Kleinsolarförderung,Tagesthemen 27.02.2026 ca. 22:00, Gespräch Professor für Energieökonomie; Berlin;

Moin,

Eben lief in den Tagesthemen ein Gespräch mit einem Professor für Energieökonomie aus Berlin. Der begründete die Kürzung der Förderung der Kleinsolaranlagen mit dem Preis dieser Anlagen. Was er nicht erwähnt hat, sind Zahlen:

Für Redispatch werden jedes Jahr um 2,7 Millarden Euro bezahlt, die eingespeiste Energie wird mit 9 Cent pro kWh “gefördert” , eine kWh aus einem Gaskraftwerk gibt es ab 15 Cent.

Was ich nicht gefunden habe, wieviel wird für die Förderung der Kleinsolaranlagen ausgegeben?

Kann darüber mal was geschrieben werden, oder ein Film erstellt werden, ähnlich wie der Stromausfall in Spanien?

Hoffentlich bin ich nicht zu politisch, ich bin neu hier. leider sind die Tagesthemen von eben noch nicht in der Mediathek, sonst hätte ich sie verlinkt

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Also ich fand den Redebeitrag des Professors ziemlich unangenehm.

Hauptthesen:

-große Freifeldanlagen kosten nur 1/3

-private Dachanlagen sind viel zu teuer, die Allgemeinheit zahlt dafür

-am Besten wäre nur noch große Flächenanlagen bauen dann wär der Strom für alle günstiger

Was aus meiner Sicht verschwiegen wurde:

Selbst ungefördert lohnen sich private Dachanlagen. Der superbillige PV Strom einer Großanlage ist belanglos, wenn ich im Bezug als Bürger an der Steckdose das 10fache dieser Kosten bezahlen muss und immernoch das 5fache der Gestehungskosten meiner eigenen Anlage.

Das Ganze Thema Eigenverantwortung, Teilhabe und dezentrale Stromerzeugung hat der Prof. charmant weggelächelt mit einem Plädoyer dafür, die Stromerzeugung doch bitte wieder den großen Spielern zu überlassen.

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Was mich echt wundert, das war doch bestimmt nicht live, das die das überhaupt gesendet haben.

Ich glaube, der Zamperoni musste sich auch zusammen reißen.

Hier der Link zur Mediathek:

Ab 4:40 min

Der Experte ist Lion Hirth:

Also die Position kann ich durchaus nachvollziehen, dass große Anlagen günstiger zu bauen sind und man deshalb diesen Weg forciert.

Allerdings gibts da für mich zahlreiche Widersprüche. Wenn der Staat auf eine Weise fördert, dass die kwh vergütet wird, dann kann doch eine private Anlage genau die selbe Vergütung bekommen, wie eine billigere Freiflächenanlage. Das macht doch überhaupt keinen Unterschied. Eigentlich müsste man doch sagen: "Wir fördern jetzt nicht mehr so hoch, sondern vergüten z.B. nur noch mit 4 Cent pro kWh, uns ist dabei völlig wurscht, ob das eine große oder kleine Anlage ist."

Und dann fand ich den Beitrag sehr einseitig. Die Förderung ist das eine, aber natürlich bleiben die privaten kleinen Anlagen doch total sinnvoll und sie rechnen sich doch auch, selbst ohne Einspeisevergütung bzw. über die Direktvermarktung, wo sicherlich Modelle entstehen werden. Diese Anlagen so abzutun, erschließt sich mir nicht.

So kam doch eher die Botschaft: Leute, vergesst das Thema eigene Solaranlage, das Thema ist tot. Stattdessen wirds jetzt nur noch große Anlagen geben. Und so eine Position ist doch völlig daneben.

Lion Hirth berät das Bundeswirtschaftsministerium, insofern natürlich erstmal nachvollziehbar, dass da wenig Kritik an den Plänen der Regierung kommt.

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Ist Strom höher besteuert als Benzin? Die Position von Lion Hirth, dass Eigenverbrauch Steuervermeidung ist in Höhe von 35 Cent (40 Cent Bezugskosten minus 5 Cent Marktwert) legt das nahe.

