Hochvolt-PV-Akku per DC in BEV-Akku überladen

Hallo,

Ich bin neu in der PV-Welt und mache eventuell gerade einen großen Denkfehler:

Wenn ich schon eine Hochvolt-PV-Batterie habe, macht es dann nicht mehr Sinn, diese 400V DC dann auch per DC-Lader auf die Auto-Batterie zu übertragen?

Evtl. auch ein Billigmodell, was nur die 100V-Schritte der einzelnen Module abstufen kann? Die Ladezeit wäre mir mit einer AC-Wallbox als Alternative egal.

Warte bitte bis eine Firma Dir sowas anbietet (wenn das jemals passieren wird)

Nur weil Batterien mit ein paar Hundert Volt Spannung vorhanden sind wird daraus noch lange keine Lademöglichkeit die dann auch noch billig sein könnte

Die Idee ist ja grundsätzlicih richtig, die BEV-Batterie direkt über DC von Solar (oder eben über die PV-Batterie) zu laden. Grundsätzlich ist das natürlich möglich, das Problem ist aber, dass sowohl deine PV-Batterie als auch die BEV-Batterie mit div. Kommunikationsprotokollen (i.d.R. Canbus o.ä.) arbeitet und da teils verschlüsselte Nachrichten übersendet werden, ohne die das BMS sperrt. Darüberhinaus dürfen bei solchen Leistungselektroniken natürlich keine Fehler passieren und die beteiligten Spannungen sind lebensgefährlich. Wenn man sich mit Elektronik und Informatik gut auskennt, kann man sicher eine Lösung finden - ich würde hier aber auch den offiziellen Weg abwarten und auf eine professionelle Lösung warten.

Würde wohl auch daran scheitern, daß beim DC Laden entsprechend hohe Leistungen vom Auto erwartet werden, die man so nicht bereitstellen kann. Will man bei 0.5 C bleiben, würde ein Laden mit 50 kW ja bedeuten, daß man wenigstens 100 kWh an Speicher braucht.

Das Auto erwartet gar nichts. Das gibt höchstens einen maximalen Ladestrom vor, aber weniger ist immer möglich. Es gibt auch DC Ladegeräte mit 11kW. Beispiel: Sigenergy EV DC Charging Modul Wallbox 7,5m Kabel 12kW

Hier im Forum ist auch ein Projekt zu finden, wo eine bidirektionale Verbindung zwischen Hausakku und CCS Fahrzeug umgesetzt wurde. Das ist aber deutlich mehr als einfach nur zwei Kabel :slight_smile:

2 „Gefällt mir“

DC-Ladesationen machen für die üblichen privaten PV-Anlagen keinen Sinn da die technischen Vorraussetzungen nicht annähernd gegeben sind, weshalb die klassische Wallbox mit 11kW die sinnvollere Lösung ist.

1 „Gefällt mir“

Vermutlich hat diese Wallbox aber auch keinen DC-Eingang. Dementsprechend muss dann wohl alles über den Hybrid-WR mit seiner begrenzten Leistung laufen.

Das Problem wird vermutlich auch sein, dass die Spannungen der beiden Batterien nicht direkt zueinander passen. Vermutlich hat die PV-Batterie eine niedrigere Spannung als die BEV-Batterie, so dass sie erst hochgesetzt werden müßte. Ein Boost-Wandler ist aber weniger effizient als ein Buck-Wandler und in der benötigten Leistungsklasse wohl (sehr) schwer zu finden. Kann man alles selber bauen, wenn man die Kenntnisse hat, aber das wäre schon hohe Kunst. Dann ist das Laden über Drehstrom mit 11 kW wohl doch sinnvoller. Außerdem würden so ja beide Batterien unnötig zykliert, insbes. die PV-Batterie wird mehr gestresst, da sie vermutlich kleiner ist und die nötige/mögliche Leistung gar nicht bringen kann.

Es gibt eine VDE/EN/IEC Arbeitsgruppe, die sich mit 750V DC Hausnetz beschäftigt. Ich sehe aber keinen großen Vorteil darin. Batteriekopplung isoliert auf 750V und zweite Batteriekoppung auf Auto-DC, das dürfte keinen Effizienzsprung ergeben

Das BEV laden mit Solarstrom hat das Problem, dass gerade bei kleineren bürokratiearmen Balkonkraftwerken nicht genug Energie vorhanden ist um einem Wechselstromlader seinen Mindeststrom von 6A zu liefern. So wird auch bei guter Sonne meist etwa die Hälfte Strom zugekauft. Das macht bei den durch masslose Steuern und Abgaben teuren Strompreisen das BEV weniger wirtschaftlich.

Wenn ein schnelleres Laden für ein Fahrzeug im Kurzstreckenbetrieb nicht erforderlich ist, könnte ein langsameren Laden den Eigenverbrauch optimieren und den Zukauf reduzieren oder sogar vermeiden.

Ein DC Lader hat diese Einschränkung nicht. Er muss sehr wenig Strom liefern können, wenn das Auto mit eiskalter Batterie z.B. sagt: “ich möchte nur 2 A” . Diese Möglichkeit gibt es beim AC Laden nicht (das in dem Fall Kälte sogar schädlich für die Batterie).

Darüberhinaus ist das Gleich- und Wechselrichten beim AC Laden mit 6A mit einem jammervollen Wirkungsgrad verbunden.

Deshalb wäre ein Solar DC Ladeziegel mit kleiner Leistung für Zuhause garnicht schlecht.