Für mich haben Biogasanlagen mehrere, elementäre Vorteile gegenüber Wind und Sonne mit denen sie die Nachteile von Wind und Sonne meines Erachtens nach durchaus ausgleichen können.
Zudem, massenhaft Beton, Stahl und Sondermüll (bei Lebenszeitende) wird ja wohl auch in jede einzelne Windkraftanlage gepumpt. Das ist also kein Argument.
Der Energiebedarf einer, aus welchen Gründen auch immer, abgeschalteten Windkraftanlage liegt bei im Schnitt bei ca. 10kW. Wenn in so einem Park bei 10 - 15 Windkrafträdern also mal wieder wegen guter Windlage und mangels Speicher alle Windkraftanlagen still stehen gönnen die sich zwischen 100 und 150kW fürs Nichtstun. Im Winter gerne dann auch mal bis zu 100kW pro Windrad. Also auch hier sehe ich den Parasitärbedarf an Energie einer Biogasanlage eher als kein valides Gegenargument an.
Hingegen die Vorteile:
Zum Einen sind sie, zumindest in meinem Dunstkreis, immer als KWK Anlage aufgebaut und speisen jeweils ein örtliches Fernwärmenetz. Heißt also sie liefern nicht nur zuverlässig und recht flexibel Strom sondern auch Wärme.
Ein weiterer, großer Vorteil ist der Speicher. Immerhin liegen gerne mal 10GWh an Energie aus dem Sommer dazu bereit flexibel genutzt werden zu können.
Der nächste Vorteil hinsichtlich Netz ist die dezentrale Aufstellung der Anlagen. Was natürlich für Windkraftanlagen genauso gilt.
Die Skalierbarkeit. Sofern kurzfristig mehr Leistung am gleichen Standort benötigt wird kann einfach ein weiterer Generatorcontainer dazu gestellt werden.
Ich kenne einen Landwirt der berichtete, dass es zumindest für seine Biogasanlage Vorgaben gibt, dass er neben Mais nur minimal anderes Gärfutter verwenden darf. Das muss man sich mal vorstellen, im Allgemeinen wird immer gern auf dem Mais herumgehackt. Die Anbauflächen sind hinterher ausgelaugt, er wird über weite Wege transportiert und es wird wertvolle Ackerfläche für den Anbau von Gärfutter verschwendet. Alles soweit richtig, aber das es behördliche und/oder gesetzliche Vorgaben gibt dass der jeweilige Betreiber gar nichts Anderes als Mais füttern darf, das wissen die wenigsten. Das ist doch irre.
Der reine Energiebedarf für die Erzeugung einer biogas kwh liegt, Zitat Gemini:
Ergebnis für den landwirtschaftlichen Prozess: > Der indirekte Dieselverbrauch liegt bei ca. 0,006 bis 0,008Litern Diesel pro erzeugter kWh Strom.
Das entspricht einem indirekten Energieeinsatz von rund 0,06 bis 0,08kWh Diesel pro erzeugter kWh Strom.
Diese Bilanz finde ich gar nicht mal so schlecht.