Gut genug geplant? 16S mit Cornex PF173-314A, JK BMS PB2A16S20P und Multiplus II 5000

Einleitung

Ich werde in den nächsten Wochen ein netzgekoppeltes 16kWh ESS mit 16 Cornex 314Ah-Zellen und einem Multiplus II 5000 zusammenbauen. Ich hab zwar eine elektrotechnische Ausbildung und finde mich daher ganz gut im Metier zurecht, aber null praktische Erfahrung mit dem Bau einer Batterie. Daher möchte ich mein Projekt vor der Umsetzung hier vorstellen, vielleicht bekomme ich noch ein paar Expertenbewertungen und -ratschläge. Fehlt was, übertreibe ich bei manchen Details?

Ich hab bei diesem Projekt zum ersten Mal sehr viel der Planung mit Google Gemini akkordiert. Das macht unglaublich viele dumme Fehler, besonders wenn die Dialoge zu lang werden, man muss deshalb jede Aussage selber überprüfen. Es ist aber trotzdem eine große Hilfe, ich hab dadurch sehr viele gute Anregungen erhalten und mir dadurch einiges an zusammengefasstem Wissen extrahiert, ohne Wochen mit Recherche verbringen zu müssen.

Zunächst zum groben Aufbau:

Die 16 Zellen sollen in zwei Reihen aufgebaut werden. Die Kompression erfolgt mit sechs M10 Gewindestangen sowie Tellerfedern. Dazu verwende ich zwei 8mm Stahlplatten, welche beide Zellreihen abdecken. Zwischen den Zellreihen verbleibt ein 20mm Spalt, in dem zwei der sechs Gewindestangen geführt werden. Dadurch sollte der notwendige Druck gleichmässig auf die Zellen wirken. Zwischen die Zellen lege ich 0,5mm FR4 sowie, falls ich es auftreiben kann, 0,8mm BISCO HT-800 Silikonschaumplatten. Bei den Druckplatten verwende ich 1mm FR4 über die gesamte Fläche. Da ich über den lokalen Makerspace Zugang zu einem Wasserstrahlschneider habe, möchte ich diese Platten damit zurechtschneiden.

Die Zellen werden mit flexiblen Busbars verbunden, von der Batterie gehe ich mit 70mm² (NSGAFöu) zum Shunt, von dort weiter über einen RKA 95 Klemmblock, der die Verbindung auf zwei 35mm² (H07V-K) zu den beiden Terminals des BMS aufteilt. Auf der P- Seite wieder zu einem RKA 95, der sie wieder auf ein 70mm² Kabel zusammenführt und dann zum Inverter. Vom Pluspol führt ein 70mm² Kabel zu einem NH01 Lasttrennschalter (250A) und dann zum Inverter.

Steuerung per Cerbo GX, Kommunikationskabel crimpe ich selber, USB-RS485 mit Waveshare FT232RNL, als Smart Meter nehme ich einen Victron EM540.

Batterie, Shunt und BMS sollen in eine Box aus Siebdruckplatten kommen.

Soweit zum Aufbau, hier meine Einkaufsliste:

