Hisense Uni HB Split-Klima - Neues Spielzeug

Hatte schon lange mal wieder Lust, eine neue Anlage kennenzulernen. Meine Wahl fiel jetzt auf den Hersteller Hisense. Hisense ist einer der großen chinesischen Hersteller, die auch im Split-Klimabereich gut vertreten sind.

Hisense hat seit 2003 ein Joint-Venture mit Hitachi. Darüber sind die wohl erst in den Split-Klimabereich eingestiegen.

Nach etwas Recherche fiel die Wahl auf die Uni HB. Genaugenommen hatte ich bei Easycasa die Uni Air ( HAXU090AG/AS25XU00W) für 500 Euro bestellt. Die Uni Air findet man gar nicht im europäischen Katalog, scheint so ein Italien-Variante zu sein und müsste eigentlich der Uni HA entsprechen. Gekommen ist aber eine echte Uni HB. Geliefert auf kleiner Einwegpalette mit Fedex.

Ist die 9000 BTU / 2,5 kW Version.

Für 500 Euro bekommt man eine Anlage, die im Heizbetrieb immerhin in der A++ Liga spielt mit einem SCOP von 4,6.

Hier die Eurovent-Daten:

Eindrücke vom ersten Anschauen: Alles wirkt recht wertig, finde erstmal nichts, was irgendwie deutlich schlechter wäre, als bei MHI oder Daikin.

Positiv ist mir aufgefallen, dass die Wärmetauscher vom IG und AG blau beschichtet sind. Da scheint der Trend hinzugehen, meine MHI SRC/SRK hat das noch nicht.

Das Außengerät ist mit 810 mm Breite schon recht groß und mit 28,5 Kg im typischen Bereich von A++ Anlagen. Interessantes Detail: Der Wärmetauscher ist durch ein Plastiknetz geschützt, was wohl dauerhaft draufbleiben soll. Es liegt direkt am Wärmetauscher an. Da bin ich mal gespannt, wie sich das bei Vereisung verhält. Falls das behindert, werde ich es abbauen.

Die Fernbedienung wirkt wertig, sauber klickende Tasten und sieht auch recht edel aus.

Innengerät hat ein reduziertes Design, was mir ganz gut gefällt. Es gibt nur eine Auswurfklappe. Das Plastik wirkt generell etwas billig und wackelig, aber erfüllt (denke ich) seinen Zweck.

Ein paar Unterschiede zu anderen Herstellern, die mir aufgefallen sind:

  • die 4 Bördelmuttern sind nicht am IG/AG aufgeschraubt, sondern liegen in einer Tüte dabei. Am AG/IG sind stattdessen Plastikmuttern drauf.
  • Ein paar Gummiunterlagen für die Füße des AG werden mitgeliefert, für unkritische Installationen sicherlich nutzbar. In meinem Fall brauche ich vernünftige Dämpfer.
  • Die Lüfterwalze des IG hat nicht genau zum Gerät parallel laufende Blätter, die Walze ist wie in sich verdreht, so das die Blätter leicht schräg laufen. Vermutlich irgendeine Luftoptimierungssache. Lüfterwalze ist aus gelb-transparentem Material.
  • Lüfterflügel des Außengerätes ist auch aus dem gleichen gelb-transparentem Material.
  • Filter am IG werden nicht bei aufgeklappter Klappe eingesteckt, sondern sind von oben eingeklipst, kann man also ohne Klappenöffnung abnehmen.
  • wie schon geschrieben, Plastiknetz über dem Wärmetauscher des AG.
  • Verbindung IG/AG braucht 5 Leitungen, nicht 4. Es braucht 2 Leitungen für Phase, wozu/warum auch immer.

Bilder folgen noch.

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Sieht denke ich auf den Bildern schon mal wertiger aus, als die TCL die ich mal hier hatte (die aber noch billiger waren).

Leichte Beschädigungen am Wärmetauscher (Lamellen verbogen) scheinen wohl (mehr oder weniger) auch immer vorzukommen.

Das Ding hat wohl auch einen "Flash Streamer"?

