Ich frage mich, ob den Verantwortlichen Herren klar ist, dss ein Abbau von vollkommen irrsinnigen Bürokratiehürden eine signifikante private Welle von Anlagen zur EE Erzeugung lostreten könnte.
Damit meine ich nicht nicht den Bereich "kleiner" Balkonanlagen, sondern auch Zulassungsverfahren für große.
Im Fernsehen sah ich, dass man eine bifaciale Ausstellung einer Anlage nicht zulassen wollte/will.....
Ja, es könnte alles schneller gehen und das schlimmste sind dann Paragraphen Reiter, dazu gibt es genug Possen... jeder kleine Möchtegern Entscheider will was zu sagen haben. Auch kleine Anlagen bringen was, vor allem fixen sie an mehr haben zu wollen.
Zurück zum Thema, aber die Klagen sich jetzt durch die Zeit und entscheiden nix... Der Wissing hat zu wenige Schilder, der nächste Angst vor der nächsten Wahl. Ein anderer will was entscheiden, den anderen gefällt es nicht... und die Springerpresse redet Deutschland so schlecht, bald glauben es alle. Wie auf dem Kinderspielplatz, nur das es Auswirkungen auf die Zukunft hat.
Andere Länder machen viele Sachen schon lange und sind noch nicht von der Erdscheibe runter gefallen oder sonst was. Hier wollen alle wieder alles in die andere Richtung drehen wenn sie was zu sagen haben, mal einen Fahrplan erstellen und sich über Regierungen dran zu halten klappt hier irgend wie nicht. Jeder denkt nur an die nächste Wahl.
Ich sehe das Problem nicht darin die bestehenden Formulare auszufüllen. Das ist kein Problem. Meines Erachtens nach ist nicht die Bürokratie das Problem.
Das Problem ist, dass die Anlage nur ein Fachbetrieb mit Meister beim Netzbetreiber beantragen darf, der sich beim Netzbetreiber anmeldet (regulär oder als Gast). Der will natürlich nicht einfach seine Unterschrift hergeben, sondern ordentlich verdienen.
Das Problem in DE ist das mittelalterliche Kastenwesen der Handwerke mit Handwerksrollen und Meisterzwang. Solche mittelalterlichen Zustände gibt es nur noch in Deutschland, Österreich, Luxemburg und im deutschsprachigen Landesteil Belgiens.
An diesen Lobbyismus traut sich kein Politiker. Da geht es bei der Elektrotechnik nicht darum, dass eine Anlage sicher fachgerecht aufgebaut wird, sondern darum, dass ein Meisterbetrieb diese aufgebaut hat. Geht um Kohle.
Warum kann man die Solaranlage nicht fachgerecht aufbauen (selbst oder über Fachmann ohne Meister und ohne in einer Handsweksrolle eingetragen zu sein). Warum gibt es nicht so etwas wie einen unabhängigen Prüfverein bei der Elektrotechnik, den man beauftragen nach Aufbau der Anlage diese auf fachgerechte Ausführung zu prüfen.
Würde es so etwas geben, würden die Netzbetreiber auch zulassen, dass man sich an deren Netz anschließt ohne Aufbau durch ein Elektrofachbetrieb mit Meister, der in der Handwerksrolle eingetragen ist. Ich kann ja verstehen, dass die Netzbetreiber wollen, dass eine Anlage fachgerecht aufgebaut ist und das Netz des Netzbetreibers nicht stört.
@wihz Das würde so, wie du es beschreibst nur in manchen Fällen funktionieren, denn beispielsweise Kabelwege können verschlossen sein, es könnte versteckte Klemmen/Verbindungen geben, Leitungen über scharfe metallische Kanten, usw.
Diese Liste kann man leider fast endlos weiterführen.
Ich habe genug Baustellen mit Subunternehmen oder auch europäische Ausschreibungen gesehen, bei denen einiges Schief gelaufen ist - zum einen Teil aus Ahnungslosigkeit und zum anderen aus Ignoranz. Wenn man bedenkt, was bei elektrischen Anlagen alles schief gehen kann, so bin ich mit meiner Erfahrung fest davon überzeugt, dass diese Regelung bleiben muss.
Ich verstehe die ganze Kritik an dieser Praxis, aber man sollte auch bedenken, dass viele Themen in der Elektrotechnik sicherheitsrelevant sind und man bei einer fertigen Anlage so diese Sicherheit erwarten kann.
Für alle, die selber Hand anlegen möchten:
Frag den freundlichen Elektriker aus dem Dorf/der Stadt ob er das mit dir gemeinsam macht. Er sagt dir worauf er Wert legt und wie er sich das vorstellt, gibt möglicherweise auch noch einige gute Tipps, prüft und nimmt die Anlage ab. Natürlich verdient er sich dabei auch etwas - das ist meiner Erfahrung nach aber vollkommen akzeptabel.
