EVE LF280K V3 Zelle (Grade B) mit merkwürdiger Entladekurve

Hat jemand von euch schonmal beobachtet, dass die Zellspannung kurz vor 2.5 Volt wieder raufgeht wie im Bild? (Anfrage zum Umtausch der Zelle an NKON ist bereits raus, fühlt sich etwas strange an). Ideen für die Ursache? Ja, ich dachte auch an ein Messartefakt, aber bei allen (7) anderen Zellen der Lieferung war dies nicht der Fall, und: es tritt auch beim Retest wieder auf. Im Retest ist dann auch die Sättigungsphase recht lang. Testtemperatur war bei allen Zelltest zwischen 23 und 25°C.
Übrigens: SoC war bei Ankunft bei allen Zellen unter 30%, zwei Zellen knapp unter 20%.
Getestet wurde mit dem EBC-A40L. Parameter Settings sind im Screenshot - wenn wer die dat Dateien will, kann ich die gerne hochladen.
Bin gespannt auf Meinungen und darauf, wie NKON reagiert.

erst mal, Laden solltest die Zellen eigentlich nur bis 3,65V und Abschaltstrom bei 14A (bei 280Ah Zellen) 15,2A bei 304Ah Zellen. Das erklärt aber deine Messergebnisse nicht.

Wenn du Kontaktprobleme ausschließen kannst, sieht das echt komisch aus... da muss dann wohl was mit der Zelle sein.

@linuxdep Danke dir.

Bis 3,65v wird auch geladen. Ja, 14A würd ich sicherlich als Cut-Off wählen, wenn ich mich ans EVE Datasheet halten würde und mit 0,5C lade. Das wird halt tricky mit dem EBC-A40L - macht grob 0,14C.

0,1A Cut-Off ist ein Zugeständnis an vergangene Aliexpress Zellen Test Zeiten. Ich habs hier zwecks eigener Vergleichbarkeit beibehalten.

Ich bin da echt bittken ratlos. Die Zelle ist zwar beim Zellwiderstand im Vergleich auffällig, aber mit 0,22 mΩ im Rahmen.

Ich könnt die Zelle nochmal mitm EBC-A20 testen, wenn mein 30-Tage Selbstentladungstest durch ist. Oder auch nochmal mitm EBC-A40L mit 14A Cut-Off.

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  • Ich hab sowas noch nie gesehen

  • Ursache kann ich nur raten ; ein Kontaktproblem innendrin für einen Teil der Platten?

  • Ich würde die Zelle nicht benutzen.

@carolus NKON faselte was von nem „Only thing I can think of it to shake the cell a bit maybe the electronlyte is not mixed well in the cell.“ - oha, da hat jemand Ahnung vom Produktiondprozess ?.

Ich würd ggf. auf festhängende Luftbläschen tippen. Vielleicht hat er sich ungeschickt ausgedrückt.

Ich bin hin und hergerissen. Hab absichtlich Grade B bestellt (und mich dann geärgert, weil die aktuelle Grade A Charge bei NKON günstiger war - aber egal). Die Zellen arbeiten als Akku im Büro und ich will schauen, wie sich „echte“ Grade B im Betrieb zu Grade A verhalten - wäre so natürlich dann ne passende Zelle.

Rücksendung scheint sich NKON zu sträuben. Na toll. Also werd ich da vielleicht mal hinfahren müssen.

Mach's doch.

"Ausreden wegnehmen".

@carolus Ja, das Argument kann ich nachvollziehen. Da es hier aber mal wieder ne Beweislastumkehr gibt (dummerweise Zellen nicht privat gekauft sondern B2B, daher kann ich an der Stelle nicht eskalieren) hab ich irgendwie nicht wirklich Lust drauf.

Problem ist auch, dass alle anderen Werte in den Specs sind (bis auf SoC beim Transport - der war zwischen 20-30% ? - Ausrede war Zellen wurden auf Kapazität getestet und deshalb so niedrig - oukay). Und es ist halt Grade B.

Ich mach nu Selbstentladungstest und schau mal wie die Zelle sich da verhält. Dann seh ich weiter.

