EU-Parlament stimmt Novellierung der F-Gase-Verordnung zu

Ich hab nix gegen R290 und die lustigen Videos mit der Autoklima Nachfüllung mögen ja alle funktionieren.

Wenn ich jedoch Lebensdauer und Zuverlässigkeit haben will und mir mein Wohlergehen und das meiner Familie am Herzen liegt, bleibe ich lieber auf der sicheren Seite der Anwendungsbeschreibung und Zulassungsrichtlinien, insbesondere bei den Sachen, bei denen ich es nicht so in der Hand habe, ob was schiefgeht oder nicht.

Ist das schon "German Angst" oder nur normale Vorsicht?

Herzliche Grüße

Eindeutig, German Angst.

Ist aber Heilbar :wink:

Ist sehr individuell, welche Risiken wer im Leben eingehen will. Insofern gibts da kein Normal. Persönlich fände ich es schon sinnvoll, zumindest einen Gaswarner zu haben.

Oh je, dann solltest Du aber zusehen, dass Du nach Möglichkeit einen mindestens 25 Jahre alten Kühlschrank in Deiner Küche hast. Der läuft dann nämlich wahrscheinlich noch mit R134a (nicht brennbar).

Falls Du dagegen einen Kühlschrank neueren Datums (jünger als 20 Jahre) haben solltest, dann schau' lieber mal hinten aufs Typenschild. Da ist höchstwahrscheinlich R600a (=Isobutan) als Kältemittel drin. Und das ist brennbar. Und die Kältemittelmenge ist etwa so groß, dass sich verteilt über den Innenraum des Kühlschranks gerade eine stöchiometrische Mischung ergibt, die explosionsfähig ist. Daher können prinzipiell alle R600a-Kühlschränke explodieren. Hier mal ein Beispiel aus den USA, wo ein Kühlschrank hochgegangen ist. Das muss ordentlich geknallt haben, sogar das Ceran-Kochfeld nebendran ist zersplittert.

Sogesehen - ja, R12 und R134a im Kühlschrank waren sicherer, dennoch ist man wegen des hohen ODP bzw. GWP dieser beiden Kältemittel am Ende zu R600a übergegangen. Ein Explosionsrisiko ist nun da - aber die Vorfälle sind selten genug, dass sie gesellschaftlich akzeptiert werden und in der öffentlichen Wahrnehmung praktisch nicht auftauchen. Genauso ist es heute mit R290 in Wäschetrocknern und mobilen Raumklimageräten, und genauso wird es eines Tages bei den Split-Klimas sein. Risiko existiert, es passiert aber einfach selten genug.

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@alexx

mit pferdekutschen war man auch sicherer unterwegs, kein brandrisiko und unfallrisiko gering.

Wobei es ein großer Unterschied ist, ob unter sehr strengen Bedingungen in der Produktion hermetisch dichte Systeme gebaut werden oder ob man zu Hause auf der Baustelle den Kältekreislauf montiert. Noch dazu, wenn das Laien ohne Ausbildung und Prüfmittel tun.

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jeder der einen grill oder ein gaskochfeld an eine gasflasche anschließt müsste der logik nach auch extrem gefärdet sein, da r290 menge mindestens 5kg und nicht 500g wie in der klima.

ich würde vorschlagen propangrills und kochfelder zu verbieten, ist viel zu gefährlich....

leute leute, ich kann nur mit dem kopf schütteln

Nein. Zum Anschließen muss man aber natürlich einen Klimatechniker mit Zertifikat rufen.

Ein Risiko ist auch dort vorhanden und es kommt auch immer mal wieder zu schweren Unfällen. Es gibt aber nur wenige Haushalte, wo in Innenräumen Gasflaschen betrieben werden. Meist im Campingumfeld oder in Gartenanlagen. Hier was falsch zu machen, ist aber deutlich schwieriger. Einen Schlauch anschrauben kann jeder. Fachgerecht einen Bördelanschluss machen, kann fast niemand auf Anhieb.

Dann ist es auch eine Frage der Sensibilisierung. Bei Gasflaschen sind die meisten seit vielen Jahren sensibilisiert, wirklich vorsichtig und gewissenhaft mit umzugehen. Bei einer Split-Klimaanlage sind sie das vielleicht nicht.

Und dann auch noch: Die Anforderungen an Sicherheit sind in den letzten 50 Jahren extrem gestiegen. Gasflaschen stammen noch aus einer Zeit, wo man es wesentlich lockerer gesehen hat. Ähnlich locker, wie mit dem Arbeitsschutz vor 50 Jahren, wo viele schlimme Unfälle passiert sind. Wenn es noch keine Gasflaschen gäbe und man die heute erfinden würde, würden die nie eine Zulassung für Innenräume bekommen.

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Jetzt aber ab davon, ob es gefährlich ist oder nicht, kann man R32 denn theoretisch durch R290 in vorhandenen Systemen ersetzen? Ich hatte gelesen das der Wirkungsgrad schlechter wird. Aber können die anderen Komponenten (Verdichter, Ventile, etc.) auch R290 vertragen?

Zumindest im Hinblick auf das Kompressoröl sollte es gehen. R32-Systeme verwenden wohl üblicherweise POE-Öle. Die sollten mit R290 auch klarkommen. Das sagt zumindest die bunte Tabelle auf dieser Webseite (weit nach unten scrollen und die gefühlt 1000 Videos igorieren, die da aufpoppen). R32 nutzt demnach immer POE, wohingegen für R290 Minealöle, POE- und AKB-Öle in Frage kommen.

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Glaub nicht, dass R32 Geräte mit R290 laufen. Ganz andere Drucklage und da gibts doch bestimmt auch einen Drucksensor für Überdruckerkennung im Fehlerfall.

Kann man die R32 Kältemittelleitungen später noch für R290 verwenden oder braucht man da neue Leitungen?

Sollte kein Problem sein.

Man wird auch ein anderes Expansionsventil benötigen.

@win unterliegen Kältemittelleitungen eigentlich einem Verschleiß oder wird man die über Jahrzehnte verwenden können?

@tom67 Ich bin nicht Win, aber wenn ich die Analogie zu unserem Kühlschrank ziehe, >18J, läuft problemlos, dann behaupte ich: Die verschleißen nicht.

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@thorstenkoehler guter Punkt. Das macht Sinn.

Haben die wirklich bei der Novellierung vergessen, r600 und r290 zu kriminalisieren?

hab noch 9kg r32 auf lager das sehe ich jetzt mal als wertanlage an

r290 ist propan, dann müssten die alle gasgrills und alles an flaschenpropan in deutschland verbieten