Inselnetz - einmal anders

Wie man so schön zu sagen pflegt: nicht anders, sondern richtig machen.

Was nicht immer so einfach ist.

Mir schwebt eine unfertige Idee im Kopf herum, die ich nachfolgend beschreiben werde.

Ausgangslage:

Ein vorhandenes Hausnetz

Plan: Umrüstung auf Inselnetz

Randbedingungen:

Das vorhandene Netz weiterbenutzen

Rückbau soll möglich sein

Geringe Leerlaufverluste

Tja, und da geht es los :

Hybridinverter? Für Induktionsherd? Zuviele Verluste, Ruhestromverbrauch.

48 V Netz? Geht mit vorhandenen Leitungen für Induktion/hohe Leistung nicht.

Was sonst?

Idee:

Ich habe beim Zerlegen eines induktionsfeldes gesehen, dass nach netzfilter und Stromkompensierter Drossel ein…. Gleichrichter kommt .

Induktionsfeldet sind also wie Schaltnetzteile.

Und Schaltnetzteile laufen mit Gleichstrom. Müsste man im fall induktionsfeld noch checken, ob die die 50 Hz brauchen.

Und dann ist die Idee

Ein Gleichstromnetz.

(Update: wegen DC Gefahr ein Rechteckwandler)

Genauer: 2 Netze.

Uber die bereits ab Schaltschrank liegenden Leitungen.

Eines mit 250 DC. Für grosse Lasten. Und zwar ein HV Akku. Auch für normale Schaltnetzteile.

Damit ist der Leerlauf Wandlerverlust weg.

Eines mit 24 oder 48 V für kleine Lasten. Nachttischlampe, kleiner Fernseher.

Beide Netze gehen über die normalen vorhandenen Leitungen.

So, jetzt habt ihr was zum durchdenken.

Update - Hinweis:

Die nachfolgenden Vorschläge habe ich in Post 38 kommentiert und zusammengefasst, zur weiteren Diskussion.

Was ist die Motivation für das spannende Vorhaben?

Wie schaffen Sie die (wünschenswerte) Redundanz bei ernsthaften Problemen? Naiv stelle ich mir einen Dieselgenerator vor…

Da meinst du sicherlich das vorhandene Hausnetz?

Da würde ich die Leitungen am Ausgang des Haupschalters ausbauen und neue Leitungen zum Inselwechselrichter legen. So lässt sich das relativ einfach rückbauen, ohne dass etwas angemeldet werden muss. PV muss so leistungsfähig sein, dass mindestens 6 Monate Inselbetrieb möglich sind ohne wieder umzubauen. Im Winterhalbjahr muss man zwangsläufig ein “Verlängerungskabelnetz” benutzen um angesammelte PV-Energie zu nutzen. Wenn mehrere Personen Strom verbrauchen, kann man schlecht moderiered eingreifen. Dehalb müssen die Wechselrichter stark genug sein. Wegen des Induktionsherdes wirst du ohnehin mehrere brauchen. Ich selbst habe ein Verlängerungskabelnetz für die gängigen Verbraucher gelegt und speise es mit drei FCHO3000W Wechselrichtern. Es ist sozusagen ein nichtsynchrones 3Phasen Netz. Die FCHO Wechselrichter mit 3500W gab es zu der Zeit noch nicht. Batterien sind 3 Stück LiFePo4 24V 320Ah parallel an 6 Ladereglern mit 6,78kwp PV. Die Wechselrichter können über Wlan ausgeschaltet werden. Der gewaltige Überschuss im Sommerhalbjahr wird mit einem 100l Warmwasserspeicher recht gut aufgebraucht.

Die verschiedenen Methoden der möglichst vollständigen Eigenversorgung leiden alle unter extrememem Umstellungsaufwand, oder heftigen Kompromissen.

Das Thema Redundanz ist eigentlich sekundär, ist für das geplante Thema nicht relevant. Es geht vor allem um die oben genannten parameter.

Im Normalfall also PV und Generator als mogliche Quelle, Akku als Speicher. Da ist kein ernsthaftes Problem.

Den Induktionsherd in Frage stellen, wenn der zuviele Kompromisse/Kosten erfordert?

Genau.

Und ansonsten Kiss und 80/20 statt irrsinnig verkünstelter Super-Duper-Wahnsinnstechnik.

Oliver

Wir haben eine Induktionskochplatte von NEFF, das hat auch bei kleiner Stufe eine Phasen an/ab schnittsteuerung. Kein Pulsen von mehreren hundert Watt bei kleiner Leistung.

Auf 1-Phasen-Netz rüberschwenken? Der Herd mag mit 3-Phasen laufen, aber eigentlich würde der auch laufen, wenn man 3x 3x2,5mm² verlegt. Bis auf wirkliche Verbraucher wie ne Säge, oder Wärmepumpe oder Durchlauferhitzer gibt es doch keine 3-Phasen-Nutzer oder?

Schieflast ist wurscht, bist ja an keinem öffentlichen Netz.

Vielleicht eine Kaskade an Wechselrichtern? Bei nur 3KW Leistung ist nur 1WR an. Bei 6KW Leistung springt ein zweiter an. Bei ….. Herausfinden, wie hoch die Spitzenleistung ist, die man maximal benötigt.

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Kann man auch machen. Aber es gibt verschiedene Lösungen, und verschiedene Prioritäten. Kochen kann man mit Gas, aber nicht jeder will das.

Nein. Ja.

