Da stimmt was nicht: 0,8mm ist der Standard bei den Rohren, wofür die Armacell Flare Fittings auch passen sollten. 1,0mm ist unüblich. Da würde ich mal genauer checken, ob du wirklich die gängigen Flare Fittings gekauft hast.
In der Regel ist es so, dass die Stützhülse zu schwer ins Rohr geht, weshalb dies ein klein wenig aufgeweitet werden muss. Oft gehts auch nur um einen Mikro-Grat, der noch innen vorhanden ist. Steckst du also einen konischen Körner ins Rohr und schlägst mit kleinem Hammer einmal kurz auf den Körner, sollte das Rohr dann passen, so dass die Hülse reinrutschen kann.
Schraubendreher erscheint mir ungeeignet, weil nicht konisch.
Brauchst du nicht. Wenn der Einsatz des Flare Fittings nicht ins Rohr passt, einfach entgraten, hatte dazu z.B. einen passenden Bohrer genommen und den Grat weg gesenkt. Meistens entsteht durch das mechanische Trennen der Kupferleitung ein Grat im Inneren, der stört beim Montieren der Stützhülse.
Achtung: Aufpassen dass keine Späne in das Kupferrohr gelangt, dazu die Leitung beim Entgraten mit der Öffnung nach unten halten, anschließend nochmal visuell inspizieren und ggf. mit einem Wattestäbchen Späne entfernen.
Meine Stützhülsen haben alle sehr stramm ins Rohr gepasst, also kein Gefühl von "zu viel" Spiel. Sie waren aber schon noch frei beweglich (Spielpassung), also durch die Schwerkraft würden sie wieder herausfallen, wenn man das offene Ende der Leitung mit der Öffnung nach unten hält.
Letzlich dürfte das Spiel aber auch nicht ganz so entscheidend sein, wenn man sich das Dichtungsprinzip verinnerlicht. Das Kupferrohr wird mit der Stützhülse im Inneren bei der Endmontage um mehrere mm stirnseitig im Durchmesser aufgeweitet.
Zum entgraten hat sich ein 3-Schneiden Kegelsenker im Akkuschrauber bewährt. Aber nicht die gängigen 120 Grad, sondern 90 Grad. Und nicht übertreiben, wirklich nur den Grat wegnehmen. Beim Entgraten Rohr immer nach unten halten, damit keine Späne reinfallen.
Hallo, ich würde das gerne nochmal vorholen, da ich die Fittings eine technisch gelungene Lösung finde.
So wie ich das sehe, gibt es zöllige (SF-FZ-XXX) und metrische Fittings (SF-FM-XXX). Wenn XXX = 006, z.B. dann ist der für 1/4” (zöllig) oder eben 6mm (metrisch) passend.
Nun der unklare Punkt: genaues finde ich nicht, aber es wirkt als wäre die Materialdicke der zölligen auf 1mm angesetzt und der metrischen auf 0,8mm.
Ich frage mich ob die Klimaanlage selbst (also Innen- und Aussengerät) hier irgenwelche Vorgaben machen ob man ein zölliges oder metrisches Rohr nehmen muss und/oder ob die Materialstärke 0,8 oder 1mm einen unterschied machen? Oder passt jeweil 6mm/1/4” mit 0,8/1mm auf jeden Anschluss dieser Größeordnung?
Typisch hat zölliges Rohr 0,8mm Wandstärke, metrisches 1mm. Und bei den Armacell-Fittings muss das alles genau passen wegen der Stützhülse. Wenn du bördelst, geht metrisch wie zöllig, aber du brauchst passende Bördelmuttern. Default wird immer mit zölligen Muttern ausgeliefert bei allen Herstellern.
Danke für deine Info. Genau das mit dem „genau passen“ würde ich gern hinbekommen. Was mich verwundert ist, dass es irgendwie bei den Fittingen genau andersrum zu sein scheint. Zöllig 1mm und metrisch 0,8mm. Aber das macht ja wenig Sinn wenn es bei den Rohren genau andersrum wäre.
Ich würde gern 1/4-3/8 und passende Fittinge finden. Aber das ist echt nicht einfach. Alleine weil selbst im Armacell Katalog Nix über die Materialstärke bei den Fittingen steht.
Ich würde mal vermuten: 90% der Angebote, die du in den Shops findest, passen für zölliges Material, weil das der Standard ist, alles andere ist exotisch.
Und oft wird es doch auch angegeben, Beispiel hier:
ich bin bei der Suche nach “Armacell Flare Fittinge” auf dieses Video gestoßen.
Nach dem Kalibrieren des Kupferrohres wird das Rohr zunächst mit der Hand und dann mit einem Gabelschlüssel 1,5 Umdrehungen festgezogen. Da soll das Messingende sich an den Konus vom Gegenstück am Außengerät anpassen. Danach lockern und 1/4 Umdrehung festziehen.
Also kein Gabel-Drehmomentschlüssel erforderlich?
Und muss sich nicht in das Bördeln einarbeiten. Aber man muss diesen Dorn und die Überschiebehülse zum Kalibrieren für 1/4” und 3/8” Rohre auch noch kaufen - vermutlich relativ teuer?
Durch die Anzahl Umdrehungen wird schon genau das Drehmoment erzeugt. Nochmal lockern ist glaube ich nicht der übliche Weg, schau mal in der Originalanleitung.
