Das betrifft alle Bereiche, hier ist auch ein interessantes Interview, bei dem man sich die Frage stellen muss, wo liegt die wirtschaftliche Zukunft in D?
Wenn ich Sofortprogramm höre, fällt mir als erstes Pisa Studie ein. Das war vor mehr als 5 Jahren aktuell.
Kenntniss der einschlägigen Normen (im Zweifel auch ein Nachweis) (Hinweis: hier steht nichts vom Stand der Normen - somit würde ich mal von aktuellen ausgehen)
Fähigkeit die übertragenen Arbeiten zu beurteilen und Gefahren zu erkennen
Natürlich bin ich in Deutschland nichts, sofern nicht ein anderer mir das gegenteil bestätigt - somit würde ich mich im Zweifel an die Handwerkskammer wenden.
Ich gebe jetzt hier mal ein Beispiel:
Retrofit Röhren günstiger Hersteller können Gleichfehlerströme verursachen und somit ab einer bestimmten Anzahl einen Fehlerstromschutzschalter (RCD) Typ A zum "erblinden" bringen. Das erkenne ich natürlich, wenn ich die Bedienungsanleitung lese (was auch jeder macht).
Retrofit Röhren sind gleichzeitig von den Herstellern für die zugelassenen Leuchtenwannen zertifiziert. Setze ich eine solche Röhre in die falsche Leuchte ein, kann es z.B. aufgrund der Wärmeentwicklung brennen (Bestimmungsgemäßer Gebrauch).
Ist man jetzt eine Elektrofachkraft, wenn man diese Gefahren nicht erkennt?!
für mich: ja
für den eigenen Hausgebrauch.
In der Praxis auf der Baustelle interessiert das eh keinen, solange jemand die Verantwortung tragen kann.
Mein Heizungsbauer hat Elektrik der WP angeschraubt.
Und der Bauherr den Zählerkasten abgeklemmt, weil der Elektriker sagte, fang schon mal an, ich bringe das Kabel und komm dann später noch mal vorbei.
Wäre nicht fast uns allen damit geholfen, wenn in Zukunft die europäischen Normen EN für uns maßgeblich wären und der VDE als solcher mit seinen überspitzten, von Verbandsinteressen verseuchten Normen abgekündigt würde? Damit sollte sich dann sehr viel vereinfachen lassen.
Die sind dann auch jedermann kostenlos zugänglich, auch ausländische Fachkräfte kennen sie usw. Ich denke, das würde auch einen Innovationsschub anschieben und der stolpernden Wirtschaft auf die Sprünge helfen.
@ulli und dann kommt ein HolgerL um die Ecke ("Mr Energiewende") und sagt uns, das europaweit 2.5qmm Kabel für Endstromkreise verlegt sind, nur in D sind es nur 1.5qmm. Und er deswegen die europäisch zugelassenen 800W WR Leistung von Steckersolaranlagen in D für gefährlich hält.
Indem man endlich aufhört, die Norm als Gesetz anzusehen.
Die Norm schreibt z.b. keine Wieland vor: die Norm schreibt Berührschutz vor.
Und den kriege ich mit eine Herdanschlussdose, oder mit einem Blechbügel, der über den Schuko geschraubt ist und das Ziehen desselben verhindert.
Und wenn die Einspeisesteckdose ein Enddose ist (nur 3 drahtENDEN in der Dose, keine Durchleitung), dann kann es keine Kabelüberlastung geben. Von der Art, die die Theoretiker für möglich halten.
Einfach einmal in die Dose hineinsehen. Und DANN gehen nicht nur 800 W, sondern sogar auch auch mehr. Weil der normale LS richtig arbeiten kann.
@ulli Grundsätzlich unterscheiden sich die Deutschen Normen nicht so sehr mit den europäischen. Klar gibt es Nationale Verweise, welche für Deutschland anzuwenden sind.
In Deutschland sind beispielsweise Fehlerstromschutzschalter vom Typ AC nicht erlaubt (in Italien schon). Ein Fehlerstromschutzschalter vom Typ AC verträgt keine Gleichfehlerströme (Typ A = max. 6mA). Wenn man bedenkt, dass beispielsweise Schaltnetzteile und andere Bauteile Gleichfehlerströme verursachen können, dann würde ich aus technischer Sicht die Norm in Italien in Frage stellen!
Es ist auch nicht so, dass Deutschland mit den VDE ein eigenes Süppchen kocht - die Normen sind nicht so unterschiedlich wie vielleicht manche meinen. Jedem der sagt, dass Normen kostenlos sein müssten stimme ich aber uneingeschränkt zu. Diese gehören öffentlich zugänglich für jedermann.
Das mag häufig stimmen, aber ich für meinen mache es nicht nach, wenn jemand ne Klippe runter springt. Das alles geht so lange gut, bis mal etwas passiert und dann ist sich jeder selbst der nächste und versucht sich raus zu reden.
Normen sind keine Gesetze - auch wenn man ihnen einen Gesetzescharakter zusprechen kann. Durch einhaltung der VDE habe ich die Sicherheitsvermutung. Weiche ich von den VDE ab, dann dokumentiere ich eben, wie ich diese Sicherheit einhalte.
Bzgl. den 800W spielen verschiedene Themen mit rein, nicht nur die Anschlussdose, sondern auch Leitung, Klemmverbindungen und Absicherung - ich glaube dazu hat Andreas bereits ein gutes Video gemacht. Aber der Gesetzgeber könnte auch mehrere 800W Anlagen (auf verschiedenen Stromkreisen) zulassen bzw. mit einem Elektriker zusammen, geht das auch jetzt schon.
