Erfahrungsbericht Mitsubishi Electric MSZ-LN25VG2

Hallo zusammen,

nachdem ich lange geplant hatte (siehe hier), wurde die Anlage Anfang November eingebaut und in Betrieb genommen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für das tolle Feedback und die Hilfe hier im Forum. Nun möchte ich meine Erfahrungen teilen.

Ausgangssituation

Es geht um ein Haus aus den 1970ern mit zwei 80-Quadratmeter-Wohnungen (Erdgeschoss und erster Stock). In beiden Wohnungen befindet sich ein Kachelofen mit jeweils ca. 7 kW Heizleistung. Darüber hinaus befinden sich in allen Räumen Nachtspeicherheizungen. Es ist keine wassergeführte Zentralheizung vorhanden. Das Brauchwasser wird dezentral über elektrische Warmwasserboiler bereitgestellt. Außerdem befindet sich auf dem Dach eine PV-Anlage mit 7 kWp, die in ein paar Jahren aus der Einspeisevergütung fällt. Der Strom ist dann gratis vorhanden und kann zum Heizen genutzt werden.

Der Plan

Im ersten Stock sollte eine effiziente und günstige Heizung eingebaut werden. Die Wahl fiel auf Split-Klimaanlagen, da alle anderen Alternativen deutlich aufwendiger und teurer umzusetzen sind. In die drei großen Räume sollten Innengeräte eingebaut werden. In der Küche ist der Platz für das Innengerät praktisch vorgegeben, da über den Fenstern, über der Küche, über dem Kachelofen und über dem Tisch kein Platz ist. Im Schlafzimmer ist die gesamte Innenwand als Platz verfügbar. Diese beiden Innengeräte sollten an ein Multi-Split-Außengerät angeschlossen werden, das an der Nord-Außenwand platziert wird. Im Wohnzimmer sollte das Innengerät direkt auf kürzestem Weg mit einem weiteren Außengerät verbunden werden, das an der Süd-Außenwand montiert wird. Die Platzierung ist in den beiden folgenden Bildern skizziert.

Draufsicht

Seitenansicht

Angebot und Geräteauswahl

Mein Favorit wäre eine Daikin Perfera gewesen. Ich hatte mir mehrere Angebote von Installateuren in der Region eingeholt. Einige davon hatten keine Zeit oder waren viel zu teuer. Das beste Angebot war eines mit Geräten von Mitsubishi Electric für etwa 12000 Euro. Darin enthalten waren ein Innengerät für das Schlafzimmer (MSZ-LN18VG2), ein Innengerät für die Küche und das Wohnzimmer (jeweils MSZ-LN25VG2 W), ein Multi-Split-Außengerät (MXZ-2F42VF), ein normales Außengerät (MUZ-LN25VG2), drei RAC SG Adapter (notwendig für die Förderung) und die Montage. Ich habe ein bisschen gehandelt und für das Single-Außengerät durch die Hyper-Heating-Variante ersetzt (MUZ-LN25VGHZ2). Die Überlegung war hier, dass diese Variante garantiert bis -25 °C Außentemperatur das Wohnzimmer heizt. Das Multi-Split-Außengerät für Küche und Schlafzimmer wird denke ich zumindest immer genug Leistung für einen der beiden Räume bereitstellen.

Förderung

Der Installateur hat mich beim Förderantrag unterstützt. Es gab letztendlich 30% Förderung, da die Wohnung nicht der Person gehört, die aktuell darin wohnt. Ansonsten hätte es 50% gegeben, da die Nachtspeicherheizungen entfernt wurden (Klima­geschwindig­keits­bonus). Die Rechnung vom Elektriker kann ebenfalls berücksichtigt werden. Ich habe mir vom Elektriker vorher ein Angebot machen lassen und der Installateur hat diesen Betrag bei der Bestätigung zum Antrag (BzA) für die KfW berücksichtigt. Bei der Nachweiseinreichung müssen dann entsprechend beide Rechnungen hochgeladen werden.