Kann mir gut vorstellen, dass es was die grundlegenede Funktion usw. betrifft nicht viel schlechter sein wird als zb. Daikin.

Was ich immer so schwierig finde, ist es vorab abzuschätzen wie Lautstärke und Betriebsgeräusch aufällt.

Prinzipiell sehe ich da starke Ähnlichkeiten zu meinem TCL/Hantech Set.

Einziger optischer Unterschied ist das Ionisierungsmodul und dieses merkwürdige Wabennetz, die bei mir beide nicht vorhanden sind. Ansonsten scheint der Rest der aktuelle China-Standard zu sein.

Ich bin auf Leistungsdaten gespannt.

Interessant am Wärmetauscher des IG: Die haben an einer Stelle recht weit oben eine Stabilisierungsnaht mit Heißkleber gezogen. Hoffentlich dünstet das beim Heizen dann nicht aus.

Sieht man oben auf dem Bild:
https://akkudoktor.net/uploads/default/original/3X/f/a/fa606515aedbd9e59c415eac6d662bfc153e9442.jpeg

Montageplatte: Macht einen recht sauberen Eindruck, der Rand rundherum ist umgebördelt, so dass es keine scharfen Kanten gibt. Die 4 Löcher, die man vorzugweise zum Anschrauben nehmen muss, sind gekennzeichnet. Leider gibts auf der Platte keine Hinweise, wie das Maß nach rechs und links bis Gehäuseende ist. Auch keine Info, wo man durch die Wand gehen kann. Solche Maße sind bei Daikin mit eingeprägt. Interessanterweise ist die Platte auch nicht mittig zu Gehäuse ausgerichtet, man muss als unbedingt nachmessen.

Oben auf dem Blech gibts auch noch eine eingebaute Wasserwaage. Danach hatte ich ausgerichtet, aber es ist immer gut, skeptisch zu bleiben. Nachgemessen mit normaler Wasserwaage und Schreck: Rechts 8mm zu hoch, also schon ziemlich schief. Bei genauer Inspektion fiel mir auf: Das Röhrchen der Wasserwaage ist in einer Plastikhalterung und lässt sich darin frei drehen. Je nachdem, wie man es dreht, ist es grob verkehrt bis genau richtig. Kurzum, das ist Mist. Wenn etwas nicht brauchbar umsetzt, dann sollte man es besser weglassen. So produziert das nur Ärger, wer dem Ding vertraut.

Ja. Das ist so typisch für die Chinesen, die bauen auch bei recht preiswerten Anlagen jede Menge Features ein.

Danke für die Einblicke!

Die Heißkleber- oder Silikonnaht ist mir auch direkt aufgefallen. Wie lange diese vor allem bei regelmäßiger Nassreinigung halten wird, ist fraglich. Ich bevorzuge da festgeklammerten Schaumstoff.

Wird der oben befindliche Luftfilter magnetisch oder anderweitig festgehalten? Bei meinen Mideas sind die Filter auch oben auf dem Gerät, was ich in der Handhabung — insbesondere durch andere, weniger technisch versierte Personen — besser finde.

Das Kunststoffgitter direkt auf dem Wärmetauscher des Außengeräts finde nicht so schlau gelöst. Wenn es am Gehäuse befestigt wäre, würde es hingegen einen gewissen mechanischen Schutz erfüllen.

Weiß du schon, wie gut sich das Innengerät zur Intensivreinigung zerlegen lässt? Muss zur Entnahme des Querstromlüfters der Wärmetauscher angehoben werden, und wie sieht’s mit der Kondensatwanne aus?

IG scheint mit Stickstoff gefüllt zu sein, wie auch bei unseren Midea. Daikin macht das ja nicht. Obs was bringt :man_shrugging:

Beschichtung haben unsere Midea auch. Eine davon muss wirklich extrem viel kühlen im Sommer, und die schlägt sich bisher tapfer.

Besonders gespannt bin ich auf eine Erfahrungen bzgl. Heizen mit HiSense. Bei der Midea vermisse ich die Bedarfsteuerung doch sehr. Vor allem wenn man die Anlage wie bei uns nicht durchlaufen lässt.

