Lumentree nach Stromausfall mit lautem Knall durchgebrannt

Hallo ich habe folgendes Problem
Habe eine Anlage mit Lumentree 800, Trucki Stick und Bitshake am Zähler. Also eine Nulleinspeisung.
Die Anlage insgesamt besteht aus 2 X Lifepo4, 25,5V in Serie (48V-System), 2 Victron Ladereglern 100/20 und vor den Batterien ein Shunt 300A.
Die Anlage lief genau 3 Monate problemlos. Dann gab es in der Nacht vom 1. zum 2. Juli einen Stromausfall, der Strom war für ca. 5 Min. weg, kam dann wieder und in dem Moment knallte es im Keller und die Sicherung der Steckdose, an der der Lumetree angeschlossen war, flog raus.
Der Lumetree rauchte noch als ich in den Keller ging.
Sowas darf nicht passieren, wen der Strom mal weg ist und wieder zugeschaltet wird.
War das nun ein Verarbeitungsfehler im Gerät oder ein Konstruktionsfehler?
Giebt es ähnliche Erfahrungen?
Danke für euer Interesse.

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Grüße,

ich schließe mich dem Problem an. Ich habe vor kurzem einen Lumentree SUN 800 neu gekauft und beim ersten Test lief alles ohne Probleme. Anschließend hab ich das AC Stromkabel nochmal sauber verlegt und beim anstecken gab es einen heftigen Knall.

Vorher lief das System welches ähnlich ist zu deinem ohne Probleme mit einem SUN600.

Der Wechselrichter ging direkt zurück zum Verkäufer, ein neuer ist schon unterwegs allerdings habe ich jetzt etwas Bedenken diesen anzuschließen.

Ich vermute beim abstecken unter Last ist einer der Transistoren abgeschmiert. Aber das darf doch nicht passieren oder? Gerade beim Stromausfall kann man ja nicht mal eben vorher die Leistung abriegeln…

Mir sind mal nach einem Gewitter 2 WR unterschiedlicher Marken gleichzeitig ausgefallen.

Ich vermute da waren Überspannungen im Spiel. Seither hab ich einen Überspannungsschutz verbaut.

Wenn der Blitz richtig reinhaut nützt dir auch kein Überspannungsschutz was und auch kein Blitzableiter.

Das stimmt. Aber das ist bei mir auch nicht passiert.

Es kann aber auch durch Induktion zu Schwankungen kommen und dagegen hilft ein Überspannungsschutz schon. Das ist etwa 20 mal häufiger

also das, was auf dem Bild oben kaputt ist, ist definitiv kein Leistungshalbleiter. So ein kleines SMD Teilchen. Ich vermute (hoffe), dass sie da ein schlechtes Los erwischt haben. Der 800er ist ja eigentlich ein 1000er, hat also noch ein paar Reserven, und die Abschaltunng bei Netzausfall sollte ordentlich getestet sein...

Kann auf dem Foto leider kein verschmortes Bauteil erkennen, kannst Du das mal größer fotografieren? Vielleicht gabe es Probleme mit der Synchronisation, wenn es in dem Moment knallte, als das Netz wieder da war?

Nein, sowas sollte nicht passieren - offenbar schlechtes Design...

(abgeleitet aus dem Fleck auf dem Gegenüber...)

Sieht aus wie ein kleiner SMD-Widerstand oder eine Diode, müßte man mal größer sehen. Tippe auf Diode. Die hat wahrscheinlich im Einschaltmoment zum ungünstigsten Zeitpunkt Überspannung/Überstrom gesehen - kann aber auch ein sekundärer Effekt sein.

in dem Moment macht das Ding ja noch keine Leistung, sondern bootet erstmal und fährt dann langsam hoch. Aber vlt hat die (vermutete) Diode tatsächlich bei Netz weg irgend ne hohe Spannung gesehen?

Interessant wäre, ob der zweite jetzt den gleichen Fehler hat. Aber der wurde ja wohl ohne Öffnen und Foto zurückgeschickt...

Problematisch sind oft Doppel Impulse. Also ein/aus/ein kurz hintereinander.

