Haus BJ 1980 (80m² / Allgäu): Heizen mit Split-Klima bei -25°C – Modellwahl (Nordic) & DIY vs. Förderung

Frage 2: Umsetzung – Fachbetrieb mit KfW-Förderung vs. Selbstkauf + Techniker (Eigenleistung)?

Preis-Leistung ist mir extrem wichtig. Ich schwanke aktuell zwischen zwei Wegen:

Weg A (Fachbetrieb / Daikin-Partner): Offizieller Einbau mit Komplettservice und Beantragung der Heizungsförderung (BEG/KfW).

Weg B (Eigenleistung / Selbstkauf): Geräte selbst günstig online kaufen, Vorarbeiten (Kernbohrung, Kabel legen, Montage der Innen-/Außengeräte) in Eigenleistung erledigen und die Inbetriebnahme/Kälteleitung durch einen Klimatechniker machen lassen.

Was rechnet sich eurer Erfahrung nach unterm Strich mehr? Lohnt sich der Förderaufwand/Aufpreis bei Fachbetrieben bei einer ca. 80 m² Immobilie, oder fährt man mit der „Halb-DIY“-Lösung finanziell deutlich günstiger?

Ich habe diese Entscheidungsphase auch durch.

Wenn du handwerklich unbegabt bist, kommst du um den Kompletteinbau eines Betriebes nicht drum herum. Vorteile der Förderung: 30% auf ALLES (Material, Arbeit, Planung usw.), also auch vorbereitende Maßnahmen.
Das kann auch die Elektrik, Zählerschrank usw. betreffen, sofern es notwendig ist für den Betrieb der Anlage.

Nachteil: die Betriebe sind, zumindest in Stadtnähe, wirklich frech. Und wir reden hier nicht von n paar Euro Aufschlag, sondern 6500-8500€ für ne Duo-Split. Und da hat man grad mal zwei Räume abgedeckt. Da wäre Ich bei meinem Haus bei Gesamtkosten von 20k+. Mich kotzt auch wirklich diese Arroganz an, die da an den Tag gelegt wird, nur weil das Geschäft gerade läuft. Ist auch eines der Hauptgründe, warum ich es jetzt selber machen will. Ich fange bei niemanden an zu betteln. Die rotzen dir dann mit zwei Mann und einem Tag Arbeit das Ding ans Haus und fertig und begründen ihre 4000€ Montagekosten dann mit "Garantie". Lächerlich.

Oder du wartest auf die "Off-Season" oder schaust im ländlichen Bereich nach Technikern. Ist für jede Region sicherlich etwas anders zu bewerten. Kann jetzt nur aus meiner Erfahrung berichten.

Mein Weg wird Variante B sein und dann von einem Kältemitteltechniker anschließen und evakuieren lassen. Musst du halt jemanden an der Hand haben, aber man findet immer irgend jemanden, der das macht.

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Mit dem Unterschied, dass Heizkörper in der Regel über Strahlung und natürliche Konvektion die Energie in den Raum bringen, Innengeräte hingegen mit dem Lüfter einen Konvektionsstrom von 500m3/h erzeugen.

Bezogen auf 80m2 Wohnfläche würde damit (rein rechnerisch) alle 30min die gesamte Raumluft einmal durch das Innengerät gezogen und auf 35+ Grad erwärmt werden.

Für mich geht es nicht um "besser" oder "effizienter", sondern um die Geeignetheit für die Anwendung.

Das sollte @Umut23 hier prüfen.

Die Nordic-Modelle sind generell weniger effizient, aber haben den Vorteil bei niedrigen Temperaturen mehr Leistung zu bringen. Es ist ein trade-off. Man muss daher entscheiden, was genau in der geplanten Anwendung besser passt.

Es gibt Szenarien, in denen eine "Nordic" die bessere Wahl ist und es gibt Szenarien, in denen die "Standards" die bessere Wahl sind.

Ich denke wichtig wäre erstmal zu wissen, welche Heizlast @Umut23 erwartet.

