Extrem gutes Video zum Thema Verbrauch Klima durchheizen vs. Bedarfsheizen

Überheizt ist in diesem Fall eher subjektiv, 22 grad ist eher eine normale Temperatur für Wohnräume. Für Büros ist beispielsweise mindestens 21 Grad vorgeschrieben.

Da der Thread gerade wieder hochgepusht wurde lande ich gerade wieder hier bei dem Beitrag.

Dass man “selbst im gut gedämmten Haus” noch einiges einsparen kann durch bedarfsweises Heizen ist glaube ich eine etwas unfreiwillige Formulierung.
Denn ich glaube es ist mehr ein “vor allem” im gut gedämmten Haus.

Jetzt wo ich selbst auch etwas mehr Daten habe würde ich sagen…. der Effekt der bei gut gedämmtem Haus beim Bedarfsheizen halt einfach immer zu kurz kommt ist nicht unbedingt die eingesparte Wärmeenergie die man aufbringen muss sondern vor allem auch die COP-Verschiebung in günstigere Tagesbereiche.

8-20 Uhr verglichen mit 20-8 Uhr kann man in der Regel von 1-2°C Temperaturvorteil ausgehen.
Je nach Standort und Monat.
Und gerade in vielen Bereichen in Deutschland bringen diese 1-2°C nicht nur die typischen 5% COP-Vorteil sondern insbesondere auch eine Reduktion der Abtauvorgänge die den Unterschied wahrscheinlich gerade an den Tagen die rund um 0-3°C sind auf ein mehrfaches des eigentlichen Effizienzvorteils vergrößern.
Und wenn man nur 3-4kwh am Tag braucht, dann ist man fast die ganze Zeit natürlich in einem Lastbereich der für die Effizienz sowieso absolut perfekt ist. Aber gleichzeitig auch in einem Lastbereich, wo natürlich Abtauvorgänge überproportional negativ auffallen wenn sie denn vorkommen.

Ich schätze wenn man so eine geringe Heizlast hat die als Ursache in der guten Dämmung zu finden ist, dann ist der prozentual größere Anteil nicht unbedingt die aufzubringende Wärmeenergie die man eingespart hat sondern vor allem, dass man die Energie die man aufbringt halt zusätzlich auch deutlich effizienter aufbringen konnte.

Die Parameter arbeiten ja immer konträr gegeneinander.
Je niedriger die Heizlast bzw. korrekt gesagt je besser die Isolierung, desto geringer ist der Vorteil beim Bedarfsheizen was den Wärmebedarf angeht. Aber je geringer der Wärmebedarf generell ist, desto einfacher ist es die Split-Klima in ein effizientes Fenster zu bewegen und darüber Strom zu sparen.

Je schlechter die Isolierung, desto mehr Heizkostenersparnis hat Bedarfsheizen.
Aber je höher die Heizlast, desto schwerer kann es sein die Klima in einem effizienten Betriebsfenster zu halten. Wobei auch das am Ende natürlich immer eine Frage von Anlagendimensionierung ist.

Die COP-Verschiebung in günstigere Tagesbereiche wird glaube ich beim Thema Bedarfsheizen immer mehr Unterschätzt als man denkt. Wenn man es gleichzeitig trotzdem schafft die Anlage trotz Bedarfsheizen in einem Effizienten Bereich zu halten ist das in meinen Augen einfach ein extrem guter Hebel wo man ausnahmslos immer extrem stark profitieren wird in deutlich zweistelligen Prozentbereichen.

Während LWWP-Wärmepumpen ob der involvierten thermischen Masse oft einfach zu träge sind ist das in meinen Augen bei Split-Klimas vor allem in gut isolierten Gebäuden oder Gebäuden mit wenig Energiebedarf eine Sache, die wirklich ganz besonders überproportional gut funktioniert.

Wahrscheinlich funktioniert es immer überproportinal gut sofern man es schafft von den höheren Leistungsbereichen fern zu bleiben.

Wenn es nicht immer so super schwer wäre gute valide Daten zu erheben die von allen Außeneinflüssen bereinigt werden, dann könnten wir vermutlich alle hier im Forum noch viel viel mehr beisteuern auch bezogen auf unterschiedliche Heizbedarfe weil je höher der Heizbedarf wird, desto mehr Variablen/Nachteile aber und weitere Möglichkeiten dem entgegenzuarbeiten öffnen sich wieder.

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Ich hab es gestern mit neuen Messdaten auch nochmal neu berechnet. In beiden Fällen ein sehr sparsames Heizverhalten.

Wenn wir durchheizen, haben wir etwa 8000 kWh Wärmebedarf im Jahr.

Durch bedarfsweises Heizen kommen wir auf etwa 3300 kWh runter.

Für neue Daten haben wir jetzt mal 1 Woche durchgeheizt, aber nur in Zimmern, die wir nutzen. Und mit Gas, wobei die nur etwa 70-80% Wirkungsgrad hat. Verluste sind entsprechend abgezogen.

Ja, das muss man auf jeden Fall sehen, zumindest an so klaren Nächten, wo die Temperatur enorm runter geht. Hat man dann ein Massivhaus mit viel Speicherkapazität der Bausubstanz, kann man die Nacht gut ohne heizen durchkommen.

Und wenn man PV an solchen klaren Tagen hat, hat man auch noch verwendbaren PV Überschuss.

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