Entkoppelbare 48V LFP-Batterie auf Räder

Stellt euch vor: Ein kleines Elektrofahrzeug mit einer 48V LFP-Batterie das gleichzeitig als Heimspeicher dient. Es wird mit einem Batterieschalter von der Hausstrom-Anlage getrennt, wenn gefahren werden muss. Später wird die Batterie des Fahrzeugs wieder am Haus gekoppelt.

Geht das einfach so, oder würde so eine Kopplung/Entkopplung den Wechselrichter durcheinander bringen?

Welcher WR wäre für so eine Aufstellung am meisten geeignet? Victron, oder besser Hybrid so wie Deye/SMA/Fronius/usw?

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Solche Gedanken gehen mir auch oft durch den Kopf. Möglicherweise wäre es aber geschickter, den (Hybrid-) Wechselrichter dauerhaft im Fahrzeug zu belassen und ihn dort als OnBoard-Charger zu nutzen. Evtl. will man ja mal unterwegs an einer Ladesäule aufladen. Da wäre es dann vorteilhaft, wenn Victron und Co. an Bord wären.

Mit Victron an Bord ist das Fahrzeug dann auch Vehicle-to-Load-fähig, weil du immer 230V AC zur Verfügung hast. Ggf. auch während der Fahrt für eine mobile Klimaanlage, die man im Sommer ins Auto stellt.

Zu Hause muss man dann nur AC an den Grid-Eingang des Wechselrichters stecken, und den Anschluss zum Smart Meter herstellen. Funktionieren sollte das letztlich mit jedem inselfähigen Niedervolt-Hybrid-WR.

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Was wenn der Wechselrichter schon mit dem Netz verbunden ist? Akzeptiert er gleichzeitig AC vom Netz und AC vom Fahrzeug?

Ich stelle mich einfach ein Haus vor mit PV-Anlage, wobei die 48V LFP Batterie aber manchmal entkoppelt wird, und später wieder angekoppelt wird. Akzeptiert der Wechselrichter im Haus (Victron oder Hybrid) das ohne Meckern, oder wird da noch irgendeine Kommunikation gebraucht, so wie das bei öffentlichen Ladesäulen passiert (über die sogennanten CP-und PP-Pins im Stecker)?

Ein Hybrid-WR mag es vermutlich eher nicht, wenn man ihm im laufenden Betrieb den Akku abklemmt. Den WR müsstest du für jedes Ab- und Ankoppeln des Fahrzeugs vermutlich kurzzeitig ausschalten.

Einen Ausfall und eine Wiederkehr der Netzspannung (Anschluss “Grid”) muss er dagegen vertragen, denn das ist ja genau der Fall eines Stromausfalls, auf den ein inselfähiger Hybrid-WR ausgelegt ist. Normalerweise haben die 2 AC-Anschlüsse, einmal “Grid” und einmal “Back-Up” o.ä. Die Idee wäre, den WR ins Fahrzeug zu packen, dauerhaft mit der Batterie verbunden zu lassen und etwaige 230V, die man unterwegs benötigt, aus dem “Back-Up” AC-Ausgang des WR zu ziehen. Ist man daheim, verbindet man das Datenkabel vom Energy Meter und steckt man das Hausnetz an den “Grid”-Eingang an.

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Ich verstehe.

Was wenn im Haus schon ein WR ist (für PV-Anlage)? Die Batterie im Fahrzeug soll ja vorzugsweise mit PV-Strom geladen werden.

Es wäre äußerst unpraktisch, weil man ziemlich lange ziemlich fette Leitung bräuchte. Der Umweg über Lader/Entlader auf 230V dürfte sich rechnen und einfacher sein

Eine Fette Leitung ist nicht so schlimm, die hat man beim Schnellladen auch.

230V AC - weil Multiplus im Fahrzeug - kommt mir irgendwie auch eleganter vor. Wie ein Boot im Hafen. Ich bezweifle aber ob das auch so einfach ist wenn im Haus schon ein PV-Wechselrichter vorhanden ist.

Bei den Deye WR kannst du im Menü "NoBatt" einstellen und dann die Batterie abklemmen, Ausschalten brauchst du ihn dafür nicht.
Beim Anklemmen umgekehrt, erst verbinden dann wieder Batterie anmelden, den Rest macht die Software in WR und Batterie.

