Macht Volladen wirklich Sinn?

Moin,
mein erster Beitrag in diesem schönen Forum, und sehr aktiv werde ich hier wahrscheinlich nicht werden. Aber zu diesem Thema möchte ich gerne etwas schreiben, genau dazu habe ich in den letzten Wochen ziemlich viel rumgebastelt, konkret geht es um die Ladesteuerung von Pylontech-Akkus mit Deye-WR und HomeAssistant mit dem Ziel, die Lebensdauer der Batterien zu optimieren und sich nebenbei noch etwas netzdienlicher zu verhalten (das ist aber mehr zufälliger Nebeneffekt).

Wahrscheinlich habe ich es auch vollkommen übertrieben. Wieviel die Aktion jetzt konkret bringt lässt sich wahrscheinlich kaum sagen, allerdings läuft es jetzt ja automatisch und kostet nichts.

Vorhandene Technik: 15kW-Module (String 1 Ost/West parallel, String 2 Süd), 12kW Deye Hybrid, 10kWh Pylontech-Batterien, Wärmepumpe als Heizung.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass das alles recht gut dimensioniert ist. Zu Beginn und Ende der Heizperiode wäre noch mehr Akku nicht schlecht, aber das ist gerade so auf der Kippe, dass es sich in einem realistischen Zeitraum kaum ammortisiert. Im Sommer wird dafür nur etwa 50% der Akkukapazität genutzt.

Geichzeitig ist die Batterie innerhalb von kurzer Zeit direkt am Morgen voll, und hält das für den ganzen Tag:

Andreas meinte in seinen Videos immer mal wieder, dass das nicht besonders netzdienlich ist, und für die Lebenszeit des Akkus soll das auch mit das schlechteste sein, was passieren kann. Der durchschnittliche SOC war bis zu 80%. Also habe ich, weil die Technik schon da war, ein paar Automatisierungen in HomeAssistant geschrieben. Die Anforderungen waren:

  • Nur bis zu einer gewissen Obergrenze (max. 85% SOC) laden
  • Langsam mit geringen Ladeströmen über den Tag laden, um
    1. den durchschnittlichen SOC nochmal zu senken
    2. durch kleine Ladeströme und geringe Temperatur den Akku noch mehr zu schonen
    3. wechselhaftes Wetter auszugleichen
  • Das ganze soll ohne Internet bzw. Vorhersagen laufen
  • Ab und an bis 100% laden um das BMS zu kalibrieren und zum Balancing der Zellen

Die erste Version hatte das alles umgesetzt und war total einfach gehalten, sie hat einfach kontinuierlich so geladen, dass etwa eine Stunde vor dem erwarteten Ende der PV-Produktion (gemittelt über die letzten Tage) die 85% erreicht sind, und alle 7 Tage stattdessen 100% angepeilt.

(weiter in zweitem Beitrag)

(Fortsetzung, weil ich nur ein Bild einfügen darf)

Mehr aus Spaß kamen dann immer mehr "Optimierungen" dazu. Der aktuelle Stand hat u.A. noch:

  • eine etwas "s"-Förmige Ladekurve, die den Mittag mehr ausnutzt und besser mit bewölkten Abenden umgehen kann
  • eine flexible Obergrenze, die sich an der maximalen DOD der letzten Tage orientiert (mit etwas Puffer von 20%)

Im Ergebnis sah das die letzten Tage so aus:

Ich erwarte, dass es durchaus Situationen geben wird, in der wir die eine oder andere kWh "verschwenden", aber bis jetzt ist das noch nicht vorgekommen, und hat selbst bei Ausrutschern im Verbrauch nach oben immer ganz gut gepasst :slight_smile:

Ggf. muss ich das im Winter nochmal anpassen, und ehrlich gesagt denke ich auch darüber nach, irgendwann doch ein "richtiges" EMS einzusetzen, z.B. Akkudoktor-EOS oder evcc. Sobald der Netzbetreiber die Steuerboxen wegen 14a EnWG gebacken bekommt, wird mir das mit HomeAssistant ggf. doch etwas heikel, auch wenn ich das wahrscheinlich hingebogen bekommen würde, die formalen Anforderungen an das EMS und die Protokollierung umzusetzen, falls doch mal gedrosselt wird. Das ein Update oder ähnliches das System bricht, ggf. ohne das ich es mitbekomme, ist mir da zu riskant. Aber damit beschäftige ich mich wenn es soweit ist...

Oha, doch ganz schön viel Text produziert. Ich hoffe es ist für den einen oder anderen interessant :slight_smile:

LG

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Moin @Monkey und herzlich Willkommen hier! :partying_face:

Ich bin mir jetz grad nicht ganz sicher, ob der Beitrag in diesem Thread richtig platziert ist, aber der hat sein Beginn eh ein paar Wendungen genommen...

Laden bis 85% SoC mach ich auch. Dabei verlass ich mich auf den SmartShunt, den ich mir aufgrund ich glaub @Carolus 's Anmerkung in diesem Thread dann doch irgendwann zugelegt hatte. Das funktioniert recht gut.