Das verkraftet manche Elektronik schlecht. Soll wenigstens der Mensch vermeiden. Der Technik, Versorgung kann man das leider schlecht abgewöhnen wenn sie wackelnd versucht wieder einsatzbereit zu sein.

Er sagte 'Strom war für 5 min. weg - danach kam er wieder und dann knallte es'.

Der Fehler trat also auf, als das Netz wieder da war, sozusagen beim Hochfahren des WR. Manchmal kommt es auf die Flanke an im Wechselstrom, wenn der wieder zugeschaltet wird. Wenn die Elkos dann entladen sind, gibt es einen hohen Einschaltstrom - sollte aber normalerweise abgefangen werden mit NTC-Widerstand o.ä. Irgendwas hat da versagt, das sollte im Normalfall natürlich nicht passieren. (Ein)-schaltvorgänge sind immer kritisch - die meisten Glühlampen gehen beim Einschalten kaputt (hoher Startstrom, der die Glühwendel durchbrennen lässt).

Wenn es nur eine SMD-Diode ist, kann man die aber leicht ersetzen, wenn man löten kann. Mag aber gut sein, dass noch mehr defekt ist.

Nur beim hochfahren des Netzes wackelt es öfter kurz. Das kann auch die Elekronik verwirren bis zerstören.

Hallo Gemeinde,

ich verfolge diese Diskussion gerade sehr interessiert, da ich bald auch einen Lumentree 800 in Betrieb nehmen werde, nun frage ich mich, wenn es am Einschaltstrom liegt, dann kann es auch bei einem neuen Gerät bei der Erstinbetriebnahme passieren, da Elkos leer.
Des Weiteren stelle ich mir dann die Frage, wenn es am Einschaltstrom liegt, ob es dann etwas bringen würde, von Anfang an einen Einschaltstrombegrenzer, wie man ihn von Tischkreissägen kennt, zu integrieren um dieser Gefahr vorzubeugen?

Was meint ihr?

Ich kenne diese Geräte nicht.

Üblicherweise sind Vorkehrungen getroffen. Einfache Lösungen haben einen NTC im Stromkreis der anfangs hochohmig startet und durch Eigenerwärmung niederohmig leitend wird. Das ist eines der Probleme und schwer lösbar. Wird der Strom nach Start kurz unterbrochen, der Elko dabei entleert und dann ist Strom wieder da dann ist der NTC noch heiß und niederohmig - Überforderung. Andere Proleme treten beim unsauberen Reset auf.

ich denke nicht, dass das eine Diode ist, die irgendwelche fetten Elkos lädt...

Ers mal an alle hier, danke für euer Interesse, ich dachte ich bekomme eine Mail, wenn jemand was schreibt, kam leider nicht und gerade eben alle auf einmal.

Und jetzt zu dir Neumi, es war definitiv eine Überspannung die auftritt, wenn der Netzstrom nach Ausfall wiederkommt, so hat mir das ein Elektronicker erklärt. Das kann immer wieder passieren. Normalerweise können Wechselrichter das verkraften. Meiner ist nach fast zwei Monaten wieder ans Netzgegangen nachdem er kostenlos repariert wurde. Ich hatte den bei Alibaba für 200 € gekauft und dort reklamiert. Am 5 August sind Techniker aus China im München eingetroffen, die bei einem Händler sämtliche defekte Lumentree Wechselrichter repariert haben, 3 Tage später hatte ich ihn wieder. Es müssen also schon etliche kaputt gegangen sein wenn aus China Techniker kommen. Damit das nicht wieder passiert habe ich eine 3600W Funksteckdose in die Steckdose an der er angeschlossen ist reingesteckt und in diese den Wechselrichter. Wenn jetzt der Strom ausfällt muss ich den Wechselrichter manuell wieder zuschalten da die Funksteckdose nicht wieder automatisch zuschaltet. Da auch beim Zuschalten der Batterien die Sicherung rausfliegt, weil die Elkos de Wechselrichters sanft geladen werden müssen habe ich da eine Brücke mit einem Widerstand reingebaut die manuell mit einem Taster betätigt wird, die Elkos sanft auflädt und dann wird die Sicherung scharfgeschalte und nichts passiert. Hinter der DC- Sicherung der Batterien in Richtung Wechselrichter kam eine bipolare Diode rein, die bei mehr als 56V aus den Batterien den Wechselrichter schütz und einen Kurzschluss auslöst, wenn aus irgendeinem Grund mal zu viel Volt von den Batterien kommen sollte. Ich hoffe nun funktioniert das mal ein wenig länger als nur 2 Monate. Viel Grüße.

