Extrem gutes Video zum Thema Verbrauch Klima durchheizen vs. Bedarfsheizen

1 „Gefällt mir“

Die Wetterstation auf dem Dach und die Shelly am Stecker.

Servus,
da möchte ich auch meinen Senf dazugeben.
4 Klimas auf gute 200 qm, erste von 2009 (Daikin) und drei Mitsu E von 2014.
Die Klimas laufen von Nov - März 24/7 mit 19° durch und werden bei Bedarf höher gesetzt.
Diese Klima ist in Parterre für 2 Zimmer rd. 40 qm, S - SW mit großen Fenstern, die Sonne heute 10:30 bis 14:20 heizt da auch im Winter.
Die Außentemp. geht hoch, die Klima regelt runter.

Gruß
WB

Interessantes Video. Wer nicht die Zeit hat zu schauen, ab Min 41 findet man die Ergebnisse.

Temperaturen so um 0 Grad, Innen 20-21 Grad, Wohnzimmer:

Bedarfsheizen: 3,56 kWh pro Tag
Durchheizen: 4,76 kWh pro Tag

Also etwa 33 % Mehrverbrauch beim Durchheizen. Der geringe Verbrauch insgesamt zeigt auch, dass die Heizlast recht gering ist. Beim Durchheizen hat die Anlage knapp 200 W gezogen, lief also nahe der Mindestleistung durch.

Wobei man sagen muss, dass er wohl eine sehr gut gedämmte Wohnung hat. Er hat morgens bei 2-3 Grad Außentemperatur noch 18 Grad im Wohnzimmer. Bei einem ungedämmten Altbau ist man da schnell bei 12 Grad. Da wären die Ersparnisse sehr viel höher.

Zeigt hier aber, selbst im gut gedämmten Haus kann man noch einiges durch bedarfsweises Heizen sparen.

3 „Gefällt mir“

bedarfsweise Heizen ist ja im Vergleich zu durchheizen im Grunde “weniger heizen”.

Jetzt haben wir natürlich das Thema der Effizienz, wenn Wärmepumpen (Klimasplits) in kurzer Zeit hochheizen sollen.

Aber dass man mit weniger Heizen spart, sollte doch eigentlich klar sein.

Andererseits kommt es ja auch mit objektiven Nachteilen, nämlich der Abweichung zur Wohlfühltemperatur. Ob das dann subjektiv ein Nachteil ist, weil man z.b. schläft oder nicht zuhause ist, ist dann eine andere Frage.

Ergänzend kommen mir die Anlagen von Gerald im Vergleich zu mir, üppiger zu den Räumen dimensioniert vor. Entsprechend interessieren mich besonders bei dem Praxisbeipiel Erkenntnisse zur Fahrweise bei minimaler Modulationsgrenze und Takten. Was bei der Bedarfsteuerung auf Auto kaum möglich ist.

Weitere Dinge eher schwierig durch andere Bausubstanz und Auslegung und erziele ähnliche Werte (Abkühlen über Nacht etc) wie beim Bedarfheizen allerdings bei 11-14°C Außentemperatur :zany_face:.

1 „Gefällt mir“

Eigentlich schon, aber es wird immer wieder behauptet, dass das keinen Unterschied macht und man alles wieder nachheizt, was man zuvor eingespart hat. Da sind solche Praxisbeispiele gut.

Auch zeigt das nochmal, dass das ein Vorteil der LLWP ist, insofern man mit bedarfsweisem Heizen gut zurecht kommt. Damit lässt sich nämlich gegenüber einer trägen LWWP nochmal einiges einsparen. LWWP müssen ja in aller Regel 24/7 durchlaufen und die ermöglichen auch nur sehr eingeschränkt bedarfsweises Heizen.

2 „Gefällt mir“

hm. Aber das hängt doch auch sehr von der Wärmekapazität, der trägen Masse, die man heizen muß ab. Wenn man zB. eine FBH hat dann würde das ständige abregeln und wieder neu aufheizen doch deutlich geringere Unterschiede haben im Vergleich zum durchheizen.