Bild Bezeichnung Stückzahl Preis Status Notizen
Cornex PF173-314A 16 836,82 € :white_check_mark: Dongguan Lightning New Energy Technology Co., Ltd. (Alibaba), geliefert wurde aus Polen, alle Zellen haben 3,268-3,269 V
JK BMS PB2A16S20P 1 95,38€ :package: Jikong Official Store (AliExpress ID 5058221)
Busbar 16 51,24 € :white_check_mark: EZKABO Store (AliExpress), Stärke 2mm
Flexible Busbar 1 7,99 € :cross_mark: Minerals Official Store (AliExpress) retourniert, schlechte Verarbeitung
NO-OX-ID A-Special Kontaktpaste ~60ml ~25 € :package: baymarinesupply (Aus den USA, shipping cost $22.50 :see_no_evil_monkey:)
Multiplus II 48/5000/70-50 1 661,21 € :package: green-future.at
Cerbo GX 1 210,35 € :package: green-future.at
SmartShunt 500A 1 84,95 € :package: green-future.at
MK3 - USB 1 50,81 € :cross_mark: spar ich mir erstmal
Smart Meter EM540 1 88,91 € :package: green-future.at
Waveshare RS485 USB Converter 1 18,54 € :package: Amazon
Presskabelschuh 35mm² M6 6 7,72 € :clipboard: Schäcke, Cimco 183572, DIN 46235
Presskabelschuh 70mm² M6 3 11,11 € :clipboard: Schäcke, Cimco 183561, DIN 46235
Presskabelschuh 70mm² M10 4 10,38 € :clipboard: Schäcke, Cimco 183523, DIN 46235
RKA Klemmblock 2 42,95 € :white_check_mark: Schäcke, Hora Universalklemme RKA 95/1
Sicherungslasttrennschalter 1-polig NH)) 1 45,04 € :white_check_mark: Schäcke, EATON XNH00-1-A160, doch nur "Spielzeug NH00", Fehlbestellung die ich nicht mehr retournieren kann, jetzt leb ich erstmal damit
NH00 160 A 1 8 € :white_check_mark: Schäcke, Eaton 160NHG00B
Gummi Aderleitung 70mm² 3m 45 € :white_check_mark: enercab.at, zzgl. 6,90€ Versand
Aderleitung 35mm² 1m 6,40 € :white_check_mark: enercab.at
FR4 0,5mm 14+1 9,78 € :white_check_mark: ahltec.de, 1 Stk. 600x500mm, 1x Bodenplatte, zzgl. 14,02€ Versand
FR4 1,0mm 1 14,82 € :white_check_mark: ahltec.de, 1 Stk. 600x500mm, 2x Isolierung Druckplatten
Bisco HT-800 1,59mm 915x1000mm 80 € :cross_mark: MVQ Silicones GmbH, Siliconschaumplatte 1,59mm, grau, HT800GY, Dichte ca. 0,352g/cm³
EPDM Zellkautschuk 2mm 2x0.5m² 25,85 € :package: Diconfa (eBay)
Druckplatten Stahl 2 20€ :white_check_mark: Schrottplatz, 8mm Wald- und Wiesenstahl, 420x205mm, Anstrich mit Rostschutzfarbe, strichliert die Umrisse der Batterien
Gewindestange M10 8.8, Scheiben, Muttern 6 42,37 € :white_check_mark: Priara (eBay), Hersteller: Reyher, Gewindestange DIN 975 M 10 x 1000mm 8.8 galvanisch verzinkt, Sechskantmutter DIN 934 M 10 8 galvanisch verzinkt, Scheibe DIN 6340 10,5 x 28 x 4 Stahl vergütet galvanisch verzinkt
Werkzeugfedern 115mm 6 74,36 € :white_check_mark: sodemann-federn.de, 4xC26115, 2xD26115
Siebdruckplatten 12 und 21mm 6 ~70 € :clipboard: Baumarkt
div. Kleinmaterial x ~50 € :package: Schäcke, Kabelbinder, Kabelkanal für die BMS Sensorkabel, Kabelverschraubungen, Zugentlastungen, Ringkabelschuhe, DIN Schiene, fliegende 3A Sicherung fürs BMS
Summe ~2700 € :scream:

Kosten:

Ich wollte ursprünglich ein sehr einfaches, günstiges Setup mit einem Solis EA1P6K-L machen. Dem Angebot für die Zellen hab ich daher recht spontan zugesagt, rückblickend etwas blauäugig weil ich die Kosten und den Aufwand unterschätzt habe. Leider ist dieser Solis Inverter in Österreich nämlich nicht zugelassen und ich hab auf Victron umgeschwenkt. Mit dem ganzen zusätzlichen, ursprünglich nicht mitberechnetem Material bin ich jetzt doch einiges über dem angepeilten Budget von 2000 Euro. Da relativieren sich die billigen Batterien wieder etwas. Ich bekomme aber vorraussichtlich 1000 € durch Landesförderung ersetzt, also sollte es sich trotzdem rentieren und der Zorn meiner Besten in Grenzen halten (Immerhin ist das eine Investition mit einer höheren Rendite als jeder ETF :nerd_face:).