Was da durchgebrannt ist soll ein MOSFET (Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor) gewesen sein.

Ich hatte ähnliche Probleme mit Soyos. Denen hab ch 4,7 Ohm Anlassheissleiter eingebaut, hat geholfen.

Ich hab da mal die KI gefragt: Das Verhalten, das du beschreibst, ist ein bekanntes und leider fatales Problem bei netzgekoppelten Wechselrichtern wie dem Lumentree SUN-800. Der laute Knall signalisiert, dass wichtige Bauteile auf der Platine (meist Leistungstransistoren/MOSFETs, Kondensatoren oder Varistoren) durchgebrannt sind – das Gerät ist damit irreparabel beschädigt und ein Fall für den Support.

Der Grund für den Defekt liegt im Zusammenspiel aus dem abrupten Stromausfall und der darauffolgenden Netzrückkehr:

1. Die Spannungsspitze (Surge) bei Netzwiederkehr

Wenn der Strom nach einem Ausfall plötzlich wiederkehrt, schießt die Spannung im Stromnetz für Sekundenbruchteile oft massiv über die normalen 230 Volt hinaus.

  • Die Folge: Diese transiente Überspannung (Spannungsspitze) trifft ungebremst auf die AC-Eingangsseite des Lumentree. Die verbauten Schutzbauteile (Varistoren) versuchen, diese Energie abzuleiten, schalten auf Durchgang und brennen bei zu viel Energie mit einem lauten Knall durch

    Fehlende Synchronisation und Phasenkurzschluss

Ein netzgekoppelter Wechselrichter muss sich exakt auf die Sinuskurve (Frequenz und Phase) des Hausnetzes aufsynchronisieren.

  • Die Folge: Wenn das Netz abrupt wegbricht und schlagartig wiederkommt, kann es passieren, dass die internen Steuerchips des Wechselrichters versuchen, sofort wieder einzuspeisen, während die Phasenlage noch nicht stabil ist. Trifft die eigene erzeugte Welle des Wechselrichters phasenverschoben auf die harte Netzspannung, kommt es zu einem Kurzschluss der Leistungselektronik. Die MOSFETs (Schalttransistoren) explodieren regelrecht.

3. Der "Energie-Stau" von der Batterieseite

Da der Lumentree 800 meistens an einer 48V-Batterie betrieben wird, steht auf der DC-Eingangsseite permanent massiv Energie (hohe Stromstärken) bereit.

  • Die Folge: Im Moment des AC-Netzausfalls oder der fehlerhaften Synchronisation bei Wiederkehr weiß der Wechselrichter für Millisekunden nicht, wohin mit der Energie aus der Batterie. Schalten die Transistoren in diesem Moment falsch, fließt der enorme Batteriestrom unkontrolliert durch die Bauteile, was den finalen "Knall" (Zerstörung der Kondensatoren oder MOSFETs) auslöst.

Um so etwas beim neuen Gerät zu verhindern, empfiehlt sich der Einsatz eines Netzwächter-Relais, das den Wechselrichter nach einem Stromausfall erst mit einigen Minuten Verzögerung wieder ans Netz schaltet, wenn dieses sich stabilisiert hat.

Ich habe den Netzstecker des Wechselrichters in eine 3600W Funksteckdose gesteckt die bei Stromausfall und Widerkehr nicht automatisch wieder zuschaltet, muss dann manuell zugeschaltet werden. Dann aber ist die Überspannung schon weg und nichts passiert.

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Die Reihenfolge des manuellen wieder Zuschaltens des Lumentree bei Stromausfall (wenn eine Funksteckdose netzseitig eigesteckt wurde: Module vom Laderegler trennen, dann Batterien vom Laderegler und Wechselrichter trennen, den Wechselrichter zuschalten, die Laderegler zuschalten und zum Schluss die Solarmodule zu den Ladereglern.