Servus!

Nach der Renovierung erwarte ich eine Heizlast von ca. 60–80 W/m². Das Dachgeschoss ist sozusagen eine eigene, komplett abgeschlossene Etage (die Treppe führt hoch und oben ist alles zu).

Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her wäre es für mich am besten, die Geräte selbst zu besorgen und einen Klimatechniker rein für die Montage und Inbetriebnahme zu beauftragen.

Nat. Wert ist -13.8°

Kennt jemand auch andere gute Seiten wie Dagimarket, da sind ja leider die Geräte ausverkauft

Wenn ich mit Perfera ohne Probleme durchkomme würde ich ehrlich gesagt Perfera nehmen da die günstiger sind wie Nordic ... Und nach dem Werten gleich effizient bei -15 -10

Es gibt noch einen Aspekt bzgl. Nordic: Die haben eine Wannenheizung verbaut, womit da nie die Wanne zufriert. Die normaln Perferas haben das nicht. Ob man das braucht, hängt sehr von den klimatischen Bedingungen ab, kann man nur schwer voraussagen. Aber ich glaube, es gibt sogar originale Wannenheizungen als Zubehör auch für die Perfera. Alternativ selbst was basteln, haben auch schon viele gemacht.

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Ohne eigene Erfahrung mit Split Klima; was dazu berichtet wird, ist dass es prima im Sommer zum Kühlen der Wohnung geeignet ist und als Wärmebringer in der Übergangszeit grob bis 0 Grad. Selbst LWWP verlieren unter 0 Grad ihre Effizienz.

Mit eigener Erfahrung: Auch bei den kurzfristig bis zu -15 Grad hatten wir diesen Februar keinerlei Probleme mit unseren beiden Daikin Perfera unser RMH zu heizen. "Verlieren unter 0 Grad ihre Effizienz" klingt so danach, daß dann 1:1 Strom in Wärme umgewandelt würde, ist natürlich nicht der Fall. Bei Interesse einfach mal Datenblätter studieren.

Zum Glück wusste ich das z.b nicht und hab auch bei den starken Frost-Tagen im letzten Winter deutlich günstiger mein komplettes Haus mit Split-Klimas geheizt als es die noch immer eingebaute Ölheizung das bei den Ölpreisen gekonnt hätte.

Ich erzähl das meinen Anlagen mal, dass das nur bis grob 0 Grad funktioniert :sweat_smile:

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Was für Anlagen hast du eingebaut Leon?

Ja, es ist sehr individuell und abhängig vom Haus und wie man darin lebt.

Die Heiz-Szenarien sind bei uns auch stark von der "Saison", d.h. der Aussentemperatur abhängig, sowie den Stromkosten, sowie den "Bivalenz-kosten"., dem PV-Überschuss, etc.

Im Grunde nutze ich die "Nordic" nur eingeschränkt als "Nordic". Ich habe ja eine FTXTM40R / RXTM40R (die mit dem freihängenden Verdampfer), die läuft aber mit max. 95% Bedarfsteuerung. (meistens eher im Bereich 65%).

Weiterer Vorteil des 40er Innengeräts sind die 17,5 m3/min (~1.000m3/h) Luftdurchsatz.

Abhängig von der Dämmung könnte @Umut23 hier 4 Räume (Flur, Bad, Essen und Küche) mit einem Innengerät heizen. Zumindest wäre dies möglich, wenn das Haus ähnlich gedämmt ist wie unseres. Der trade-off wäre "Ok ich muss den Flur etwas wärmer haben als gewünscht, dafür decke ich aber 4 Räume ab."

da steht, dass sie unter 0 Grad die Effizienz verlieren. Natürlich nicht schlagartig.

Konservativ ausgelegt würden 3Stk. Perfera FTXM35A / RXM35A9 knapp werden. Du benötigst ca 6,4kW Heizleistung. Die Perferas leisten max. 8,31 kW (3x TC 2.77kW @ 0.98kw PI). Etwa 30% Puffer bei -15 ° C.