Drehmo brauchst du bei den Teilen dann nicht. Den Dorn brauchst du auch nicht. Wenn du gut entgratest, passt es oft schon direkt. Wenn nicht, nimmst einen konischen Senker oder Durchschlag und weitest damit etwas auf. Da gehts nur um ganz wenig.
Nachdem ich die Bezeichnung der Fittinge im Forum gelesen hatte, hatte ich danach gegoogelt und dieses Video gefunden. Ich finde, die Person geht da reichlich rabiat zu Werke. Die Audiospur sagt sinngemäß “wieder lockern, um den Stress für das Material abzubauen und dann wieder 1/4 Umdrehung anziehen”.
Wenn dies die Originalanleitung ist, dann ist in Punkt 13/14 nur bei wiederholter Montage von 1/4 Umdrehung anziehen die Rede.
Wo ich Bedenken habe: bei der Bördeltechnik wird eine vorgeformte (weiche) Kupferfläche auf einen Messingkonus gepresst, der härter ist als das Kupfer. Bei den Armacell Fittings ist es Messing auf Messing. Also besteht doch die Gefahr, dass auch der Messingkonus vom Außengerätanschluß verformt wird?
In der Anleitung klingt es unter Punkt 6 so, dass das Kalibrieren gemacht wird, weil durch den Schnittvorgang das Rohr gequetscht wird. Bei 1/4” sollte der Innendurchmesser 6,35 - 2x0,8 = 4,75 mm sein. Bei zölligen Splinttreiber gibt es 3/16”, das sind 4,76 mm. Das müsste dann passen?
Bei 3/8” ist der Innendurchmesser 7,962 mm. Da ist ein Splinttreiber 5/16” mit 7,93 mm etwas zu klein? Einen metrischen Splinttreiber 8 mm verwenden? Aber - so wie es weiter oben steht - erstmal ausprobieren, ob die Hülse auch ohne Kalibrieren in das Rohr passt.
Schneide das Rohr extrem langsam. Den Rohrschneider lange kreisen lassen, und immer nur Stück für Stück enger stellen. Dann quetscht du das Rohr so gut wie nicht, und brauchst nicht kalibrieren.
Die Preise sind ja stramm 50€ für 4 Fittinge … auf der anderen Seite ist es doch Arbeitsersparnis und das Bördelgerät will auch bezahlt sein.
Wahrscheinlich geht das im Herbst aber auch wieder runter. Gerade sind die Preise in vielen Regionen um das Thema Klima genaus aufgeheizt wie unser Dachzimmer.
Auch bei Kupfer auf Messung wird der Stutzen verformt. die Fläche ist danach konkav, sieht man schon mit bloßem Auge. Ist alles kein Problem, funktioniert so problemlos.
Suche keine zylindrischen Sachen, du brauchst einfach einen konischen Körner oder Durchschlag. Sowas hier:
Irgendwie bin ich mir nicht sicher, ob es das überhaupt braucht?
In der Praxis funktioniert es mit dem Bördln eigentlich so gut, dass eine “Alternative” im Grunde gar nicht nötig ist? Das passende Werkzeug ist auch billig.
Ist dann die Frage, ob man bei den “Flare Fittings” quasi wirklich gar nichts falsch machen kann und 100% Erfolg zu erwarten sind?
Weil wenn nicht, kann man auch direkt bördln.
Und das Bördlset kauft man 1x. Die Flare Fittings muss man immer wieder kaufen bei mehreren Anlagen.
Aber jedenfalls interessant.
edit: Drehmomentschlüssel ist bei gebördelten auch absolut notwendig, wenn das hier nicht so ist - spart man sich das dann ebenso.
Armacell Flare Fittings in Zoll, sind die SF-FZ-006 3/8“ und SF-FZ-010 1/4“ die Richtigen für die kleinen Anlagen?
Ja, passt. Die im metrischen Format haben mm Angaben, z.B. SF-FM-012 12mm.
Rohrwandstärke beim zölligem Maß immer und ausschließlich 0,8 mm mit den Fittings.
Beim Schneiden des Rohres drückt das Schneidrad das Material etwas ins Rohr, weshalb sich das Material verformt. Deshalb besser nur minimalen Druck durch Anziehen erzeugen und danach mehrere Umdrehungen den Rohrschneider ums Rohr drehen. Um so weniger muss entgratet, bzw. mit dem Körner aufgeweitet werden. Rohr ablängen, die Hülse ins Rohr und das Druckstück über das Rohr mit der Hülse. Das sollte vorher einige Mal geübt werden und nicht erst oben auf der Leiter damit begonnen werden.
Vailland, Bruderus, Bosch etc., ganz egal es sind immer die "Armacell Flare Fittings", manchmal auch unter verschiedenen Bezeichnungen. Serto hat das System erfunden und ich denke, die produzieren auch.
Die Anleitung erscheint mir schlecht gemacht. Punkt 1-13 sind ja wirklich Folgeschritte. Punkt 14 definitiv nicht und Punkt 15 dann wohl auch nur im Bedarfsfall, wenn irgendwas schief gelaufen ist und man nachgucken will.
Da hat vermutlich der Designer kein technisches Verständnis gehabt und der Techniker hat später nicht kontrolliert bzw. hat die Sache mit der Abfolge nicht verstanden.