@tok also ich habe einen guten Eli gefunden, der möchte pauschal 3500 EUR netto für die Inbetriebnahme. Jetzt habe ich eine große Anlage, trotzdem schlägt das jetzt noch mal 20% der Kosten drauf. Ich finde das nicht verhältnismäßig, bin aber auf ihn angewiesen.
Mich hat das bei meinem Elektriker 400€ gekostet. Für 3500€ würde ich selber ein Gewerbe anmelden und den Antrag selber stellen! Ich denke, dass auch 1500€ (je nachdem, ob er z.B. auch Messen und Sichten will) für den Antrag durchaus fair sind, aber 3500€ ist dafür wirklich zu hoch. Da gibt es bestimmt noch andere Elektriker die dir einen besseren Preis nennen! Ich würde bei Kleinanzeigen, Myhammer oder einfach bei google.maps (möglichst nahe Umgebung) mal alles abstelefonieren und die Lage schildern. Vermutlich werden sich alle die Anlage mal anschauen wollen, evtl. Messen bevor die einen Antrag stellen.
Das ist sehr schwierig zu sagen, ohne die Anlage zu kennen.
Eine Prüfung vor Inbetriebnahme ist eine vollständige Prüfung der neuen Anlage/des neuen Anlagenteils. Das kann beispielsweise das Messen von Schutzleiterdurchgängigkeiten, Isolationswiderständen, Auslösestrom (RCD) und Auslösezeiten (RCD), möglicherweise Schleifenwiderständen, Netzinnenwiderständen oder auch der Erdungsanlage erforderlich machen.
Noch wichtiger finde ich die Sichtprüfung, da man meiner Meinung nach hier die meisten Fehler findet. Darunter fällt z.B. Auswahl und errichtung der elektr. Betriebsmittel, bestimmungsgemäßer Gebrauch, Ausführung, usw.
Auswahl elektr. Betriebsmittel = z.B. selektivität der Sicherungen, Charakteristiken der Sicherungen, Leitungsquerschnitte
Ausführung = Sichtprüfung -> Verteilereinführung undicht, Dokumentation mangelhaft, Kabel laufen über scharfe Kanten, Verteilerschutzklasse nicht eingehalten (meistens bei SK2) usw.
Zustand (bei älteren Gebäuden) = Erdungsanlage prüfen, Zustand der Zähleranlage, sowie der Klemmverbindungen und Leiterquerschnitte an dem erweiterten Stromkreis. Zustand der Aderisolierungen, sonstige Auffälligkeiten.
Das sind einige Beispiele, welche tatsächlich sehr unterschiedlich ausfallen können. Auch sind diese Auflistungen nicht vollständig.
Das ist sehr akademisch. Fakeln in anderen Ländern die PV-Anlagen so viel mehr ab in DE?
Natürlich kann man fordern, dass vor der Abnahme Kabelwege, etc. offen gelegt werden.
Den freundlichen Elektriker um die Ecke gibt es in der Regel nicht. Elektriker haben genug zu tun. Die warten nicht auf Aufträge. Nur den, der alles selbst machen will, der seinen Lehrling als Geselle bepreist und der die Listenpreise von Hager, etc. haben will, die 100% teurer sind als die Einkaufspreise. Mittlerweile wollen die Elektriker sogar für die Angebotserstellung Geld.
Das mittelalterliche Kastenwesen mit Meister, Handwerksrollen, etc. führt dazu, dass der Ausbau der PV-Anlagen viel zu langsam vorangeht.
@wihz Natürlich kann man das System vereinfachen und auch mehr ermöglichen. Es gibt sicherlich auch viele Privatleute, welche sich möglicherweise sogar besser auskennen als mancher Meister eines kleinen Handwerksbetriebs. Aber natürlich gibt es auch die andere Seite und die sollte man auch berücksichtigen. Ich habe schon Häuser gesehen, bei denen jemand die Elektrik selber gemacht hat und das Haus dann an gutgläuibige Käufer verkauft hat, die sich einen Traum erfüllen wollten. Das Ergebnis davon wünsche ich niemanden und das gilt es zu verhindern.
Die Angebote von Elektrikern sind sicher regional Unterschiedlich - aber es geht mir auch nicht darum, dass ein Elektriker an z.B. einer PV-Anlage alles machen muss.
