Heizen in Japan (in ungedämmten Häusern)

Hi,

ich teile mal ein Video, das ich ganz interessant gefunden habe. Traditionelle Japanische Häuser sind kaum oder nicht gedämmt, daher haben die sich so einiges einfallen lassen um durch den Winter zu kommen.

Grüße!

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Petroleumheizer und dann mehr oder minder Strom-Direktheizungen erscheint mir nicht clever. Die Klimaanlage hingegen wird nicht eingeschaltet. Dazu dick einpacken. Schlafen könnte man sicher mit einem Alkoven oder Himmelbett mit Decken besser. Und beim wohnen wäre die Klima sicher sparsamer nach Bedarf.

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Das hat mich auch gewundert. Wie sind denn in Japan die Strompreise? Möglich, dass diese Methoden noch aus Zeiten stammen in denen sich das so gelohnt hat?

Strom ist ein wenig billiger, so um 20 ct/kWh. Aber in Japan ist das wohl viel kulturell geprägt. Es ist auch schon die Art, wie man dort baut. Selbst neue Häuser werden dort wohl oft nur für eine Lebensdauer von 30 Jahren gebaut und für den Sommer optimiert. Im Winter heißt es dann, irgendwie durchkommen, durch die kalten Tage. Vernünftig erscheint mir so eine Denkweise nicht, es scheint wohl eher die Kultur zu sein.

Benutzt hier eigentlich noch jemand Heizdecken o.ä.? Heizteppich hatte ich vor dem Video auch noch nicht gehört.

Meine Eltern hatten so was in den 70er und 80er Jahren. Es hat auch tatsächlich mal ein Bett zu brennen angefangen, Gott sei Dank gut ausgegangen.

Für mich hört sich das alles sehr gefährlich an.

Japan vermutlich nicht gleich Japan. Das Video berichtet ja eher vom "Land"

Ich kann da eine andere perspektive von Erfahrungen vom Besuch bei zwei bekannten im Großraum Tokio berichten.

Dort waren es wie es auch im Westen Betonklötze (kann man fast schon Plattenbauten, nur moderner nennen) mit Apartments die mit Klimaanlage auch beheizt wurden.

Interessanterweise gab es keine ersichtliche Dämmung also Wand war innen und außen nur "roher" Beton.

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Hat er im Video ja sogar gesagt, dass er ein Apartment in Tokyo hat und dort ist gedämmt und geheizt. Also es geht in dem Video um traditionelle Häuser auf dem Land, dort scheint es aber verbreitet so zuzugehen.

Verrückt ist ja auch die Statistik mit dem Temperaturschock (und anschliessnedem Ertrinken) in der Badewanne im ungeheizten Bad.

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Ja, wir haben verschiedene Sachen ausprobiert. Favorit die letzten 2 Winter ist eine Fleece-Kuscheldecke, die man auch elektrisch beheizen kann. Wenn ich mal etwas ausgekühlt bin, lasse ich die mal 1 Stunde laufen. Auch kann man Abends so auch mal die Klimaanlage auslassen. Dann sind es nur noch 16-17 Grad im Wohnzimmer, unter der Decke ist es aber wohlig warm.

Daneben haben wir noch kleine Heizdecken so 40x50cm, die man mal unter den Rücken schieben kann bei Rückenschmerzen.

Gegen Fußkälte haben Bekannte eine Heizfußmatte. Ist auch ganz angenehm.

Die nächste Stufe für maximale Effizienz wäre dann wohl eine Beheizung mittels körpereigenem “Zentralheizungssystem” mittels Durchlauferhitzer.

Wäre aber - zugegeben - eine eher unpraktische und medizinisch ggfs. durchaus problematische Variante :rofl:

Andererseits: Ein Haus beheizt man ja auch nicht von aussen…

:wink:

:see_no_evil_monkey:

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Ein großer Kaffeepot, viertel voll mit 54%-igem Rum, mit heißem schwarzen Tee auffüllen und 1-2 Löffel Honig zum süßen. Das wärmt auch von innen. :wink:

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Hier mal ein Thermo Overall, der richtig schön warm hält, wenn man im Heiz-Spar-Wahn ist:

Ich hab den seit ein paar Jahren. Wenn ich im Winter in der Werkstatt bei 8-10 Grad arbeite, hab ich den gerne mal an.

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Hier passt das dann auch wieder:

Menschen erwärmen statt Räume. Oder so Ähnlich :grin:

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Verwundert mich, dass die Japaner dann keine Infrarotheizungen nutzen?

Ich hab IR Panels einmal in einem Ausstellungsraum vorgeführt bekommen, und fand es nicht so angenehm. ich mag auch die Wärme von Kachelöfen nicht, hab letztes Jahr einen ausgebaut im Haus :sweat_smile:

Mir gefällt die warme Luft aus der Klima dafür sehr gut, vielleicht bin ich da irgendwie anders gepolt :grinning_face_with_smiling_eyes:

Mir gehts ähnlich, bei zu viel Wärmestrahlung bekomme ich Kopfschmerzen. Da ist mir erwärmte Luft auch lieber. Allerdings nur mit gedrosselter Anlage. Wenn die zu schnell hochheizt, wird es für mich dann auch ungemütlich. Deshalb arbeiten unsere immer gedrosselt mit maximal 500 W Aufnahmeleistung.