Heizlastberechnung

Die Heizlastberechnung war der schwierige Teil. Da beide Wohnungen bisher nur mit einem Kachelofen und Nachtspeicheröfen beheizt wurden, gab es keine brauchbaren Zahlen. Hinsichtlich der Leistung gab es als Anhaltspunkt die 7 kW Heizleistung des Kachelofens. Damit werden Küche und Wohnzimmer und ein Teil der restlichen Wohnung beheizt. Bzgl. Energieverbrauch gibt es die sehr ungefähre Aussage von 3 Tonnen Holzbriketts, um eine Wohnung ein Jahr zu beheizen (mit minimalem Einsatz der Nachtspeicheröfen). Das wären dann 3000 * 5.4 kWh/kg = 16.200 kWh.

Folgende Daten habe ich zusammengetragen:

  • Grobe Heizleistung für Küche und Wohnzimmer: 3.5 kW (Hälfte vom Kachelofen)

  • Energieverbrauch für die Wohnung grob überschlagen: 20.000 kWh (Holzpellets)

  • Norm-Außentemperatur (NAT): -14 °C (aus Klimakarte, Süden von Bayern)

  • Die Euroevent-Daten für die Single-Split (MSZ-LN25VG2 W/MUZ-LN25VG2) gibt es hier

    • TOL ist -15 °C

    • Ph PL CondE TOL ist 2.5 kW -> Leistung bei -15 °C?

    • Heizleistung ansonsten bei 7 °C 3.2 kW

  • Für das Multi-Außengerät (MXZ-2F42VF) habe ich bei Euroevent keine Daten gefunden

    • Heizleistung MSZ-LN25VG2 W bei 7 °C: 3.2 kW (aus Datenblatt)

    • Heizleistung MSZ-LN18VG2 W bei 7 °C: 3.3 kW (aus Datenblatt)

Grob überschlagen sollte die Leistung ausreichen. Bei -15 °C liefern die Innengeräte in Küche und Wohnzimmer jeweils 2.5 kW und das Gerät im Schlafzimmer sicher auch 2.0 kW. Im Härtefall kann an den 10 kältesten Tagen im Jahr der Kachelofen eingeheizt werden. Das soll aber möglichst vermieden werden.

Einbau

Der Einbau der drei Innengeräte sowie der beiden Außengeräte erfolgte Anfang November. Das ganze hat reibungslos funktioniert war an einem Tag erledigt. Anschließend wurden die beiden Außengeräte dann noch vom Elektriker angeschlossen. Damit ich genau weiß, was die Klimaanlagen verbrauchen, habe ich für jedes Außengerät einen Zähler vom Typ Eltako WSZ15D-32A MID (Informationen auf der Website) für ca. 50 Euro einbauen lassen.

Ergebnisse

Die Anlage läuft nun seit Anfang November und bisher sieht alles gut aus. Die Temperaturen sind 22 - 23 °C in der Küche (K) und 16 - 18 °C im Schlafzimmer (S). Das Wohnzimmer (W) wurde einige Wochen bei 21 °C beheizt, ab Februar dann nur noch auf 16 °C zusammen mit dem Schlafzimmer und dem gesamten Flur.

Die Wohnung im Erdgeschoss wurde während dieser Zeit täglich mit dem Kachelofen beheizt. Zusätzlich wurde das darüber liegende Dachgeschoss direktelektrisch beheizt. Die Klimaanlagen laufen rum um die Uhr durch (keine Nachtabsenkung, Bedarfssteuerung und sonstige Zeitschaltung oder externe Regelung). Mit den Apps von Mitsubishi Electric habe ich mich auch noch nicht befasst. Über die Fernbedienungen ist eine Zeitschaltung möglich.

In der folgenden Tabelle ist der Verbrauch auf einzelne Wochen genau dargestellt. Zusätzlich habe ich die minimale und maximale Temperatur sowie die Durchschnittstemperatur (via Meteostat) und das Wetter im jeweiligen Zeitraum (eigene Einschätzung) dargestellt.

