Kälte macht Wärme: Wie Klimaanlagen Städte aufheizen

... also wenn wir Haushalten wollen wie zb ein Komposthaufen , also 100 % regenerativ dann geht dies nur über detaillierte bzw geforschte Überlegung !

Ist mir bewusst , das dies hier ein unbequehmes Thema ist .... Nur ansprechen wollte ich es doch , da die Welt halt kein Perpetuum Mobile ist ....
Eventuell mach ich mal hier einen Thread auf was Pflanzen alles können .... anstatt grosse Sonnenschirme verkaufe ich meinen Kunden lieber Dachbäume und günstiger

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Bitte nicht falsch verstehen, ich will keinen Streit vom Zaun brechen oder Einzellösungen schlechtreden.

Genau das ist der Punkt, was deine massive Steinwand bisher an Wärme in den Innenraum übergeben hat, hat sie zwischengespeichert. Das macht sie jetzt dank WDVS nicht mehr und entzieht der äußeren Umgebung damit auch weniger thermische Energie. Folge: In der Stadt und in deiner Umgebung (sicher nur labortechnisch messbar) wird die Umgebung in Zukunft wärmer da du den Speicher eingehüllt hast. Das ist für dich okay, das ist für mich okay, aber es ging ja um die Schlagzeile des ÖRR Klimaanlagen würden die Umgebung aufheizen. Möglicherweise, aber eben nicht allein, da gehören Maßnahmen wie WDVS auch dazu.

Den Spruch habe ich von einem, leider viel zu früh verstorbenen, Mann der sich ausgiebig mit der Bauphysik beschäftigt hat. Sicher ist der Name Konrad Fischer dem ein oder Anderen geläufig.

Ich gebe zu, ich hab den Begriff zu verallgemeinernd verwendet oder fälschlicherweise gar nur auf die mineralölbasierte WDVS Geschichte bezogen - von der ich, eben einfach weils Polystyrol ist, rein gar nichts halte. Aber das soll jeder für sich entscheiden, welches Material er nimmt. Wir sind selbst gerade dabei die Fassade zu machen, aus gleichen Gründen wie jene die WDVS nutzen.

Um Dämmwahngedöns vielleicht besser aufzuschlüsseln: 300m Fassadendämmung und mittlerweile 400mm Schrägdachdämmungen oder aber auch WDVS in, keine Ahnung 200mm, das ist Wahnsinn und bringt nur einer einzigen Instanz was: Dem Hersteller, in seinem Geldbeutel und dem Statt im Steuersäckerl.

Und es bleibt auch dann Dämmwahngedöns wenn die im Altbau noch vorhandene Heizungsanlage nach wie vor so schlecht und inneffizient vor sich hinläuft wie zu Zeiten als och kein Mineralöl an der Fassade hing. Es sind unglaublich viele Heizungen schlecht oder gar falsch eingestellt und ballern nur so die Euros aus dem Schornstein. Schon allein weil die meisten Kessel massiv überdimensioniert sind. Getreu nach dem Motto des Heizungsbauers "warm wirds schon werden". Aber Dämmen, Dämmen ist das Maß der Dinge - wobei, wird der Dämmstoff eigentlich CO² neutral hergestellt? Ich frage für einen Freund :winking_face_with_tongue:

Warum haben die Häuser in Skandinavien eigentlich nicht meter dick isolierte Wände und das obwohl ihre Jahresmitteltemperatur nur 1/3 von unserer ist? Könnte es daran liegen das dort weniger Leute vom Absatzmarkt der Dämmindustrie profitieren? Könnte es daran liegen das dort die Energiepreise nicht künstlich hochgetrieben werden wie in D?

Bitte entschuldigt, diese Themen machen mich emotional und ich drifte ab - sorry.

Sehr gerne, wir haben 1350m² Platz und würden gern tiefer in das Thema der Bepflanzung einsteigen.

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Jaaa sollte ich wirklich machen :innocent:

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ging runder wie "ÖL" anstatt Sonnenschirme oder Segel ....dann halt Dachplatanen für weniger Geld vorzuschlagen .....

Vor 4 Jahren angelegt am Freitag sitz ich dort und schaus mir nochmal an ,

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Ach ja, die Fischer Chöre … Der Mann, der Wärmeleitfähigkeit und Wärmekapazität so schön vermischt hat … Der ist für mich in Sachen Bauphysik keine Referenz.

Na hoffentlich sind wenigstens mein geliebter Efeu und die Pfeifenwinde korrekt, wenn man jetzt mit PV Modulen, Splitklima und Wärmedämmung zu den Bösen gehört?

