Klimasplit über E-Anschluss vom E-Herd anschliessen... geht das?

Ich möchte mir eine Toshiba Klimasplitanlage als Single-Split für meine Wohnung einbauen lassen. Einbauort soll eine Wand in der großen Wohnküche sein, die über eine große 2-flüglige Türe mit dem Wohnzimmer verbunden ist. Es ist ein sehr offener Grundriss.

Ist für die Stromversorgung der Klimasplit folgendes machbar? Ich möchte den E-Herdanschluss verlängern zum Außengerät und von dort das Innengerät erreichen. Es ist klar, der E-Herd hat 3-Phasen mit 400V. Die Klimasplit braucht 230V mit 2,5mm2 E-Kabel. Wenn ich nur eine Phase und den Neutralleiter des Herdanschlusses über eine Verteilerdose verlängere habe ich 230V. Richtig? Ich hab beim Googlen gesehen, dass die max. Leistung bei 230V-Anschluss sinkt.

Das Toshiba Außen- und Innengerät zieht maximal 10,5A und das Innengerät 8A. In Summe 18,5A.

Ist meine Denke richtig? Der Einbau wird von Klimatechniker und Elektriker gemacht.

Technische Daten Toshiba Shorai

Außengerät Produktnummer: RAS-2M14G3AVG-E

Innengerät Produktnummer: B16P2KVSG-E

Die 400 V sind von Phase zu Phase gemessen.

Jede Phase eines Drehstrohmanschlusses ist gegenüber Null eine ganz normale Phase.

Wenn da an dem Herdanschluß schon ein Herd angeschlossen ist, wirds wohl eher nix mit der Idee. Aber letztendlich wird das der Elektriker entscheiden.

Oliver

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Eine neue Zuleitung legen wollte ich mir sparen, da dies viel Aufwand und Kosten bedeuten würde. Wenn ich E-Herd und Klima nicht gleichzeitig nutze, müßte es passen. Wenn die Klima im Eco-Modus läuft und ich auf dem Herd nur eine Herdplatte benutze, müßte es auch gehen?

Auf dem Balkon, wo das Aussengerät stehen wird, ist nur eine 230V Aussensteckdose mit 1,5mm2. Wäre dieser Anschluss für die Klimasplit nutzbar? Eher nein, da zu schwach.

Einige E-Herde kann man ja auch einphasig anschliessen, das könnte vielleicht eine Lösung sein.

Aber ich persönlich würde eine neue Leitung legen, wenn das gar nicht geht evtl. einen Stromkreis nehmen an dem keine grossen Verbraucher dran hängen.

Bin aber kein Elektriker, wir haben aber einige hier die sich bestimmt auch noch melden :blush:

Also ein dreiphasig angeschlossener E-Herd ist mit 16A abgesichert. Das ca. 11kW. Wenn brauchst du wirklich 11kW zu Kochen? Wenn die Klimanlage dreiphasig angeschlossen werden kann, würde ich das machen, wenn nicht nimmst du die am wenigsten belastete Phase.

...ich sehe gerade, ist einphasig. Also nimm die am wenigsten belastete Phase vom Herd. Auf Seite 10 der Anleitung stehen die Anschlußwerte, keiner überschreitet 16A.

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Eine Klimaanlage muss laut Hersteller separat abgesichert sein. Wenn du die Anlage an die Herdsicherung hängst, fliegt die Sicherung bei einem Fehler am Herd oder der Klimaanlage nicht korrekt raus, was zu einem Kabelbrand führen kann. Der Herd ist meist mit 3x16 Ampere abgesichert und für Leistungen bis zu 11 kW ausgelegt. Das feine Elektronikboard der Klimaanlage ist für diese ungesteuerten Lasten nicht ausgelegt. Lasse dir vom Elektriker ein separates Kabel (NYM-J 3x1,5 mm² oder 3x2,5 mm²) vom Sicherungskasten zum Außengerät legen, abgesichert mit einem eigenen 16A B-Automat. Du kannst auch deine Steckdose die du vorgeschlagen hast benutzen. Die Toshiba Inverter-Anlagen brauchen in der Regel im Betrieb oft weniger als 600 Watt (ca. 2,6 Ampere). Dadurch kann dein Elektriker die Zuleitung oft auch von einem bestehenden, normal abgesicherten 230V-Raumstromkreis abgreifen. Aber das sollte er vorher genau prüfen. Ich aus der Entfernung kann das natürlich definitiv nicht entscheiden.

