Leitung zu fest angezogen - Nippel gestaucht!?

Hallo Leute,

leider direkt mit einem Problem. Ich hab dummerweise nicht auf mein Handgefühl vertraut und die Klimaleitung zu feste auf den Nippel des Innengerätes geschraubt. Der tolle Drehmoment-Schlüssel von Rothenberger löste wieso auch immer scheinbar nur sporadisch aus… War jedenfalls deutlich mehr als 18Nm, schätze es im Nachhinein eher so auf 40Nm.

Also alles wieder auf. Am Bördel der Kupferleitung hatte sich ein kleiner Rand abgeschert (ok, wird ja eh neu gebördelt)
Aber es hat wohl auch die Überwurfmutter den Nippel gestaucht. Kann das sein? Die Mutter sollte innen doch auch 45Grad haben… Die Plastikshutzkappe passt jedenfalls auch nicht mehr rein in den Innendurchmesser des Nippels… somit wohl auch eine Querschnittsverjüngung :confused:

Wird sich ein neuer Bördel wieder entsprechend anpassen und trotzdem dicht? Welchen Impact hat die leichte Querschnittsverjüngung?

Was habe ich für Alternativen? Den angeschweissten Nippel abtrennen und mit Verbindungsnippel arbeiten? (eventuell dann sogar zwei, da Leitungen dann zu kurz wenn ich den Nippel abtrenne…)

Achja ist die 1/4 Leitung...

Da ist nichts geschweißt.....

Halte das beides nebeneinander, um erkennen zu können, wie es mit der Länge passt.

Potentiell könnte eine Klemmringverschraubung mit Stützhülsen fur 1/4" also 6,35mm helfen.

Ich denke, der Stutzen geht noch, ist halt etwas konkav geworden die Oberfläche. Ansonsten scheint noch nichts kaputt zu sein. Beim Anziehen zieht sich der Bördel auch konkav. Ich würde aber eine neue Bördelmutter verwenden.

Denk dran, der Drehmo löst nur in eine Richtung aus. Ziehe am besten immer erst mit 10Nm an und steigere dann auf 18Nm. Markiere bei 10Nm mit Edding Mutter und Stutzen. Bei 18Nm darfst du 1/8 bis maximal 1/4 Umdrehung weiter. Ansonsten ist was faul.

Wie sah denn der Bördel aus? Normal kannst du einen 1/4 Bördel nur mit maximal 25 Nm anziehen, darüber wird der immer dünner und kommt komplett hinten raus aus der Mutter.

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Ich habe jetzt testweise nochmal einen neuen Bördel aufgeschraubt. Wirkt mir aber so, als dass der nur noch aussen Kontakt hat mit dem Nippel und nur dort aufliegt/dichtet.

Anbei ein Foto des Bördels vom Überdrehen der Verbindung. Da sieht man schön wie der Rand abgeschert ist. Kann es sein das meine Bördel einen zu großen Durchmesser haben? Ich messe 9,4mm Durchmesser, habe aber gerade gelesen das es 8,7-9,1mm sein sollen.

….nein, aber dann halt gelötet.

Ist das Kupferrohr das vom Innengerät kommt ein anderes als eine Standard-Klimaleitung? Oder könnte ich hier auch einfach einen Bördel drauf machen und dann mit solch einem Doppelnippel verbinden?

Klemmringverschraubung - da wird nix gebördelt. Gibt es in der Variante "Schott...." auch in etwas länger. Im Bild erkennbar - das ist eine Klemmringverschraubung - da wird nicht gebördelt.

Schneidringverschraubung - bei Kupfer keine gute Idee ....

So wie etwas höher schon vorgeschlagen......

Daher wäre ein Bild mit verfugbarer Rohrlängen "interessant".

Auch Klemmringverschraubungen gehen bei völliger Gefühlslosigkeit kaputt und wollen einfach mit etwas Gefühl festgedreht werden. Man merkt beim Festdrehen wenn's genug ist.....

Es gibt die in metrisch und zoll, 6 und 6,35mm. Das Passende passt.

Hier ein Foto der noch verfügbaren Rohrlängen.

Wieso nutzt man nicht generell nur Klemmringverschraubungen?

Ja Gefühllosigkeit - wollte ich mit dem Drehmomentschlüssel ersetzen. Habe sonst aber nur welche mit mehr Hebel in der Hand, habe es daher beim Anziehen darauf geschoben.

Im Ausland (z.B. USA) scheinen Klemmringverschraubungen (SAE-Flare fittings) Standard zu sein. Ich habe bei mir diese verwendet und bisher ist alles dicht - Montage ist kinderleicht (und das teure Kalibrierwerkzeug braucht man nicht, wenn man die Leitungen sauber abschneidet).