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Vergleich doch mal die Dämmwerte (bzw. Wanddicken) von Holz im Vergleich zu Lehm oder Stein.
Übrigens macht eine WDVS nichts anderes , als die Wärme im Haus zu halten. Leider auch im Sommer.
Ich persönlich finde es gibt nichts schlimmeres.
Die Vorteile im Winter sind die Nachteile im Sommer. Zudem die hohen Oberflächentemperaturen von z. T. über 90 Grad noch ganz andere Nachteile mit sich bringen.

Ich habe in über 200 Jahren alten Holzhäusern gelebt und in topmodernen Neubauten nach aktueller Wärmeschutzverordnung.
Letzteres war für mich einfach nur Mist im Vergleich. Ersteres war toll. Ist nur meine persönliche Meinung, jeder soll so leben wie er mag.

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Die andere Richtung muss man auch sehen: WDVS/Dämmung sorgt auch dafür, dass Wärme nur schwer ins Haus reinkommt. Bei kurzen Hitzeperioden bleibt es dann hinreichend kühl drinnen. Aber irgndwann ist genug Wärme drinnen, die dann auch nicht mehr raus will.

Aber immerhin gibt es ja noch Fenster, über die Wärme gut raus kann, insofern man die Möglichkeit hat, nachts längere Zeit möglichst viel Fensterfläche offen zu lassen.

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Sieh es mir nach, aber das ist Konrad Fischer Argumentation.
Die Dämmung macht genau was sie soll. Innen und Außentemperatur entkoppeln so gut es geht. Die gedämmten Mauern speichern immer noch Wärme, die zeitliche Komponente ändert sich nur.
Die ungedämmte Wand nimmt die Außentemperatur innerhalb von, z.B. 24h an und die gedämmte braucht dafür 72h.
Die Wärmemenge ist aber die gleiche bei gleicher Temperaturerhöhung.
Zu Konrad Fischer:
" - zur Befreiung von der ges. gesch. Klimaschutz-Abzocke der Öko-Parasiten mit Rundum-Komplettmodernisierung von Fassade, Wand, Boden, Fenster, Heizung & Dach, von der Schimmelpilz garantierenden Pott-Dicht-Plastiktüten-Haus-Isolierung & schadstoffbelasteten Wärmedämmung auf Ihre Kosten & zum Nachteil Ihres Geldbeutels & der Gesundheit Ihrer Lieben, vom glattgestriegelten Mainstream-Gegurke der ehrlosen Baufrauen-/herren-Betrüger zum großartigen Hausabenteuer nach alter Väter Sitte, mit vorhersehbar anständigem Ergebnis - also:
Ohne Baupfusch & Energiesparschwindel, ohne Versklavung unter den Klimaschutzterror, dafür ein gut funktionierendes Haus - weil SIE es sich & mir (und - bitte nicht zu arg ärschröcken! - vielleicht auch dem lieben Gott) wirklich wert sind!" von seiner Seite kopiert.
Ich denke der Ton spricht für sich.

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Ja klar, das ist sowieso eine sehr subjektive Empfindung. Das ist auch nur mein ganz persönlicher Eindruck. Ich habe mich im Sommer, gerade während der Hitzeperioden in Ländern wie Deutschland, wo Klimaanlagen nicht unbedingt Standard sind (ändert sich ja gerade) absolut unwohl gefühlt in wärmegedämmten Gebäuden. Die Sonne heizt das Gebäude den ganzen Tag auf und nachts bekommt man die Wärme nicht mehr raus.
Hast du mal Gelegenheit gehabt, das mit einem Holzhaus, wie es z. b. im skandinavischen Raum üblich ist, zu vergleichen? Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Im Winter fühlen sich da 19 Grad wie 22 Grad an, gute Raumluft und das Wärmeproblem nachts gibts da auch nicht, mangels Speichermasse.

Ich bin ein Fan davon. Lebe derzeit aber auch in einem Steinhaus, leider war das schon in Plastik, dem zukünftigen Sondermüll eingepackt.
Dafür habe ich jetzt 4 Daikin Innengeräte.

Mein Favorit betreffend Raumklima (Wärme, Kälte, Feuchtigkeit, Umweltverträglichkeit ) ist definitiv Holz. Hab noch nie so gut gewohnt.
Aber das ist wie gesagt, ganz individuell. Jeder wie er mag.

Was für ein Holzhaus meinst du? Moderne Holzhäuser sind zumindest auch sehr gut gedämmt. Da fehlt dann nur die Speichermasse, die man bei Stein hat. Wobei Stein auch nicht gleich Stein ist. Ytong zum Beispiel speichert ja auch nicht so viel.

