Ich stehe gerade ein bisschen auf dem Schlauch was die Notwendigkeit und/oder auch Machbarkeit von Parallelschaltung mehrerer Module angeht.
Es geht dabei um ein Projekt „Fassaden PV“ auf der Westfassade unseres Wohnhauses. Hier möchte ich gern 14 – 16 Module senkrecht (90°) an die Wand hängen. Jetzt ist es aber so, dass es ab Herbst, durch das Nachbarwohnhaus und zwei alter Stumpen die noch in unserem Garten stehen, Richtung Jahresende zunehmend zu einem über die Module wandernden Schatten kommt. zwischen ca. 14Uhr bis 15:45Uhr ist keine Verschattung vorhanden.
Angedacht hatte ich daher mit 3x Hoymiles HMS-1600-4T zu arbeiten. Je Phase ein Mikrowechselrichter, jeder Mikrowechselrichter hat ja 4 MPPT somit käme ich auf 12 MPPT für die 14 oder 16 Module. D.h. wenn ich z.B. 14 Module montiere müsste ich an zwei MPPTs zwei Module parallel schalten. Welche sollten dann am besten in die Parallelschaltung eingebunden werden?
Ist die Idee überhaupt sinnvoll oder kann man es einfacher gestalten indem man einfach einen großen String draus macht und einen standard Stringwechselrichter nimmt?
Oder könnte ich gar nur einen Hoymiles nehmen und gleich mehrere Module parallel schalten?
Oder sollte man doch auf einen Stringwechselrichter gehen und die Kombination aus Reihen- und Parallelschaltung wählen?
Ich bekomme gerade Knoten im Kopf wie man hier mit einer sinnvollen Verschaltung der Module den besten Ertrag erzielt. Ja, es ist die Westseite und ich erwarte natürlich keine Rekordwerte. Aber, wie würde man bei der Verschaltung mit dieser Art von laufendem Schatten am sinnvollsten vorgehen?
Es gibt Modulwechselrichter die für jedes Modul einen MPPT haben und welche die zwei Module zusammen zu einem MPPT verschalten, letztere sind die billigeren eher weniger geigneten wenn es um Schatten geht.
Es gibt String-WR die ein Schattenmanagement haben, diese sollten Strings melken die eine Leerlaufspannung haben die an die erlaubten grenzen des WR gehen damit dieser einen grossen Bereich zum "Abfahren" hat und beschattete Teilmodule über die Dioden "ausblenden" kann.
Wenn du also für die Fassade einen günstige Lösung suchst, dann machen aus dem 16 Modulen EINEN String und hänge den an einen 374€ Kaco Blueplanet
oder nimm den 20€ billigeren 8.0
und gut ist.
Ich empfehle aus Ertragsgründen bei den Modul-WR zu bleiben.
Das schwächste Panel zieht den ganzen String runter und dein Ertrag ist mit dem String WR bei nur einem verschatteten Modul im Keller.
Mit den Modul WR produziert nur das jeweils verschattete Panel wenig Leistung, die anderen sind weiter auf Vollast.
Die Experimente mit dem parallel Schalten halte ich nicht für zielführend, da du schnell den Maximalstrom des WR überschreitest.
Also meine Empfehung entweder 12Module und drei WR oder 16 Module und vier WR.
Die Hoymiles WR kannst du auch auf 230V Ebene miteinander verbinden. dann hast du halt zwei mit Maximalleistung von 3,2kW auf einer Phase und die anderen beiden auf den beiden anderen Phasen. Das gibt kein Problem wegen Schieflast etc. sollte also auch mt dem Elektriker kein Problem geben..
Bist du ganz sicher das du auf diese Fassade PV Module drauf machen willst?
Vl. wärs ja eventuell sinnvoller erst die Fassade schick zu machen + Dämmung und dann erst die PV dran?
Zudem, sind das nicht Asbest Dinger oder irre ich mich da?
Ist nur ein Denkanstoß, ich ärgere mich zb. aktuell das ich letztes Jahr ne Anlage aufs olle Dach montiert habe.
Erst Dach neu wär klüger gewesen in meinem Fall...
Grundsätzlich würde ich Module parallel schalten, die ähnlich verschattet sind und überwiegend zur gleichen Zeit. Oder Strings so aufbauen, dass die mehr oder weniger verschatteten in einem String sind und die überwiegend unverschatteten. Das ein verschattetes Modul den ganzen String herunterzieht ist eine Mär, die sich offenbar hartnäckig hält. Genau aus diesem Grunde gibt es die Bypassdioden, die dann den Strom um das verschattete Modul herumführen. An Tagen mit diffusem Licht (bedeckter Himmel) spielt es eh kaum eine Rolle, nur bei klarer Sonne. Und in letzterem Fall hat man wohl meist auch immer genug Leistung. Es kommt auch darauf an wie und in welchem Grad ein Modul verschattet wird und wie der MPPT des WR arbeitet (Schattenmanagement). Ob sich der Aufwand mit vielen MWR lohnt, hängt auch von anderen Gegebenheiten ab (welche Verbraucher, sonstige PV etc. etc.).
Ja bin ich, deswegen habe ich ja nicht nach einem Lösungsansatz für die Sanierung der Fassade gefragt sondern nach den elektrischen Möglichkeiten bei derlei Verschattungssituationen
Das Dach kam bereits 2019 neu, dahingehend ist also prinzipiell alles gut vorbereitet. Das Dach können und wollen wir aber PV technisch nicht in DIY machen, die Fassade schon.
@carolus
Dein "stimmt nicht" ist zu pauschal und trifft auf meine Aussage nicht zu.
