Da muss ich jetzt auch mal meinen Senf dazu abgeben:
Dass der Vorschlag, den der Themenersteller hier unterbreitet, nicht längst flächendeckend umgesetzt ist, finde ich einfach traurig. Er wäre so einfach und würde so viele Probleme lösen - gerade jetzt. Wir stecken nämlich gerade mitten in einer der gefürchteten Dunkelflauten, wo Wind und PV fast keine Leistung bringen. Schaut Euch doch die aktuellen Erzeugungsdaten mal auf SMARD an:
Es ist draußen komplett wolkenverhangen und windstill, gerade gestern (11.12.) und heute. Biomasse und Wasserkraft bringen so etwa 4 bzw. 2 GW, Wind und PV dagegen nicht mal das. Aktuelle Stromquellen: Gas, Gas, Gas, Kohle, Kohle, Kohle (+ französische KKW).
Da ist jedes MW an zusätzlichem Stromverbrauch ökologisch gerade sehr teuer erkauft. Und nun rechnet Euch mal aus, was die ganzen Kühlschränke in Deutschland gerade an Strom fressen:
Es gibt in Deutschland so um die 40 Millionen Haushalte. Und praktisch jeder hat einen Kühlschrank, manche auch 2. Gehen wir mal von 40 Millionen Kühlschränken aus, von denen jeder im zeitlichen Mittel 20 W an Leistung aufnimmt. Konsistenzcheck: 20 W x 24 h x 365d = 175,2 kWh Jahresverbrauch, was für Kühlschränke im Bestand im Mittel (groß und klein, alt und neu) durchaus hinkommt.
Dieses sprichwörtliche "Kleinvieh" macht ziemlich viel "Mist":
20 W x 40 Mio = 800 MW = 0,8 GW.
Die gesamte Netzlast in Deutschland liegt aktuell nachts bei etwa 46 GW und tagsüber bei 66 GW. Sprich: Die ganzen Kühlschränke in Privathaushalten fressen zwischen 1 und 2 % des gesamten Stromverbrauchs Deutschlands (!).
Und diese 0,8 GW, für deren Erzeugung man schon ein mittelgroßes Kohlekraftwerk braucht, sind im Grunde komplett unnötig. Im Moment hat es überall in Deutschland unter +6°C Außentemperatur, so dass man das Problem mit natürlicher Außenluftkühlung komplett erschlagen könnte. Da müsste kein Kühlschrankkompressor laufen.
Der "Schönheitsfehler" an dieser Rechnung sind zugegebenermaßen die Gefrierfächer (-18°C), die die meisten Kühlschränke haben und auf die man dann verzichten müsste.
Aber so ist das leider mit der Energiewende: Weil sich diverse kleine Einzelmaßnahmen, die in Summe eine Menge Probleme lösen würden, jede für sich genommen wirtschaftlich über den Strompreis nicht rechnen und deswegen nicht umgesetzt werden, bleibt alles, wie es ist, und wir wundern uns, dass wir im Winter Unmengen Gas und Kohle verbrennen und Strom aus französischen Kernkraftwerken importieren müssen...