Ich habe seit langem die Theorie,dass niedrigere Spannung bei Anlieferung durch Selbstentladung verursacht sein kann. Bin gespannt auf deine Ergebnisse.

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Kann mir nicht vorstellen dass das von den Zellen kommt. Ich würde nochmal ein gute Zelle testen, nur um sicher zu gehen dass es nicht an Kabel oder Tester liegt.

Luftbläschen und nicht gut gemischtes Elektrolyte halte ich für unwahrscheinlich, weil da eher wenig Flüssigkeit in den Zellen ist.

Wenns was mit dem Elektrolyte zutun haben sollte, dann eher weil zuwenig in den Zellen ist.

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Aber nur wenn Zellen defekt sind.

Ich hatte vor 1.5 Jahre eine Zelle getauscht, weil die ein bischen Auffällig war. Habe die diese Woche in die Finger bekommen und dachte mir"mach mal ein Kapazitäts Test".

Die Zelle stand 1.5 Jahren voll geladen im Keller. Der Test ergab 268AH waren noch drin. Bei inbetribnahme hatte sie damals 289AH.

Jetzt wollte ich wissen ob die Zelle gelitten hat, weil die 1,5 Jahre voll rum stand und habe die Zelle voll gemacht und den Test wiederholt.

Der Test war ernüchternd. die Zelle hat 16Ah weniger als bei inbetriebnahme..

@stromsparer99 Nach dem ersten Test sind vor dem Retest 3 weitere Zellen ohne dieses Verhalten durchgelaufen. Messfehler müsste an der Stelle bereits eleminiert sein.

Endlich mal jemand der es verstanden hat, das die angegebenen 14 Ampere Abschaltstrom im EVE Datenblatt nur bei 140 Ampere Ladestrom gelten ?.

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Jetzt ahnt man auch, dass die Hersteller vorschreiben für ihre eigene bQualitat, dass Zellen nur 1 Jahr gelagert werden dürfen.

Das meine ich ja.

Die Zellen kommen nach Test und Entladung mit gleicher Spannung aus der Firma raus.

Der Transport dauert gute 8 Wochen.

Wenn dann Zellen niedriger in der Spannung sind als die anderen, sind sie zumindest verdächtig auf höhere Selbstentladung.

Zelltests sind nu komplett durch. Die betreffende Zelle (Lfd-Nr. 21) hatte sonst keine weitere Auffälligkeiten. Ich hab euch mal die Ergebnisse des Zelltest hier angehängt - auch im Vergleich zu meinen vorherigen Bestellungen.
Orange: LF280K "Grade A" von Docan Tec. via Jenny Wu, August 2022
Rot: LF280K Grade A (echte...) von NKON, Oktober 2022
Blau: LF280K Grade B v3 von NKON, Sepmteber 2023
Bzgl. der merkwürdigen Entladekurve hatte sich NKON bereit erklärt diese zu tauschen - aber ich bin leider zu neugierig und würde diese Zelle gerne im Betrieb sehen (ja, es gibt hier nen Monitoring für JEDE Zelle). Also wurde NKON informiert, dass ich genau zu diesem Zweck die Zelle behalte. Nachbestellen könnte ich immer noch.
Fazit: wenn man möglichst homogene Zelleigenschaften will: Grade A bestellen oder bspw. bei Gobelpower Grade B Zellen sortiert.

Auch wenn ich dich anfangfs bezüglich des Abschlussstroms gelobt habe...

Mit 0,1A Abschlussstrom überlädtst du deine Zellen gnadenlos, das zeigen auch deine hohen Ruhespannungen nach dem laden und stehen lassen.

