ich würde gerne eure Meinung bzw. Erfahrungen zu unserer Warmwasser-Situation hören.
Wir haben eine PV-Anlage mit ca. 14 kWp und einen BYD-Speicher mit 12 kWh.
Aktuell sieht die Warmwasserversorgung folgendermaßen aus:
Im Keller steht ein 80-Liter-Warmwasserboiler.
Im 1. OG befindet sich ein elektrischer Durchlauferhitzer, der unter Last über 20 kW zieht.
Der Durchlauferhitzer ist für unsere PV-/Speicher-Kombination natürlich viel zu leistungsstark. Selbst bei gutem PV-Ertrag muss entsprechend ordentlich Leistung aus dem Netz bezogen werden.
Im Bad im 1. OG wird allerdings nur einmal morgens geduscht. Darüber hinaus wird dort nur sehr selten Warmwasser benötigt.
Jetzt überlegen wir, ob man das sinnvoll optimieren könnte.
Meine Idee wäre, im 1. OG einen kleinen Warmwasserboiler mit etwa 30-50 Litern vor den vorhandenen Durchlauferhitzer zu setzen. Dieser könnte möglichst gezielt mit PV-Überschuss aufgeheizt werden. Der Boiler hätte beispielsweise nur 1,5–2 kW Heizleistung, was sich wesentlich besser mit PV und Speicher abdecken ließe.
Der Durchlauferhitzer würde bestehen bleiben und nur dann nachheizen, wenn die Temperatur bzw. Warmwassermenge des Boilers für die Dusche nicht ausreicht.
Im Idealfall würde also tagsüber bei PV-Überschuss der kleine Boiler auf Temperatur gebracht und am nächsten Morgen daraus geduscht. Der Durchlauferhitzer wäre dann eher eine Art Backup.
Was haltet ihr von dieser Lösung?
Funktioniert die Kombination Boiler → Durchlauferhitzer überhaupt sinnvoll oder gibt es dabei Probleme, weil der Durchlauferhitzer bereits vorgewärmtes Wasser bekommt?
Alternativ wäre natürlich interessant, ob ihr für diesen Anwendungsfall eine bessere Lösung seht. Eine komplett neue zentrale Warmwasserversorgung nur für diese eine Dusche erscheint mir momentan etwas überdimensioniert.
Danke schon mal für eure Meinungen und Erfahrungen!
ein Durchlauferhitzer hat (so war es bei meinem) eine Temperaturmessung am Eingang. Ab einer bestimmten Wassertemperatur im Zulauf schaltet er nicht mehr ein.
der Betrieb nur mit einem 50L Boiler wird die sinnvollste und billigste Lösung sein
Bei den neuen DLE gibt es gute elektronisch gesteuerte, die das abkönnen. Bei alten mechanischen wäre ich da schon skeptischer.
Aber grundsätzlich wirst Du mit der Aktion nicht viel gewinnen. Ein dezentraler DLE wie bei dir ist das effizienteste was es gibt bei einmal am Tag duschen. Deine 14 kWp wird über einen kleinen Boiler nur müde lächeln, in ein paar Minuten warm. Und ein Boiler hat viel höhere Verluste als ein DLE.
Da würde ich eine Vergrößerung des Hauptboiler auf ein paar hundert Liter vorziehen. Dann bekommste wenigsten ordentlich Strom los und kannst auch mal ein paar Wolkentage überbrücken.
Tatsächlich würde die Erweiterung des 80l Boilers nichts bringen, da wir im 1.OG nur einen Kaltwasseranschluss haben. Deswegen muss dort die Warmwasseraufbereitung stattfinden.
Leider habe ich im Datenblatt des Durchlauferhitzers gelesen, dass die maximale Zulauftemperatur 20° nicht überschreiten darf.
Stand jetzt wird der Durchlauferhitzer nur bei Nutzung eingeschaltet und ist ansonsten aus. Die 14kWp auf dem Dach bringen mir leider nichts, wenn der DLE 24kW während der Nutzung zieht. Daher werden wir für den DLE immer Netzbezug brauchen.
Ist vermutlich eine Milchmädchen Rechnung, aber ich habe folgende Werte genommen:
Für 50l 60° heißes Wasser werde 2,8kWh benötigt.
Für 10 Minuten duschen pro Tag mit dem DLE benötige ich 4kWh Strom, wovon mind. 50% Netzstrom sein werden (eher mehr, da unser Akku max 4,6kw liefern kann). Also 2kWh x 0,25€ Netzstrom = 0,50€
Dazu kommen die anderen 2kWh die ich mit meiner einspeisevergütung von 7 Cent rechne.
Also insgesamt 64cent pro Dusche.
Wir haben an 237 Tagen im Jahr mehr als 3kWh Netzeinspeisung. Also könnte ich hypothetisch an 237 komplett mit PV Überschuss duschen, wobei eine Dusche dann 21cent kosten würde.
Das wären pro Dusche 43cent Ersparnis x 237 Tage. Dann komme ich bei 101,91€ Ersparnis pro Jahr raus.
Da wir aktuell 2 kleine Kinder haben wird das duschen auch tendenziell mehr werden.
Während dem Schreiben komme ich mir btw schon sehr merkwürdig vor
Dann hast du dir die Antwort doch schon selbst gegeben, einzig die Standby Verluste müßte man noch berücksichtigen. Ein Bekannter hat so einen Boiler bei sich im Poolhaus, der geht alle 6-8 Stunden mal für 15 Minuten an.