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Speichermenge wird haupsächlich in kg ausgedrückt, erst dann kommt der Werkstoff wenn man Latentspeicher mal ausklammert.

Klimaanlagen die extra mit z.B. PV oder ansonsten nicht verwendetem Strom angetrieben werden, dürften keine wirklich messbare Erwärmung bewirken da auch die Antriebsleistung mit Verlusten der (direkten) Umwelt entzogen wird.
Erst wenn ausgebuddelte Energie, auch strahlende, verwendet wird oder statt dessen PV umgeleitet wird, greenwashing, entsteht zusätzliche Wärme. Meine Auffassung.

Die Speichermasse meine ich. Alte Holzhäuser sind oft ungedämmt. Aber für den gleichen Dämmwert im Vergleich zu Stein braucht man nur ca. die halbe Wandstärke.
Moderne Holzhäuser werden soweit ich weiß nicht mit Plastik gedämmt.
Und Holzfaser-Dämmplatten z. B. speichern eben bei weitem nicht soviel Wärme.

Aber kurz zum Thema: Wenn man Städte mit Millionen Tonnen von Beton versiegelt (Speichermasse), tausende von Autos unterwegs sind, das Regenwasser nicht im Boden versickert sondern in Flüsse abgeleitet wird und früher vielleicht dafür Wälder für Verschattung gesorgt haben, dann braucht man sich über die Klimaanlage aus meiner Sicht keine Gedanken machen. Das ist wohl das geringste Problem.
Aber das kann man über den Wirkungsgrad sicher ausrechnen, wie auch bei Glühbirnen oder Wasserkochern.

Im Wohnbau wird weder Plastik noch Stein alleine in unserer Region zielführend sein.
Entscheidend ist die richtige Mischung aus Dämmwert und Speichermasse um z. B. einen Tageszyklus zu stabilisieren.
Neben Plastik gibts auch Schafe. Ich habe mit denen Innenwand Isolation einer dünnen Betonwand gemacht.

Die Zukunft wäre bei regelbaren Isolatoren :wink:

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Bezüglich Baumaterialien und Vorhaben kann ich dieses etwas ältere Buch empfehlen , hat aber eigentlich nicht unbedingt was mit dem Thema zu tun , OK indirekt natürlich schon denn eine Bauhuelle die ausgleichend wirkt muss man ja nicht so beheizten oder kühlen wie ne Pappschachtel ....
1 Tonne Ton bei mir hier im Steinbruch kostet 8 Euro , 1m3 Gedreide Hülsen 15 Euro , plus wer mag noch Kiessand 1-8 mm ca 13 Euro die Tonne dann hat man für ca 25 Euro dem M3 ein erstklassiges Baumaterial

Schön, aber schade mit dem Licht.

Genau, wenn die Phasenverschiebung zu arg wird, dann hat sie keinen positiven Effekt mehr.

Ja, nehmen wir als Beispiel KS als 2DF mit Rohdichte 1,8t/m³ der müsste so bei ca. 1W/(m²K) liegen, während Holz bei ca. 0,1W/(m²K) liegt. Holz ist da durchaus ein guter Kompromiss aus relativ hoher, spezifischer Masse und relativ schlechter Wärmeleitfähigkeit.

Hm, ja stimmt. Er spricht offen und unverblümt die Tatsachen an. Das schmeckt natürlich Denjenigen nicht, die in irgendeiner Weise wirtschaftlich vom Dämmwahn abhängig sind, das kann ich verstehen.

Ne, Konrad Fischer hat einfach seine Inkompetenz durch laute Sprache versucht zu überdecken ...
https://rene.weiersmueller.com/files/das_lichtenfelser_experiment.pdf Die böse "Dämmindustrie" ist natürlich auch so ein schönes Feindbild, mit dem sich herrlich hausieren gehen läßt. Fast so gut wie "Schulmedizin" ... https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/der-daemmskeptiker-konrad-fischer-wie/

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Ich hab da mal so einen Spruch gehört, an den muss ich hier gerade denken. Bitte fass es nicht als Beleidigung auf, ist nicht mein Gedanke/Wunsch dahinter:
"Wenn einem in der Kneipe das Bier nicht schmeckt, geht man dann auf die Toilette und säuft aus dem Klo?"

Man sollte immer ganz ganz ganz stark aufpassen, dass man sich durch berechtigte Kritik und schlechten Erfahrungen mit etablierten Lösungen nicht einfach aus Trotz verleiten lässt, deshalb erst recht auf die Schiene des Unsinns zu wechseln.

