzeugungsanlage mit 4kW installierter Leistung geschickt - was immer das auch heissen soll...
Es streiten sich ja in einem anderen Thread die Geister was nun Insel ist oder nicht oder halt Grauzone. Deswegen habe ich mein Vorhaben ja auch bewusst "pseudo" Insel genannt. Am Ende sehe ich das so, das Haus ist vollkommen vom Netz entkoppelt. Es besteht keine elektrische Verbindung zwischen dem Netz und den AC-IN der Wechselrichter. Die Akkus würden bei Bedarf, also im Notfall, netzgekoppelt aber durch ein externes Ladegerät, nachgeladen werden.
Nein, der PE wird nicht unterbrochen. Der Null hingegen schon, siehe dazu die integrierten Relais im WR:
@hf_spsler du hast dich da offensichtlich ein wenig mit beschäftigt - ich bin grad über diese hier gestolpert, aber bei den ganzen Dingern steht immer Up<3,2kV. Auf meinem dicken DEHN im Zählergasten steht Up<1,5kV. Was brauch ich denn vor dem MPPT (bei mir 100/20), damit es was nutzt? In den Datenblättern, Handbücher etc finde ich nix, nur EN/IEC 62109-1, UL 1741, CSA C22.2, die ich natürlich nicht habe...
@philippoo Puh, für die "kleinen" MPPTs kenne ich die Überspannungskategorie nicht. Ich hab mich aus aktuellem Anlass nur um die Einstufung bzw. Angabe für den RS450 bemüht und der liegt bei Überspannungskategorie II also bis max. 2,5kV für xy Millisekunden. Da kann ich dir aktuell leider nicht weiterhelfen.
Aber, aufgrund eines Tests beim YT Kanal ZeroBrain kann ich dir SPDs von HESCHEN empfehlen. Die setze ich selbst ein und intern sind sie identisch aufgebaut wie z.b. die von PhoenixContact. Bei mir werkeln im Keller direkt vorm RS Phoenix Contact mit Up 1,8kV und im GAK in der Garage in unmittelbarer Nähe zu den Strings hab ich die HESCHEN verbaut. Schleichwerbung bitte hier lang
@hf_spsler danke erstmal! ich glaube nicht, dass die sich bzl. des Überspannungslevels unterscheiden (Vermutung...). Aber deine Henschen haben ja auch Up 3.0kV?!
Ja das stimmt. Aber die Ures = Up Kurve flacht mit niedrigerem Isc, also dem Strom der durch die Überspannung getrieben wird, ab. D.h. bei niedrigerem Isc als Inenn ist die Ures, also der noch übrig bleibende Teil der Überspannung deutlich niedriger als Up. Zumindest, für die Versicherung hab ich alles getan was die Norm fordert
"Zinc Oxide Arrester" dürften klassische Varistoren sein.
Vorzugsweise sollten die eine thermische Sicherung haben, weil sie die Unart haben, allmählich durch Überspannungsereignisse zunehmene Leckströme auszubilden und dann im schlimmsten Fall irgendwann "abfackeln".
@philippoo Sieht von den Werten her ganz gut aus. Für den Preis müsste man eigendlich mal einen messtechnisch opfern und einen weiteren öffnen und rein schauen was drin ist
@hf_spsler"Für den Preis..." die werden auf ebay auch für 24eu verkauft... 19% kommen ja auf jeden Fall noch drauf.
ich frag mich, warum man die nicht bei Ali findet!?
Einen opfern sollte kein Problem sein, weil ich 7 brauche und Mindestmenge 10 ist. Gemäß @nimbus4 wird da ein Varistor drin sein, interessant wäre dann, ob auch noch irgendwas Thermisches. Für irgendwelche Messungen fehlt mir aber die Technik.
Als 'Überspannungsereignisse' ausser Blitz werden ja immer 'Schalthandlungen' angeführt. ich könnte ja noch eine Freilaufdiode über meine Eingangs-LSS machen aber soo oft werde ich die auch nich an und aus machen denke (hoffe) ich.
ihr seid schon witzig. Gerade beim Überspannungsschutz würde ich keine Chinaware verwenden. Da haben bei Youtube schon einige solche Dinger geöffnet und es ist erschreckend was da drin ist. Dann kannst auch nen Dummy reinmachen, denn gar nix darst ja nicht.
Da stehe ich auf dem Standpunkt. Entweder einen Überspannungschutz bei dem man weiß wie er intern aufgebaut ist oder nix.