Die Überlastung ist ja nicht an der letzten Dose, sondern irgendwo mitten im Stromkreis. Wenn die mittlere Steckdose die 800W Generatorleistung der PV und 3600W aus der Sicherung beziehen kann, ohne dass die Sicherung beispielsweise wegen Überlast abschaltet, kann das problematisch werden.
Und unabhängig davon fragt dort keiner, was erlaubt ist und was nicht. Das kann aber auch nicht die Lösung sein, wie die Statistik zeigt. In Deutschland gab es im Jahr 2021, das ist die neueste Zahl die ich finden konnte, 51 Todesfälle durch Stromschläge. In Italien rechnet man mit, die Zahl ist von 2017, einem Toten pro Tag, also siebenmal so viele wie in Deutschland. Elände elektrisch ausgelöste Brände und deren Folgen nicht mitgerechnet.
Ich habe insgesamt 20 Jahre in Italien gelebt, davon zehn in einem Haus, das der Vermieter, Schreiner von Beruf, mit seinem Cousin an den Wochenenden eines Jahres selbst gebaut hat. Inklusive Wasser, Strom und Heizung. Rückblickend können wir froh sein, dass wir das alle überlebt haben, denn als Kinder haben wir reichlich Stromschläge bekommen. Deutscher Normungswahn und Meisterpflicht und IHK Prüfungen erscheinen uns Bastlern manchmal lästig und überflüssig, aber die Alternative ist nicht besser.
Aber die 800/600 Watt Beschränkung beruht nicht auf einer Überlastung der Dose, sondern der Überlastung der Leitung. Dazu muss die Einspeisung in der Mitte der Leitung, und die (Über)-Last am Ende.
Genau deswegen genügt es festzustellen, ob die Dose an der man einspeist am Ende liegt.
Nehmen wir diese Konstellation mit der PV-Anlage mit 800W am Ende des Stromkreises und es werden an einer Steckdose in der Mitte mehrere Verbraucher mit einer gesamtleistung von insgesamt 4400W eingesteckt. Dann ist die Schuko-Steckdose überlastet (bestimmungsgemäßer Gebrauch der Steckdose).
Haushaltsübliche Steckdosen und deren Verdrahtung vertragen kurzfristig natürlich mehr als 800 W, aber sie sind nicht für eine Dauerlast jenseits der 800w ausgelegt.
@carolus Bei dir hab ich das auch nicht angezweifelt ?
Es ist wie bei sovielen Dingen. Der Sinn und die Logik erschließt sich einem erst, wenn man sich mit den Dingen auseinander setzt. Auch bei Normen und Richtlinien. Aber erstmal motzen ist so oft, soviel einfacher
Ich verstehe das. Ich hatte mich später mal mit meinem Elektriker über PV Anmeldungen unterhalten, ob man als Kunden die Möglichkeit hat die Haftung zu übernehmen,
ist aber nicht vorgesehen. Bei vermiedenen Häusern natürlich kein Thema, aber im selbst bewohnten EFH wäre das ja 'ne Option. Muss man halt im Testament den Abriss der Bode verlangen, dann wenn es so weit ist, keinen Ärger bekommt.
Ich habe auch nie nach Kosten gefragt oder ob ich Dinge in Eigenleistung erledigen darf, das hat sich halt so ergeben.
Die Firma, die den Hausanschluss für den evu bis HAK verlegt hat, hat darauf bestanden, dass der Baustromzähler ins Haus kommt, da der Kunden nicht Strom gelassen werden sollte. Naiv wie ich noch war, dachte ich, es ist Mai, es ist lange hell, ich komme 'ne Woche auch ohne Strom aus.
Jetzt ist Dezember und der Baustromzähler ist immer noch im Kasten.
Die Seite vom Hak habe ich nicht selber angeschlossen, war auch nichts worauf ich Bock hatte.
Jetzt ist vorschriftsmäßig verplombt, aber die Blende, mit dem dir Kontakte des Zählers abgedeckt worden ist nicht da.
Ich kann mir da mit 2 Fingern 380V abholen. Aber der Wechselrichter an der Außensteckdose mit eigener Leitung sind gefährlich.
Hier korrigiert mich bitte, wenn ich die Zahlen nicht richtig in Erinnerung habe:
Soweit ich weiß sind die Leistungsangaben der Herstellernormen für Schuko Steckdosen jeweils mit einer Zeit versehen. Das müsste ich erst nachlesen. Ich kann aber sagen, dass längere Belastungen von z.B. 16A/ ca. 3600W den Steckdosen sehr zusetzen - so, dass diese bei wiederholter längerer Belastung mit dieser Leistung ausgetauscht werden müssen. Es stellt sich aber auch die Frage, wann ich diese Leistung dauerhaft erreiche. Das bezieht sich aber auf eine Neuinstallation (Neubau), denn ältere Anlagen haben häufig auch schlechtere Klemmverbindungen oder auch ältere Steckdosen, die altersbedingt in unterschiedlichem Zustand sein können.
Kurz gesagt: mehr Temperatur = mehr Widerstand
und das hat am ende ebenfalls eine höhere Temperatur zur Folge.
Damit war nicht die Steckdose gemeint, an der die PV mit 800W angeschlossen ist, sondern eine weitere Steckdose auf dem selben Stromkreis, an der die Summe der Verbraucher beispielhaft hoch ist. Diese würde durch das Netz (B16A ~~ 3600W) und durch die PV (800W) eine Leistung zur Verfügung haben, welche die Herstellerangaben überschreitet.