Kommentare zu Gemini:

Bei einigen der Berechnungen habe ich aus Faulheit zunächst Gemini Pro gefragt (Das macht KI mit einem!), und dann versucht, wo möglich, die Rechnung nachzuvollziehen. Ich hab aber auch immer wieder nachgehakt und neue Chats für die Details eröffnet, mittlerweile sind schon mehrere Iterationen dabei rausgekommen und wir kommen der Wahrheit wohl langsam näher:

  • Dicke der Bodenplatte (21mm) und notwendige Unterstützung von unten (Lt. Gemini genügen zwei , von den Stirnseiten 210mm nach innen versetzt :man_shrugging:). Wie Holz sich unter Belastung verhält und man das berechnet kann ich leider nicht nachvollziehen. 21mm ist aber recht ordentlich und wird auch bei den 110kg Gesamtgewicht hoffentlich halten ohne sich über die vielen Jahre hinweg zu verziehen :face_with_peeking_eye:
  • Berechnung der Dimensionen und Platzierung der Lüfungsöffnungen (Ich hab bereits Lüftungsgitter mit ø48mm herumliegen, daher die vielen Öffnungen in den Siebdruckplatten). Wird wohl passen, Kamineffekt wurde vom Tool gut erklärt und die Größe der Öffnungen erscheint sinnvoll. Bei den akkumulierten Wärmeverlusten von ca. 30W unter Spitzenlast (Shunt, BMS, RKA 95, Kabel) sollte das gefühlt passen.
  • Notwendige Vorspannung der Gewindestäbe und Tellerfedern. Diese soll 3000N pro Zellreihe betragen (Scheinbar Industriestandard für 314Ah CATL und EVE Zellen). Ich hab mir die notwendige Auslegung von Gemini mal vorschlagen lassen und dann nachgerechnet. Bei gleichmässiger Aufteilung der Kräfte über die gesamte Druckplatte schlägt Gemini aussen 750 N und innen 1500N pro Gewindestange vor. In Summe 6000N, aufgeteilt auf zwei Reihen sind das 3000N, macht also Sinn. Es gibt Tellerfedern mit einer Nennkraft von 411 N. Dadurch ergeben sich bei 2 parallelen Tellerfedern Kräfte von 822 N auf den äusseren Gewindestäben und 4 parallelen Tellerfedern 1644N auf den mittleren Stäben. Die parallelen Tellerfedern lassen sich mehrfach wiederholen um mehr Federweg zu erhalten, ohne die wirkenden Kräfte zu verändern (Sh. Wie stapelt man Tellerfedern?). Lt. Datenblatt beträgt der maximale Federweg bei den gewählten Tellerfedern 0,55mm, 4 Pakete mit 4 paralleln Tellerfedern ergibt also 4,4mm Federweg.

Umso genauer man die Frage stellt, umso detaillierter fällt auch meist die Antwort aus. Ich hab das meist in Englisch gefragt, sollte aber in Deutsch genauso funktionieren. Hier ein Beispiel-Prompt, nachdem die Rechnung immer wieder falsch ausgefallen ist:

Please redo this calculation based on the following and explain your calculation:

  • Figure out the required pressure for Cornex PF173-314AH prismatic cell
  • Consider the springiness of the 7x2 layers of 0.8mm HT-800 between the cells (If applicable)
  • Calculate the necessary force on each individual threaded M10 rod (4 on the outside, 2 in the center. The horizontal distance between the respective outer rods to the center rods is 195mm. Vertically, the upper and the lower rods are 165mm apart (If unsure about the layout, ask, don't assume)
  • Provide me with the required type, amount and configuration of 10,2mm Tellerfedern. There are also washers with smaller nominal force available at this dimension (e.g. 254N, 304N, 411N) according to the attached datasheet (D1=10,2mm)
  • Finally, figure out how I can make sure I've applied enough force when tightening the locknuts. Can I measure the compression of the spring washers or the inner distance between the pressure plates, do i use a torque wrench? Give me a practical advice how I can measure enough force is applied on the batteries.

Da wurde dann natürlich das HT800 14x statt 7x gezählt, da hab ich dann noch ein paar weitere Anläufe gebraucht.

Sehr praktisch ist das Erstellen von Python Scripts. Sämtliche Zeichnungen für die obigen Zuschnitte sind DXF-Dateien, die von einem von Gemini erstellten Script erzeugt worden, ich hab da kaum selber programmiert oder gezeichnet. Ich hab mir auch gleich ein Script zum Erstellen eines Wartungsdokument (5,5 KB) erstellen lassen, das mir zeigt worauf ich in den nächsten Jahren beim Anziehen der Muttern in welchen Intervallen achten muss. Sicher hilfreich wenn ich die Details längst vergessen hab.