Allerdings nutze ich für meine Einspeisestrategie gleich zwei Internetquellen: Die Ertrags-Vorhersage für den Tag und die EPEX-Spot Preiskurve für den Tag. Die Strategie sieht so aus:

Wenn es die Vorhersage hergibt, speise ich morgens erstmal ein, was reinkommt (Akkustom wird auf null geregelt), solange der Börsenpreis über meiner Vergütung liegt. Wenn der Börsenpreis dann unter die 8.1ct geht, drossel ich das Einspeisen (je nach Vorhersage ggf. auf null), lade den Akku bis gut 80%, heize dann mein Warmwasser auf, schalte ggf. noch nen Heizlüfter an. Ab 85% SoC wird dann abgeregelt, bis abends der Börsenpreis wieder hoch geht, dann geht wieder in's Netz, was über is (85% halten).

Ich gehe einfach mal davon aus, dass Einspeisen bei hohem Börsenpreis grob auch netzdienlich ist, zumindest ist es "EEG-sozial".

Was machst du Netzdienliches?

Grüsse!
Phil

absolut Notwendig eine Volladung ..... Aber natürlich abhängig von der Batterie Technik

genau. eine. :slightly_smiling_face: nagut eine am Anfang und eine am Ende des Sommers :cowboy_hat_face:

Oder alle 2 Wochen :winking_face_with_tongue:

Ich mache es am Sonntag 1x die Woche

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:joy:

Ja, stimmt, ich hatte ehrlich gesagt nur den Anfang ausführlich gelesen, da stand auch noch was von der Regelung eines Deye, und ab der Mitte in etwa nur quer. Sorry falls es nicht mehr so gut passt :slight_smile:

Nicht viel. Wie gesagt scheint sich eine langsame Ladung primär zur Mittagszeit sowohl auf die Akku-Lebensdauer, als auch die Netzdienlichkeit positiv auszuwirken. Das ist aber eher ein angenehmer Nebeneffekt.

Dann versuche ich noch eine Lastverschiebung in die Mittagszeit, also den Standard: Spülen, Waschen, Trocknen mit Timer, und einen Zeitplan für die Wärmepumpe, um tagsüber wärmeres Wasser vorzuhalten bzw. im Winter etwas vorzuheizen. Ich mache mir aber nichts vor: Wenn ich teilweise 60 kWh und mehr einspeise sind das wahrscheinlich eher Peanuts.

Ansonsten habe ich stumpf einen Fixtarif, also auch nur die "normale" Einspeisevergütung. Da möchte ich ehrlich gesagt aus theoretischen Gründen nicht abregeln, ohne es zu müssen. Die Entscheidung für eine PV-Anlage war bei allem Idealismus halt auch eine ökonomische.

Deshalb denke ich auch es ist richtig was du zu den Börsenpreisen sagst: Das netzdienliche Verhalten sollte gleichzeitig das sein, das sich am meisten lohnt. Was anderes ist auch nicht wirklich vermittelbar.

Aber jetzt sind wir noch weiter weg vom Thema :slight_smile: Es ist in jedem Fall total cool zu sehen, dass sich hier vor knapp einem Jahr genau die gleichen Gedanken gemacht haben wie ich in den letzten Wochen, mit teilweise sehr ähnlichen Ergebnissen.

Wie gesagt , kommt's halt auf die Akku Technik an ! Mein Laderegler Outback FM 80 Hat mal ca 5-7 kWh mehr in die Batterie geladen während eines Urlaubs , der Victron Batterie Monitor eicht sich ja dann selber , sind wir hier bei Peuckert angekommen :thinking::winking_face_with_tongue:

Bzw bei dem Problem der Unterladung

Was ja wohl eher bei Blei Batterie ein wichtiges Detail ist .... Aber auch generell sollte Mensch obacht geben ob die Batterie Monitor richtig ticken .... Sind ja nur kleine Computer .... Und wir haben Gehirn :joy:

so ein SmartShunt Battery Computer kann im Gegensatz zu unserem Gehirn den Strom recht gut messen und aufintegrieren und liegt damit meist besser :wink:

Der Peukert Effekt ist bei unseren LiFePO Akkus mit meist 250-300Ah aber Entladeströmen meist weit unterhalb 100A ziemlich zu vernachlässigen würde ich sagen.

Das Vollladen macht ja ab und an schon Sinn, zum einen weil die Meisten ja im oberen Knie balancieren und zum anderen um den SoC mal wieder zu kalibrieren. Dabei sieht man dann ja, was und wie viel es 'schief' war und kann entsprechend das Intervall verlängern oder verkürzen. Bisher reichen bei mir alle paar Monate...

Ich bin halt ein Blei Mensch und werde dies wohl auch bleiben .... Da ist der Peuckert Exponent und eine gelegenliche Volladung halt mehr interessant ! Natürlich ist es auch angenehm mit unter 50 -80 Euro pro kWh Speicher Kapazität kalkulieren zu können