Insofern denke ich ist dieses Ergebnis nicht allgemeingültig vergleichbar mit jeder anderen Heizungsform.

1 „Gefällt mir“

Ich denke auch, das ist vor allem einer der großen Vorteile einer Split-Klima, dass die sehr schnell aufheizt und damit sehr gut das bedarfsweise Heizen umsetzen kann.

Das andere Extrem sind die wassergeführten Wärmepumpen, die in aller Regel sehr träge sind und keine Reserven fürs Aufheizen haben, wenn man sie effizient bei niedriger Vorlauftemperatur betreibt.

Gas- oder Ölheizungen, die mit 60 Grad und mehr Vorlauf betrieben werden, bekommen einen Raum auch recht schnell warm. Und Kamine sowieso.

Interessant sind auch Kombinationen, um Vorteile zu kombinieren: LWWP + Split-Klima oder LWWP + Kamin.

Einiges ist gut, mittlerer zweistelliger Eurobetrag. Muss man für sich selbst entscheiden, ob das den Komfortverlust wert ist.

Naja, das mit dem Komfortverlust ist ja immer eine Sache der Frage wann man wieder mit dem Aufheizen beginnt.
Wenn man 3h vor Betreten des Raumes wieder beginnt zu heizen erreicht man bei den meisten Räumen meist trotzdem eine Heizpause von 6-11 Stunden.
Und den Komfortverlust hat man damit gut abgefangen.
Wirklich merken tut man den Komfortverlust nur, wenn man zu spät mit dem wieder Aufheizen beginnt. Das ist eigentlich immer der größte Fehler. 30-60min reichen meist nicht.
Denn Raumluft warm heißt nicht = Raumgefühl warm

Und bei den trotzdem erreichbaren Heizpausen ist man in einem Bereich… da kann man den Spieß auch umdrehen.
Kluge Heizpause, früh genug wieder anfangen.
Gesamttemperatur 0,5-1°C höher wählen als beim Durchheizen.

Dann hat man in meinen Augen bei gleichen oder sogar tatsächlich immer noch minimal geringeren Heizkosten sogar einen Komfortgewinn.

Ich sammel gerade auch noch Daten.
Denke nach dem Winter kann ich da auch mal ein paar Daten zur Auswertung beisteuern.

Ich bin auch kein Fan davon den letzten Euro zu sparen.
Aber wenn man das von den Zeiten klug wählt kann man entweder Geld sparen ohne einen Nachteil zu merken, für den gleichen Preis Komfort gewinnen oder von beidem etwas.

Eine Sache die ich noch spannend fände ist Verschleiß.
Da weiß ich aber nicht wie sich das verhält.
Ob die 30-45% gesparte Laufzeit aber dafür der Kaltstart am Morgen dennoch ein Vorteil sind oder nicht.

Kann bei 12 Grad Innentemperatur das Außengerät noch abtauen oder wird das möglicherweise komplett vereisen?

Die Wärme fürs Außengerät beim Abtauen kommt zum Großteil aus der vorher beim Heizen entstandenen Wärme im Kältemittelkreislauf.
Klar entzieht das Innengerät dem Raum in der Theorie auch etwas Wärme dadurch, dass es kalt wird.

Aber ob der Raum nur 5°C, 12°C oder 24°C hat ist in der Praxis herzlich egal.
Je nach Anlage erreichst du im Abtauvorgang Liquid-Temperaturen zwischen -10 bis -30°C am Innengerät.
Das ist eine Menge Temperaturdelta.

Bei Bedarfheizen wird aber vergessen das der Boden, die Wände und alle Gegenstände auch abkühlen, in seinem Fall wird aber evtl. unter seiner Wohnung und über seiner Wohnung geheizt, das es noch andere Effekte hat, z.B. das diese mehr verbrauchen.

Und ja durch eine Klimaanlage wird die Luft schneller warm, das ist bei einer Fußbodenheizung anders. Falls das Haus sehr gut gedämmt ist und der Raum nicht stark “abkühlt”, mag das nicht so sehr auffallen, aber bei niedrigen Aussentemperaturen sagt er ja auch, das es angenehmer ist durch zu heizen.