Insgesamt also schon sehr spannend wie gut das mit einem LLM bereits funktioniert, wenn man bedenkt dass ich vor zwei Wochen noch kaum Wissen über den Zusammenbau einer Batterie hatte, insbesondere in Hinblick auf die Kompression und was ein BMS macht. Für einen absoluten Laien ist ein LLM als Quelle aus meiner Sicht aber bedingt geeignet, da es viele Fehlinformationen wiedergibt wenn man nicht sehr aufmerksam ist und die Erklärungen mit technischem Hintergrundwissen selbst verifizieren kann. Aber gut, andere Internetquellen und YouTube sind auch nicht immer besser.

Abschliessende Worte und Ausblick

Ich lieg grad mit Influenza im Bett und mein Schlafrythmus ist sowieso komplett durcheinander, sonst hätt ich auch keine Zeit für eine so detaillierte Dokumentation.

Soweit mal das Einstiegsposting, danke für die Aufmerksamkeit wer es bis hierher geschafft hat! Ich werd sporadisch updaten, mit Kleinkindern im Haus wird sich das Zusammenbauen sicher ein paar Wochen ziehen. Schön wäre es wenn ich's bis Februar schaffe was auf die Reihe zu bekommen (Sonst stehen die relativ spontan bestellten Zellen sinnlos herum).

2 „Gefällt mir“

Das ganze sieht für mich stimmig aus. Vor allem NH01 statt der üblichen Spielzeug NH00 gefällt mir.

Kosten- und Zeitmäßig wärst Du mit einem Fertigakku aus den hiesigen Sammelbestellungen besser gefahren, aber das hast du bestimmt schon selber erkannt. Und so lernst Du das Thema von der Pike auf, das ist auch sehr viel wert.

@peletiah
Bei der Auswahl der Komponenten kann ich mich @uschi anschließen, sieht gut aus. Zur Vorspannung der Zellen haben wir User die deutlich mehr Wissen haben als ich, die können dir da mit Sicherheit mehr zu sagen.

Budgettechnisch sehe ich hier noch einige Optionen aber wie Dein Zukunfts und Sicherheitswunsch geartet ist, ist immer sehr subjektiv.

Bin in Deutschland (ohne 19% Steuer) mit einem Fertiggehäuse bei etwa 2300€ gelandet. Wenn Du jetzt 50% wieder bekommst, ist das ein Wort. Ich persönlich mag den etwas weiteren "Fabriklook" eines fertigen Batteriegehäuses und weniger die offenen Selbstbauversionen aber das ist wiederum subjektiv.

70mm², 250A Absicherung bei einem 5000er, seperater Cerbo, Seperater Shunt, alles gute Dinge, aber es geht halt auch vertretbar günstiger und dann ist die Aktion nochmals einem ETF überlegen :wink:

1 „Gefällt mir“

Was würdet ihr weglassen? Ohne Shunt (-85€) und mit einem Multiplus GX (-68€) wärens 150 € weniger. Offenbar ist der Shunt im JK BMS ja zu ungenau und man kann nie sicher sein, wie voll die Batterie wirklich ist, sodass man diese für ein Reset regelmässig auf 100% laden muss. Ist das übertrieben?

Ich plane keine Erweiterung. Abdeckung des Eigenverbrauchs, Peak Shaving und nächtliche Einspeisung in unsere Energiegemeinschaft bei Überproduktion (10 Cent/kWh) sind das Ziel. Vielleicht irgendwann eine zweite Batterie, falls die Energiegemeinschaft mehr nächtlichen Bedarf hat, oder für ein e-Auto (Das ist aber finanziell in weiter Ferne und könnte ich voraussichtlich auch tagsüber oft genug laden). Dafür sollte der 1-polige Multiplus 5000 aber ausreichend Leistungsreserven haben.