Ich meine die Verwendung der Hausverdrahtung ab Zählerkasten.

Wartet einen Moment, ich schreibe die idee ins 2. post.

Wenn das so ist…

Ich wünsche eine erfolgreiche Umsetzung. Und daß nie die angesprochene Redundanz nötig sein wird.

Habe neulich zwei Kochplatten angeschlossen die nur 2 Phasig laufen, war mir auch neu. die Laufen natürlich auch Problemlos auf einer Phase.

WP gibt es bis 16kW (Heizleistung) auch 1 Phasig. Eigentlich bleibt bei 3 Phasenbetrieb nur noch der Durchlauferhitzer und die Wallbox fürs Auto. Sägen und andere Maschinen in der Größe sind ja eher nichts für den privaten Hobbybastler.

Haben wir, dreiphasig weil war schon vorhanden und wurde nicht abgeändert.

Haben wir (Inselnetz) und tun wir um im Notfall (vorhandenes Netz weiter benutzen; und nein, nicht die schlechten 6Monate im jahr sondern deutlich weniger) mit 1- 3Stck. Huawei 3kW DC Ladegeräten aus dem Netz nachzuladen wenns mal eng wird. Begrifflich ist ja bekannt dass es keine richtige Insel ist solange das Grundstück erschlossen bleibt bzw. der Netzanschluss nicht ausgebuddelt wird - aber das ist an der Stelle ein anderes Thema.

Letzter Ausweg bisher (in vier Wochen kommen weitere 22kW PV Ausbau auf dem Hauptdach dazu, deswegen bisher) war der Netzumschalter. Wenn, wie in diesem Winter, länger sehr viel Schnee liegt und es unmöglich ist die PV Fläche frei zu fegen wird das Hausnetz per allpoligem Netzumschalter von 3xMultiplus3 AC OUT (AC IN ist nicht belegt!) auf Netz umgeschaltet. Das könnte in Zukunft entfallen da sich die 45 Module auf dem Hausdach aufgrund der 52° Neigung wohl von selbst dem Schnee entledigen könnten - wird die Praxis zeigen müssen.

Dazu nach dem Zähler ein 5G10 auf eine Unterverteilung-Victron >> Netzumschalter >> 5G10 zurück zum Zählerschrank.

Kein Problem, 5G10 ab Zähler weg, 5G10 von der Unterverteilung-Victron kommend weg, offene Stelle mit vier Brücken wieder verbinden.

Sehe ich aufgrund der 3x Multiplusse mit 75W im Leerlauf inklusive 5V DC/DC Wandlung von Akkuspannung auf Raspi-Spannung und weiterem 24V DC/DC Wandler für eventuelle Zusatzlüfter als gegeben. Wenn diese 1,8kWh pro Tag nicht mehr kommen ist meiner Meinung nach schlicht der PV Generator einfach zu klein für eine Hausnetz-Insel.

Haben wir, ja stark schaltende Last, das Kochen selbst ist aber wesentlich effizienter als die alte zweipunkt geregelte Kochplatte - leben wir mit und funktioniert halt :slightly_smiling_face:

Zumindest wenn man mit Victron dreiphaisg unterwegs ist sind ja drei diskrete WR verbaut - eben für jede Phase einer. Sollte einer ausfallen kann man den dreiphasenverbund aufheben und z.B. einphasig weiter machen - in Dunkeln steht man im Zweifel jedenfalls nicht. Falls das Herzstück (das VenusOS bzw. die Hardware) mal ausfallen sollte liegt ein zweiter Raspi und eine Industrial SDHC Karte immer im Schrank bereit. Die Kosten für das tote Kapital halten sich da m.E. in Grenzen.

Ansonsten, schlimmster Fall: Die Fachkraft die sich mit der Anlage auskennt (in unserem Fall der Hausherr) ist auf Dienstreise und es gibt Probleme dann weiß die Frau wo der Netzumschalter ist und kann auf Netz zurück schalten.

Redundanz machst du an der Quelle der leistung.

Ich rede hauptsächlich von der Verteilung im Haus.

DC-Netze sind recht gefährlich. Denke nur an die Lichtbögen. Da kann man nichts ausschalten, ohne das es zu Schäden kommt. Induktionsplatten sind für moderne Wechselrichter überhaupt kein Problem, wenn man nicht zu viele parallel betreibt. Ich betreibe 1 Induktionsplatte 3,5kW und eine mit 2 KW parallel. Wenn die nicht zu hoch eingestellt sind, schafft der Wechserichter das auch wenn sich beide Verbräuche kurzzeitig überschneiden. Mit etwas Bedacht schalte ich sogar noch eine Herdplatte mit 7-Takt Schaltung und einen Thermomix (nimmt pulsierend auf) dazu.

So isses. Das will und braucht niemand zu Hause.
Ja, man mag da ein paar Prozent Verluste einsparen. Aber wenn’s darauf ankommt, ist das ganze Konzept eh Murks.

Echte Stromautarkie mit gefühlten benötigten >100kWp PV und >100kWh Akkus im Keller ist für 99% aller Anwender nicht zu erreichen. Da hilft auch kein DC-Netz oder andere Abstrusitäten.

Oliver

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Man spürt den Genuss, den du beim Schreiben hattest.

250 V DC ist zu Recht unbeliebt. Wäre aber nur eine Leitung.

Man kann aber auch einen eigenen Rechteckwandler nehmen, das löst das DC Problem.