Ist definitiv Heißkleber. Silikon wäre mir lieber gewesen. Aber ich gehe erstmal davon aus, dass das ordentlich getestet wurde und keine Probleme bereitet.

Ist über irgendwelche Plastiknoppen eingeklipst. Etwas dran ziehen, dann kommt der Rahmen raus.

Sieht ganz klassisch aus, links das Lager entfernen, dafür brauchts glaube ich nur eine Schraube. Rechts die Schraube auf der Motorwelle lösen und dann muss wohl der Wärmetauscher angehoben werden, um die Walze rauszubekommen.

Werde ich bei mir nie machen können, da ist 4cm links eine Wand im Weg. :grimacing:

Aber ist ja eh eine Testinstallation, vermutlich wird die irgendwann mal woanders hinkommen.

Ja, hat schön gezischt. Damit weiß man zumindest, dass das IG wohl dicht ist. Bei MHI war das auch der Fall. Bei Daikin nicht.

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Das ist auch bei Midea oft so anzutreffen. Der AC-Anschluss geht ja ans Außengerät. Zum Innengerät führt dann:

  • Schutzleiter
  • Neutralleiter
  • Phase ungeschaltet (außen -> innen)
  • Phase geschaltet (innen -> außen)
  • Kommunikationsleitung

Zweck der Konstruktion ist, dass die Inneneinheit die ungeschaltete Phase bekommt und über ein Relais die Außeneinheit komplett stromlos schalten kann, wenn sie nicht laufen soll. Daher führt eine geschaltete Phase von innen nach außen.
Midea hat das im Regelfall, TCL hat es üblicherweise nicht.

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Meine beiden Mideas haben ganz normal S,L,N,PE*
TCL war genauso. 2 Phasen habe ich noch nie gesehen bei einer Klima.

*positiv hervorzuheben dass die auch so beschriftet sind. Daikin hat ja nur 1,2,3..

Kleine Überraschung: 1/4 Zoll Bördelmuttern zieht man normal mit 14-18 Nm an. Ich verwende in der Regel die 18 Nm und gehe schrittweise hoch. Starte mit 10Nm und mache dann erstmal einen Eddingstrich, weil ich überwachen will, dass ich nicht mehr als 1/4 Umdrehung weiterdrehe, weil es sonst kritisch wird.

Also 10Nm - 12Nm - 14Nm. Alles noch ok und wie erwartet. 16Nm - was ist das, ich kann 180 Grad weiterdrehen, ohne das der Drehmo auslöst.

Also nochmal mit dem selben Rohr und einer mir bekannten Bördelmutter einen Test gemacht, alles ok, 18 Nm ist problemlos machbar und man ist noch unter 1/4 Umdrehung weiter.

Also Bördel nochmal abgeschnitten und neu gemacht am IG. Wieder das selbe Phänomen - über 15 Nm kann man so lange weiter drehen, bis der Bördel komplett zermatscht ist.

Dann hab ich mir die originalen Bördelmuttern mal angesehen. Der Ring, der von der Rückseite auf den Bördel drückt, scheint hier etwas schmaler zu sein, daran könnte es liegen.

Das zeigt mal wieder: Blind nach Drehmoment arbeiten ist hier gefährlich, man muss den maximalen Drehwinkel beachten. Maximal 1/4 Umdrehung ab 10Nm.

Beim dritten Anlauf hab ich dann auf etwa 15 Nm und 1/4 Umdrehung angezogen.

Der Bördel, bei dem ich 1/2 Umdrehung weiter gedreht hatte, sah auch schon ordentlich zermatscht aus, Wanddicke nur noch etwa 0,3-0,4mm.

Der 3/8 Bördel war bei 42 Nm völlig unproblematisch.

Interessantes Detail am Wärmetauscher IG:

Die haben einfach 4 Rohre nicht bestückt. Ich glaube, das ist eine fertigungstechnisch sehr einfache Lösung, wie man 2,5kW und 3,5kW Geräte mit dem gleichen Material baut. Vermutlich sind die 4 Rohre dann beim 3,5kW Gerät einfach vorhanden.

So vereinfacht man stark die Produktion, in dem man vieles gleich hält.

