ich hatte in der Zwischenzeit auch einen Energieberater hier, sehr ähnliches Spiel wie von Dir geschildert. Statt konkrete Lösungen in der bestehenden Struktur zu schaffen, soll ein Sanierungskonzept erarbeitet werden, bevor irgend eine Maßnahme durchgeführt wird. Meine Vermutung: die ganze Branche generiert sich die Aufträge selbst und verwendet Steuermittel, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen.
Das Spiel will ich nicht mitspielen. Ich habe inzwischen eine WP (Carrier AquaSnap 30AWH010H1--NG - ist in weiten Teilen ein Viessmann Gerät) gekauft, die nun auf die Installation wartet.
Ich habe inzwischen eine ähnliche Erkenntnis. Nach vielen Vorabprüfungen wurde die Einhaltung der Förderbedingungen so komplex, dass ich nun auch davon Abstand nehme und es ohne Förderung machen werde. Es kostet einfach zu viel Aufmerksamkeit, ist auch mit Risiko verbunden (man geht in die Vorleistung) und man weiß nicht, ob nicht doch eine zusätzliche Formalität um die Ecke kommt. Unterm Strich wird es nur unwesentlich teurer ohne Förderung sein, weil einiger (zumindest in unserem Fall) nicht-wertschöpfender Overhead wegfällt, zumindest wenn man einen technischen Background mitbringt. Aber war eine interessante Reise durch ein Förderprogramm
Hm, für mich war nicht nur der Preis das entscheidende Argument. Ich denke, Du hast Recht, DIY fürhrt vermutlich dazu, das Deine Lösung nicht deutlich teurer wird als eine Lösung mit Förderung.
Ein weiteres Argument für DIY ist für mich, das ich genau das Konzept umsetzen kann, das ich für bestmöglich für unsere Rahmenbedingungen in unserem Leben halte. Ich muss nicht eine Lösung akzeptieren oder Kompromisse machen, die andere Leute (die gar nicht hier leben) für die Richtigen halten. Ich mache nach bestem Wissen und Gewissen und in der Reihenfolge die Lösung, die nach meinem Kenntnisstand gut ist. Genau dafür gebe ich auch mein Geld aus. Für nichts anderes.
Ja, das ist auch für mich ein Aspekt von DIY.
In unserem Fall stellte sich das so da:
a) Unser Haus hatte eine Heizlastberechnung von vor 20 Jahren. Aber keine Einzelraumheizlastberechnung, wie es die Förderung verlangt. Ist eine unsinnige Forderung, wenn man eine Gesamtberechnung des Hauses hat und auch noch Verbauchswerte der letzten 20 Jahre. Die Einzelraumberechnung ist für den hydraulischen Ausgleich interessant, aber auch der wäre bei uns nicht notwendig gewesen. Wie auch immer: die Einzelraumberechnung habe ich gemacht und in der Anfrage an den Energieberater wäre das ok gewesen. Den Punkt hätte ich abhaken können.
b) hydraulischer Abgleich: Bei uns gibt es nur Fußbodenheizkreise, die auch mal eingestellt wurden. Es fehlen aber die Topmeter, um den Durchfluss anzeigen und nachträglich einstellen zu können. Die Forderung des Experten war, die Verteiler auszutauschen und mit Topmeter kompatiblen zu ersetzen. Kosten geschätzt 1000 EUR. Nach viel eigener Recherche fand ich auch moderne adaptive Stellantriebe. Eine aufwändige Stellungnahme war am Ende für den Energieberater auch ok. Den Punkt hätte man also klären können, allerdings ohne Mehrwert hätten rund 500 EUR investiert werden müssen.
Die Liste geht weiter mit vielen Details an Rahmenbedingungen. Ob hier im Laufe des Vorhabens noch weitere Themen auftauchen, die dann zu unsinnigen, meist kostentreibenden Maßnahmen führen bleibt ungewiss, weil keiner dafür wirklich verantwortlich ist.
Würde ich unseren Umbau einer Fachfirma überlassen, wäre es nicht nur viel teurer, es wäre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht die intelligenteste, da sie alle ihren Standardstiefel abarbeiten, was ich aus dem Prinzip der Gewinnmaximierung verstehen kann. Und in dem Zusammenhang viel nicht selten das Argument, dass es doch von der Förderung gedeckt werden würde. Mit einer digitale Integration in eine Heimautomatisierung etc. will sich zudem keiner beschäftigen, weil entweder zu wenig Kenntnisse oder zu umständlich. Ich habe durch meinen Diskurs einen Einblick in diese Welt bekommen, konzentriere mich aber nun auf den DIY Umbau ohne unsinnigen Overhead.