Als ich vor einiger Zeit Teile für einen externen Heizstab für Warmwasser bestellt habe, telefonierte ich mit dem Verkäufer. Da wurde mir erzählt, dass man verzinkten Stahl und schwarzen Stahl nicht mit Edelstahl verschrauben darf, habe ich Tante Guurgel befragt, stimmt so. Darf man das nur nicht direkt verschrauben, also in direktem Kontakt oder darf das in einem Heizkreis mit dem gleichen Wasser auch nicht sein ? Selbst frisch von der Schulbank gekommene Klempner wissen das nicht eindeutig, bei Älteren ist es egal, "get scho" und bei anderen geht es gar nicht. Da würde man ja nicht einmal normale Plattenheizkörper verwenden können, wenn Edelstahlteile mit verbaut sind. Ich freue mich auf Antworten.
Ich denke, da gehts nur um Kontaktkorrosion, also direktes Verschrauben miteinander.
Die KI Gemini meint allerdings: "Die Kombination von verzinkten und Edelstahlrohren in einer Heizungsanlage ist aufgrund der hohen Korrosionsgefahr nicht zu empfehlen. Entscheiden Sie sich für ein durchgängiges Material und lassen Sie sich von einem Fachmann beraten."
Achtung Trinkwasser gefährlich, da nicht inert. Bei Warmwasserspeicher am besten Fremdstromanode nutzen
Flussregeln beachten. Heizungswasser nach VDI 2035 aufbreiten und kontrollieren, dann gibt es keine Korrosion, da inert und immer das selbe!
@Tim1
Mit Trinkwasser kommt mein Heizungswasser nicht in Berührung und Propylenglykol soll ja lebensmittelecht sein. Was soll ich unter Flussregeln verstehen ? Dass kein Heizungswasser zurück in den Trinkwasserkreislauf gelangt ? Ist gegeben. Aber der letzte Punkt ist ja meine eigentliche Frage. Wie mache ich das ? Wie bekomme ich den PH Wert hoch ? Unser Leitungsheimer hat nahezu null Kalkgehalt ist aber leider recht eisenhaltig. Und was soll ich mit einer Opferanode ? Ich nutze einen Pufferspeicher mit sehr großen innenliegenden Wärmetauschern. Bis auf den geringen Inhalt in den Rohren wird da kein Trinkwasser warm gehalten, weniger als 20 Liter. Alle Klempner raten mir übrigens vom Spülen meines Heizkörperkreises ab. Das bringt wieder frischen Sauerstoff in den Kreislauf das Risiko von Korrosion steigt.
Flussregeln unedel zu edel gelten im und Anode kommt ins Trinkwasser, also hier nicht relevant.
Heizwasseraufbereitung nach VDI 2035 geht mit Harzkartusche und ph wert heber oder senker. Eisen ist auch beschränkt, aber beibrichtig eingedtelltem Wasser weniger problematisch.
@Tim1
Filter mit magnetischem Schlammabscheider ist klar. Aber wie soll ich das mit unedel zu edel hinbekommen ? Wenn der Vorlauf aus einem Edelstahlwärmetauscher der WP kommt und dann durch die Plattenheizkörper aus "altem" Stahlblech, teilweise Kupferrohr und evtl dann noch durch einen Puffer im Rücklauf zum Rücklauf in die WP wieder aus Edelstahl läuft ?
Was wäre denn eine günstige Lösung mit diesem Harz ?
Die Antwort darauf ist, daß man nur nicht direkt Stoßen darf.
Dass es in einem Heizkreis unter optimalen Bedingungen (von denen man aber eh fast nie ausgehen darf) egal wäre, ist da irrelevant.
Die ist schon bewusst, dass der Kram im Kreis gepumpt wird und von demher das eh alles miteinander reagiert. VDI 2035 Wasser und regelmäßige Kontrolle ist bei solchen Mischinstallationen eh Pflicht.
