Hallo, ich beobachte seit einigen Wochen den ID.3 /-4 Gebrauchtwagenmarkt auf mobile . de und mir ist aufgefallen dass dort diverse ID.3 /-4 mit etwa 150.000 - 200.000 km Laufleistung und Baujahr ca. 2023 auftauchen zu extrem günstigen Preisen.
Nun könnte man vermuten: die sind einfach durch weil sie 3 Jahrelang am Schnelllader hingen und auf 100% geladen wurden. Allerdings legt wohl ein Test vom ADAC von 2025 nahe dass bei 160.000 km extremladen der SoH noch bei 91% lag. Auch ein Youtube Interview von einem Taxiinhaber der über seinen Taxi Enyaq berichtet, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.
Ich habe bei einigen Unternehmen angerufen und nachgefragt, aber wurde immer abgewiesen mit dem Hinweis nur an Gewerbetreibende (sie wollen keine Garantie geben). Bei einem Händler habe ich einen ID.4 für 15.000 € und 200.000 km seit mehr als 6 Monaten gesehen. Versteht ihr was da das Problem sein wird? Sofern der Akku nicht unter 85% ist und da kein versteckter Schaden ist, würde das für mich nach einem ziemlich guten Deal klingen. Ein ID.3 von 2023 mit 190.000 km wird sogar für 12.000 € angeboten, der sollte aber mit dem neuen Batteriedesign nicht groß degradiert sein. Eine Auskunft über den SoH Wert konnten sie mir leider nicht geben.
Die kalendarische Alterung bei einem 3 Jahre alten Akku ist überschaubar, dafür haben die natürlich jede Menge Zyklen erlebt.
Das werden Taxis o.ä. gewesen sein, und die haben sicherlich täglich mindestens einen Ladezyklus mitgemacht. Macht in 3 Jahren halt gut 1200 Zyklen.
Wenn VW dafür trotzdem die 8 Jahre Akkugarantie gibt, ist man ja abgesichert, wenn nicht, dann nicht.
Letztendlich kommtnes auf den Zustand genau des einen Akkus (und des Autos drumrum) an, den du kaufen möchtest. Ohne belastbaren und ausführlichen Akkutest würde ich das nicht machen.
91% klingt vielleicht im ersten Moment gut, aber die Grenze zu kaputt ist nicht bei 0%, sondern vermutlich irgendwo bei 70+%. Da ist der Innenwiderstand des Akkus dann so weit angestiegen, daß der die Leistung nicht mehr bringt.
Die Erfahrung mit anderen akkubetrieben Geräte zeigt ja, daß es da zum Achluß schnell abwärts geht.
Guter Richtwert sind so 1200 Zyklen um 70% SoH. Welche reale Reichweite hat ein ID3? KM geteilt durch die Reichweite ergibt die Zyklen und erlaubt auch abzuschätzen was vermutlich noch geht.
Bei Tesla gibt es solche Daten für Autos die mit real 350km -400km Reichweite auf so 350tkm+ kommen
Hohe Laufleistung will halt keiner haben weil die Leute verunsichert sind. Kann man vermutlich gut verhandeln weil Händler froh sind diese Autos von Hof zu bekommen.
Laut VW Seite: Mit einem Volkswagen ID. entscheiden Sie sich für Qualität, auf die Sie sich verlassen können: Wir geben Ihnen eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern auf die Hochvoltbatterie – inklusive einer zugesicherten Mindestkapazität von 70 %. So können Sie sicher sein, dass Ihre Batterie auch nach vielen Jahren zuverlässig Leistung bringt und für unbeschwerten Fahrspaß sorgt.
D.h. auf die Batterie gibts keinerlei Garantie mehr von VW da die 160.000 km überschritten sind.
Wenn dann die Batterie über den Jordan geht hat man vermutlich Pech gehabt und darf nochmal einiges für die Reperatur/Austausch der Batterie drauf legen. Das Risiko werden nur wenige eingehen wollen.
Für Bidirektionales Laden gibt es auch noch einen eigenen Passus:
3 Berücksichtigung des bidirektionalen Ladens (virtuelle Distanz)
3.1 Die Regelungen dieser Ziffer 3 gelten ausschließlich für BEV-Fahrzeuge mit einem Netto-Batterie--
energieinhalt der Hochvoltbatterie bis einschließlich 56 kWh. Ausgenommen hiervon ist das Modell ID.3
Da wird dann auf die Laufleistung die theoretische Laufleistung für die entnommene Energie drauf gerechnet (Bsp. 20 kWh/100 km, aus Batterie ins Haus 20 kWh eingespeist → Laufleistung um 100km “erhöht”)
350 km, demnach wären es 190.000/350 = 542. Das müsste ca. SoH = 86% ergeben. Also damit könnte ich absolut leben (wenn 70% die Grenze wäre bis zu der man das Auto noch gut fahren kann mit Reichweite 250-300 km).
Ja wobei der SoH nicht linear abnimmt. Der Verlust ist am Anfang stärker.
