Guckt euch mal diese SingleSplit von Midea an, hat tolle Werte und einen sehr guten Preis wie ich finde

Genau und Leckage im Kompressor, geringerer Massestrom dadurch, dass das angesaugte Gas stärker erhitzt wird, mechanischer Widerstände und Inverterverluste...

Der Effekt ist erstmal "counter intuitive". Wird häufig von sich ändernden Rahmenbedingungen überlagert und ist nicht bei jeder Anlage gleich ausgeprägt.

Hier mal ein paar Zahlen um dies zu verdeutlichen. Bei +7°C Aussentemperatur und +20 Innentemperatur hat die

Daisekai gen. 9 hat einen max COP von 5.33 bei 3.2kW, bei der minimalen Modulation von 700W (150W elektrisch) einen COP von 4.67 also 12.5% weniger.

Bei der Daisekai gen. 10 ist dies noch extremer. max COP von 5.74 bei 2.3kW, bei der minimalen Modulation von 650W (160W elektrisch) einen COP von 4.06 also 29.3% weniger.

Die Shorai Edge 07 hat hingegen nahezu keine COP Einbußen bei minimaler Modulation (-4.2%). Das liegt an der Auslegung der Anlage mit einem Kompressor mit kleinem Fördervolumen in Verbindung mit einem großen Wärmetauscher am Aussengerät.

Anlagen die schnell an ihrer max Leistung arbeiten profitieren stärker von der Reduktion der Leistung.

Bei nordic Anlagen mit einem großen Kompressor und einem breiten Modulationsbereich ist hingegen das Gegenteil zu erwarten. Die können zwar häufig weit runter (im Verhältnis zur nominalen Leistung und insbesondere der max Leistung), bezahlen dies aber mit einen schlechtem COP.

Wo hast du die Zahlen her?

Was mir mal aufgefallen ist und wo man aufpassen muss: Man hat z.B. Datenblätter, wo nur wenige Werte für den COP angegeben sind, z.B. bei unterster Modulation, bei mittlerer und bei hoher Modulation. Und dann ist die unterste Modulation teils wirklich schlechter, als mittlere Modulation. ABER: Die mittlere Modulation ist nicht das Maximum vom COP, sondern das liegt eher kurz über der Mindestmodulation. Das sind man in den Datenblättern aber nicht, weil dafür die Daten fehlen.

Das Haupt-Thema, warum es bei niedrigster Modulation so effizient ist, ist die recht niedrige Pumphöhe: Dann hat der Wärmetauscher am IG beim Heizen z.B. nur 28 Grad bei draußen z.B. 5 Grad. An dieser Temperaturdifferenz hängt ganz viel, was Effizienz einer Wärmepumpe angeht. Bei 400 W sind wir bei uns dann z.B. schon bei vielleicht 40-45 Grad Wärmetauschertemperatur und da muss es zwangsläufig ineffizienter werden.

Hätte das IG viel mehr Wärmetauscherfläche und könnte auch bei 400W noch mit 28 Grad ausblasen, wäre die Situation anders. Dann ist der Kältekreislauf effizient, der Verdichter arbeitet im effizienten Bereich und die Grundlast der Lüfter fällt deutlich weniger ins Gewicht.

Kommt auch noch sehr darauf an, wie die Anlage betrieben wird: Beispiel: Automatikbetrieb Lüfter, der immer versucht, die Anlage auf 35 Grad Auswurf zu halten. Dann wird die Effizienz des Kälteprozesses stabil gehalten, hat also keine Auswirkungen mehr auf das Ergebnis der Gesamt-Effizienz. Dann kann es sehr viel nachvollziehbarer sein, dass der beste COP eher deutlich über Minimal-Modulation zu finden ist.

Wir betreiben die Anlagen aber fast immer auf höchster Lüfterstufe und da wirkt sich dann vor allem die Temperaturerhöhung am IG stark aus in Richtung schlechtere Effizienz bei höherer Leistung.

Z.b. von hier:

Toshiba veröffentlicht die "part load" Daten.

Mein Beispiel Daisekei Generation 10 ist von Seite 22 Tabelle "Heating" Zeile +7

Midea hat zusammen mit der Universität Peking ein Paper veröffentlicht, in dem es um den Wirkungsgrad von Kompressoren in Klimasplits geht. Ein Thema ist dabei, dass bei sehr langsamer Geschwindigkeit das Gas beim Eintritt in den Kompressor erhitzt wird. Man muss dann den Volumenstrom vom Massestrom unterscheiden.

Der Kompressor fördert pro Umdrehung das gleiche Volumen. Da der Volumenstrom bei niedriger Drehzahl jedoch geringer ist, verweilt das Gas beim Ansaugen in den Kompressor länger in Bereichen, in dem es von der Abwärme des Kompressors erhitzt wird. Damit dehnt es sich aus. Damit nimmt die Masse ab. Es wird also pro Umdrehung weniger Masse gefördert (bei gleichem Volumen), d.h. geringerer Massestrom. Es wird also weniger nutzbares Kältemittel gefördert.