Das bepreisen eines Lehrlings als Gelsellen ist betrug und deswegen muss ich dazu denke ich nichts sagen. Das Thema mit den Listenpreisen ist allgemein ein Problem im Handwerk aber das wird sich auch nicht lösen, wenn die Handwerksbetriebe die Einkaufspreise weitergeben - dann kostet der Stundenlohn des Gesellen einfach mehr. Die meisten Betriebe decken über die Preisdifferenzen z.B. Allgemeinkosten und würden die sonst an anderer Stelle abrechnen. Gleichzeitig sind Online-Preise häufig günstiger als die Einkaufspreise der Handwerksbetriebe beim Großhändler. Viele Betriebe setzen aber auf die Großhändler, da hier ein Austausch im Schadensfall problemlos abgewickelt werden kann.
Ob das bepreisen der Angebotserstellung in Ordnung ist, darüber lässt sich streiten - ich denke dass das problematisch ist. Aber dafür trifft man sehr schnell eine Entscheidung für oder gegen den entsprechenden Betrieb. Ich selber kenne bei mir in der Umgebung keinen Betrieb, der dafür Geld verlangt!
Das muss nicht zwingend am Kastenwesen liegen, sondern unter anderem an den Regularien und dem fehlenden Nachwuchs im Handwerk. Dafür können aber die Elektrobetriebe weniger. Ein gutes Beispiel sind Normen. So haben manche normen vor 40 Jahren 10 Seiten gehabt und heutzutage 200 Seiten oder sogar mehr. Diese muss man lesen und verstehen (meistens über Gemeinkosten).
Ich habe selber keinen Betrieb und bin dadurch selbst auf einen Handwerksbetrieb angewiesen, wenn ich etwas an meiner Hauselektrik/PV machen möchte. Nach einigen Telefonaten und dem Suchen von Elektrikern in der Umgebung hab ich dazu aber einen guten Partner gefunden, der natürlich sein Geld verdient - zu einem fairen Preis.
regulierungen sind ein großes problem
bestes beispiel ist wenn ein mehr famielienhaus besitzer eine gemeinschaftssolaaranlage bauen will
schwup wird zum horror
weil dann wird er zum energieversorger (rechtlich)
einer der gründe wiso zb. genossenschaften keine solaaranlage auf die häuser bauen
Man muss die Jobs attraktiver machen. Wenn man das Kastenwesen auflöst, kann man das Handwerk auch wieder attraktiver machen, für Kunden und als Arbeitgeber. Dann können auch Betriebe ohne Meisterzwang geschaffen werden. Nachwuchs kann auch eingesetzt werden, der keine Lehre gemacht hat, sondern beispielsweise Elektrotechnik studiert haben. Sobald der Meisterzwang fallen würde, würden sich auch entsprechend die Unis und Fachhochsschulen bzgl. Ihres Lehrplans anpassen.
Und es können dann auch qualifizierte Elektriker aus dem Ausland eingesetzt werden.
Speziell bei Elektro sehe Meister als zwingend an.
Ich habe es zigfach erlebt, das die Monteure kommen uns fragen "Meister kannst Du mal rüberschauen ..." oder man findet bei der Inbetriebnahme schwere Mängel.
Was das ganze aber entschärfen könnte wäre eine Gleichbehandlung der Qualifikationen.
Warum ist das Elektrostudium umsonst aber der Meister muß über 10.000 € selber zahlen?
Der nächste Wahnsinn ist, das die grundlegenden Normen der Elektrotechnik - VDE einen Haufen Geld kosten.
Das ist vergleichbar einem Gesetz für das man bezahlen muß um es lesen zu können.
Da die wenigsten Richter einen Elekromeisterabschluß haben dürften, hat die VDE-Norm faktisch Gesetzescharakter.
Es können doch jetzt schon Studienabgänger bestimmter Fachbereiche (mit entsprechendem Nachweis der Normenkenntnis) Betriebe eröffnen - da sehe ich jetzt nicht die große Veränderung.
Qualifizierte Elektriker aus dem Ausland können ihre Qualifikation auch nachweisen und hier einen Betrieb eröffnen oder als Geselle arbeiten. Wobei sich die Frage nach der Definition von "qualifiziert" stellt. Diejenigen die hier als Elektriker arbeiten, sollten schon wissen, was sie wie machen müssen (Normen einhalten - und da gehe ich nicht darauf ein dass diese vereinheitlicht und vereinfacht gehören). Auch hier ist das eröffnen eines Betriebes nach entsprechendem Qualifikationsnachweis möglich. Die Normen der VDE Reihe sind bis auf nationale Anhänge in vielen europäischen Ländern vergleichbar gültig, wodurch ein anrechnen dieser Kenntniss nicht so ein großes Problem darstellen sollte, wie man auf den ersten Blick meinen könnte - sofern das Wissen da ist.