Danke dir für die sehr lesenswerte Analyse von Herrn Weiersmüller. Es ist ja grundsätzlich immer gut alle Sichtweisen zu betrachten. Da ich auch kein Bauphysiker bin lasse ich mich durchaus gern Besseren belehren.

Auf Basis der Trägheit auf den Wärmeverlust zu schließen ist natürlich quatsch. Auch habe ich ja nie angezweifelt dass Wärmedämmung die Wärmeverluste senkt. Sonst würden wir selbst ja nicht unsere Fassade dämmen.

Aus gewissen Kreisen wurde und wird ja propagiert dass max. 80mm Dämmstärke gerade noch wirtschaftlich sind und alles darüber dann kaum noch Effekt zeigt. Wer da mal ein bisschen mit, damals noch U-Wert.net, heute Ubakus, rumspielt, der wird schnell feststellen das da was dran ist.

Ich hab unsere Fassade auch in verschiedensten Ausführungen erstellt und durchgespielt, mir auch die Mühe gemacht die Rohdichte unserer beiden Schalen des zweischaligen Mauerwerks herauszufinden. Und am Ende war, rein theoretisch, die Einblasdämmung in den vohandenen ca. 65mm Luftspalt zwischen Innen- und Außenschale am effizientesten (aus wirtschaftlicher Sicht). Jetzt haben wir uns, auch weil es der Dachüberstand erlaubt und wir es selbst machen, für 18cm Mineralwolle in zweischichtiger Holzrahmenbauweise ohne Einblasdämmung entschieden. Ich hatte eigentlich immer geplant Holzfaser zu verwenden, aber nach der Gesamtkalkulation stand der Kostenaufwand zum energetischen Nutzen in einem sehr schlechten Verhältnis.

Nicht dass das falsch rüber kommt, ich will und muss auch keine Lanze für Herrn Fischer brechen. Und ich halte auch sicher nicht alles von dem was er so von sich gegeben hat für richtig oder sinnig. Aber dennoch gibt es ein paar Thesen an denen meiner Meinung nach was dran ist. Siehe Thematik mit den 80mm Dämmstärke, Schimmel und Grünspan auf den Oberflächen der sonnenabgewandten Seiten usw.

Ja sicher, er hat es sehr polemisch formuliert aber am Ende sind doch modernste Häuser eine reine Plastiktüte die ohne zentrale Zwangsbelüftung mit Wärmerückgewinnung zur Tropfsteinhöhle werden würden. Und ich meine da lauert noch eine wesentlich größere Gefahr bei all dem Kostendruck dem die planenden und ausführenden Gewerke unterliegen: Jede kleinste Undichtigkeit in der vermeintlich luftdichten Hülle kann zum Problem werden wenn sich all die Feuchtigkeit dann genau an dieser Undichtigkeit konzentriert. Da bin ich dann wirklich eher für diffusionsoffene Bauweise.

Und dann immer noch die Frage wie die CO² Bilanz einer solchen Plastiktüte aussieht bezüglich CO² Fußabdruck in der Herstellung sowie im Betrieb - die Lüftungsanlage läuft ja auch nicht mit Luft und Liebe und gekauft werden muss sie auch.

Aber, ich glaube am Ende lässt sich das Thema ähnlich ausschweifend diskutieren wie "was ist eine echte Insel" oder "welches Motoröl ist das Beste"....

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Freut mich, daß wir da doch noch inhaltlich zusammen kommen! Ich hab hinten raus bei uns auch in Holzrahmenbauweise selber gedämmt. Was ich heute anders machen würde, ist die Dachdämmung. Da hatte ich damals noch reichlich unbeleckt mit der ganzen Thematik mit dem Argument Phasenverschiebung und Wärmekapazität das Dach mit Holzfaser dämmen lassen (Aufdach+Zwischensparren). Nachgerechnet würde ich heute die Zwischensparrendämmung mit Glaswolle selber machen und dafür statt einer Lage Fermacell innen einfach mehr Masse aufbringen, die gespeicherte Wärme in der Fläche dann deutlich schneller wegzulüften erlaubt, als wenn die Masse sich auf den Querschnitt verteilt. Mit der PV drauf ist es inzwischen allerdings auch noch entspannter als vorher (Ost/West Dach). Mein Buch zur Bauphysik war damals https://passiv.de/downloads/05_altbauhandbuch.pdf auch wenn unser 1967er RMH kein Passivhaus geworden ist. Sehr gut zu lesen.