Bei den leistungstragenden Komponenten hab ich auch überlegt, ob nicht eine Nummer kleiner geht. 210A Spitzenstrom werd ich selten erreichen, wenn überhaupt. Die erlaubte Schieflast ist ja auch bei uns begrenzt, und dass ich 9kW auf einer einzigen Phase ziehe ist unrealistisch. Ich könnte auch einfach die Entladeleistung am Multiplus begrenzen, alles was darüber geht hol ich mir vom Netz, diese Spitzen sind wenige kWh/Jahr, wenn überhaupt. Die ganze Anlage dafür auszulegen ist an sich übertrieben.

50mm² statt 70mm² und kleinere Kabelschuhe sind ungefähr -20€. 200A oder 250A NH1 macht aber keinen Unterschied, ein kleinerer NH00 Sicherungslasttrenner kostet auch nicht weniger. Ich könnte auf den fancy Trennschalter verzichten und die Sicherung mit einem Griff/Zange rausziehen, wer braucht nicht etwas Aufregung im Leben (-30€). Auf einen extra Batterieschalter würde ich verzichten. Gibt’s andere Ideen? Groß genug ist die Ersparnis also eher nicht um die deutlich engeren Toleranzen zu rechtfertigen.

Re: Fertiggehäuse - gibt es auch Gehäuse mit ordentlicher Kompressionsvorrichtung? Diese Blechgehäuse kosten ja auch ein paar Hunderter, und das Anschwellen und Delaminieren wird nur durch 1mm Blech abgefangen?! Die integrierten Busbars und PCB hätten mir schon gefallen, aber ich brauch kein BMS Display und insgesamt ist mir die Selbstbau-Variante günstiger erschienen (Hat sich aber mittlerweile relativiert, wie man an der Liste oben sieht. Es ist etwas günstiger und vergleichsweise deutlich robuster, aber nicht die Superersparnis, und viel mehr Aufwand).

Welche Fertigakkus wären das @uschi ?

Um die unbürokratische MwSt-Regelung ist Deutschland wirklich zu beneiden. Der kurzlebige, seit März wieder abgeschaffte Nullsteuersatz hier in Österreich war daran gebunden, dass man alle PV-Komponenten beim selben Händler kauft. Hab das zwar letztes Jahr für die Selbstbau-PV gut nutzen können (Module, WR, Elektromaterial und Schienen alle vom selben Händler), aber zwei kleine 10kWh Batterie wurden da um 3000 € angeboten.

Waren um die 1450€ für einen sehr guten 16,1 kWh Fertigakku frei Sammelstelle.

Akku

Hab, wie viele andere hier, inzwischen 6 Stück aus 2 Sammelbestellungen.

2 „Gefällt mir“

Die 0% und 100% Detektierung ist vom BMS recht sauber gelöst und basiert ja nur auf Spannungspegeln die aber durch die Messung des BMS eingehalten werden. Das sind letztlich ja sicherheitsrelevante Pegel um den Akku nicht zu zerstören. Die müssen passen, sonst ist das BMS gar nicht brauchbar.
Problematisch ist der SOC dazwischen durch ungenaue Columbzähler/Amperemessung oder was weiß ich. Mit einem Akkupack bin ich jedenfalls der Meinung kann man sowas ordentlich betreiben. Auf den SOC abseits von 0% und 100% darf man allerdings nur mit einem Auge zu gucken und für 85€ mach ich das auch gerne da der Speicher auch funktioniert wenn keiner drauf glotzt.

Wie auch immer ein Shunt ist keine Einbahnstraße und kann später ohne Problem ergänzt werden. Beim MP2-GX im ESS Betrieb mit einem MP2 kannst Du dir den MK3 schenken, den braucht man dann nicht zwingend. Sind in Summe dann schon 200€ und 7,4% bringt dir kein ETF im Jahr.

Als mein MP2-GX noch alleine war also einphasig, lief der abgesichert mit 125A NH Sicherung am 1m 50mm² ohne Probleme. Habe ihn allerdings auch nicht Tagelang auf 100% gequält.
Wie gesagt es gibt Spielräume zwischen sicherer Auslegung, absolute korrekten Funktionen und Nice to have.

1 „Gefällt mir“

zum Thema JK-BMS und SOC kann ich mal folgendes in den Ring werfen

2 „Gefällt mir“

Ah, danke! Bei mir kommen da jedenfalls noch MPII und Zubehör dazu. Das kommt dann zumindest aufs selbe raus, nur meine zig-Stunden Arbeitszeit darf ich nicht berücksichtigen :grin: Was machst Du mit dermaßen viel Kapazität?