Andere Einflussgrössen haben wir ja weiter oben bereits genannt.

Bei sehr geringer abgenommen Leistung (niedriger Modulation) gibt es Einflüsse, die eher in Richtung eines besseren COPs wirken (Dein Beispiel mit der Temperatur; niedrige Last auf den Wärmetauschern) und welche die in Richtung eines schlechteren COP wirken. Das sind neben dem geringeren Massestrom des Kältemittels auch der volumetrische Wirkungsgrad (Leckage macht sich bei geringem Volumenstrom stärker bemerkbar), mechanischer Wirkungsgrad (Reibungsverluste), Inverterverluste und natürlich das Betreiben der Lüftermotoren und der Elektronik.

Unterm Strich ist es laut Doku von Toshiba mit gewissen COP-Einbußen verbunden die Anlagen die ich geprüft habe ganz weit unten zu betreiben.

Aber nochmal: bei einigen Anlagen ist der Effekt nahezu nicht messbar (4.2% laut Tabelle).

Mir ging es in erster Linien darum einen Denkanstoß zu geben, für diejenigen, die im Service-Menü der Midea den Standardwert für die Kompressor-Frequenz herabzusetzen.

Off-Topic:

Wir sollten auch ab und zu innehalten und uns bewusst werden, welch großartige Maschinen die Klimasplits sind. Und dass ein 300 Euro-Teil wirklich wichtige gesellschaftliche und globale Aufgaben lösen kann. Die Anlagen reduzieren unseren "Energiehunger" auf eine wirtschaftliche und ökologische Art, bei der die "niedrigste Modulation" wohl eher eine kosmische Diskussion ist.

Jeder einzelne Haushalt, den wir zusätzlich für die Reise gewinnen können hat so viel mehr Einfluss auf das grosse Ganze als die letzten paar Prozent einer einzelnen Anlage. Daher "thumbs up" für @win und die anderen engagierten Forumsteilnehmer.

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Da gehe ich aus den Erfahrungen mit meinen Anlagen mit. Optimierung durch manuelle Eingriffe sind verbrauchsseitig eher homöopathischer Natur.
Auf "Auto" stellen, laufen lassen und über den Komfort freuen.

Laut diesen Daten ist es eindeutig, dass der COP bei Nennleistung (Nominal) deutlich höher ist, als bei Minimalleistung. Man sieht das schön am Diagramm auf Seite 25.

Das widerspricht aber stark meinen Erfahrungen mit MHI und Daikin Anlagen, wo ich die hohen COP-Werte ausschließlich im untersten Leistungsbereich sehe.

Ich hab mir meine COP-Daten vom letzten Jahr nochmal genauer angeschaut und nach COP sortiert. Der höchste COP war bei 7,53. Bis zu einem COP runter von 4,64 hab ich ausschließlich Aufnahmeleistungen von 180-220 W. Niedrigste Modulation liegt bei etwa 180 W. Der erste Wert mit höherer Leistung liegt bei COP 4,4 und Aufnahmeleistung von 370-600W.

Weil die Kältekreisläufe unterschiedlicher Hersteller kaum Unterschiede haben werden in der Effizienz, kann ich mir das nur so erklären: Toshiba kommt in den Datenblättern auf diese Ergebnisse, weil hier die Lüftersteuerung noch mit reinspielt.

Das erscheint mir der zentrale Faktor: Ziemlich egal, wie der Verdichter läuft, die Effizienz hängt vor allem an der Auswurftemperatur. Je niedriger die ist, um so effizienter.

Die von dir erwähnten Einflussfaktoren werden sicherlich alle eine Rolle spielen, also nachteilige Einflüsse auf die Effizienz bei niedriger Drehzahl des Verdichters. Das scheint aber im Verhältnis zum Effizienzverlust durch höhere Auswurftemperaturen nachrangig.

Bei einigen Anlagen, die sehr weit runter modulieren, wird es aber wohl dann definitiv nachteilig werden. Denn die Auswurftemperatur wird bei den meisten Anlagen auch auf einem bestimmten Level gehalten, typisch so bei 26-30 Grad, damit es sich nciht kühl anfühlt.

Ja, guter Hinweis. Das müsste man wirklich prüfen, ob das in Kombination mit der Anlagensteuerung und der Mindestausblastemperatur überhaupt Sinn macht.

Auf jeden Fall. Man sieht es ja innerhalb kürzester Zeit (halbe Minute) an der Stromaufnahme, wenn man die Lüfterstufe verändert.

Midea hingegen veröffentlicht die Leistungsdaten in Abhängigkeit der Lüfterstufe, bzw "indoor airflow" (z.b. 325, 360, 466 cmh) Auch spannend.

Leider fehlt bei Midea die andere Dimension der Teillast (part load) und es wird angemerkt, "the table shows the case where the operation frequency of a compressor is fixed"

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