Bei einer Grundwasserwärmepumpe mit Fußbodenheizung schaut das etwas anders aus, dort merkt man sehr wohl den Unterschied bei den Temperaturen, aber nicht so sehr beim Verbrauch, weil einfach die Vorlauftemperatur geringer bleibt und die Wärmepumpe effizienter arbeitet.

Hier wird aber der Verbrauch bzw. Komfortverlust der anderen Wohnungen (unter und über ihm) nicht mit in die Rechnung einbezogen. Wird hier einfach der Verbrauch auf die Nachbarn verteilt bzw. haben die dann einen geringeren Verbrauch wenn er durchheizt? Oder wäre der Unterschied geringer wenn alle durchheizen?

Wir sammeln auch gerade Erfahrungen bei heizen mit unserer Split-Klimaanlage in ihrem ersten Winter.
Unsere Panasonic VZ12 hängt im Wohnzimmer mit etwa 48 qm Grundfläche und einem Volumen von etwa 150 m3.
Wir haben große Öffnungen zum Rest des Hauses und heizen aktuell ausschließlich mit der VZ12.
Ich würde unser Haus (Baujahr 1927) mittlerweile als sehr gut gedämmt bezeichnen.
Bei den Temperaturen der letzten 3 Tage haben wir mal mit 22 Grad durchgeheizt und hatten einen Verbrauch von etwa 12 Kwh pro Tag. Die Raumtemperaturen waren im ganzen Haus durchgehend bei etwa 20-21 Grad.
Unser Haus hat inkl. ausgebautem Dachboden eine Gesamtfläche von knapp 160 qm.

1 „Gefällt mir“

Ja, genau da liegt der Spareffekt, dass eben das Temperaturniveau des Innenraumes sinkt und damit das Temperaturgefälle nach außen. Genau das verringert die Energieverluste nach draußen. Die sind ja das einzige, warum man überhaupt ständig nachheizen muss.

Wie sich das dann für jeden so anfühlt und bis wohin man das treiben kann, dass ist sehr individuell. Und nicht nur das: Was man heute noch als unangehm empfindet, kann reine Gewohnheit sein und verändert sich im Laufe der Zeit. Ich merke es immer am Übergang von Sommer auf Herbst. Da brauche ich einige Wochen, bis mein Körper sich drauf eingestellt hat. Danach stört es mich gar nicht mehr, dass Wände und Fußboden etwas kühler sind. Aber natürlich laufe ich auch nicht im T-Shirt rum, sondern habe passende Kleidung an und im Wohnzimmer auch oft eine Decke, unter der es kuschelig warm ist.

Was mich hingegen zunehmend stört: Wenn ich irgendwohin komme, wo die Räume überheizt sind. So ab 22 Grad wirds für mich richtig ungemütlich.

Wärme fließt ja immer von warm nach kalt. Hat man selbst 21 Grad und der Nachbar unter einem auch, dann fließt keine Wärme durch die Decke. Hab ich nur 16 Grad, dann heizt mein Nachbar für mich mit. Viel ist das nicht, aber ein wenig. Aber deshalb werden ja bei der Heizkostenverteilung auch 30-50% über die m² verteilt, nicht über den eigenen Verbrauch.

Wenn alle durchheizen, fließt im Gebäude kaum Wärme, aber die Verluste nach draußen sind dann am höchsten.

Wie hast du es geschafft, dass die oberen Räume ebenfalls warm geblieben sind? Das war auch meine Idee anfangs (mittlerweile haben wir eine 3er Split im OG), jedoch war nach oben ein unangenehmers Temperaturgefälle von 3 Grad. Trotz einer Heizlast des ganzen Hause von nur ca. 4kw.

Wir haben laut Berechnungen eine Heizlast von 7,3kw.