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Mich erinnert das Thema - irgendwie - an folgendes: Öffi vs. eigener Pkw

Da ist - zweifellos - die Nutzung eines Öffi auch immer sinnvoller, als mit privat Pkw zu fahren. (wenn möglich). Insbesondere dann, wenn der privat Pkw nicht voll besetzt ist… Immerhin wird es i.d.R. ja darum gehen das der / die Menschen ans Ziel befördert werden, nicht das Fahrzeug.

Und auch hier hängt es dann in der Praxis eben immer auch von vielen Faktoren ab was bevorzugt wird…

So kann zb. in der Stadt oder zumindest Nähe von Öffi Haltestellen die Nutzung dieser sogar auch komfortabler sein als selbst zu fahren - oder eben auch das Gegenteil. Eine Frage was man persönlich bevorzugt ist es nat. auch.

Ich denke, wenn man nur die (dauerhaft) genutzten Räume beheizt, spart man schon sehr viel. Einen zb. Abstellraum oder Flur beheizen, wo man sich insgesamt immer nur sehr kurz aufhält, macht nicht unbedingt Sinn.

Wenn man dann - zusätzlich - die genutzten Räume nur dann bedarfsweise zu der Zeit beheizt in der Sie auch genutzt werden, dann ist man denke ich ohnehin schon sehr weit vorne bzgl. Einsparung.

Ob man dann den Raum in dem man sich aufhält, zu der Zeit wo man sich dort aufhält, auch noch mal “in einem isolierten Bereich” heizen sollte - keine Ahnung…

Ich denke eher nicht, also meiner Ansicht nacht. Irgendwo sollte man dann auch mal die Sache gut sein lassen um einen Raum auch “in vollem Umfang” nutzen zu können denke ich.

Aber klar: Was im Schlafzimmer im Bett funktioniert das geht grundsätzlich überall: Man kann sich immer so gut “isolieren”, dass man nicht (er)friert. Und auch “Bereiche” einrichten, in denen dann örtlich stark begrenzt Wärme erzeugt wird.

Aber wo fängt man an - wo hört man auf…

zB. Tokio selber scheint auch nicht (stark) unter 0 Grad zu gehen.

Klima
Die Stadt befindet sich im Bereich des subtropischen Ostseitenklimas (nach Neef). Laut Köppenscher Klimaklassifikation ist die Stadt dem warmgemäßigten Seeklima zuzurechnen. Die Sommer sind heiß und feucht (30 °C tagsüber und 20 °C nachts), die Winter trocken und sonnig (10 °C tagsüber und um 0 °C nachts); manchmal fällt auch Schnee. Die Regenzeit (Tsuyu) mit täglichen Regenschauern dauert von Ende Juni bis Mitte Juli. Sie wird von feuchten Passatwinden aus dem Westpazifik hervorgerufen. Anschließend – von Mitte Juli bis Ende August – ist es anhaltend heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit.

(Tokio – Wikipedia

Eine schöne Lebensweisheit, die schon viele ausprobiert haben. :grin:

Was die Sache mit Japan angeht: Da ist der große Unterschied in der Dämmung. Die haben oft noch Einfachverglasung, dünnste Wände und überall zieht es. Da brauchts dann wirklich ordentlich Wärmeleistung, um den Raum warm zu bekommen. Bei dir in recht gut gedämmten Haus macht das kaum Sinn.

Im ungedämmten Altbau wo man vielleicht auch sehr große Räume hat, könnte es sich schon wieder lohnen. Beispiel 50m² Raum mit 4 Außenwänden, den man auf Temperatur halten will. Da lässt sich schon einiges sparen, wenn man auf 16 Grad absenkt.

Bei uns war es früher so, dass die Gasheizung so programmiert war, dass die 22 Uhr abschaltete. Wenn ich dann etwas länger wach war, war das schon praktisch mit Heizdecke.

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Warum japanische Häuser gebaut sind, um trocken zu sein und nicht um warm zu sein.

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Wenn die klassischen japanischen Häuser wirklich nur dünn aus Holz und einfach verglasten Fenstern gebaut sind, dann kann es schon gut sein das es sich auch im Winter nicht lohnt Klimaanlagen als Flächenheizung zu nutzen, da quasi kaum Wärme gespeichert wird.

Als Vergleich. Ich fahre hier mit meiner Familie immer so ab Mai zum Camping im großen 35m³ Luft Zelt aus Technical-Cotton. Hier hat jemand auf Youtube das identische Modell inkl. vergleichbarem Heizlüfter. https://youtu.be/P9zXX2utn98?si=yr6vzAMfNl02a7qL

Jedenfalls dieses TC Material gilt schon mit als das Beste was man haben kann, es soll die Hitze draußen lassen und umgekehrt bei Kälte die Wärme speichern. Dennoch Anfang Mai kann es noch Nachtfrost geben, da muss der Heizlüfter dann durchlaufen. Meist geben die Campingplatz Steckdosen nur 10 Ampere bzw. 1 KW her. Das reicht dann aus um denn Innenraum so bei 13 Grad zu halten. Kann der Heizlüfter mit 2KW durchlaufen, wird es entsprechend wärmer. Schaltet man die Heizung aus, wird es sehr schnell kalt und entsprechend ineffizient ist es, da immer gegen anheizen zu müssen.

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