Alternativ wäre mein Vorschlag: 1x Daikin RXTM30A und 2x billige Anlage, z.B. Samsung AR35 9000 BTU. Die hätten zusammen bei -15 °C ca 10kW (4,8kW + 2,59kW + 2.59kW). Ca 56% Puffer Kapazität bei -15°.

Alternativ zur Daikin Nepura (Nordic) könnte man auch die Gree Amber Nordic wählen. Das wäre absolut die günstigste Auswahl. Die Gree ist aber Berichten zufolge nicht gut darin wenig Heizleistung zu liefern. Die niedrigste Modulation ist hoch. Wenn man damit aber mehrere Räume heizt, könnte es funktionieren.

Mein Ansatz wäre daher: leistungsstarke Anlage in den Flur und damit Flur, Bad, Essen und Küche heizen und dann je eine günstigste Anlage in Wohn- und Schlafzimmer.

In der Übergangszeit würde ich dann nur die Anlage im Flur laufen lassen mit allen Türen offen. Im Winter dann bedarfsorientiert die Anlagen im Wohn- und Schlafzimmer zuschalten.

Ich bin mir bewusst, dass es hier Gegenstimmen gibt und ich halte deren Argumente für valide. Mein Vorschlag beruht auf den Erfahrungen in unserem Haus mit der entsprechenden Dämmung und unseren persönlichen Präferenzen.

Echt vielen Dank für deine Tipps und Infos, ich werde mich da weiterhin schlau machen

Die Idee mit Flur eine Nordic einzubauen finde ich gar nicht schlecht

Wenn es bei dir daheim auch funktioniert wird es bei mir auch ungefähr hinhauen :smiley:

Nochmals Vielen Dank :slightly_smiling_face:

Oben wurde mal irgendwo gesagt: "Schau Dir die Eurovent Daten an". Ich habe da schon mal eine Tabelle gemacht, siehe hier:

Wenn Dich die Heizwerte bei Kälte interessieren, schau Dir vorallem die unteren drei Zeilen in der Tabelle an.

Ich persönlich bin kein Freund vom Kältemittel R32 und bevorzuge R290, aber die Diskussion sollten wir hier nicht starten. Die Daikins werden hier oft genutzt und empfohlen. Da ich R290 toll finde, habe ich mit großem Interesse Berichte von @Strohblogger verfolgt, der sein Haus super gedämmt (da willst Du ja auch hin) hat und mit einer Mitsubishi MSZ-RZ im letzten Winter geheizt hat. Bericht siehe hier aus Österreich mit kaltem letzten Winter (und damit vergleichbar mit Deinen Wünschen) siehe :

https://strohblogger.medium.com/der-winter-ist-vorüber-unser-single-split-gerät-im-praxistest-f7ffa549ccc8

Strohblogger hat auch hier im Forum Beträge geschrieben, der oben ist aber der ausführlichste.

Die MSZ-RZ für 1850 Euro au Dänemark (siehe verlinkter Beitrag oben) ist teils billiger als Nordic Geräte, kommt aber nicht an einen Preis für eine ATXM aus Italien ran.

Ich persönlich habe eine Kältebringer selbst installierte R290 Anlage installiert, aber noch keine Heizerfahrung im Winter.

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Habe mir die Tabelle in dem anderen thread angeschaut. Da muss man schon aufpassen, die Daten nicht falsch zu interpretieren.

TOL und Cond E sind halt nicht identisch.

Da steht ja: (EN 14825:2022 Total heating capacity Part Load condition E @ TOL Average Climate)

So wie ich den Standard verstanden habe, wird für Cond E die Temperatur Tdesignh benutzt, wenn TOL niedriger als Tdesignh ist.

Mit anderen Worten: auch wenn da TOL -20 steht, stehen da die Werte für -10 Grad. Daher sind auch die Werte für Tbiv meistens identisch zu TOL.