Das Problem ist die intransparente und fast völlig von den tatsächlichen Kosten los gelöste Abrechnung der Netze. Das weiß Lion Hirth zwar im Prinzip auch, nur scheint er beim Kostenvergleich zwischen Kleinanlage mit Eigenverbrauch und Freifläche völlig zu ignorieren, dass die Kleinanlage sogar Netzkosten einsparen kann (im Winter wird die Abendspitze gezielt mit eigener PV bedient und zusätzlich der freie Speicher nachts geladen) und die Freifläche ohne Batterie im Nirgendwo sehr teure neue Leitungen erfordert, die kaum ausgelastet werden und daher Netzkosten verursachen kann, die pro kWh über 20 Cent liegen und weit höher sind als die Kosten für den Strom an sich.

Lion Hirth argumentiert durchaus viel für flexible Preise und flexible Netzentgelte, nur bei Freifläche gegen Aufdach hat er meiner Meinung nach eine völlig falsche Position. Da setzt er vor allem auf Abwürgen und nicht so sehr auf günstiger machen (Inseln zum Beispiel klar genehmigungsfrei stellen) und Netzkosten bei den Verursachern abladen, so dass echte Anreize zur Vermeidung von sündhaft teurem Netzausbau entstehen.

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Ich finde eine andere Frage interessanter.

Wieviel Strom von welchem Energieerzeuger wird pro Jahr denn wegtransportiert? Mich würde brennend interessieren, ob mehr Strom von EE-Anlagen redispatcht werden müssen oder ob das aus fossilen Kraftwerken ist.

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  1. Solange es noch freie Dächer gibt, sollte kein m2 Natur unnötig zugebaut werden.
  2. Warum überdachten sie keine Parkplätze? Da wäre der nächste Stromanschluss bestimmt näher.

Der einzige Grund, die Rendite für die BigPlayer sinkt. Umweltschutz und Steuern sparen kratzt keine Lobbyisten. Ausser es geht um die eigenen Steuern :face_vomiting:

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Bin ich dafür. Ich bin sogar für einen Schritt weiter.

Parkplätze gehören nach unten. Da drüber gehört Grünfläche. Und darüber transparente PV-Module.
Und ja, Hausdächer, egal welche Ausrichtung, PV drauf, wer will. ABER: Solange da Trafoleistung nicht vorhanden ist, transparent den Leuten rüberbringen, dass sie möglicherweise in der Einspeiseleistung beschränkt sind, später wenn die Trafos erneuert sind dürfen sie mehr. Dazu soll mitgeteilt werden, wieviel man max. Peak hat, damit danach der neue Trafo ausgelegt wird. Wird das nicht mitgeteilt, dann ist das Kontingent eben nicht vorhanden. Vielleicht auch mit einer direkten Angabe, was man selber auch plant.

Ich habe 15kwp und plane noch das Norddach und das zweite Norddach. Also trage ich ein: 15kwp (jetzt) und später nochmal 20kwp = 35kwp. Für meinen Anschluss wird also dann mit 35kwp gerechnet WENN ein neuer Trafo käme.

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Ich denke, die ganzen Ministerien der Bundesregierung sprechen nicht miteinander. Wer heute ein Haus baut oder sein Dach grossflächig renoviert, wird per Bauordnung dazu gezwungen, eine PV einzubauen.
Ja was denn nun ? Wirtschaftsministerium will Förderung aufgeben, die anderen wollen, dass Private welche bauen. Also bleiben die Kosten komplett beim Hauseigentümer hängen, wieder eine Vorschrift.
Und warum macht sich der gute Professor Rentabilitäts Gedanken für andere Leute ? Private zahlen ihre Anlage selber und warum sollten sie denn dann nicht auch entsprechend vergütet bekommen…das hat nichts mit Förderung zu tun, sondern schlicht mit dem Verkauf eines Produktes.
Mir geht das alles auf den Geist: Vorschrift / Gängelung hier und da. Desgleichen gilt für die Bürokratie. Letztendlich werden doch nur die Grosskonzerne protegiert, kennt man ja nun zur Genüge.
Was bedeutet das für mich ? Ich lass meine angemeldete Alt-Anlage weiterlaufen und baue neue PV drum herum.

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Hallo Leute und Hallo @Akkudoktor

Ich habe hier dieses Interview gesehen und ich denke viele von euch haben das auch gesehen:

Meiner Meinung wird hier komplett bullshit erzählt.