Datum von Dauer K S W Verbrauch Temperatur und Wetter
2025-11-07 1 Wo 22 °C 18 °C 21 °C 77 kWh Ø 6 °C (-4 - 17), Hälfte Sonne
2025-11-14 1 Wo 22 °C 18 °C 21 °C 101 kWh Ø 3 °C (-5 - 18), bewölkt
2025-11-21 1 Wo 22 °C 18 °C 21 °C 134 kWh Ø -3 °C (-15 - 3), bewölkt/Schnee
2025-11-28 1 Wo 22 °C 18 °C 21 °C 117 kWh Ø -1 °C (-10 - 7), bewölkt/Nebel
2025-12-05 2 Wo 23 °C 16 °C 16 °C 151 kWh Ø 3 °C (-5 - 15), Hälfte Sonne
2025-12-19 1 Wo 23 °C 16 °C 16 °C 98 kWh Ø -1 °C (-5 - 12), Schnee
2025-12-26 1 Wo 23 °C 16 °C 21 °C 197 kWh Ø -5 °C (-12 - 1), Schnee
2026-01-02 1 Wo 23 °C 16 °C 21 °C 173 kWh Ø -6 °C (-20 - 5), bewölkt
2026-01-09 1 Wo 23 °C 16 °C 21 °C 143 kWh Ø 1 °C (-12 - 10), Hälfte Sonne
2026-01-16 1 Wo 23 °C 16 °C 21 °C 135 kWh Ø -2 °C (-8 - 10), Hälfte Sonne
2026-01-23 1 Wo 23 °C 16 °C 21 °C 157 kWh Ø -1 °C (-6 - 6), Hälfte Sonne
2026-01-30 1 Wo 23 °C 16 °C 21 °C 161 kWh Ø -1 °C (-6 - 7), Hälfte Sonne
2026-02-06 2 Wo 23 °C 16 °C 16 °C 223 kWh Ø 2 °C (-5 - 9), Schnee/bewölkt
2026-02-20 1 Wo 23 °C 16 °C 16 °C 66 kWh Ø 6 °C (-2 - 17), Hälfte viel Sonne
2026-02-27 1 Wo 23 °C 16 °C 16 °C 76 kWh Ø 5 °C (-4 - 16), Hälfte viel Sonne
2026-03-06 4 Wo 23 °C 16 °C 16 °C 377 kWh Ø 4 °C (-6 - 15), Hälfte Sonne
Summe 2386 kWh

Zwischenfälle

Am 2026-01-05 ist das Multi-Split-Außengerät (MXZ-2F42VF) ausgefallen. Das Gerät ist eingefroren, d.h. auf der Abtropfplatte hat sich Eis gebildet, das so weit nach oben gewachsen ist, bis sich schließlich der Lüfter nicht mehr drehen konnte. Grund war ein Fehler beim Einbau: Die Abtropfplatte hat in der Mitte ein Loch. An dieses wurde ein Rohr angeschlossen, das anschließend mit dem Kondensatzrohr (von den Innengeräten kommend) verbunden wurde. Vermutlich ist das Wasser in diesem Rohr gefroren und konnte daher nicht mehr richtig von der Abtropfplatte abfließen. Das Problem wurde sehr schnell behoben und die Anlage lief am 2026-01-07 wieder. Hinsichtlich der Verbrauchswerte gilt daher: für die Tage 2026-01-05 und 2026-01-06 war die Anlage in Küche und Schlafzimmer aus.

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Bei Mulitsplit scheinen die AGs bei unterschiedlichen IGs (AY/LN Serie) gleich zu sein. Da hab ich das hier bei Eurovent gefunden:

Welche IGs da dran hängen, ist für die Eurovent-Daten nicht sonderlich relevant.

Scheint ja alles gut geklappt haben bei dir und Verbräuche sind ja auch überschaubar.

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Danke für den Link. Ich fürchte allerdings, dass das nicht das passende Gerät ist. Es hat nur einen SCOP von 3.8 und die Klasse “A” (Heizen). Das verbaute Gerät hat einen SCOP von 4.6 und die Klasse “A++” beim Heizen. Ich habe hier ein Datenblatt gefunden.

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Update: Verbrauchsdaten für die letzte Woche ergänzt.

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Hallo, mich würde interessieren wie due Verbrauchsdaten im Laufe des Januar und Februars noch ausgesehen haben.

Hättest du da Informationen?

Das würde mich freuen :slight_smile:

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Update: Ich habe gerade die Daten erweitert.
Es gibt nun Verbrauchsdaten für die ersten vier Monate ab November 2025. :slight_smile:

Außerdem hatten wir einen kleinen Zwischenfall, den habe ich ebenfalls ergänzt.

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Dieser Rohranschlussstopfen wird eigentlich nie verbaut, wenn man mit der Anlage wirklich im Winter heizen will. Da lässt man die Anlage so abtropfen. Nur wenn man das Kondensat unbedingt wegleiten muss, dann brauchts auch eine Rohrbegleitheizung. Und die schluckt dann permanent Strom.