Ich persönlich hätte keine Sorge ein E-Auto mit vielen KM zu kaufen und die Tatsache zu nutzen das viele Interessenten von dem Kauf solcher Autos zurückschrecken.
Es hilft nix, man kann es nur ausprobieren, oder lassen.
Statistisch belastbare Daten gibt es für ID-Modelle mit solchen Laufleistungen wohl nicht, die allermeisten Autos, egal, wie alt, liegen ja da ja weit drunter.
Gibt es denn Infos zu Ersatz-Akku-Kosten ? Wenn man den für z.B. 15K bekommt, hatte man ja für ca 25 bis 30K n E-Auto welches wohl wieder problelos 200.000km oder mehr machen würde , weiss aber nicht mal was die Dinger neu kosten, da ich nie wieder etwas von VW oder BMW fahren werde in diesem Leben .
aber wie ich oben schrieb … schon mal günstig fahren bis es nicht mehr geht … ob nun 280 oder 350 tausend oder 3 trillionen … und währenddessen jeden Monat was zurücklegen für den Ersatzakku
Interessant allerdings dass selbst dieser Wert im akkudoktor soh Rechner (gerechnet: 150.000 / 86,5%) noch mit mittelmäßig bewertet wird. (wenn man bedenkt wie der wagen geladen wurde)
Das ist verständlich, dass Händler solche Autos außerhalb der Akkugarantie nicht an Privat verkaufen. Die Sachmängelhaftung würde ich auch nicht übernehmen wollen.
Persönlich würde ich eher etwas mehr ausgeben und ein älteres Auto mit geringerer Laufleistung kaufen. Neben der fehlenden Akkugarantie schafft so eine hohe Laufleistung auch einen Verschleiß an anderen Teilen (Radlager, Querlenker, Stoßdämpfer, etc.). Und Kulanz wird man bei einer so hohen Laufleistung bei Defekten kaum erwarten können.
Bin aber gespannt, wenn Du einen dieser ID.3 mit hoher Laufleistung kaufst und hier nach einem Jahr von Deinen Erfahrungen berichtest.
Ich fahre nur ca. 10-15.000 km pro Jahr, 1-2 mal pro Woche und in den Urlaub.
Geändert hat sich laut Gemini vor allem die Software, die die Temperatur der Batterie besser regelt, wodurch auch schneller geladen werden kann im Winter und die Batterie mehr geschont wird.
Ein entscheidender Vorteil des 2023er Modells gegenüber dem 2021er ist das Batteriemanagement:
Das 2023er Modell hat ab Werk eine Software, die das Schnellladen materialschonender steuert (bessere Vorkonditionierung und sanftere Ladekurve am Ende).
Der ADAC-Test hat gezeigt, dass die Software-Updates sogar die Effizienz gesteigert haben, sodass der Wagen trotz leichter Batteriealterung fast die gleiche Reichweite wie am ersten Tag erzielte.
DIE entscheidende Vorteile der neueren Modelle ohne den Plastikbuckel auf der Motorhaube sind die Batterievorwärmung und die neue Entertainmenthardware mit Software >=4.
meines Wissens sollen die 77kwh Modelle alle DC Bidirektionales Laden unterstützen, wenn endlich jemand anderes als E3dC eine Wallbox dafür bauen darf, Vorteil wäre dann der geringere Anteil der Vollzyklen. Maximale Entladung sind 10MWh
Ich glaube nicht, daß VW das bisher für irgendjemanden offiziell freigeschaltet hat, und vermutlich wirds auch so schnell nicht kommen. Nicht nur bei VW nicht, bei gar keinem Hersteller.
Das Thema Bidirektionales Laden fürs E-Auto geistert halt seit ewigen Zeiten durch die Newswelt. In der Praxis will das doch gar keiner wirklich haben,
Die E-Autokäufer nicht, weil die ihren Akku schonen wollen, und die Netzbetreiber etc. nicht, weil denen das zu aufwendig wird.
Klar, bei AC basiertem V2H oder V2G muss das sowohl vom Auto als auch der Wallbox per SW unterstützt und im Auto auch per HW unterstützt werden.
Und klar, bei NMC-Akkus verliert man in der Regel die Akkugarantie oder hat Beschränkungen wie bei VW. Kann die Hersteller verstehen. Gibt dann sicherlich Schlaumeier, bei denen der Arbeitgeber das Laden per Elektroauto zahlt, die mit so einer Lösung dann auf die Idee kommen den Strom für Ihr Haus bereitzustellen.
Bei LFP werden die Hersteller m.E. wegen der höheren Zyklenfestigkeit in Zukunft wesentlich entspannter sein.
Allerdings muss es erst einmal bidirektionale DC-Wallboxen lieferbar geben. Und die Kunden müssen bereit sein bei geringer Stückzahl eine Menge für diese DC-Wallboxen zu bezahlen. Wer sich eine PV-Anlage anschafft, holt sich da eher einen etwas größeren Akku und eine Full-Backup-Option.
Der einzige Autohersteller, der DC V2G aus Marketinggründen pusht ist derzeit m.E. BMW mit dem IX3. Aber auch nur bei einem neuen Modell.