  • Punkt 1: die Förderung von Großflächensolaranlagen soll weiter bestehen bleiben.

Das bedeutet, dass landwirtschaftliche Fläche durch PV ersetzt wird. Das bedeutet aber auch, dass potentiell Fläche zum Anbau von Nahrungsmittel nicht mehr zur Verfügung steht, was ein Kritikpunkt bei PV Gegnern ist.

  • Punkt 2: angeblich wären Dach PV Anlagen dreimal so teuer wie PV Anlagen vom Feld.

Die Installation zahlt doch eh nicht der Netzbetreiber oder der Steuerzahler, sondern der Inhaber der Anlage. Die Förderung besteht doch eher darin, eine einspeisevergütung zu erhalten. Dieses Argument halte ich also für vorgeschoben und absolut irrelevant. Natürlich ist die Vergütung bei Großanlagen etwas günstiger als bei Dachanlagen. Diese ist aber weiterhin weit unter dem normalen Strompreis und somit immernoch günstiger als fossiler Strom. (Sofern nicht durch redispatch Gaskraftwerke einspringen müssen wegen Überkapazitäten, was aber meiner Meinung nach eher bei Großanlagen passiert)

  • Punkt 3: die Fläche der Dächer ist sowieso da, warum nicht diese Flächen effizient mit Solarenergie nutzen?

Meiner Meinung nach sollten vor allem in Städten diese Flächen zuerst genutzt werden und nicht zum Beispiel am Stadtrand riesige Solaranlagen errichtet werden. Zumal meiner Meinung nach der kleine Eigenheimbesitzer stolz drauf ist einen kleinen Beitrag zu leisten. Das alles wird wieder nur die großen und Reichen freuen, die dann wieder noch mehr Geld machen. Dir kleinen Leute fallen wieder hinten runter.

  • Punkt 4: warum will er die Biogas Anlagen eher runter fahren, wenn es doch in Zukunft eine Biogas Quote gibt?

In Zukunft soll immer mehr Biogas im Gasnetz verfügbar sein. Wie soll man das schaffen, wenn man weniger Biogasanlagen fördert?

Generell macht diese Argumentation für mich absolut null Sinn.

Ich bin gespannt auf die Argumentation. Und eventuell können die @Moderatoren das Thema mal an Andreas aka @Akkudoktor weiterleiten, um diesen Bullshit auf YouTube ein wenig auseinander zu nehmen.

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Die Thesen des “Experten” sind eh hinfällig.
Der rechnet ausschließlich mit den Anschaffungskosten. Die Großanlage in der Freifläche ist vll. im Preis pro installierter kWp um 2/3 günstiger, aber mangels Eigenverbrauch ist der erzeugte bzw. abgeregelte Strom komplett wertlos und diese Kosten werden im Falle einer Förderung auf die Allgemeinheit umgelegt.

Hier sind noch dutzende FFA´s geplant und teilweise auch schon genehmigt, aber die benötigen dringend Förderungen, insbesondere bei Abregelung und bei Negativen Strompreisen, sonst rechnet sich das nicht. Gibt hier (fast) keinen Hausanschluss mehr ohne PV und schon mehrere Freiflächenanlagen, da gibt es schlichtweg keinen Bedarf bzw. keine Abnehmer mehr. Leitungen vor Ort sind mittlerweile auch schon am Limit, größere Trafostation hilft da nicht mehr, die nächste FFA muss eine Leitung direkt ins Umspannwerk legen lassen.

Die kleine private PV-Anlage ist zwar teurer in der Anschaffung, aber die bezahlt der Eigentümer und nicht die Allgemeinheit. Der dabei eingespeiste Strom ist nicht wertlos, weil in Zeiten mit Negativpreisen eh schon die Vergütung entfällt. Außerdem kann dabei die vorhandene Infrastruktur (Hausanschluss) genutzt werden, die durch Eigenverbrauch und Speichernutzung z.T. auch entlastet wird.

Nur der FFA-Investor und der Grundstückseigentümer, die auf hohe Gewinne spekuliert haben, gehen dabei leer aus.