Das ein verschattetes Panel den gesamten String runterzieht ist jederzeit durch einfache Beobachtung nachvollziehbar. Kannste nachprüfen, wenn du nur ein Stück Tuch auf einen Teil eines Panels legst, das in einem String ist und die Leistung des Strings sinkt mehr, als die verschattete Fläche ausmacht.
Meistens sinkt die Stringleistung auch mehr, als die Leistung des einzelnen Panels.
Wo ich dir zustimmen kann, dass der String nicht soweit runtergezogen wird, dass jedes Panel im String nur noch die Leistung des verschatteten Panels bringt. dies wird durch die Dioden verhindert.
Meine Strings brechen von über 5kw Leistung auf unter 4kw ein, sobald nur ein kleiner Schatten auf eines der Panels fällt.
Das ist jederzeit nachprüfbar.
Kann das eventuell daran liegen, dass der WR den MPPT nicht, oder erst nach längerer Zeit, neu berechnet? Ich wäre jetzt davon ausgegangen, dass die MPPTs mit integriertem Schattenmanagement, wie z.B. Victron 150/45 alle 10Minuten den MPPT neu berechnen. Mein RS450/200 übrigens auch.
Aber ich denke für meinen Fall auch, dass es wohl auf Modulwechselrichter hinauslaufen wird.
Ich hab einen SMA-WR mit "patentiertem" Schattenmanagement der geht alle 6 Minuten über die ganze Bandbreite, das sieht man dann an kurzfristigen noch stärkeren Einbrüchen.
Der Wert von 4kW ist nach der Neuberechnung des Schattenmanagements.
Das ist aus elektrischer Sicht falsch.
Einer detaillierte Erläuterung ist in dem Link. Andere hier im faden bestätigen das.
Was fehlt dir noch, um dieses YT Märchen hinter dir zu lassen?
Das steht auch in dem Link detailliert erklärt. Und in gefühlt 50 Fäden hier, wo ichs nochmal erklärt habe.
Und für Halbzellenmodule gelten noch bessere Regeln ..
Hier scheint sich die Theorie nicht mit der Praxis zu decken.
Ich sehe die entsprechenden Leistungsabfälle jeden Tag, wenn die Verschattung beginnt.
Mein 16er String, der vorher mehr geleistet hat, fällt deutlich hinter den 15er String der noch eine Weile unverschattet ist zurück. Beide Strings hängen am selben WR.
Der Himmel war bei den Beobachtugen klar und wolkenfrei, daran kann es also nicht liegen.
Und die Module sind Halbzellen Perc Module.
Da der WR aufgrund seines "Schattenmanagements" angeblich das Optimum rausholt, was gibt es noch für eine Erklärung dieser beobachteten Diskrepanz zu der verlinkten Theorie?
Ich würde sagen, die Praxis wird zu simpel interpretiert.
Ich zweifle deine Beobachtungen nicht an. Das aber zu nennen als " eine Zelle zieht den ganzen String runter " ist doch garnicht mit dem ergebnis ubereinstimemend.
Und warum ine kleine Abschattung mehr verursacht als ein drittel Panelverlust könnte man auch klären.
Eine Erklärung kann ich liefern, die Module haben leider nur zwei Bypassdioden.
Habe damals noch nicht so viel gewusst wie heute, sonst hätte ich mit dem Solarteur über andere Module verhandelt.
Eine zweite Erklärung kann der Schatten liefern, der kommt ca. mittig aufs Modul, so dass es vermutlich komplett ausfällt, je nachdem, wie die Dioden verschaltet sind.
Dann wäre aber m.E nur ein Modul weg also ca. 400W ich verlier aber deutlich mehr, dafür habe ich noch keine Erklärung.
Das Schattenmangement scheint zu funktionieren.
Im Moment ist nur die halbe Spannung auf dem 16er-String bei 700W im Verhältnis zu 4,5kW auf dem unverschatteten 15er-String mit 550V.
Der 16er-String hat unverschattet über 600V.
Herzliche Grüße
PS: Ich habe mir zur Verschattung bisher keine YT-Beiträge angeschaut, daher kann ich diese Mythen auch nicht verbreiten.
Gute Info. Leider auch eine schlechte Nachricht : in dem fall gibt es häufiger Hitzeschäden an Zellen, wenn Schatten vorkommen.
Wenn in den beiden Hälften des Panels nur je eine einzige Zelle zu mehr als 20% abgedeckt wird, fällt das panel komplett aus. Gleiches gilt für die anderen Panels: ,20 % Abdeckung einer Zelle reicht .
Heisst der string hat nur halbe Spannung? Was ist denn da nun abgedeckt?
Dann entschuldige ich mich. Aber deine Beschreibung sagt ja selber nicht Totalausfall des Strings.
Die 700W war schon als nahezu der gesamte Teil des Daches verschattet war.
Die Verschattung geht so um 16:30 los und dann 45-60min später ist der ganze String ohne Sonne.
Später dann ist der String wieder auf 600V hochgesprungen, hat aber nur noch 400W gebracht.
Frustrierend sind halt die 1-1,5kW am Anfang im Hochsommer, da dann ein Teil des Strings wegen der höher stehenden Sonne noch länger nicht komplett verschattet ist.
Leider sind das Nadelbäume, die den Schatten werfen und die wachsen unablässig...
Diese 1-1,5kw Leistungsabfall am Anfang sind ja der Ursprung meiner Aussage, dass ein Panel den gesamten String runterzieht.
Wenn das normal ist, wie du schreibst, gibt es wohl doch Nebeneffekte der Verschattung eines einzelnen Panels, das den ganzen String betrifft.
Oder habe ich das was falsch interpretiert?
Herzliche Grüße
PS Wir können uns auch gerne über PN austauschen, falls das zu sehr ins Detail geht.