Also ich habe mir genau diese Module neulich auch angeschaut, weil sie in den Abmessungen genau auf die Glasflächen meiner Gewächshäuser gepasst hätten. Alternativ dazu wären alte gebrauchte Module in diesen kleinen Abmessungen gewesen. Aber die machen nur den halben Wirkungsgrad. Also ist das schon etwas eine Marktlücke für wirklich kleine Dächer oder Wohnmobile oder so wo eben Module in den aktuellen Längen gerade nicht mehr draufpassen würden. Der Preis ist aber doppelt so hoch wie von einem Standard Modul. Dafür kann man die verfügbare Fläche aber besser belegen um ein Optimum an Leistung rauszuholen.
Weil das Gewächshaus aber im Verhältnis zum Netzanschluss praktisch beliebig viel Fläche hat, habe ich mich dazu entschlossen nur 40% des Glasdachs mit normalen Modulen zu belegen. Der Rest bleibt frei, die Leistung wird über die beliebig vorhandene Fläche gemacht. Für eine gegebene Leistung habe ich dabei nur 40% anstelle 90% Belegung zu einem Viertel vom Preis.
Optimierer habe ich auch schon mal getestet: Es rechnet sich nicht wirklich. Ein guter MPPT macht nahezu das Gleiche Resultat.
Die Abstandsflächen zum Nachbar würde ich jetzt nicht so eng sehen. Ist wegen der Brandschutzvorschriften. Wenn das Zeugs aber ordentlich verlegt ist brennt da nichts zumal aktuelle WR auch noch eine Lichtbogenerkennung haben. Würde ich auf eigene Verantwortung je nach Nachbar eventuell anders machen. Obwohl der Gesetzgeber noch nichts Vernünftiges bezüglich “gemeinschaftlicher Gebäudeversorung” und “Energy Sharing” hingebracht hat, gibts bei guter Nachbarschaft auf dem kleinen Dienstweg sowieso noch weitere verschiedene vorteilhafte Lösungen die als Win-Win Situation zu bezeichnen sind.
Die Spannung ist aber absolut zu klein. Ein WR der bis 1000Volt kann, hat bei einer Startspannung von 200 Volt noch einen miserablen Wirkungsgrad. Ein ordentlicher Arbeitspunkt dürfte so bei 400-600 Volt liegen.
Ohne das gesamte Dach noch mal umzuorgeln, gibt es durchaus auch Systeme aus den Bereichen Wohnmobil oder Yachten welche zum Betrieb im Bereich 100-250 Volt ausgelegt sind. Der Victron RS450-200 hat 4 MPPTs mit zusammen 11kW, startet bei 120 Volt und arbeitet bis 65 Volt nach unten. Oben ist die Grenze bei 450V anstelle 1000V welches du beides nie erreichst. Du bist aber wenigstens etwa in der Mitte des mit dem Gerät nutzbaren Spannungsbereichs. Deine externen Optimierer nehmen dir letztendlich auch noch Spannung weg, indem sie versuchen bei beschatteten Module den gleichen Strom fliessen zu lassen wie bei unbeschatteten. Das geht nur über ein Absenken der Spannung weil P=U*I ist.
Bei 24 verbauten 0,3kW Modulen ergibt das rechnersich im Datenblatt etwa 7,2kWp. Wegen dem Norddach und Gauben gibt das aber maximal geschätzte 4 bis 5kW auf der DC Seite. Dein 15kVA WR ist also ohnehin wenigstens um Faktor 3 zu groß. Damit arbeitet der WR selbst wenn die Spannung passen würde auch bei idealem Sonnenschein in einem typisch ungünstigen Arbeitsberich fernab von seiner Nennleistung. Also noch ein Grund, für so ein Dach generell was Anderes auszusuchen.
Von einer selbstgebastelten Ladungspumpe muß ich dir da aber dringend abraten. Wenngleich es hier im Forum einige Frickler mit schwarzem Gürtel gibt, hatte @anon82535881 vermutlich das QRP nicht richtig auf seinem Radarschirm. Das liegt immerhin im Kilowattbereich und der Wirkungsgrad wird damit noch mal einen Tacken schlechter.
Dein eingetragener Elektroinstallationsmeister hat vermutlich entsprechend dem 15kW Wechselrichter auch eine 15kW Anlage beim VNB angemeldet? Damit muß diese nach EEG §9 ferngesteuert abgeregelt werden können was dir einen jährlich gebührenpflichtigen iMSys plus FNN Steuerbox bescheert. Alternativ dazu einen Rundsteuerempfänger welchen du aber auch selbst kaufen musst. Neben den jährlichen Luftgebühren ist letztendlich der Einbau im Zählerschrank (so dieser dafür taugt) auch nicht umsonst.
Mit der genannten Norddach/Gauben/Nachbarabstands-Situation hättest du auch eine 7kW Anlage anmelden können. Weil wir hier ja im Akkuforum sind, das gesparte Geld einen einen ordentlichen Akku investieren. Das erhöht den Eigenverbrauch ziemlich und senkt dabei gleichzeitig die laufenden Gebühren. Die ins Verbundnetzt eingespeiste EEG vergütete Arbeit in kWh wären mit 7kW jedenfalls gleich hoch ausgefallen wie jetzt mit 15kW. Mit Akku eben wegen EEG §14a aufpassen. Zusammen mit dem Rest an nicht eingehaltenen Abständen und Modulleistungen fällt das dann unter gewaltloses ziviles Ungehorsam.
Bevor nicht grundlegende Dinge der Installation und Dimensionierung geklärt sind, macht es kaum Sinn sich über irgendwelche rätselhaften Zacken der Optimierer auszulassen.