Hmm, ok. Für zyklusverdoppelnden SoC zwischen 20 und 80% reicht das nicht, die dadurch verminderte Kapazität würde mir jedenfalls reichen. Aber wer weiß was Batterien in 10 Jahren kosten. Und so viele Zyklen > 5000 muss man erstmal schaffen.

wo du den 0%-SOC hinlegst, liegt individuell an Deiner Konfiguration. Leg den 0%-SOC bei 3,2V und das Thema ist durch.

Die 80% halte ich für gefährlich und jeder LiFePO4 will regelmäßig balanciert werden (100%). Will man im Sommer zB dazwischen nur bis 80% Laden (Akkuschonung) braucht es mehr Logik um das zu steuern.
Ich fordere bei mir 1 mal wöchtentlich auf 100% (56V) zu laden. Ist das erledigt, lade ich nur noch bis 55,2V. Dafür braucht es aber externen Eingriff wie auch immer man den umsetzt (NodeRed, Modbus, Mqtt, venus-os_dbus-serialbattery). Ich bin skeptisch so eine Logik praxistauglich in den Victron Ladeplänen nur mit einem Shunt hinterlegen zu können. Die Pläne lassen nur fixe Pläne und kaum Logik/Prüfung zu.

Na da werd ich mich bei dem Thema noch besser einlesen :+1: Die Automatisierung wäre nicht das Problem, Home Assistant ist vorhanden und ein MQTT-Script ist sonst auch keine Hürde. Aber soweit bin ich ja noch lange nicht :joy:

26 kWp-Insel (wird noch stark wachsen). Da sind 100 kWh eher das Minimum.

1 „Gefällt mir“

hamstern.
akkus sind das neue klopapier :grin:
nur viel nützlicher

bei dir wirds auch nicht bei einem akku bleiben, das verspreche ich dir. :wink:

1 „Gefällt mir“

Fertiggehäuse. Erst letzens auf Aliexpress für 420€ aus Polen bestellt. Selten sowas perfekt gearbeitetes gesehen. Absolut toll.

200A BMS, 200A Leistungsschutzschalter, Display, alles Kabel etc dabei. Kein Kabelwirrwarr durch PCBs an denen die Balancekabel angebracht sind.

Kompression auch gut gelöst. Das ist kein ein-mm-Blech, sondern da sind U-Profile auf der Rückseite. Da sollte sich nichts verbiegen.

DIY 48V LiFePO4 Battery Case with JK 16S 200A Smart BMS 51.2V DIY Kits 280ah BT LCD 2A Active Balancer Case Assemble Box

Aber leider liegende Zellen.

Hui, 28kg Eigengewicht, das klingt sehr solide. Und aktuell sogar nur 254€ aus Polen :exploding_head:
Da wird’s schon schwer einen Eigenbau zu rechtfertigen. Gestern Abend war ich schon ernsthaft am überlegen auf die Perfektion zu pfeifen und mir das Leben mit einer fertigen Box einfacher zu machen, ist ja nicht so dass ich sonst nix zu tun hab :sweat_smile:

Hab mir heute das folgende Video in voller Länge angesehen (Und teilweise auch das Follow-up Video). Da wird auch auf die Einbaulage und Kompression eingegangen (Zur Einbaulage ab 01h 05m, aber das restliche Video enthält auch sehr viele interessante Informationen).

Bei der Kompression geht's letztlich vor allem ums Rauspressen von Blasen aus den Schichten, die sonst den Transfer der Lithiumionen zwischen den Schichten verhindern würden, weil sie den Elektrolyt verdrängen. Wird am Anfang des Interviews sehr anschaulich erklärt.

Daher ist die waagrechte Einbaulage bei dieser Box tatsächlich ein Handicap, weil die waagrechten Metallschichten das Entweichen von Gasblasen von vornherein verhindern.

So recht überzeugt bin ich von den DIY Boxen wegen der fehlenden Kompression deshalb noch immer nicht.