If the declared TOL is lower than the Tdesignh of the considered climate, then the outdoor dry bulb temperature is equal to Tdesignh for the part load condition E

Das wäre aber komisch, also auch so nach gesundem Menschenverstand. Man kann doch nicht einen Punkt z.B. TOL -30 Grad angeben, aber dann ist es in Wirklichkeit die Leistung bei -10 Grad. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Norm da so einen verwirrenden Unsinn treibt.

Wie ist denn tdesignh definiert? Typisch liegt die ja bei -10 Grad, müsste doch eigentlich die Bivalent-Temperatur sein, also Cond F, oder? Wobei bei Cond F manchmal keine Temperatur angegeben ist.

Die Nordic sind nicht generell ineffizienter. Siehe Fujitsu airstage Nordic KH. Absolutes Effizienz Monster und putzt die Daikins komplett weg bei Eurovent (immer die erzielte Heizleistung beachten. Wenn dir Fujitsu bei 50% mehr Leistung dieselbe Effizienz schafft ist das ein sehr großer Unterschied, den je weniger Leistung umso effizienter)

Die kostet online in Bulgarien bzw Lettland/Litauen nicht allzu viel, was ich so gesehen habe günstiger vs Nepura..

Und die hat auch riesige Wärmetauscher wie am Gewicht von 14.5/42kg vs 11.5/36 einer Perfera sofort klar wird (beide 3.5kw nominelle Kühlleistung). Die hat trotz 4kw minimaler Heizleistung noch COP 5.41 Vs 4.55 Der Perfera all season...

Aber ob es den Aufpreis lohnt? Bei -7° hat die knapp 50% mehr Heizleistung vs Perfera (Eurovent A), je kälter umso größer der Unterschied.

Bei dem Shop hier lohnt sich der Aufpreis sicher, wenn der Shop seriös ist??? 1460 Euro:

Außerhalb Bulgariens zahlt man aber eher 1800-1900euro aufwärts.

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edit SCOP mit COP verwechselt

Danke für die weiteren Infos, die Mıdea Oasis plus mit R290 wäre auch interessant mit ca.1100€

Da ich selber auch aus Bulgarien komme könnte ich ja nachfragen :smiley::victory_hand:wegen die Empfohlene Anlage

Ich habe Neuigkeiten, und zwar wie im Bild unten zusehen ist habe ich genau bei Wohnzimmer Esszimmer ein Kamin, habe es zufällig entdeckt und mich gerade bisschen schlau gemacht über Pelletoffen die Programmierbar sind.

Wie wäre es bei Wohnzimmer ein Pelletoffen (800-1000€), Esszimmer+Schlafzimmer(oder Flur) Split Anlagen, ich könnte ja somit gewisse Grundwärme bringen mit Pelletoffen, und Rest machen die Split Anlagen

Ja, genau: Tdesignh ist -10 °C

Kann man aber hier nachlesen:

****: Notes on conditions E and F: If TOL > Tdesignh, Tdesignh can only be reached with an electric backup heater elbu. If TOL < Tdesignh then TOL is considered equal to Tdesignh and this test condition and E (TOL) are identical.

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=PI_COM%3AAres(2025)10453708&utm_source=chatgpt.com

Auf Text klicken und dann Textsuche nach "Tdesignh" (zweiter Fund)

Achtung "grösser- und kleinerzeichen" ist ja im Minustemperaturbereich.

So erkläre ich mir auch, warum die Werte bei TOL und Tbivalent identisch sind.

Hier Beispiel von der RXM35A9 / FTXM35A

Man muss etwas autistisch denken um die Logik dahinter zu verstehen. Es handelt sich bei dem Report um eine Dokument-Vorlage in die stumpf Daten nach der Norm, bzw. dem Gesetz eingesetzt werden. Schritt für Schritt werden also Daten eingetragen. Erst wird für TOL die Temperatur eingetragen. Dann erkennt man, dass diese niedriger ist als Tdesignh, daher wird in der nächsten Zeile die Werte vom Tdesignh-Punkt eingetragen.

Wie ein Script im Grunde.