Kohlekraftwerke sind Volllastkraftwerke, d.h. sie liefern kontinuierlich große Mengen Strom. Gaskraftwerke hingegen können kurzfristig zugeschaltet werden, eben genau dann, wenn zusätzliche Lasten auftreten oder in “Dunkelflauten”.
Quecksilber ist nicht der Grund warum die Dinger abgeschaltet werden. Nochmal: im Idealfall läuft ein Reservekraftwerk nicht. Dann emittiert es kein CO2 oder Quecksilber.
Regelbarkeit ist schlecht. Ok. Aber jetzt bauen wir doch überall Batteriespeicher wegen dem Solarstrom im Sommer. Da haben wir doch die Regelreserve
Hochlauf dauert. Auch ok. Kann man doch planen wenn in der Dunkelflaute längere Zeit kein EE verfügbar ist.
Im Sommer kommen wir doch mit Solar und Batterien über den Tag. Jedenfalls ist das machbar.
Im Winter in der Dunkelflaute ist das Problem schwieriger zu lösen. Warum dafür nicht den Kram nutzen den wir haben?
Ich stelle mir eine andere Frage: Wieso steigen wir nicht um auf Elektro, Gas und verwenden nicht alle Fossilen die wir jetzt haben um sie in Gas umzuwandeln? Dazu Abscheideanlagen um das CO² zu binden.
Völlig ohne Wertung könnte man die selbe Frage auch im Bezug auf die Kernkraftwerke stellen;) Da laufen auch in unmittelbarer Nähe (vermutlich ungleich weniger sichere) Anlagen fröhlich weiter und in vielen Ländern werden sogar neue gebaut…
Am Ende zählt Ideologie dann immer mehr als Vernunft und reiht sich direkt hinter dem Kapitalismus ein Irgendwo weiter hinten kommt dann Vernunft und Entscheidung anhand von Daten und Fakten
Aber gut, dass es hier ein Ende hat mit der Kernkraft, dann kann man ggfs. nur von “ausländischer Strahlung” bedroht werden
Im Grunde genommen hätte Kernkraft - auf die Art - niemals betrieben werden dürfen… (was nicht bedeutet, dass der Ausstieg auf die Art zwangsläufig sinnvoll war…)
Von A-Z durchgerechnet war und ist das immer schon ein absolutes Defizitmodell und “funktioniert” nur, wenn die Betreiber nur einen Teil der Gesamtkosten übernehmen.
Aber wer weiß, vielleicht schalten ja doch irgendwann auch die anderen ihre Meiler ab…
Nicht wenn du dazu Ressourcen nutzt die du andernfalls als Redispatch “wegwirfst”.
Und eben nicht nur Deutschland. Sämtliche Energie die günstig zu haben ist. Es ist nämlich teilweise noch egal, wenn es global geht, ob du nun im Sommer 1 Mio. erzeugst und im Winter 100Mio. oder ob du im Sommer 10 Mio. und im Winter 91Mio. Tonnen CO².
Da wäre es besser, wenn man im Sommer bindet und im Winter ausstößt wenn das am Ende positiv wird.
Weil das zu teuer ist. Vieles was wir heute sehen , existiert nur, weil es gefördert worden ist. Jetzt mal kurz nachdenken: Konnten wir uns das wirklich leisten, oder leben wir auf Pump?
Bei Steinkohle könnte man sich schon eine Vorratshalde für ein paar Wochen Betrieb anlegen und dann beim Abruf der Reserve Kohle nachordern.
Für die Braunkohlekraftwerke müssen die Tagebaue offen gehalten werden. (Die Mannschaft bezahlt, das Grubenwasser abgepumpt werden etc)
Das macht einen großen Teil der Brennstoffkosten aus. Deswegen ist es gerade wirtschaftich durchzufahren.
Ich mache halt die Grenzbetrachtung. Vergleiche ich Gas und Kohle dann gibt es wenn Wind und Sonne mitspielen keinen Unterschied weil beide Systeme nicht genutzt werden. Dann gibt es auch keinen Grund CO2 abzuspalten.
Je länger die Dunkelflaute desto mehr Unterschied gibt es.
