Hallo! Ich habe meinen Speicher nun schon einige Monate in Betrieb und eigentlich läuft alles sehr gut. Nun habe ich mich aber tatsächlich gefragt, ob der Zelldrift immer noch okay ist.
Ich starte das Balancing bei 3.45V mit den maximalen 2.0 A.
Cell OVP(V) liegt bei 3.550, um die Akkus zu schonen.
Vol. Cell RCV(V) liegt bei 3.5
ABER: SOC-100% habe ich schon bei 3.475 gesetzt, ebenfalls um den Akku zu schonen.
Werden die Zellen dann überhaupt richtig ausbalanciert? Mein Zelldrift:
Ohne Last 0.002 bis ca. 0.004V
Unter hoher Last auch schon mal 0.024V
Ist das in Ordnung oder sollte ich andere Werte wählen, damit ordentlich balanciert werden kann? Welche Werte spielen dabei evtl. noch eine Rolle? Über Hilfe freue ich mich sehr!
Ja. Du kannst das auch bei niedrigerer Spannung machen. Und du kannst die Differenz 20 mV tolerieren. Sogar 50 . Oder 100.
Es geht im grund genommen NUR darum, dass alle Zellen “gleich” voll sind. Das ist schon erreicht, wenn alle Zellen bei niedrigem Szrom über 3,42 V sind.
Denn von 3,42 V bis 3,65 V sind nur 0,25 % SOC.
PS: und es zählt nur die Differenz “ohne” Strom. Logischerweise.
PS: du musst die Ladespannung garnicht über die Balancerstartspannung setzen.
Ich verwende 3,42 V Balancerstart, 16 mal 3,42 V maximale Ladespannung.
Habe gerade mal geschaut, was passiert, wenn ich eine hohe Last fordere von über 80A. Bei 53,14V Gesamtspannung. Die Zellspannung fällt dann auf ca. 3,27V.
Dann geht der Zelldrift aber rauf auf 0,055V !!!
Aber es werden im Sekundentakt auf dem Display andere Zellen gezeigt, deren Spannungen auseinandergehen.
Unterschiedliche Ladezustände erkennt man am besten erst kurz vor Ende der Konstantspannungsphase wenn alle Zellen über 3,4V liegen und der Strom bereits knapp beim Ladeendstrom liegt. Alles andere während des Betriebes unter Last ist ziemlich wurscht solange du hier keine extremen Spannungsdifferenzen hast ist alles iO. Eine Aussage über das Balancing geht also nur wenn du die Spannungsdifferenz wie geschrieben, kurz vor Ladeschluss kennst.
Nun sei doch nicht so .
Wobei ich mich frage, woher kommt eigentlich dieses "springen" der Zellenspannungen im Betrieb... Spannung beeinflusst durch Ströme und Übergangswiderstände ist klar. Sind das Ripple Spannungen die dafür verantwortlich sind? Am DC Modellbaulader betrieben über ein 24V Servernetzteil hab ich das jedenfalls absolut nicht. Alle Spannungen super stabil anfangs im 10mv Bereich, und kein wildes umherzappeln. Ich frage mich ob man das irgentwie glätten kann zb. mit nem Elko. Ich glaube ich werde mal das Oszi dran hängen die Tage... kann ja nur vom Wechselrichter kommen.
Muss mal studieren, mal messen und dann nen dicken Elko zusätzlich mit an die Sammelschiene. Kann soweit ich überflogen habe nicht schaden, eher im Gegenteil, und senkt den Ripple. Wieder was zu basteln .
Ich danke euch sehr! Ich hatte nur Sorge, dass einzelne Zellen dann anders belastet werden und es zu Problemen kommt. Wenn das so normal ist, bin ich happy.
Zu meinem Verständnis: Das Balancing läuft also einfach ab den eingestellten 3.45V, bis alle Zellen den Wert erreichen, oder wie habe ich das zu verstehen? Gab es nicht mal einen Wert, wie lange er die Spannung hält, bis er auf float voltage zurückfällt, um die Zellen anzugleichen?
Das “Zappeln” liegt daran, dass der Wechselrichter Wechselstrom erzeugt und dazu zieht er pulsierend Strom aus Deinem Akku. Der Spannungsabfall an dem Innenwiderstand des Akkus ändert sich dadurch ständig. Das BMS hat aber nicht 16 einzelne (integrierende) ADWandler, sondern einen gemultiplexten schnellen Wandler. So wird jede Zelle zu einem anderen Zeitpunkt gemessen und sieht auch bei jedem Sample eine andere Spannung. Das ist normal und ohne jede Bedeutung, auch für das BMS (das macht zu diesem Zeitpunkt mit den Messeregebnissen genau nichts ausser Anzeigen). So solltest Du das auch ignorieren.
Ein dicker Elko wird fast garnichts bringen. Ein 100 000uF Kondensator hat eine Kapazität von ca. 0.1 Asec. Dein Akku ist der viel grössere Kondensator er hat z.B. 100Ah , das sind 360 000 Asec.
Wenn kein Strom in oder aus dem Akku fliessr, tritt kein Spannungsabfall am Innenwiderstand auf und Du kannst MillivoltMessergebnisse erhalten, die nur mit den Fehlern der Messeinrichtung behaftet sind.
Streng genommen kommt mein BMS gar nicht zum balancing. Gerade ist die Batterie nämlich an diesem Punkt und der Drift liegt bei 0,008V und damit ja deutlich unter der Schwelle zum balancing.
Also verstehe ich das richtig, dass es somit gar nicht zum balancing kommt und die Zellen gut abgestimmt sind? Oder gleich voll…