Meine Eltern haben sich ein Angebot von einem örtlichen Heizungsbauer machen lassen und mich würde eure Meinung dazu interessieren.
Daten:
EFH BJ 2000, 3 Bewohner
EG Heizkörper (geheizt wird zusätzlich mit Kachelofen)
OG, Fussbodenheizung und Heizkörper (+ 8kw Kaminofen im WZ)
500l WW-Speicher mit Solarthermie (meiner Meinung nach völlig überdimensioniert)
Bisher war eine Viessmann Ölheizung (21kw) in Betrieb (evtl. auch etwas üppig), die hat aber ihren Dienst eingestellt.
So kurz vor Winter kommt jetzt natürlich Hektik auf, Reparatur ist angesichts der Ölpreise auch keine wirkliche Option.
Wenn es Detailfragen gibt kann ich versuchen die zu beantworten.
Ist es evt. ein Kombispeicher? WW und Heizungsvorlauf? Ne eher nicht, wenn noch ein Pufferspeicher separat berechnet wird.
Achso, kommt der 400l Speicher dann dazu? Also 300l Puffer, 500l Solar plus 400l WP-WW? Das klingt wirklich nach 10 Personen Großfamilie.
Der Preis ist im Rahmen des derzeit Üblichen. Wir haben dieses Jahr für eine Vaillant WP in einem zweiparteien-60er-Jahre-Fertighaus mit 160m2 >40k vor Förderung gezahlt. Allerdings incl. neuem Zählerschrank mit separatem Zähler wegen der nötigen Heizkostenumlage.
Auf dem Papier steht Auftragsbestätigung drauf. Für Änderungen könnte es damit zu spät sein.
Positiv:
kostet keine 40.000 Euro, wie sonst üblich.
Ist mit 9,2kW nicht allzusehr überdimensioniert
Negativ:
R32 (wenn ich auf die schnelle richtig gegoogelt habe). Das wäre dann eher eine Restposten-WP, die ab nächstem Jahr nicht mehr verkauft werden darf, und die bei für Heizkörper üblichen höheren Vorlauftemperaturen nicht sonderlich effizient sein könnte.
Ist die Heizlast berechnet und wie viel Liter Öl/Jahr verbraucht? Wie viel m² beheitze Räume, Temperatur vorliebe, mit welche Vorlauftemperatur lief bisher die Ölheizung? Ich hoffe das hat der das Angebot geschrieben hat, schon alles mit den Bewohner durch genommen.
Ja der Warmwasserspeicher ist überdimonsiert , ein mit 200 Liter reicht auch. Wir sind zu viert und mit 150 Liter WWS.
Das Angebot, finde ich recht teuer, nun vielleicht sind die Verrohrungsarbeiten aufwendig, ist das so?
R32 ist bezogen auf die volumetrische Kälteleistung eigentlich effizienter als R290, erreicht also mit gleichen Wärmetauschern bessere Werte. Nur ist aufgrund des verwendeten POE-Öls nicht mehr als 60 Grad Vorlauf bzw. 120 Grad Heissgas möglich. R290 Verdichter können mit unempfindlichem Mineralöl laufen und daher ist auch 75 Grad möglich.
Nein.
Der 500l kommt raus und wird durch einen 400l ersetzt.
Warum?
"Weil man die neue WP nicht an den alten Speicher anschliessen kann"
Ist so oder so ähnlich gesagt worden, ich war aber nicht dabei.
Welche Heizlastberechnung?
Der Heizungsfachmann war da, hat sich den Heizraum angesehen und darauf hin das Angebot erstellt.
Ich dachte eigentlich auch man braucht die Berechnung VOR der Angebotserstellung, damit man weiss welche WP man braucht.
Fand ich auch etwas seltsam.
Aber solange nichts unterschrieben ist kann draufstehen was will.
Die Details zur Pumpe hab ich mir noch garnicht angesehen.
Aber vermutet hab ich es schon, weil ansonsten ja gerne "R290" explizit erwähnt wird.
Warum der Pufferspeicher nötig sein sollte wurde wohl auch nicht erklärt.
Genau. Die Heizlastberechnung ist ja die Grundlage dafür, welche Wärmepumpe überhaupt passend dimensioniert wird. Nur weil sich der Heizungsbauer den Heizraum angeschaut hat, weiß man ja noch nicht automatisch, ob die angebotene Leistung für das Gebäude passt.