Im laufenden Betrieb einfach Stecker ziehen, halte ich auch wegen anderer Probleme (Lichtbogen etc.) für eher kontraproduktiv.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Tatsächlich nutze ich sowas “ähnliches” schon seit mehreren Jahren.

Ich betreibe in meinem Gartenhaus eine kleine 2,5kWp Pv-Insel die auch meine Werkstatt, Garage und die Aussenanlagen bedient.

Ca. 10kWh 14S Liion fester Speicher aus alten 18650ern.

Ausserdem hab ich mehrere kleine E- Fahrzeuge ( Moped, E-Bike, Scooter) ebenfalls 14 S LiIon und 48V…. jeweils mit mehreren Wechselakkus… insgesamt aktuell wohl um 18kWh “mobiler “ Akkuspeicher.

Ich kann die mobilen Packs , die Fahrzeuge und den Gartenhausspeicher nach Bedarf zusammenschalten und so meine Speicherkapazität flexibel sowohl mobil als auch für die Insel nutzen…

Uups, ´Sorry….bin noch nicht so recht firm mit der Forensoftware hier…

Ich kann die mobilen Packs , die Fahrzeuge und den Gartenhausspeicher nach Bedarf zusammenschalten und so meine Speicherkapazität flexibel sowohl mobil als auch für die Insel nutzen…dadurch ergeben sich ein paar interessante Optionen, ich kann beispielsweise die Akkukapazität meiner Mopeds dem Reichweitenbedarf anpassen… oder ich kann über die Fahrzeuge extern geladene Energie in meine Insel importieren….

Bei Interesse kann ich da noch etwas mehr ins Detail gehen..

Gruß

Yello

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Das geht und ist machbar !

Am einfachsten mit einem Victron MP2, der hat den Vorteil: Der läßt sich über Node-Red steuern.

Wichtig sind 3 Punkte:
1.) Wenn die Batterie auf Rädern angedockt werden soll, ist ein Vorladewiderstand erforderlich, der anschließend überbrückt wird.
2.) Wenn die Batterie unterwegs ist, kann der MP2 auch ausgetaktet werden. Die GR Seite mag keine offenen Anschlußpunkte.
3) Wenn ein stationärer Heimspeicher vorhanden ist, muß eine Strategie bzgl. der Lade-/Entladestrategie implementiert werden.

Nachtrag: Es sollte in jedem Fall ein eigener, dezidierte MP2 für diese Aufgabe sein. Macht das Leben um Größenordnungen einfacher.

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Vielen Dank, ich war schon fast verzweifelt, obwohl diese Idee von Eclipse mit dem Deye auch interessant klingt. Ich habe zufällig ein wenig Erfahrung mit Deye (in meinem derzeitigen Haus).

Ich hoffe du erlaubst dass ich weiter frage. :slightly_smiling_face:

Gibt es dafür was von Victron, so wie Smart BatteryProtect, oder braucht man dafür eher was Spezielles? Hier im Victron Community-Archive gibt es was darüber zu lesen. Ich setze fleißig Lesezeichen, und werde alles hoffentlich bald verstehen.

Was heißt GR?

Das war eigentlich meine nächste Frage, nachdem es mit dem (ent)koppeln gelöst ist!

Wie würde so was ungefähr aussehen? Ich nehme an einen zweiten Haupt-MP2 mit dem der stationäre Heimspeicher verbunden ist? Kommt da das sogennanten ‘Cascading’ im Spiel?

Ist es denn so, daß der mobile Akku in irgendeiner Form Energie an das Haus abgibt, oder ist das eine reine Senke ?

Dann ist es doch "einfach" die Kapazität im Haus zu vergrößern und den mobilen Akku über 230V zu laden.....

Statt Geld in komische Komponenten zu versenken, mehr Akku in die Bude ?

Damit kann dann auch Energie gespeichert werden, ist der mobile Akku nicht da ...

GR steht für Gleichrichter.

