hatte mir eine 24V LFP-Batterie aus 8 x 105Ah EVE-Zellen + kleinem JK-BMS gebaut - läuft alles soweit einwandfrei.
Die Werte für Strom und Spannung am BMS habe ich 'kalibriert' - mit gutem Fluke Instrument gemessen und entspr. eingestellt.
Am Akku hängt gleichzeitig ein Phoenix WR 1200W, der etwa gut 1 - 1,5A bei kleiner Grundlast zieht.
Das Ladegerät lädt aktuell mit 1,5 - 1,6A nach, bei einer Spannung von knapp 27,6V.
Auf der JK-App zeigt er mir den Strom zwischen -1,1 und +1,1 hin und her springend an.
Ist das normal? Glaube nicht, dass es da tatsächlich solche Schwankungen gibt. Kann sein, dass der AD-Wandler o.ä. hier leicht spinnt durch periodisches Messen?
Jap, macht mein 5,3kWh DIY Akku mit 150A JK BMS auch. JK ist bei den betreffenden BMSen nicht in der Lage mit ihrer intern verbauten Messtechnik saubere RMS Messwerte zu erfassen. Der Strom den der WR aufnimmt und der MPPT reinschiebt ist nämlich, stark vereinfacht gesagt, bei Weitem kein sauberer DC Strom.
Stumpf gesagt, ich würde mir da keinen Kopf machen.
Überlege mal, welche Auflösung ein AD-Wandler haben müsste, um bei 500A auf das mA genau messen zu können. Als weitere Dimension kommt dann noch die Zeit hinzu: Er müsste auch noch extrem schnell sein. Und selbst dann wird der angezeite SOC vom tatsächlichen abweichen. Meine Jk-BMS lösen scheinbar in etwa 180mA-Schritten auf. Ein Wechselrichter nimmt pulsierenden Gleichstrom auf. Bei gleichzeitiger Ladung mit etwa gleich großem Strom fließt in der Batterie Wechselstrom mit 100Hz. Da misst der AD-Wandler mal den negativen Strom und mal den positiven. Weil er viel zu langsam ist.
Alles gut in der Überlegung - dachte mir ja schon ähnliches. Ich meine auch gelesen zu haben, dass die Genauigkeit und die Auflösung gerade im unteren Bereich nicht sehr gut ist. Mein BMS liefert zwar keine 500A sondern 'nur' max. 40 - aber das reicht ja auch schon.
Was den pulsierenden Gleichstrom angeht: naja, ich lade nicht mit klassischen Trafo-Ladegerät, sondern über einen DC-Buckconverter von Rui Deng DPS5020 - der liefert relativ sauberen Gleichstrom mit nur wenig Ripple, ca. 80 - 100 mVpp - je nach Last. Wenn der nur mit 1,5 A lädt läuft er auf 7% seiner Leistungsfähigkeit, da ist der Ripple sehr gering! Aber ich vermute der Phoenix Inverter zieht seinen Eingangsstrom auch nicht konstant sondern durch den AC-Ausgang hauptsächlich mit 50/100 Hz gepulst - das kann die Messung natürlich schwierig machen, wenn die Abtastrate niedrig ist.
@paddy72 Dazu gibts irgendwo hier im Forum einen Thread indem jemand mal genauer gemessen hat. Den Thread finde ich leider gerade nicht wieder. Da stellte sich heraus, dass vor allem der WR den Akku mit z.T. massiv pulsierendem Gleichstrom belastet.
Aber ja, zum Einen die Genauigkeit der Messstelle, dann die Art der Strombelastung und zuletzt die Abtastrate der BMS Messtechnik kann da schon mal zu seltsamen Anzeigen führen. Und ich meine schon öfter beobachtet zu haben, dass mein MMPT 150/45 nicht immer der schnellste ist. D.h. toggelt die Belastung des Akkus relativ schnell hin und her, kommt der MPPT manchmal nicht hinterher - zumindest wird das anhand der Zahlen die in der Remotekonsole dargestellt werden so rüber gebracht.
