Zum Netzausbau und Backup in der Dunkelflaute:
Interessant ist es, wenn man sowohl Backup Kraftwerke sparen kann als auch Netzausbau, zum Beispiel kann man Überschuss aus Wind als Wärme speichern. Das kann ein Wärmespeicher in einem Fernwärme Netz sein, der die Großwärmepumpe ersetzt, wenn gerade der Wind nicht weht. Es kann auch ein großer Haufen Steine sein, der mit Windstrom auf 200 Grad gebracht wird und bei der Großbäckerei die Backöfen dann bei Windstille beliefert.
Wichtig ist hier, dass man beide Benefits monetarisieren kann, also zum einen weniger benötigtes Netz, um Strom für wenige Stunden im Jahr abzutransportieren oder herbeizuschaffen als auch die geringere nötige Kapazität an Backup Kraftwerken.
Im Moment ist es sogar so, dass man keinen der beiden Benefits monetarisieren kann, sprich man wird von der Ausschreibung für Backup Kapazität ausgeschlossen, weil da effektiv nur große Erzeuger teilnehmen dürfen. Und bei den Netzkosten wird man nur belohnt, wenn man möglichst Grundlast hat, für gezielte Abnahme lokaler Wind Spitzen gibt es genau nichts.
Häufig ist es so, dass Grundlast sogar teurer ist als einen Teil der Zeit abzuschalten, zum Beispiel weil Personal nachts teuer ist, und da kann es vorkommen, dass Industrie nur deswegen Grundlast läuft, weil es über die Netzentgelte angereizt wird.
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Es gibt Netzausbau, der direkt in der Dunkelflaute oder für saisonalen Ausgleich hilft. Das gilt, wenn man Erzeuger geschickt kombinieren kann, also zum Beispiel norwegische Wasserkraft (sehr flexibel, großer Speicher in Form der Stauseen, aber begrenzte Erzeugung über das Jahr, so dass die Turbinen gar nicht Grundlast laufen können, weil über das Jahr nicht genug Wasser da ist)
oder Wind in Marokko oder PV aus Algerien einbeziehen kann.
Das macht man allerdings auch nicht nur für die Dunkelflaute im engeren Sinne, also 100 Stunden im Jahr.
Idealerweise haben da die Leitungen Tausende Betriebsstunden, also zum Beispiel 3000 Stunden im Sommer Export von Deutschland nach Algerien, um da Klimaanlagen oder Entsalzungsanlagen zu betreiben, während in Deutschland Überschuss aus PV produziert wird und im Winter, während der Bedarf in Algerien niedrig ist, die PV Produktion aber fast genauso hoch wie im Sommer, wird 3000 Stunden in die andere Richtung exportiert.
Dann hat man die Leitungen insgesamt 6000 Stunden im Jahr in sinnvollem Betrieb, und eben auch in der deutschen Dunkelflaute.