Normal würde man ja da nicht drüber nachdenken aber wir legen gerade Kohlekraftwerke still und wollen neue Gaskraftwerke bauen (als Reserve). Das passt nicht durch meinen Logikfilter.
Bei Kernkraft und CO2 Speicherung ist es so: das eine ist weg und kommt auch nicht (billig) zurück. Das andere haben wir nicht
Vermutlich kann man die Gaskraftwerke auch sinnvoller bedarfsgerecht dezentral übers Land verteilen, Braunkohle gibts ja von Resten abgesehen glaube ich nur noch im Osten? CCS ist wohl auch ziemlich energieintensiv und noch mehr Wunsch als Realität und die Speicherkapazitäten recht begrenzt.
Vor Allem sind Kraftwerke, die Feststoffe verbrennen recht personalintensiv und diese nur für die Dunkelflaute ganzjährig zu beschäftigen erscheint mir auch sehr teuer.
Gaskraftwerke könnte man theoretisch auch von der Ferne komplett ohne Personal anfahren.
Braunkohle gibt es ebenso im Westen. Denkmal an den Braunkohletagebau Hambach.
Das Grundübel ist doch unsere Lebensweise. Wir wohnen nun mal in Deutschland und da kann man ganz naiv energetisch betrachtet nicht 12 Monate im Jahr die gleiche Wirtschaftsleistung bringen. Daher ist es unsinnig drüber zu philosophieren, welcher Frevel wohl das geringere Übel wäre.
Warum nicht 8 Monate rollende Woche und dann 4 Monate Winterpause? Warum keine Vorräte anlegen und damit das “Überleben” in den Wintermonaten absichern.
Auch Braunkohlenkraftwerke laufen schon lange nicht mehr 24/7 in Grundlast. Ja, Kohlekraftwerke sind träger zu regeln als Gaskraftwerke. Aber, die schnelle Kurzfrist-Reserve werden in den nächsten Jahren sowieso Batteriespeicher sein. Um die Nacht zu überbrücken braucht man absehbar weder Kohle noch Gas. Nur bei längerem Mangel braucht man sie. Reine Kostenfrage, vorhandene Kohlekraftwerke, mit relativ hohen Fixkosten gegen neue Gaskraftwerke mit teuren Brennstoffen. Persönlich tendiere ich dazu erst mal Kohle weiter betriebsfähig zu halten. Das Kraftwerk ist nicht “böse”, es soll aber eben nur dann Kohle verfeuern, wenn nichts besseres ausreichend verfügbar ist (machen sie ja schon). Vielleicht gibt es in 5 Jahren ja auch einen Technologiesprung bei Wasserstoff oder E-Fuel? Oder Redox-flow-Batterie als Saisonspeicher? In den nächsten Jahren sollte man den Fokus aus Speicher legen, da braucht man weniger EE-Erzeugung abregeln und weniger konventionelle Spitzenlastkraftwerke.
Auch ein Steinkohlebergwerk muss man ständig entwässern. Hast aber Recht, auf einer Halde am Kraftwerk oder im Schiff lässt sich nur Steinkohle sinnvoll lagern.
Ich halte es im Bereich des Möglichen, dass ein Weiterbetrieb für eine gewisse Zeit Sinn machen kann und es wirtschaftlich attraktiv ist, wenn die Kraftwerke nunmal schon da sind.
Verrückt war die Sitution vom Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg. Das modernste und effizienteste Kohlekraftwerk weltweit. 3 Milliarden Euro Kosten. Ging 2015 ans Netz und wurde 2021 bereits wieder abgeschaltet.
Betriebswirtschaftlich wurde da sicher einiges an Unfug betrieben, nur um möglichst schnell aus der Kohle rauszukommen.
Wobei ideologische Entscheidungen ja durchaus legitim sein können, wie im Kleinen so im Großen. Wie viele Leute haben sich eine Wärmepumpe angeschafft, obwohl die alte Gasheizung noch funktionierte. Sie wollten einfach weg von den Fossilen, auch wenn es wirtschaftlich nicht die optimale Entscheidung war. Gehört eben auch zum Menschsein, für eine gute Idee etwas zu opfern.