Erfahrung Hybridheizung LLWP/LWWP

Ich habe einen ähnlichen Umstieg gemacht und bin sehr zufrieden.
Ich habe eine 25kW Gasheizung aus 1990 durch eine LWWP und eine Multisplit Klima zum Heizen und eine BWWP fürs Warmwasser ersetzt.
Als ich die Umstellung gemacht habe, gab es gerade kein Material und mein Installateur hatte zwei Jahre Vorlauf angekündigt. Meine Gasheizung hatte jedoch schon Teilausfälle, so dass ein Umstieg mir dringend erschien.
Ich habe dann einen Deal mit dem Installateur gemacht: Ich besorge das Material und er baut es mir ein. Das hat dann leider nicht so gut geklappt, bei der Auswahl des Materials hat er mir noch geholfen, als alles vorhanden und vorbereitet war, wollte er nicht mehr einbauen.
Dann musste ich notgedrungen alles selber organisieren.
Am Ende hat alles funktioniert, die Heizung läuft jetzt schon den dritten Winter und mein Haus ist warm und gemütlich. Meine Frau, die anfangs gegen Klimaanlagen war, ist inzwischen auch überzeugt und genießt die Annehmlichkeiten.
Ich habe FBH im Erdgeschoß und Heizkörper im Obergeschoß und zusätzlich noch eine FBH im Bad im Obergeschoß.
Die LWWP läuft durchgängig für die FBH und auch für die Heizkörper mit nahezu gleicher Vorlauftemperatur unter 35°C.
Das sichert mir die Wohlfühlwärme im Erdgeschoss und oben im Bad und die Grundwärme in den Räumen im OG.
Wenn es dann wärmer gebraucht wird oder die Außentemperaturen unter 5°C fallen, dann laufen die Klimas zusätzlich.
Für Warmwasser habe ich eine BWWP, die im Sommer den Vorratskeller kühlt und im Winter immer noch durch die nachströmende Erdwärme einen vernünftigen COP hat.

So nun meine Hinweise und Tipps für die Planung:

  1. Frage: Wie willst du zukünftig Warmwasser machen? Käme da auch eine BWWP in Frage? Hast du einen Keller, den du als Luftsammler für die BWWP nutzen kannst?
  2. Hast du schon die Heizlast für dein Haus bzw. die einzelnen Räume berechnet? Die Daten brauchst du noch für die passende Auslegung der LLWP Innengeräte und der LWWP.
  3. Kannst du auch die LWWP so planen, dass die mit niedriger VLT die Grundwärme ins Haus bringt? Die Heizköper und die Verteilung sind ja schon da und die LLWPen können dann die Zusatzlast bei höherem Wärmebedarf erbringen. Das könnte Kostenvorteile bei der Dimensionierung bringen. Solche Kombinationen werden von Heizungsbetreiben oft nicht durchdacht oder angeboten, da sie mit Hybridheitzungen in dieser Form keine Erfahrung haben.

Hinweise zum Vorgehen:

  1. Falls noch nicht geschehen, Wärmebedarfsberechnung für jeden Raum erstellen.
  2. Die LWWP zuerst für die Räume bauen, in denen "es sonst nicht richtig warm wird", dann kannst du wahrscheinlich die VLT der Ölheizung senken und deine Mitbewohner können sich schonmal an die Klimas gewöhnen. :wink:

Für die Wärmebedarfsberechnung habe ich schon Hinweise in anderen Threads gegeben, lies mal hier:
Link: Wärmepumpe: Sizing-Rechner?
oder hier:
Link: WP (sanierter) Altbau - Daikin vs. LG Therma

Viel Spaß bei der Planung!

Herzliche Grüße
Eclipse

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