Außerdem ist es ja nicht so, dass nicht bereits Fachkräfte aus dem Ausland hier selbstständig oder für ausländische Betriebe arbeiten - das halt bisher in Kooperation mit deutschen Handwerksbetrieben - die dann aber dafür gerade stehen, wenn etwas nicht passt.
Preislich für Kunden wird sich nahezu nichts ändern, selbst wenn man das Kastenwesen abschafft, denn Materialpreise, sowie Gemeinkosten werden bleiben und ich sehe einen Handwerker beim besten Willen nicht auf Mindestlohnbasis. Über dem Mindestlohn findet sich erstmal der ungelernte und darauf folgend der gelernte Handwerker. Jeweils mit gewissem Abstand versteht sich.
Gleichzeitig sind die handwerklichen Berufe an sich ja nicht uninteressant aber es ist beispielsweise auch Wichtig, dass Gesellen ihre Azubis das Material aus dem Wagen holen lassen, damit diese das Material kennen lernen (auch wenn das zu dem unattraktiven Arbeitsteil gehört).
Es hat sich in Deutschland leider der Glaube durchgesetzt "mach was gescheites, geh studieren" dabei wurde halt vergessen, dass man im Handwerk durchaus auch abwechslungsreiche, spannende Arbeit mit meist gutem Arbeitsklima und Bezahlung hat. Auch der Lohn im Handwerk ist nicht schlecht.
Leider ist es im Normalfall so, dass die Bewerber im Handwerk sich vorher überall anders beworben haben und abgelehnt wurden. Das spiegelt häufig die Auswahl der Azubis für die Handwerksbetriebe weiter. Da ist dann aber das Problem, dass der Handwerksbetrieb ja durchaus ein Interesse an einer erfolgreichen Ausbildung hat und das Einstellen von Bewerbern, welche theoretisch oder praktisch nicht stark genug sind nicht sinnvoll ist.
Auch denke ich, dass selbst die Zahl von etwa 350 tödlichen Stromunfällen im Jahr zu viel ist und man auch deshalb sicherstellen muss, dass entsprechende Normen (die manchmal leider nicht so Sinnvoll sind, wie sie sein sollten/könnten) eingehalten werden.
In solchen Fällen holt sich ein Richter nämlich Sachverständige hinzu. Und als jemand, der schon mit einem solchen Sachverständigen vor Gericht stand, kann ich sagen , dass die gut sind. Richtig gut. Die kennen und verstehen nicht nur die Normen, sondern auch die Denkwelt der Norm , aber eben auch die wirkliche Welt der Technik, die sich gegenüber der Norm schon viele Jahre weiter entwickelt hat.
Die verstehen den Grundgedanken der Norm, nicht eine Detailvorschrift zu sein, sondern eine anhand von Beispielen definierten technischen Stand. Und verstehen, dass davon abgewichen werden darf, wenn die neue oder andere Lösung gleichwertigen oder besseren Stand bietet.
Und das unter anderem auch deswegen, weil die Normen einen grob 8 + Jahre alten Stand beschreiben.
Das mag stimmen - und dazu kommen dann auch noch die Normen, ein sehr leistungsstarker Laptop und das Meisterstück. Dagegen muss man aber sagen dass es auch für Meister eine Förderung gibt, welche aus den rund 15000€ eher 3000-5000€ machen (sofern diese nicht inzwischen dem politischen Rotstift zum Opfer gefallen ist).
Ein schönes Beispiel bei einer Großbaustelle (Neubau) an fertig geprüften Steckdosen (angeschlossen und geprüft von "qualifizierten Elektrikern") 14 Steckdosen mit vertauschtem N/PE oder L/PE. Auch wenn die 14 Steckdosen vermutlich so 0,5% der Gesamtanlage betroffen haben, sind solche Beispiele leider keine Seltenheit.
Ich denke auch, dass aus politischer Sicht viele floskeln im Umlauf sind, welche Politiker gerne verteilen, um Tatenlosigkeit zu verschleiern - allen voran das serielle Bauen. Wenn ich in jedem Bundesland andere Regeln hab und vom "seriellen Bauen" sowieso nur kleine Teilbereiche beim Bau betroffen sind, lohnt es nicht auch nur daran zu denken.
Ebenso geht das auch mit der Suche nach Azubis weiter - man hat seitens Schule keinerlei Berührungspunkte beispielsweise mit dem Beruf des Elektrikers (Praktika ausgenommen) also wird man im Zweifel nie erfahren, ob der Beruf einem gefällt.
Auch interessant ist, ab wann man als Elektrofachkraft zählt (DIN VDE 1000-10) - denn da steckt mehr dahinter, als ein Gesellenbrief.