Feuchtigkeit&Schimmel mit Klimaanlage lösen?

Guten Abend,

wir bauen gerade unser Haus aus dem Jahr 2003 um.
Wir haben in unserem Haus sehr viel Schimmelbildung, da es stark isoliert ist aber keine aktive Belüftung hat.
Im Zuge des EG Umbaus haben wir jetzt eine große WohnEssküche geschaffen, die mit einer Kochinsel mit Dunstabzugsmulde ausgestattet ist, was die Luftfeuchtigkeit wahrscheinlich noch weiter erhöhen wird.
Jetzt meine Frage, gibt es Klimaanlagen die besonders gut darin sind zu entfeuchten um die Schimmelbildung zu verhindern?

Gruß

MaLu

Klimaanlagen können entfeuchten, aber eigentlich kühlen oder heizen die. Da die alle nach dem selben Prinzip arbeiten, gibt’s da kaum prinzipielle Unterschiede.

Was spricht gegen dezentrale Belüftungsgeräte?

Oliver

Das wichtigste scheint mir die genaue Ursache der Schimmelbildung zu klären! Unsachgemässe Dämm-Maßnahmen und zu wenig Lüftung können eine Ursache sein. Da muß ggf. ein Fachmann ran, alles andere ist provisorische Symptombekämpfung, aber ohne die Ursache zu beheben wird das nichts werden.

Um zu entfeuchten muss eine Klima immer kühlen. Sprich sie schafft dir die Wärme gleich mit aus dem Haus.
Wenn du also nicht ständig lüften möchtest und auch keine Lüftungsanlage in Frage kommt, dann einfach einen billigen Luftentfeuchter hinstellen, auf 55-60% stellen und gut. Bei normalen Innentemperaturen sorgt der sehr preiswert für schimmelfreies Wohnen und es geht auch keine Wärme verloren.

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Beides passt eigentlich auch nicht zusammen. Wenn ein Haus stark isoliert ist, ist die Temperatur an Wänden so hoch, dass dort nichts kondensieren wird. Da müsste schon gewaltig etwas mit der Luftfeuchte nicht stimmen.

Wie schon geschrieben wurde, mit einer Klimaanlage kannst du im Winter nicht entfeuchten, das geht nur beim Kühlen im Sommer.

Entfeuchten ist vielleicht gar nicht das Problem, ihr müsst mehr lüften. Denn die Luftqualität soll doch auch stimmen.

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Nicht unbedingt.

Oliver

Die dezentrale Lüftung ist unsere Alternative, ich dachte nur wenn es das ganze intergriert in einem Klimagerät gibt hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe.

Mir ist nur eine Anlage bekannt, die auch so entfeuchten kann, dass sie nicht im Kühlbetrieb ist, also keine Wärme nach draußen pumpt. Die Daikin Ururu Sarara. Nur aus diesem Grund würde ich die aber nicht kaufen, stattdessen einen Entfeuchter für 150 Euro.

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Das ist richtig, wir hoffen allerdings damit die Symptome effektiv bekämpfen zu können, laut Überprüfung ist an einigen Stellen keine Isolierung und die Dampfsperre gerissen, was zu Kondensat und schimmel führt. Wenn man die Ursache beheben möchte müsste man aber die ganzen Verblendung abnehmen und selbst dann wäre es nicht vernünftig meinte der Architekt.

Eine Klimaanlage bewirkt eine andere Luftumwälzung als Radiatoren oder eine Fußbodenheizung, will sagen: die Luft wird ja wieder aktiv angesaugt vom Innengerät und damit ist die Warmluftverteilung weniger gleichmäßig, die Wärme kommt nicht unbedingt in jede Ecke. Führt dazu, das man besonders auf Kältebrücken achten muß, wenn man Klimaanlagen einsetzt.

Konsequenz: Eher das Gegenteil passiert. Anstatt mit einer Klimaanlage Schimmel zu bekämpfen, entstehen eher noch mehr schwarze Stellen an weniger belüfteten und kalten Außenwänden.

Die einzige Abhilfe ist: akribisch Kältebrücken beseitigen. Ich hatte in unserem Haus niedrige Energieverbräuche und insgesamt gut isoliert. Aber bis auch die letzte Ecke vernünftig gedämmt war, gab es immer noch vereinzelt schwarze Stellen, trotz Truhengeräten (also Anordnung wie Heizkörper).

Dann kaufe wirklich lieber einen guten Luftentfeuchter und stelle ihn an die betroffenen Stellen. Einfache Geräte gibts ab ca. 150 Eur, ich würde aber etwas mehr investieren um mit der rel. Feuchte weiter herunter zu kommen. Wir haben selber so ein Gerät für ca. 150 Euro, das kommt aber nur bis ca. 42...45% rel. Feuchte. Da wird einfach die Raumluft über ein Piezo-Kühlelement geführt und das Wasser kondensiert daran. Mit besserer Kühlung wäre das sicher effizienter.

Die echten Luftentfeuchter sind ja auch nichts anderes als Klimaanlagen. Leider brauchen die dann auch entsprechend viel Strom.

Es nutzt nichts, wenn man mit Lüften ein Problem hat, dann muß man das durch Lüften lösen.

Oliver

In diese Richtung würde ich auch immer schauen. Möglichst an der Ursache ansetzen und da ist viel möglich. Man will doch nicht die nächsten Jahrzehnte ständig Energie vergeuden, um gegen Baumängel anzugehen.

Jetzt im Winter kann man noch schön mit Wärmbildkamera sich die Kältebrücken anschauen und so weiß man genau, wo man ansetzen muss.