"3.4 Kontaktkorrosion durch Mischinstallation metallischer Werkstoffe
Als Kontaktkorrosion bezeichnet man eine lokale Korrosion, die bei direktem Kontakt von elektrisch
leitenden Stoffen mit deutlich verschiedenem elektrochemischem Potential entsteht. Als Beispiel wird
häufig „edles“ Kupfer und „unedles“ Eisen angeführt, bei dem das Eisen korrodiert. Dies ist richtig,
wenn man die sog. Normalpotentiale betrachtet, die metallisch blanke Oberflächen in starken Lösungen
von Kupfer- und Eisensalzen zugrunde legen. Blanke Metall-Oberflächen sind aber in Heizanlagen
i.d.R. nicht gegeben, allenfalls Metalle mit unzureichenden Schutzschichten.
Da alle Oxide der Metalle „edler“ als die Grundwerkstoffe sind, ist lokale Korrosion auch am gleichen
Werkstoff an Fehlstellen der Schutzschicht möglich!
Für die Praxis wichtig sind die aktuellen Potentiale der Werkstoffe incl. ihrer Schutzschichten in dem
gegebenen Heizungswasser. Aus diesem Grund ist die Gefahr von Kontaktkorrosion in Heizanlagen
nicht gegeben, wenn die Korrosionspotentiale der eingesetzten Werkstoffe mit ihren Schutzschichten in
einem Heizungswasser ähnlich sind. Dies ist der Fall bei artähnlichen Werkstoffen (z.B. Eisenwerkstoffen), aber auch bei anderen Werkstoffen mit ähnlich Korrosionspotential, z.B. Kupferwerkstoffen. AlLegierungen sind bei den für Eisen- und Kupferwerkstoffe idealen pH-Werten schlechter beständig und
können durch Kontaktkorrosion versagen. "
@anon69854299 @Tim1
Streitet euch nicht, prügelt euch lieber ..... sagt man hier in der Gegend.
Erst einmal vielen Dank für die Antworten. Hier kommen genau die widersprüchlichen Erkenntnisse zusammen, ich auch von älteren und jüngeren Fachleuten gehört habe. Jeder hat für mich recht. Dass das Heizungswasser alle Metallteile miteinander verbindet ist klar. Nur ist für mich die Frage nach innen geschützten Oberflächen nicht klar. Abgesehen von Edelstahlspeichern und emaillierten Speichern sind doch übliche Puffer auch heute noch schwarz, also unbehandelter Kesselstahl. Meine Plattenheizkörper von Buderus und Kermi, letzter erst etwa vier Jahre alt, ist auch innen schwarz, genauso mein Pelletkessel und mit nennenswerter Korrosion habe ich trotz zu niedrigem PH Wert des Wassers keine Probleme. Allerdings hatte ich bei einer kürzlich entnommenen Probe aus meinem Pufferspeicher zwar sichtbar keinen Rost, dafür hatte das Wasser einen ganz leichten Grauschleier und es waren Schwebpartikel kleiner 1mm, schwarz und spitz, zu sehen. Für einen filigranen Plattenwärmetauscher ist das natürlich nix, dafür kommen ja Filter in den Kreislauf.
Gestern hatte ich mit dem Hersteller von Propylenglykol gesprochen. Seine Aussagen zur Minderung der Wärmekapazität und Wärmeübertragung an die berührenden Flächen seien minimal und decken sich mit den Angaben der Hersteller der WP, was durch geringfügig höhere Durchflussmengen ausgleichen lässt, zumindest bei Konzentration unter 40%.
Die Wärmekapazität hat erstmal nichts mit den berührenden Flächen zu tun. Du kannst da auch nicht sagen, dann mach ich einfach etwas mehr Durchfluss. Wenn du ein optimiertes System hast, dann hast du mit Glykol einfach einige Prozent Effizienzverlust. Und da ist die allgemeine Fachmeinung, besser lassen, wer an guter Effizienz interessiert ist. So ist zumindest mein Wissensstand bei der Sache.