Der Raum in dem die Split-Klima hängt ist ein tiefer liegender Anbau an unseren Altbau.
Die Öffnung des ehemaligen Fensters mit Terassentür wurde offen gelassen damit man von der Küche in den Anbau sehen kann. Die Öffnung ist direkt unter der Decke sodass die Wärme da super aufsteigt.
Weiter haben wir zwei Lüfter in der Öffnung die, bei Bedarf, etwas nachhelfen.
Für nächstes Jahr ist geplant das wir eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher einbauen. Die Lüftungsleitungen wurden bei der Sanierung (90% in Eigenleistung) gleich mit in die Decken gebracht.
Die Lüftungsanlage wird eine Paul Novus 300. Die haben wir, inkl. allem Zubehör, von jemandem gekauft der sie in seinem Neubau installieren lassen hat. Sie wurde allerdings nie in Betrieb genommen. Als Gesamtpaket für 1000 Euro inkl. 2 Wärmetauschern, Steuergerät mit Display usw. konnte ich nicht widerstehen.
Da wir den Schornstein komplett bis in den Keller abgetragen haben ist genug Platz vorhanden um die Lüftung durch das Haus zu führen.
Von der Lüftungsanlage versprechen wir uns, neben den sonstigen Argumenten, eine bessere Wärmeverteilung im Haus.

P.S.: Die Küche, von der man in den Anbau sehen kann, hat zum Flur mit Treppenbereich keine Wand. Deshalb verteilt die Wärme sich auch von dort klasse. Von diesem Flur unten und oben gehen alle andern Zimmer ab.

1 „Gefällt mir“

Klar kann man sparen, man kann sich auch zu tode sparen, nicht böse gemeint.
Zumal wenn nicht automatisch (durchheizt) auch keinen Einfluss auf die Aussentemperatur hat, dann kann es auch passieren das es morgen unterschiedlich warm und auch zu kalt sein kann.

Klar kann man sich an Kälte gewöhnen, auch an Wärme.
Ich laufe das ganze Jahre im T-Shirt rum, brauche auf dem Sofa keine Decke, es immer angenehm warm. Mich stört es auch wenn ich wohin komme wenn es gefühlte 17 Grad sind, der Fußboden gefühlte 10 Grad sind und ich mit Socken unterwegs bin, während der Besuchte Hausschuhe an hat. Aber auf der andere Seite finde ich es auch unangenehm wenn ein Kachelofen gefühlte 50 Grad hat.

Bei dem Video, also über Klimaanlagen, findet keine Heizkostenverteilung statt und das habe ich gemeint. Deshalb kann man das nicht 1:1 für Eigenheimbesitzer übernehmen.

Das ist bei Split-Klima in der Regel kein Problem. Die Luft ist recht schnell warm genug, vollkommen egal, wie kalt es draußen ist. Noch dazu ist die Bausubstanz sehr träge. Nur weil auf einmal draußen -10 Grad sind, folgt das Haus nicht sofort.

Und zum Thema "zu tode sparen": Das ist doch eine ganz persönliche Sache, wie sparsam jeder sein möchte. Wie beim Geld auch, der eine gibts mit vollen Händen aus, der andere spart und noch ein anderer muss sparen, weil er nur wenig hat.

Es gibt doch auch keine Aufforderung, das irgendjemand mehr sparen müsste, als er möchte. Kann doch jeder selbst für sich entscheiden. Es zeigt hier lediglich Möglichkeiten auf. Was jemand nutzt und macht, ist persönliche Freiheit.

Wenn keine Heizkostenverteilung stattfindet, also z.B. bei einem Einfamilienhaus, sparst du mit jedem Grad niedriger, den du in irgendeinem Raum haben kannst. Man könnte auch sagen: Temperaturniveau im ganze Haus so weit runterfahren, wie geht, wenn man möglichst viel sparen will. Ganz egal, welcher Raum, jedes Grad weniger spart.

Randbedingungen natürlich immer gut im Auge behalten, macht ja keinen Sinn, wenn man Heizkosten spart, aber es in den Ecken anfängt zu schimmeln. Statt heizen hilft da aber mitunter auch ein Luftentfeuchter. Entfeuchten ist billiger, als heizen, das gilt fast immer.

3 „Gefällt mir“