So weit ich das weiß sind die Klimaanlagen nur mit dem Außengerät stromtechnisch mit dem Haus verbunden. Das Innengerät wird mit einem mitgelieferten Kabel vom Außengerät versorgt.

Gruß Pluspol

Das allerdings klingt nicht nur komisch, es ist auch so…

Einer Sicherung ist es völlig egal, wie viele Geräte da hinter hängen. Die löst aus, wenn ihr Auslösekriterium erfüllt ist.

Oliver

Oliver

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Danke für die informativen Antworten. Damit bin gut vorinformiert für das Gespräch mit dem Klimatechnikplaner.

Alternative 1: Separate Leitung legen bedeutet Wand aufstemmen vom Verteilerschrank nach unten zum Boden. Dann über im Flur über den Parkettboden - mit Stolperschutzleiste gesichert - weiter zur Küchenfront, wo unten das Kabel weiterläuft. Dann durch die Außenwand auf den Balkon. Dort in einem kleinen Kanal weiter zum Aussengerät. Wäre also machbar, aber nur mit einigem Aufwand.

Alternative 2: Auf dem Balkon ist eine separate Steckdose mit NYM-J 3x1,5 mm², die ich sonst nicht brauche und damals beim Wohnungsausbau entstanden.

Alternative 3: Anzapfen der E-Herdleitung ist gefährlich. "Wenn du die Anlage an die Herdsicherung hängst, fliegt die Sicherung bei einem Fehler am Herd oder der Klimaanlage nicht korrekt raus, was zu einem Kabelbrand führen kann."

Also mein Kochfeld ist nur an 2 Phasen dran, eine Phase ist übrig
Hast nachgeschaut, ob bei dir auch eine Phase frei ist? Oder hast du so ein Teil, wo der Backofen mit dran ist? Dieser ist dann meistens an dieser freien Phase dran…

Das ist ein Außengerät für eine fette Multisplittanlage. Was hat die mit deiner Singlesplitt zu tun?

Ansonsten bin ich bei Pluspol. Eine Klima hat auf einem aktiven Herdanschluß nichts zu suchen.

Ein 3x1,5 dürfte in der Regel für ein Gerät mit max. 2,3 kW Leistungsaufnahme reichen, wenn es nicht zu lang ist oder zuviel Klemstellen hat. Kann ein Elektriker leicht ausmessen.

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Nachgeschaut habe ich noch nicht. Es ist eine Herd-Ofen-Kombi. Da ich die Technik zum Kochen und Backen nach 37 Jahren austauschen werde, bin ich für neue Lösungen offen.

Das war auch bisher meine Meinung, wobei ich aber kein Elektriker bin. Wenn dein Statement stimmt, dann wäre Alternative 3 wieder möglich und sogar sinnvoll, da der Herd- und Ofenanschluß sicher über 2,5mm2 gemacht ist.

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Na ja, so fett ist die auch nicht. Multisplit ist möglich für bis zu zwei Innengeräten und liegt leistungsmäßig in der Mittelklasse.

Das ist je nach Situation komplizierter. Hier in Österreich beispielsweise ist alles inkl. N getrennt. Wenn ich also mein autarkes Kochfeld, welches Platte 1,2 an L1 und Platte 3,4 an L3 trennen will, muss ich im Sicherungskasten N mit trennen. Wenn ich also an L2 nun eine Klimasplit anschließen würde geht das. Im Fehlerfall der Klima oder im Fehlerfall des Herdes geht halt das andere Gerät mit aus.

Auftrennen kann ich das jedoch nicht, also einen 4-poligen Sicherungsautomaten mit L1 und L3 und N verbinden und L2 und N an einen 2-poligen, weil dann N überbrückt werden müsste.

Ich hab mir ein extra Kabel legen lassen - dachte: Wenn schon, denn schon und jetzt liegen da 5x2,5mm²
Leider braucht die Klima nur 3x2,5mm²

Ich nehme also 1 Phase und PE und N. die anderen beiden Phasen darf ich NICHT für Steckdosen nehmen, die ich gut gebrauchen könnte.

Mein Elektriker bekam da fast Schnappatmung beim Vorschlag. Ein eigener kleiner Unterverteiler (wobei da die 5x2,5 schon schmal sind) oder "frei lassen".

Warum das dann bei Herd machbar sein sollte.. ka.

Technisch vermutlich was anderes als "nach VDE" - man darf ja auch nicht mehrere Stromkreise in einer UP/AP Dose haben -> Alternative: neue Dose montieren oder mit Steckverbinder/Schrumpfschlauch in die Wand "neben die Dose".