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Zum Glück haben wir das Thema ja endlich gezielt aufgenommen:

Guter Hinweis - ich hab mir mal die Ladekurve von Zelle 17 angeschaut:
3,65v bei 1.0A waren beim 1. Laden (von 24,6% auf 100%): 210,54Ah - 3,65v bei 0.1A: 211,01Ah - also 0,47Ah mehr. Bei dem fliessenden Strom vernachlässigbar.
Beim anschliessenden Voll-Laden von 0 auf 100% waren es ähnliche Werte.
Alle anderen Zellen sind ähnlich.
Von "gnadenlos" überladen würde ich hier nicht sprechen. Sind gerundet 0,16% der Gesamtkapazität.
Btw. wird das hier nur im Test so gemacht und beim finalen Post-Test Top-Balancing. Im realen Betrieb wird bis maximal 3,45v geladen, entladen nur bis 40% SoC des Gesamt-Akku-Systems (im Regelfall, es sei denn der Strom fällt aus). Mit dem Akku Upgrade nu gehts ggf. auf 30% runter.
Was die Ruhespannungen angeht: ich gehe ganz stark davon aus, dass diese sich so auch bei 1A Cut-Off zeigen würden. "Gnadenlos überladen" würde ja bedeuten, dass es Schäden an der Zelle gibt, was mit einem höheren Spannungsabfall durch die Schäden einhergehen dürfte. Ich packe ja mit 0,1A Cutoff einfach nur mehr Elektronen rein, ohne Schäden durch höhere Spannungen zu verursachen - ich erhöhe also die Sättigung.
Afair gilt u.a. je höher die Qualität der Zellen (speziell die Schnittqualität auf mikroskopischer Ebene der Folienmaterialien für Kathode und Anode), desto niedriger ist die Selbstentladekurve - dazu hatte mal ein Zellhersteller ein Infovideo online.
Im realen Betrieb sinkt die (Zell-)Spannung natürlich recht fix, sobald ich den Ladeprozess stoppe und quasie direkt wieder in die Entladung gehe, denn wenn ich Richtung 3,65 laden würde, bin ich im steilsten Teil der Ladekurve - eine Entladung (!) von 1Ah macht dort gleich nen Spannungsabfall von 3,61v auf 3,35v am Rand des flachen Teils der Entladekurve aus (Wert aus der Kurve mit 40A Entladestrom beim EBC-A40L).
Weiterhin setze ich den Cut-Off auch so spät, weil ich eben sehen will, wie sich die Spannung entwickelt. Je mehr "Nanokurzschlüsse" ich im Akku habe, desto schneller dürfte die Spannung sinken, gerade weil ich da mit der Ladung vorher im steilsten Teil der Kurve war. Sieht man gut bei den Zellen 17, 18, 20: fällt schnell ab und wird dann flacher. Zeller 17 ist mir fast zu schnell :/.
Spannend ist übrigens, dass es basierend auf den ganzen Messungen keinen Hinweis darauf gibt, wie die Zellen im realen Betrieb reagieren.
Grad beim Einsatz von mehreren parallelen Akkus werden auch hohe Ströme auf die Einzelakkus und -zellen verhindert, so dass dort Auffälligkeiten meist nicht zutage treten dürften.
Da der nächste Akkukauf und -test bestimmt kommt: ich werd mal auf 1A Cut-Off zurückgehen, um zu schauen, wie sich die Spannung da entwickelt (ggf. im Vergleich zu 0,1A). Ggf. wird die Kurve minimal flacher. Die grob 0,5Ah die mehr rein gehen machen nicht so den riesen Unterschied.

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Genau das ist eines der grössten Missverständnisse, die Schäden entstehen schon bei geringerer Spannung wenn cutoff nicht eingehalten wird. Höhere Sättigung gibt es nicht, ist die Anode voll kommt es in weiterer Folge unweigerlich zum Plating.

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@carolus Danke dir fürs Verlinken des interessanten Thread - ja, für den täglichen Betrieb defintiv, der läuft hier auch ganz anders als mein Test-Setup.
Beim Test der Zellen gehe ich da absichtlich in den Extrembereich. Ja, es ist nicht sinnvoll, die Chemie auszureizen. Der diskutierte Artikel behandelt aber vor allem einen für die Zellchemie zu hohen (schnellen) Ladenstrom, der dazu führt, dass sich nicht reversibles Metall-Plating bildet. Wenn der Ladestrom langsam "ausschleicht", zumal vorher nicht mit 0,5C oder gar 1C (overcharging) geladen wurde, sollte die Zellchemie Zeit genug haben.
Ich hab mir dann grad nochmal den Original Artikel zum Overcharging angeschaut, den Nordkyndesign als Quelle nennt (ist bei Researchgate öffentlich). Da geht es erstmal primär um 18650 Formfaktor LiFePO4 Zellen und das Paper ist aus 2012 (und nen Tagungs-Paper, kein peer reviewed journal - aber durchaus recht aufwändig und nachvollziehbar). Der Schaden scheint erstmal primär durch (zu) hohe Ladeströme und Spannungen auf 110% SoC zu entstehen. Weiterhin trat ein Versagen der Zellen "erst" nach grob 10 Zyklen dieser Überladung auf (dann aber plötzlich) - hier sind es 2 Zyklen (ja, da könnte durchaus ein Schaden entstehen).
Jetzt zu meinen 0,1A Cutoff:

  • ich lade vorher mit 0,14C - weit weit entfernt von 0,5 oder gar 1C - Zeit genug für die Zellchemie (aber ja, das Argument, dass man die Li-Ionen nicht komplett ausschöpfen soll erscheint zumindest logisch)
  • mit dem Cutoff mache ich ein Overcharge von ggf. 0,16% also 100,16% SoC (im Vergleich zu 1A Cutoff) bzw. grob 100,7% SoC (basierend auf realen Messergebnissen aus der jetzigen Messreihe) im Vergleich zu 0,05C/14A Cutoff im EVE Datasheet (basierend auf Norm Kapazität 280Ah, wenn ich es auf Kapazität bei 0,05C rechnen würde, wäre es eher noch weniger) - nicht auf 110%
  • ich teste Zellen mit 10+ Jahren mehr Entwicklung und anderem Formfaktor
    Ist das gut: sicherlich nein. Aber der Spannungsabfalltest ist wesentlich schädlicher als die "Überladung" - weil das mögen LiFePO4 Zellen eben nicht: voll rumstehen und warten - 30 Tage lang. Teilweise sogar bis 8 Tage länger, weil ich alle Zellen nach dem Entladen wieder auf 100% SoC (jaaa 100,7% SoC) hochfahre und bis zum Balancing nochmal rumstehen lasse.
    Macht die Testerei mit nem EBC-A40L oder gar EBC-A20 überhaupt Sinn? Grad wenn man bei NKON Grade A Zellen bestellt? In der Tendenz: nein, denn bisher habe ich KEINEN Zusammenhang zwischen Testergebnissen und Verhalten im normalen Betrieb gefunden. Ja, die Fallzahl ist sehr sehr klein. Auch bei den Grade B Zellen sehe ich da fast keinen Sinn mehr - gut, man könnte wirklich mal nen richtig faules Ei rausfiltern (grad wenn man vielleicht 2nd Life Zellen nutzt - wie es bei den gebrauchten Rundzellen der Fall war) - von daher ggf. doch sinnvoll. Spannungseinbruch der Zellen bei Last von 0,5C oder höher wäre spannend als Testparameter - aber das dürfte der größte der Teil der DIYler - mich eingeschlossen - mangels Hardware nicht hinbekommen.
    Teste ich weiter? Ja, denn es kann immer nen richtig faules Ei geben, auch bei NKON.
    Gehe ich auf 1A oder 14A Cutoff: ich weiss es noch nicht und lasse die Kritik sacken. Nachteil: die Vergleichbarkeit geht ein wenig flöten für meine zukünftigen Tests, Vorteil: es ist nen Tickchen besser für die Zellen und ich muss mich nicht rechtfertigen und wiss. Paper lesen.
    Ich werde das bei der nächsten Akkulieferung exemplarisch experimentell ergründen, in wieweit die Tests dann vergleichbar sind, mit 0,1A, 1A und 14A Cutoff und Spannungsveränderung über 30 Tage nach 100% SoC. 14A Cutoff haben sicherlich auch leichte zeitliche Vorteile :).
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Anbei der Spannungsverlauf eines bei mir im normalen Betrieb seit Sommer laufenden 16x EVE LF280K v3 "Grade B LSEV" Packs von Gobelpower.
Mit Victron RS450 MPPT auf 3,55V geladen und dann per Trennschalter aus meinem Multi-Battery-Pack rausgenommen:

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