Ich würde deshalb tatsächlich mal schauen, ob es zu dem Angebot eine Heizlastberechnung bzw. nachvollziehbare Auslegung gibt. Gerade wenn Kaminöfen vorhanden sind, ist interessant, wie die bei der Berechnung berücksichtigt wurden.
Wie schon erwähnt, Heizlastberechnung gibt es nicht.
Ich dachte eigentlich auch das ist das erste was gemacht werden muss.
Ölverbrauch kann ich morgen mal erfragen.
Ich sag mal ca 80qm pro Etage (EG u. OG).
Die gewünschte Saunatemperatur wird dann mit Kachel- bzw Kaminofen feinjustiert.
Den letzten Winter wurde mit 40 - 45 Grad Vorlauf gefahren.
Nein.
200l hab ich auch mal geschätzt.
Ich wüsste nicht warum.
Die WP kann direkt an einer Aussenwand zum Heizraum aufgestellt werden.
Kernbohrung oder man nimmt das vorhanden Kellerfenster.
Alter Kessel weg und WP angeschlossen. OK, ist jetzt etwas sehr vereinfacht dargestellt, aber von WP zum Heizverteiler sind es vielleicht 5 Meter.
Vom Heizverteiler geht es dann zu den Heizkörpern von EG und OG (getrennt)
und einmal mit Mischer zur Fussbodenheizung OG.
Also eigentlich "nur" Kernbohrung und die 5 meter Verrohrung, der Preis würde mir nicht gefallen und vorallem, das keine Heizlastberechnung gemacht wurde. So was macht man ganz zum Anfang.
Der Kaminofen, wie viel Holz/Jahr wird verheizt und soll das auch so bleiben, oder soll die Menge in Zukunft reduziert werden.
Also eine WP mit R32 ist eine veraltete und die würde ich nehmen, zum mal die WP zu teuer ist , das Drei Weg Zonen Ventil kostet normalerweise unter 100€ und nicht wie im Angebot 440€
Ein Pufferspeicher im Heizkreis ist überfllüssig, höchsten ein Rücklaufpufferspeicher mit 50 Liter.(dient zum enteisen der WP.
Bei so kleinen Heizkörperanlagen geht niemand das Risiko ein, dass es hinterher massiv rauscht, oder gar gar nicht abtaut. Der Hersteller gibt das Schema mit Puffer vor, der SHKler baut es 1:1 nach, um allen Garantiediskussionen aus dem Weg zu gehen.
Als DIYler baut man sowas ohne Puffer, als Heizungsbauer gegen Geld niemals. Ist halt so.
Naja. Wärst du Heizungsbauer, und hätte dir das dritte Mal ein Kunde die Rechnung gekürzt, weil es seiner Meinung nach rauscht, oder was auch immer, wäre da auch Schluss mit lustig. Mit Abzocke hat das wenig zu tun.
Kann ich schwer sagen, ich sag einfach mal 10 Ster.
Man heizt halt gerne den Kachelofen, weils gemütlich ist, auch wenns dann manchmal 27 Grad im WZ hat.
Ich schätze mal die hat der Heizungsbauer noch auf Lager und die muss raus.
Was anderes als eine mit R290 würde ich auch nicht nehmen.
Zum Thema Ventil:
Man verkauft halt lieber was man im Programm hat, kann ich natürlich zu einem gewissen Grad nachvollziehen, allerdings sollte man (zumindest meiner Meinung nach) auf die Gegebenheiten/Anforderungen eingehen.
Lese/höre ich auch immer.
Aber wenn man wirklich sicher sein möchte muss man es durchrechnen, oder?!
Bzw. wenn man z.B. die Daten für die Heizkreise nicht kennt, müsste man dann messen wieviel Liter/Minute so durchfliessen. Oder wie macht man das sonst?
In der Auflistung steht ein Pufferspeicher (mit 300l) ich vermute mal das ist halt so Pi x Daumen geschätzt. Die WP braucht so 27 Liter / Minute beim Abtauen x 10 Minuten -> 300l
Ist jetzt nur ein Erklärungsversuch von mir um auf die Grössenordnung zu kommen.
Obs stimmt weiss ich nicht, falls es stimmt, sollte ich die Branche wechseln und Planungsberechnungen für WPs machen.