Ich finde den Durchlauferhitzer nach dem evtl. zu kleinen Boiler eher sinnvoll
Durchlauferhitzer sind das allerletzte (die Kollegen in Austria werden nächstes Jahr ein Lied davon singen) aber bevor man wegen der verhaltensauffälligen Mieterin einen grösseren Boiler holt oder die Vorlauftemperaturen hochdreht lieber einen Solar-geeigneten DLE nach dem Boiler montieren.
Für uns seit 25 Jahren das Beste, was es gibt. Alle anderen Lösungen hätten viel mehr Geld verschlungen. Gibt derzeit auch keine Anzeichen in Deutschland, dass das zum Problem wird. Klar, durchaus möglich, dass mal Netzentgelte in Abhängigkeit der Anschlussleistung erhoben werden, aber bis dahin einfach für viele eine super Lösung.
Auch dann nicht. Wenn man mit einem Balkonkraftwerk und kleinem Akku den Boiler betreiben kann spart man mit Boiler.
Beispiel: DLE 700kWh pa. Kannst du mit dem BKW vergessen. Nachher einen Boiler nutzen verbraucht man 1000kWh mit Verlusten. Aber 500-600kWh kommt vom BKW. Effektiv verbraucht man also nur noch 400-500kWh Strom aus dem Netz. Spart man im Vergleich zum DLE 200-300kWh.
Das klappt aber nur, wenn du den Strom wirklich übrig hast vom BKW. Wenn nicht, klappt die Rechnung nicht. Und das BKW kostet ja auch erstmal. Auch braucht es Platz, was bei uns im kleinen Bad kaum geht.
Das ist eine gute Idee und funktioniert so grundsätzlich mit jeder Art Boiler den man dem DLE "vorschaltet" . (Also wäre zb. auch eine kleine Brauchwasserwärmepumpe etc. denkbar - die könnte dann auch dann effizient Warmwasser machen, wenn die PV nichts liefert...)
Außerdem würde für das Waschbecken vermutlich die Temperatur dann immer reichen, nur für die Dusche der DLE zusätzlich nötig sein.
Ein entsprechend geeigneter elektronischer DLE benötigt dann ggfs. erheblich weniger elektrische Energie, um das Wasser auf die benötigte "Endtemperatur" zu erwärmen bzw. kann dann falls kein vorgewärmtes Wasser mehr vorhanden ist das komplette Wasser erwärmen.
Du solltest aber beachten, dass der DLE vom Hersteller dafür freigegeben ist, mit "heißem" Wasser gespeist zu werden.
Da darf die Temperatur im Zulauf regulär bis 55° betragen und für "thermische Desinfektion" sogar bis 70°
Es gibt aber durchaus Geräte, die hier mit sehr viel geringerer Temperatur als "zulässigen Zulauf" angegeben sind.
Das Legionellen Thema sollte man ggfs. noch beachten: Wenn man da einen Boiler mit "lauwarmen Wasser" hat, sind das erstmal perfekte Bedingungen für Legionellen.
Andererseits könnte aber - wenn der relativ klein ist - das Wasser so oft getauscht werden, dass es keine Rolle spielt???
Kann ich nicht beurteilen, "besser" ist dahingehend die "nur DLE" Lösung...
Das kurze "nachheizen" oder "aufheizen" vom DLE würde Legionellen wohl sehr sicher nicht abtöten.
Ich hab vor ca 2 Jahren einen 50L Boiler vor meinen DLE gesetzt, und das funktioniert bei mir ohne Probleme. Der Aufbau sieht so aus , Kaltwasser - Boiler - Mischbatterie - Durchlauferhitzer.
Da mein Zanker DE 24 EL mit Max 55C gespeist werden darf, hab ich eine einfache Mischbatterie dazwischen gesetzt. Das hat den Vorteil das die gewünschte Temperatur (bei uns ca 38C) schon vor dem DLE eingestellt, und ich den Boiler bis 70C heizen kann. Der Boiler (Thermex IF 50 Wi-Fi) kann in drei Stufen 700/1400/2000 Watt betrieben werden. Super fürs Überschuss verheizen.
Was ich hier bisher nicht gelesen habe: DLE benötigen mitunter auch einen gewissen Durchfluss. Wenn ihr da jetzt die Temperatur des Warmwassers schon vorher auf 40-45-50°C habt, und das dann am Ende mit einem Mischer mit 10°C Kaltwasser gemischt wird zu beispielsweise 40°C, dann kann es sein, dass dem DLE der Durchfluss nicht mehr ausreicht. Davon ab, dass er dann nicht nachheizen wird. In dem Fall kann man sich den DLE direkt sparen.
Tatsächlich bin ich jetzt an dem Punkt, an dem der DLE einfach rausfliegt und durch einen 50l Boiler ersetzt wird. Der Zulauf unseres aktuellen Boilers darf max 20° haben, daher scheidet der DLE für meinen ursprünglichen Anwendungsfall sowieso schon aus.
Ich glaube langfristig macht ein Boiler bei kontinuirlicher Nutzung einfach mehr sinn.
Darf ich fragen wie du den von dir genannten Boiler ansteuerst ? Ich hatte jetzt nur gelesen, dass dieser Wi-Fi fähig ist. Kann man den ohne weiteres in HA einbinden ? ich hätte das ganze sonst einfach ganz stumpf über einen Schelly automatisieren wollen. Das wäre aber die elegantere Lösung.