Was helfen könnte, wären ein paar ganz fette Elkos parallel zur Batterie. Am besten ein paar sehr dicke 50V Elkos mit mind. 40.000 uF und parallel dazu noch ein paar fette Supercaps mit einigen Farad. Von den Supercaps müßten aber einige in Reihe geschaltet werden, denn die haben ja einzeln nur 2,7V max. - wird bei 48V dann doch etwas aufwändiger - könnte den Strom von der Batt. aber schon erheblich glätten und vllt. auch den WR beflügeln
Ich hab das jetzt nicht nachgerechnet, aber ich glaube der ESR der großen Elkos und vor allem der Supercaps macht dir einen Strich durch die Rechnung bezüglich ausreichender Glättung.
Und wenn du dann 100erte Euros in Kapazitäten investiert hast stellst du fest, dass die Abtastrate der BMS internen Messtechnik und ggfs. das lahme Verhalten des MPPT dir immer noch mal positive, mal negative Werte präsentiert
Ich habs dann irgendwann ignoriert und mich einfach über die gespeicherte- und des nachts zur Verfügung stehende elektr. Energie gefreut
Das ist gut möglich. Der ESR großer, aktueller Elkos ist schon sehr niedrig, jedenfalls deutlich niedriger als der jeden Akkus - und die sind bei den große LFP-Zellen ja schon seeehr klein, im Sub-Milliohm-Bereich! Allerdings lohnt der Aufwand sicher nicht, denn für den Preis eines vernünftigen Setups bekommst Du 2 - 3 neue LFP-Akkus (nicht nur Zellen)
Wenn man einen Kondensator mit der Kapazität von 1Farad mit 1A Speist oder belastet, verändert sich die Spannung um 1V pro Sekunde. Ein Wechselrichter der an 50V angeschlossen ist, nimmt bei 2000W einen Effektivstrom von 45A auf. Wenn er eine ohmschen Last speist, schwankt der Strom mit 100Hz zwischen 0 und 63,5A. Dieser Strom müsste vom Kondensator zu 100% geliefert werden, wenn der Batteriestrom reiner Gleichtrom sein sollte. Das ist der falsche Ansatz. Allein hohe Auflösung und einen Abtastrate >1000Hz könnten das Problem abschwächen, aber nicht lösen. 1mA Offset sind in 40Tagen etwa eine Ah
Vorsicht Falle, der ESR ist Frequenzabhängig. Das heißt im Betrag ist er davon abhängig welche Frequenz, oder welches Frequenzspektrum der pulsende Gleichstrom hat. Aber ich glaube das geht alles was den Detailgrad angeht am Ziel der eigentlichen Fragestellung vorbei
An die Kondensator Unterstützer, die richtige Lösung wurde imho oben gepostet: es geht hier um Auflösungsprobleme des AD Wandlers im analogen Bereich des Stromes.
Und wenn der Strom so niedrig ist, dass es nur noch um wenige AD Stufen geht, und die Welligkeit des Stromes größer als der Messwerte, muss die Mitteilung in der Firmware sehr Tricky abgestimmt werden.
Allen, die ein Kondensator Lösung nicht praktisch ausprobiert haben: ich zweifele eure Lösung an.
Wenn man bei einem BMS eine anständige Stromauflösung haben will, nimmt man einen Sigma-Delta ADC. ( Also vereinfacht: Schnelles, "grobes" Abtasten und dann digitale Filter )
Damit kann man im +-300A Bereich bei 10 Hz Bandbreite ohne größere Anstrengungen ~ 20 mA "nahezu Rauschfreie" Stromausflösung bekommen.
Das Zaubermittel gegen den 100 Hz Ripple des WR ist ein digitaler Tiefpassfilter, dessen Länge exakt ein Vielfaches der Periodenlänge ( 10 ms ) ist. Dann hat man die Nullstellen genau bei 100 Hz und der Ripple wird nahezu ideal unterdrückt.
Leute, glaubt es einfach, eine Lösung gibt es entweder auf der digitalen Seite in der Firmware oder im analogen Teil vor dem AD Wandler. Im Lastkreis sehe ich da keine praxisrelevante Chance.