Auf der anderen Seite schade, weil man so bei der 2,5kW Effizienz verschenkt, die man für sehr wenig Mehraufwand haben könnte. Aber ist halt alles preisoptimiert, kommt auf jeden Cent in der Produktion an.

Vorteilhaft: Auf dieser Seite des Wärmetauschers gibts nur Kunststoff, kein Blech, was rosten kann.

In Sachen Rostschutz wird in Prospekten viel davon gesprochen, dass die da besonders drauf achten. Ob das nur Marketing ist oder real, wird sich noch zeigen.


(Quelle: Hisense RAC EEU Catalog 2025)

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Noch ein paar Details zur Installation:

  • Anschluss Serviceport ist 5/16 Zoll, wie bei vielen Anlagen. Nur Midea scheint da einen Eigenweg mit 1/4 Zoll zu gehen.
  • Evakuierung der Anlage sieht der Hersteller ausgesprochen locker: Verlangt werden 10mm Hg (abs), was 1333 Pa oder 13 mbar sind. Oft wird im Kältebereich eher mindestens 2mbar erwartet. Und dann steht auch nur 10-15 min evakuieren.
  • Inbusventile scheinen, wie bei anderen Herstellern, auch nur lose bis Anschlag gedreht zu werden. Also keine metallische Dichtung am Ende, wo man richtig Drehmoment bräuchte.
  • Ventildrückerhahn hat bei dieser Anlage jede Menge Platz, gab ja schon Anlagen, da hat man den gar nicht aufgeschraubt bekommen, weil der Drehknopf zu groß war und an dem Gehäuse angestoßen ist.

Mit den Drehmomenten hat mich nochmal etwas überrascht: Am IG hatte ich ja schon geschrieben, dass ich beim 1/4 Bördel keine 18 Nm anziehen konnte, dann hätte ich den Bördel überdreht. Da ging nur 15 Nm. Beim 3/8 waren die 42 Nm problemlos machbar.

Beim AG nun genau umgedreht: 1/4 Bördel konnte ich völlig problemlos auf 18Nm anziehen, zwischen 10Nm und 18Nm hat die Mutter sich gerade mal 1/8 Umdrehung weiter gedreht. Beim 3/8 hingegen hab ich 42 Nm nicht machen können, weil ich bei 35 Nm schon 1/4 Umdrehung gegenüber 10Nm weiter war, alles darüber wird ja kritisch.

So richtig erklären kann ich mir das nicht. Sind die gleichen Bördelmuttern original von Hisense innen und außen. Die einzige Erklärung, die ich noch hätte, wäre Schwankungen in der Härte des Kupfers. Die Kälteleitungen, die ich gekauft hatte, kamen aus Polen und waren nicht von einem der etablierten Hersteller.

Kernbohrung Rohr: Hab diesmal Dachrinnen PVC-Rohr DN75 genommen, das funktioniert besser, als HT-Rohr. Kann man längs auf einer Seite einmal durchsägen und dann überlappend ins Loch schieben. So geht das gut in ein 68 mm Kernloch. Habs dann noch mit Soudal Fixall noch beidseitig versiegelt.

Nachdem der Strang durch war, hab ich diesmal Bauschaum bds. verwendet. Das funktiert sehr gut, ich finde besser, als diese Prestik Bostik Knetdichtung. Vor allem, weil man damit recht gut Halt in den Strang bekommt, der verschiebt sich nicht mehr.

Was auch ganz gut funktioniert: Hab recht viel vom Strang mit den Haftbinden aus dem Medizinbereich umwickelt. Darüber dann Teils noch normales Isoband in 30mm Breite und bei den UV-belasteten Stellen EPDM-Band in 0,6mm und 50mm Breite. Das dürfte ewig halten und ist auch etwas flexibler, als PVC-Wickelband. Dieses hier:

Gebördelt hab ich diesmal mit dem grünen ST806 Bördeleisen. Das Teil ist echt gut, kann ich empfehlen. Gibts bei Temu auch relativ günstig für unter 50 Euro.

Dieses Teil, gibts von zahlreichen Anbietern mit unterschiedlicher Ausstattung:

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