So schlimm ist dies gar nicht. Daher auch meine Frage nach der Raumtemperatur. Die einfachen Kompressorgeräte arbeiten ab 18°C alle sehr effektiv.
Ich habe im Trockenraum einen etwas besseren stehen, kostet so um die 200€, mit 20 oder 30l/24h und Temperatur bis 5°C. Der braucht bei 14°C Raumtemperatur täglich nur 300-400Wh um 50% Luftfeuchte zu halten, also kaum mehr als ein Kühlschrank. Bei normalen Raumtemperaturen sollte es ein leichtes sein günstig auf 40-45% zu kommen und bei solch Werten dürfte Schimmel eigentlich ausgeschlossen sein. Bei meinen 14°C und 50% schlägt sich nach eisiger Nacht nicht mal Feuchtigkeit an den Fensterscheiben nieder.

Ok, danke für eure Antworten.
Also zusammengefasst ist es nicht sinnvoll eine Klimaanlage zu kaufen um damit die Feuchtigkeit im Haus zu regulieren.

  1. Am besten wäre es die Ursache selbst zu beheben und die Kaltebrücken in den Wänden zu beseitigen. - Dies ist allerdings sehr aufwendig und extrem teuer da die Wände großflächig geöffnet werden müssten. Ich selber vermute auch, dass es im Nachhinein nicht mehr sehr gut sondern nur behälfsmäßig repariert werden kann.
  2. Eine fest verbaute Zentrale Belüftung ist nicht sehr sinnvoll, da stellen wie z. B. unter der Treppe nicht genügend Luftwechsel haben um dort die Schimmelbildung zu verhindern.
  3. Das aufstellen von mobilen Trockner direkt an dem Ort der Schimmelbildung wird am sinnvollsten erachtet.
  4. Alles im allen sollte ich mir auf jedenfall auch Feuchtigkeitsmesser verbauen um einen Überblick der Luftfeuchtigkeit zu verschaffen.

Ps:
Gibt oder kennt jemand smarte mobile Entfeuchtermodelle die ich ins Smarthome einbinden kann?

Wenn Wärmebildkamera zu teuer ist, besorg dir zumindest mal ein IR-Thermometer. Damit kannst du die Oberflächentemperatur der Wände messen und bekommst so heraus, wo die kältesten Ecken sind und vor allem kannst du dann auch einschätzen, wann es kritisch wird in Sachen Schimmel.

Beispiel: Wenn du 20 Grad Raumtemperatur hast und 60% Luftfeuchte, kannst du über einen Taupunktrechner berechnen, dass der Taupunkt bei 12 Grad liegt. Das bedeutet, wenn du die Luft auf 12 Grad abkühlst, beginnt Feuchtigkeit zu kondensieren. Sicherheitshalber sollten die Wände 2 Grad über dem Taupunkt liegen. Wenn du jetzt auf einer Wand 10 Grad misst, weißt du sicher, dass das Probleme mit Feuchtigkeit gibt.

Taupunktrechner findest du hier:
https://tlk-energy.de/tools/taupunkt-berechnen

Kauf dir auch mehrere digitale Hygrometer und vergleiche die erstmal. Super genau sind die nie, da muss man mit +/- 5 % rechnen.

Diese hier haben wir schon dutzende gekauft, sind meist ganz gut:
https://www.amazon.de/Bresser-Thermometer-Hygrometer-Wandmontage-Raumklima-Indikator/dp/B099NS1XPG

Es kann sein, dass es viel einfacher ist, als manche Fachleute so meinen. Da bräuchtest du jemanden, der Ahnung von der Materie hat und fähig, auch mal außergewöhnliche Wege zu denken. Vor allem jemand, der nicht gleich das große Geld damit verdienen will. Viele Fachleute sehen nur die teuren etablierten Lösungen und wollen mit wenig Aufwand viel Geld verdienen.

Mitunter kann dir da auch ein Forum helfen, wenn du genauer mit Bilder dokumentierst, wo das Problem ist.

Da brauchst du nur drauf achten, dass der Entfeuchter nachdem er Stromlos war wieder mit den zuletzt eingestellten Werten startet.
Dann in den entsprechenden Raum ein digitales Hygrometer, welches sich ins Smarthome integrieren lässt und den Entfeuchter an eine smarte Steckdose. Jetzt kannst du den Entfeuchter einfach auf niedrigste Luftfeuchte stellen und und z.Bsp. in Homeassistant mittels einem "generic Hygrostat" automatisch steuern lassen.

Was für ein Gerät hast du genau? Ich habe seit letztem Jahr einen Comfee im ungeheizten Keller und der arbeitet leider nur bei höheren Temperaturen halbwegs effizient. Ich habe es nicht genau gemessen, aber gefühlt pumpt mein Gerät unter 12°C nur noch Luft. Wie viel Wasser zieht dein Gerät mit 300-400 Wh aus der Luft?

Genaues Gerät siehe Bilder im Anhang. Arbeitet ab 5°C, kälteste Raumtemperatur lag diesen Winter um die 8-9°C und er war damit immer noch in der Lage eine Feuchte von 55% mit Leichtigkeit zu halten. Wieviel Wasser das ist ist schwer zu sagen, da ich es nicht beobachte und er pro Tag auch nur 2-3 Stunden läuft.


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Malu, nur mal aus Interesse: Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit in deinen Räumen eigentlich? Im Winter und im Sommer?
Viele Wohnungen haben im Winter ja eher das Problem, dass die Luftfeuchte zu niedrig ist.