Hallo,
egal, wie ich es drehe und wende, eine Wärmepumpe zu bauen, die für die Brauchwassererwärmung die Restwärme aus meinem Solarboiler zieht - ob aus einem Wärmepumpentrockner, Kühlschrank oder Klimagerät gebaut - hat für mich immer die eine große Hürde: Kältemittel auffüllen. Ich möchte keine Röhrchen von Wärmetauschern verbiegen, damit sie irgendwie in einen selbstgebauten Druckbehälter ragen. Ich möchte sie abschneiden und bis dorthin verlängern, wo sie hin müssen.
Ich bin richtig heiß darauf, so ein Gerät zusammen zu bauen. Elektrik, Verrohrung, Löten, Schweißen sind kein Problem.
Aber kann mir bitte jemand Hilfe geben, was ich brauche (spezielles Werkzeug, Material), um Kältemittel abzulassen und wieder aufzufüllen, was ich tun muss und wo potentielle Fallen sind.
Weiß ich alles noch nicht. Bevor ich loslege, wollte ich erstmal sicherstellen, dass ich das mit dem Kältemittel hinbekomme.
Aber das wäre schon die erste Info: Welches Kältemittel kann man selbst einfüllen, bzw. kann oder soll man nicht selbst einfüllen.
Favorisieren würde ich die Wärmepumpe aus einem Wäschetrockner.
Propan /Butan (R290/R600a) ist recht einfach zu entsorgen, weil man es nicht auffangen muss. Und es ist auch einfach zu bekommen, insofern kannst du es dann auch wieder einfach befüllen.
Bei R32 sieht es anders aus, dafür brauchst du eine teure Absaugstation und rechtlich gesehen natürlich auch einen Kälteschein. Absaugstation im DIY-Bereich lohnt nicht, da ist man schnell >1000 Euro.
Für das Wiederbefüllen brauchst du mindestens eine Vakuumpumpe, eine Monteureinheit und ein wenig Kleinkram. Zum Hartlöten von Rohren brauchst du eine Stickstoffausrüstung.
Natürlich kann man die problematischen Dinge auch von einem Kältetechniker machen lassen.
Hast Du Erfahrung wenn ich mit alten kompakten Kühlschrank Einheiten bei denen antanze, ob die das absaugen überhaupt machen würden und was sie dafür nehmen?
Mit Klemm oder Schneidringen auf Kupfer habe ich in der Pneumatik gearbeitet. Ob das gasdicht war? Im Steuerungsbereich hat es nach längerer Zeit überall gezischt, dereren Ursache wurde aber selten nachgegangen und es waren auch andere Verbindungsarten dabei.
Serto Klemmring ist Standard, das ist absolut dicht und zuverlässig.
Die hier schon öfter besprochenen SAE-FLARE-Fittings basieren auch darauf, allerdings drücken die dann auf Bördelstutzen. Die Abdichtung zwischen Rohr und Fitting ist eine Klemm/Quetschverbindung.
Die Frage ist warum du "auffüllen" oder "ablassen" willst ?
Vielleicht erst mal dieses Video komplett durchschauen, das klärt schon mal die Grundlagen ... dann noch mal spezifizieren was das Problem ist.
Wenn es um eine "grosse" WP geht ... warum keine MonoBlock ... die gibt es um 4000,-
Da haste mit dem Kühlkreislauf nichts zu tun, weder rechtlich noch diy ... und man kann sich den Rest am Haus selber dranstricken, was Du ja anscheinend möchtest.
oder
ich würde mir nicht die Gerätschaften kaufen wollen für einmal diy ...
Und Propan /Butan (R290/R600a) ist derzeit mW noch kaum zu bekommen / wenn dann teu(r)er.
@higgy: Ich habe mir eine Panasonic-Monobloc-WP eingebaut. Sie heizt das Haus und erwärmt mein Brauchwasser. Ich möchte aber meinen Solarthermiespeicher für die Brauchwassererwärmung in der Zeit verwenden, in der ich keine Heizung brauche, der Boiler aufgrund von Bewölkung aber nur auf max. 50 Grad kommt. Dazu möchte ich eine kleine Wasser-Wasser-WP bauen, da mir neue Anlagen zu teuer und zu Leistungsstark sind. Aber auch aus Experimentierfreudigkeit.
@win: Wenn ich also eine Vakuumpumpe hätte, könnte ich mit ein paar Zusatzteilen die Kältemittelleitung öffnen, verlängern, schließen und wiederbefüllen? Ohne löten.
Wie willst du KM nachfüllen, wenn die Leitung verlängert wird.
Wo willst du das KM speichern?
Ist der Unterschied zwischen Absauganlage und Vakuumpumpe klar und was damit jeweils gemacht wird?
Wenn löten kein Problem ist, warum Schneidringe? Oder meintest du Elektronikteile löten?
Die DIY-Lösung lautet: Helium-Ballongasflasche aus dem Baumarkt holen (die haben üblicherweise einen 1/4" SAE-Anschluss, wie praktisch...), das Helium durch das zu lötende Rohr strömen lassen, am anderen Ende einen Schlauch anbringen und diesen in ein Glas Wasser tauchen, so dass man Bläschen aufsteigen sieht. Dann einmal kurz kräftig durchspülen, damit die Luft raus ist, und dann das Ventil (idealerweise Monteurhilfe benutzen - das Gasflaschenventil lässt sich weniger fein dosieren) so einstellen, dass es ganz gemächlich blubbert. Dann kann man auch schon löten.
Natürlich bewegst du dich hier in einem gefährlichen Bereich, wo hinreichend Wissen nötig ist, um Fehler zu vermeiden. Du hantierst mit einem brennbaren und explosiven Gas. Da würde ich mir erstmal eine ganze Mengen Grundlagenwissen aneignen.
Das mit dem Löten hab ich auch noch nicht verstanden. Im ersten Post schreibst du, dass löten für dich kein Problem ist und dann möchtest du doch das Löten vermeiden.
Ich gehe davon aus, dass Hartlöten kein Problem sein würde. Das ich hier allerdings Stickstoff oder Helium benötige, wußte ich noch nicht. Deshalb die Frage, wie man das umgehen kann.
Hast du dir um die anderen Themen auch schon Gedanken gemacht?
D.h. du hast noch nie hart gelötet? Sooo viel Ahnung scheinst du noch nicht vom Thema zu haben, außer dass man irgendwas mit Löten und Kältemittel machen will...
Entschuldige meine Ignoranz, aber wofür muss Helium durch das zu lötende Rohr geleitet werden? Warum kann man nicht einfach ohne Helium löten? Und muss es Hartlöten sein? Warum geht nicht weichlöten? Danke
Schau dir mal dieses Video an, dann weißt du, warum Stickstoff nötig ist:
In Deutschland wird im Klimabereich ausschließlich hart gelötet. In USA wird auch viel weich gelötet, aber dafür brauchts spezielle Lote und Flußmittel. Siehe Staybrite.
Das ist korrekt, Ahnung davon habe ich von Hartlöten nicht viel, offensichtlich weniger als gedacht. Aber darum hole ich mir ja Hilfe und Antworten hier.