Wenn ich mir anhand meines PV-Jahresertrags simulieren lasse, wie viele Zyklen ich überhaupt schaffe und wie sich verschiedene Aufbau- und Ladestrategien auf die Batterie auswirken, behauptet Gemini Pro dass die Unterschiede in der Lebensdauer erheblich sind. Ich hab mir dafür vier Szenarien mit den Faktoren batterieschonendes Laden (Opt SoC), volles Be-/Entladen (Full Cap), optimale Kompression (Opt Comp) und DIY Box ohne nennenswerte Kompression (Gokwh Box) simulieren lassen:


Schwer nachzuvollziehen wie akkurat das gerechnet wurde, zumindest wurden hier der Eigenverbrauch, Einspeisung und PV-Produktion einbezogen und nachvollziehbar in den Kommentaren zur Kalkulation verwendet. Grob überschlagen ergeben zumindest die Leistungszahlen im Verhältnis zueinander halbwegs Sinn, wenn auch die Absolutwerte zu hochgegriffen sind (170dx16kWhx20a=54,000 - aber da fehlen die 15-20% Verluste und bei optimalem SoC hab ich keine 16kWh, sondern eher 12kWh verfügbare Kapazität).

Die 260 FEC (Full Equivalent Cycles) sind unrealistisch, dazu müsste ich unwirtschaftlich PV-Energie in die Batterie pumpen (Ladungsverluste) statt sie direkt lukrativer einzuspeisen.

Ich hab eine 15kW Einspeisebegrenzung, aber 30kWp am Dach (Real ~24kWp, weil volles Walmdach, also vier Himmelsrichtungen, 30.300kWh Jahresproduktion), wodurch zu den Spitzenzeiten mehrere hundert kWh/Jahr verloren gehen. Diese kann ich dann natürlich zum Laden der Batterie verwenden.

Die 170 FEC lassen sich lt. der Simulation rein über das Peak Shaving, nächtlichen Eigenverbrauch und Einspeisen der Restkapazität ins Netz erreichen. Das erscheint mir auch realistisch, November/Dezember waren wegen dem zähen Hochnebel heuer sehr schwach. Falls die Lebensdauerverlängerung sich tatsächlich so dramatisch auf die erreichte Arbeit im gesamten Lebenszyklus auswirkt, würde sich das Komprimieren auf jeden Fall rentieren.

Dass Kompression nicht umsonst ist, ist durch die Herstellerangaben nachvollziehbar, in denen die ~3000N Kompression erwähnt werden. Und es wird auch in verschiedenen[1] technischen[2] Artikeln[3], wie auch im Expertengespräch oben, darauf verwiesen, um Gas aus den Schichten zu drücken und den Kontakt der Schichten zu verbessern.

Aber wahrscheinlich auch völlig egal, wenn CATL nächstes Jahr ihre Natriumbatterie im großen Stil auf den Markt bringt und meine 16kWh problemlos durch eine 300€-Batterie mit gleicher Kapazität ersetzt werden können :grin:

Dein letzter Satz sagt eigentlich alles: Bei der Entwicklung der Preise und dem was wohl noch an Weiterentwicklung kommen wird, zusammen mit dem Preis der Zellen ist das für mich alles irrelevant. Ich habe bei nkom vor etwas einem Jahr knapp 1.000€ für die Zellen bezahlt, seither über 3.000kWh geladen die sonst im Netz für ein paar Cent vergammelt wären. Bei aktuellen Bezugspreisen von um die 25c/kWh und gerechneten 30% Ladeverlusten hat sich das immer noch in 2 Jahren gerechnet.

1 „Gefällt mir“

Wieso meinst du dass es keine Kompression gibt? Ohne Kompression würde ich keine LifePo4 Zelle laufen lassen.

1 „Gefällt mir“

Also du brauchst nicht die Victron-Teile in D kaufen wenn Du Ösi bist.

Weiß zwar nicht von wo du in Ö. bist, aber schau mal beim Aichhorn in Gunskirchen vorbei (AHG Aichhorn Handels Gmbh)

Hat auch eine website/shop und du könntest auch mal vorbeischauen und mit ihm reden …

Hab den Kerl durch Zufall kennengelernt.

Dann bei Abholung auch keine Transportkosten und bei offenen Fragen …

2 „Gefällt mir“

Dass die CATL-Natrium so anfangs so billig werden, glaub ich nicht.

Mein Favorit sind nachwievor die EVE 314er mit Doppelpolen und Edelstahlgewindeeinsatz. Also die originalen Doppelpole….

1 „Gefällt mir“