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Naja was wird passieren - die roten werden in den Medien rumjammern und dann zustimmen. Oder Reiche ist weg, wenn der Protest zu groß wird. Ich hab noch Zweifel, daß das passiert. Es ist immer noch die Hälfte der Wähler für eine Politik pro Öl und Gas.

In D muss man also die eigene (Neu-)Anlage primär auf Eigenverbrauch oder Autarkie planen. Speicher ab 1 Tag bis zu 1 Woche, ggf. Netz weg und Moppel in den Garten. Wer seinen Stromzähler behält, die 2 teuersten Stunden am Tag einspeisen

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Könnte sich ändern … Ölpreis seit heute morgen plus knappe 10% … und wenn Hormus geschlossen wird, dann gute Nacht.

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Sollte man denke ich nicht gegeneinander ausspielen (lassen). Die Flächen, die für PV oder Wind benötigt werden, sind ja lächerlich gering gegenüber dem, was anderweitig für Straßen und Gebäude Neubau verbraucht wird. Und die PV wird ja auch nicht auf Äckern mit hohem Bodenwertzahl errichtet, sondern auf Wiesen, die durch die Extensivierung auch noch ökölogisch gewinnen können. Wenn die Elektrifizierung endlich richtig in Gang kommt, wird der Strombedarf ja auch deutlich steigen und werden Überkapazitäten auch schnell wieder aufgesaugt.

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So lange trump was zu sagen hat, wird öl und gas nicht wesentlich teurer werden. Ausser unser staat haut für uns horrende steuern drauf.

Für FFA spielt ausschließlich Ertragserwartung und Nähe zum Netzverknüpfungspunkt eine Rolle.
Selbstverständlich baut man die auf die besten Äcker, wenn der Eigentümer die anbietet und die Rahmenbedingungen passen. Ohne gäbe es hier keine FFA.

Der Verbraucher hat sich an der Supermarktkasse für günstigere Importware entschieden. Heimische Produkte werden vernichtet während in den Regalen zu importiertem gegriffen wird.

In dem Sinne kein Problem weil die deutsche Freiflächenanlage nicht in Konkurrenz zu den Flächen in den Mercosur-Staaten, Ukraine, etc steht. Der deutsche möchte schlichtweg belastete Lebensmittel (man suche z.b. nach Milch mit Triclabendazol, Rindfleisch mit Estradiol oder Eier aus Käfighaltung mit Rückständen verbotener Antibiotika, sowie Gentechnik)

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Da liegt der hase begraben. Der staat will nicht, dass viele eigenen strom produzieren und den vor ort verbrauchen. Weil darauf keine steuern erhoben werden können. Im gespräch ist, über installierte panelleistung geld für netzausbau raus zu schinden. Wenn durch wärmepumpen mehr stromsteuer eingenommen wird, gehen die steuereinnahmen fossiler brennstoffe zurück. Das kompensiert also nicht fehlende steuereinnahmen von haushalten, die wegen eigenversorgung nur noch wenig strom zukaufen. Deshalb soll nix mehr an privaten PV Anlagen gebaut werden. Reine einspeiseanlagen werden seit dem rückgang der einspeisevergütung nicht mehr gebaut. Mich wundert das nicht, dass jetzt auch vom staat keine privaten PV Anlagen mehr erwünscht sind.

Die ganze Diskussion hier zeigt ja, dass wir das Gesagte im Interview gut einschätzen können, weil wir uns mit dem Thema beschäftigen. Ich sehe eher das Problem, dass andere die Message falsch aufnehmen, wie win schon schrieb:

ich hoffe, dass die öffentlich rechtlichen ihrer Aufgabe noch nachkommen, und da mal die ganze Wahrheit novh hinterher liefern

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Hallo,
wenn der Prof. sagt, die "Regierung beabsichtige.." dann bestätigt er indirekt den geleakten Entwurf, zu dem Frau Reiche bisher keinen Kommentar abgab. Ihre Absicht ist allerdings bereits im August letzten Jahres kommuniziert worden. Die SPD hat damals wie jetzt widersprochen.

Die Aussage "die Regierung" kann also nur einen Teil der Regierungskoalition meinen. Das ist politisch nicht korrekt, oder?

Schauen wir mal, was noch kommt.
L.G.