Entsprechend einen 1/4" (6,35mm) Doppelnippel besorgen und dann schnippschnapp. Entgraten und so weiter, reinstopfen bis Anschlag und fest.

Fertig

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9,4 ist noch im Limit. Bördelmutter selbst ist innen 9,8, hast du 0,4mm Platz.

Der kann nicht sonderlich überdreht worden sein. Wenn da wirklich nicht mehr passiert ist, würde ich sagen, ist alles im grünen Bereich.

Das der Stutzen sich etwas konkav verformt, hat man immer, auch wenn man mit Normdrehmoment anzieht.

Nein ?

Das Kupfer ist der weiche Player. Dieses formt/schmiegt sich plastisch dem härteren Konus an.

Dieser ist wie der Überwurf härter und verformt sich nicht.

Das wäre nach meiner Vorstellung die Funktionsweise.

Hab sehr viele metallisch - konisch dichtende Mefienverbinder bespaßt, nie hat sich der Dichtkonus verformt.

So funktioniert's - eigentlich.......

also ich vertrau dem Nippel leider auch nicht mehr.
Sinn ist doch dass der Nippel 45Grad hat und der Bördel 45Grad hat und sich diese Fläche aneinander legt.

Wenn ich nun einen neuen 45Grad Bördel drauf lege, liegt der nur noch am unteren Rand des konkaven Nippels an und kann nur noch da abdichten. Damit der Bördel sich wieder so extrem verformt um eine konkve Form anzunehmen müsste ich es mit dem Drehmoment wieder krass übertreiben. Mein letzter Test-Bördel eben hatte nach anziehen mit richtigem Drehmoment leider nicht die Form des Nippels angenommen...

Wo hast du die Klemmringverschraubungen denn herbezogen? Ich such mich gerade ein wenig dämlich… Und mit Stützhülsen genutzt? (die kauft man wohl noch einzeln dazu?)

Finde nur einseitige, aber keine Doppelnippel in 1/4

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Das ist ja offenbar am Innengerät. Da kann man sich diesen ganzen Bördel-Kram auch komplett ersparen und die Rohre einfach zusammenlöten. Vorausgesetzt natürlich, dass man die Rohre im angelöteten Zustand dann noch durch die Wanddurchführung durchgefädelt bekommt, während man das Innengerät in Montageposition hebt. Habe diese Vorgehensweise schon öfter gesehen:

Da braucht man dann kein Drehmoment-Schätzeisen, und dicht ist es dann auch.

Je nach Hersteller und Klemmprinzip, können Stützhülsen notwendig werden.

Bei den im Bild mit dem "Faß" als Klemmring eher nicht

Bei Swagelock hingegen sind bei Kupfer Stützhülsen vorgesehen.

Ich nehme jetzt denke ich einfach einen Armacell SAE-Fitting und Schraube den auf den vorhandenen Nippel. Wenn ich mir das Produktfoto von dem Teil anschaue sieht das sehr „fehlertolerant“ aus. Ich würde denken, dass der dichtende Ring sich soweit vorschieben wird, bis er am Nippel anliegt - auch wenn dieser nun was konkav ist.

Hätte ich auch erstmal vermutet. Die Praxis zeigt was anderes. Bei den 3/8 Zoll mit den typischen 42Nm ist der Stutzen nach einmal anziehen konkav. Hab hier zahlreiche Doppelnippel, wo das so ist. Beim 1/4 Zoll Anschluss mit den 18Nm deutlich weniger, aber auch ein klein wenig konkav.

Ja, ich denke, das sollte fehlertolerant gegenüber der konkaven Fläche sein.

Das ist auch eine Art Klemmring und mit Stützhülse. Der Klemmring wird auf die Leitung geklemmt und dichtet so gegen diese ab. Der Konus dichtet dann zum Klemmring, der Klemm ring wird umgeformt, der Konus verändert sich mechanisch nicht.

Es mag ja sein, daß es Konen gibt die von der DICHTUNG mechanisch umgeformt werden. Da stimmt dann was nicht, es ist nie ein Anwendungsfall, daß sich mehr als die Dichtung umformt. Das klingt nach einer Fehlanwendung mit zu großer Kraft.

So wie beim TE am "zermatschten" Bördel erkennbar - einfach zu viel Kraft - ganz egal ob das Drehmoment vorgeschrieben wird. Es wird nur die "Dichtung" umgeformt - das ist der Anwendungsfall. Eine Abweichung davon ist ein Defekt/Fehler, da stimmt was in der Praxis nicht....

welchen Fehler vermutest du bzw. welche alternative Anzugsmethode kannst du empfehlen? Eher halbes Drehmoment oder noch weniger?