Ich vermute ein Elektriker wird die seinen Segen NICHT geben für "ich nehm mal ein L vom Herd aber PE und N teile ich..

Ich versuche noch einmal etwas dazu zu schreiben, bitte denkt daran ich mache das nicht um mich fachlich mit irgendjemanden zu streiten. Es ist nur meine persönliche Meinung und mein Wissen was ich gerne weitergebe. Dabei lege ich aber keinen Wert darauf allwissend zu sein, jeder kann und macht Fehler auch ich.

Das Problem liegt nicht an der Stärke der einzelnen Sicherung (16 Ampere wären für die Klimaanlage von der reinen Stromstärke her okay), sondern an der VDE-Vorschrift für die Aufteilung von Drehstromkreisen und einem physikalischen Phänomen namens Nullleiterüberlastung.

Ein Herdanschluss hat zwar drei Phasen (L1, L2, L3) für den Stromzufluss, aber in der Wand liegt meistens nur ein blauer Neutralleiter "N". Die drei Phasen sind zeitlich versetzt (Phasenverschiebung um 120 Grad). Dadurch heben sich die Ströme im blauen Neutralleiter mathematisch gegenseitig auf. Selbst wenn der Herd auf Vollgas läuft, fließt durch den blauen Draht fast kein Strom zurück. Die Klimaanlage ist ein sogenannter "einphasiger Verbraucher". Wenn du diese nun auf eine der Herdphasen klemmst, bringst du diese mathematische Balance des Drehstroms komplett durcheinander. Es kann passieren, dass durch den einen, gemeinsamen blauen Neutralleiter, plötzlich deutlich mehr als 16 Ampere Strom zurückfließen. Der Neutralleiter selber hat aber niemals eine eigene Sicherung. Der blaue Draht in der Wand wird kochend heiß und schmilzt – ein klassischer schleichender Kabelbrand in der Wand, ohne dass eine Sicherung fliegt.

Mfg. Pluspol

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Nein.

Du kannst eine Phase belasten mit 16A dann fließt über N 16A.
Du kannst zwei Phasen belasten mit 16A dann fließt über N 16A.
Und du kannst drei Phasen belasten mit 16A, dann fließt über N 0A.

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Ich versuche es nochmal,

Schieflast entsteht sobald die Phasen ungleich belastet werden (z. B. eine Platte läuft auf 16A, eine auf 10A, eine ist aus), somit ist die mathematische Balance gestört. Es entsteht ein sogenannter Neutralleiterstrom.

Das Gesetz des Drehstroms besagt hierbei: Der Strom im Neutralleiter kann bei normalen (ohmschen) Verbrauchern niemals größer werden als der Strom auf der am höchsten belasteten Phase. ( Siehe Aussage Roter Fuchs)

  • Schalte nur L1 ein (16A): Auf N fließen 16A.
  • Schalte L1 und L2 ein (jeweils 16A): Auf N fließen ebenfalls exakt nur 16A.
  • Schalte L1, L2 und L3 ein (jeweils 16A): Auf N fließen 0A. Siehe wieder Aussage, Roter Fuchs.

Die oben genannte mathematische Auslöschung funktioniert perfekt bei linearen Lasten (wie den Heizdrähten eines Herdes oder alten Glühbirnen). Sie zieht den Strom als saubere, unbeschädigte Sinuswelle.

Moderne Geräte (wie die Inverter-Klimaanlage, LED-Netzteile oder Ladestationen) sind jedoch nicht-lineare Lasten. Sie "hacken" oder wie ihr es nennen wollt, sich den Strom über elektronische Bauteile nur in extrem kurzen Impulsen heraus. Dadurch entstehen sogenannte Oberschwingungen (Verzerrungen der Sinuswelle).

  • Besonders gefährlich ist die 3. Harmonische (eine künstliche Frequenz von 150 Hz statt 50 Hz).
  • Durch die Verdreifachung der Frequenz fällt der zeitliche Versatz der drei Phasen genau so zusammen, dass sich diese Ströme im Neutralleiter nicht mehr auslöschen, sondern schnurgerade addieren.
  • Die Folge: Obwohl auf L1, L2 und L3 jeweils nur 10A fließen, können sich die Oberschwingungen im blauen Neutralleiter auf über 20A summieren. Die Drehstromauslöschung wird durch moderne Elektronik also buchstäblich ausgehebelt.

Mfg Pluspol ich hoffe das war für jeder verständlich ausgedrückt :see_no_evil_monkey:

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