Ich habe hier geantwortet, damit deutlich wird: Es ist machbar. Es ist aber keine Anleitung !! Es sind Hinweise, die beachtet werden sollten :wink:

Wichtig sind:

  • elektrotechnische Grundkenntnisse, insbesondere im Verhalten von (teil-)geladenen Batterien, die auf "leere" Kondensatoren geschaltet werden: Erfordernis von Ladewiderständen !
  • Wenn ein Gleichrichter Kondensatoren im Ausgang hat (das ist die Regel), dann sollte er nicht ohne Last betrieben werden. Denn in diesem Fall kann es zu internen Regelschwingungen kommen, die vermieden werden sollten. Dies ist kein zulässiger Betriebszustand !
  • Cascading ist auch eine Möglichkeit. Egal, wie auch immer, wichtig ist eine Priorisierung, damit sich die Batterien (Heimspeicher <-> eAuto) nicht mit "sich selbst beschäftigen".

Zusammenfassend:

  • Es ist ein automatisiertes oder "händisches" Ablaufverfahren / Konzept zum "Andocken" und "Abdocken" erforderlich.
  • Ein dezidierter Umrichter, der in ein übergeordnetes Regelsystem eingebunden ist (händisch oder auch automatisiert).
  • Aus meiner Erfahrung habe ich Node-Red nur als eine Möglichkeit erwähnt.

Achtung: Auch wenn wir über "nur" über 48V reden, es kann ganz laut und kräftig "knallen". :thinking:

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Die Anmerkungen sind schon richtig, das Konzept nennt sich V2H (Vehicle-to-home).

Und auch richtig, natürlich kann ich auch den Heimspeicher vergrößern.

Aber das eAuto kommt nun mal durchaus mit 60+ kWh daher, ist somit eh da.

Gleichzeitig benötige ich sowieso eine Lademöglichkeit. Dann doch gleich was "Vernünftiges" und keine dumme AC Wallbox oder Klick-Klack-Technik (AC-PV-Überschußlösung).

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Dann ist der erste Schritt keine dumme Karre zu kaufen🤣

Schon wird es eng

Was ist denn eigentlich die "Grundidee" dahinter ?

Einfach und zuverlässig mit ausreichender Effizienz ist der Weg über 230V AC, zudem unproblematisch und kostengünstig.

Jetzt Tausender rauszuhauen um mehr Elektronik mit geringerem Wirkungsgrad einzukaufen, statt 32kWh im Keller nachzurüsten - welchen Vorteil bringt das?

Chademo bot Möglichkeiten - ist aber eher TOT.

Will man mit DC spielen, ich glaube Nissan kann bidi 10kW DC mit dem Ariya ?

Ich persönlich will nicht mit 10kW DC was eigenes basteln. Ob es dazu eine bezahlbare Wallbox gibt - keine Ahnung, hab keinen Nissan - hab und will auch keine Wallbox, erkenne nach >150tkm den Nutzen nicht :rofl:

Meine Grundidee ist ein Elektroumbau auf 48V, aber nur dann wenn die Batterie auch als (mobiler) Heimspeicher genutzt werden kann. Es ist sicherer, einfacher mit der Typisierung, leichter mit dem Energieversorger (was mit AC-Bidi un die modernen Smartphones auf Räder noch abzuwarten ist), und besser für die Batterie, weil ich nicht vorhabe viel zu fahren.

Selbstverständlich werde ich alles von Profis machen lassen, aber ich weiß aus Erfahrung dass es gescheit ist wenn man vorher alles gut plant und die theoretischen Grundlagen versteht (außer der Elektriker ist dein Zwillingsbruder), damit man nicht verarscht oder mit superkomplizierten Anlagen aufgebürdet wird.

Vielen Dank also für’s Mitdenken und für die Tipps!

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Es ist .....

Fährt man weniger, lohnt der Aufwand nicht. Da ist finanziell kein Potenzial.

Fährt man viel, ist das Vorgehen ungeeignet. Da rechnet es sich mit 100% aus PV zu fahren.

Aber nicht mit so Spielzeug, das bringt es nicht.

Rechne mal zusammen was Du aufs Jahr gerechnet an Versicherung, Reparaturen und Hauptuntersuchung zahlst. Und vermutlich Sonderabnahme beim TüV für das Teil.

Ich vermute, mit der Summe kannst Du sehr sehr viel Strom kaufen … oder einen gewaltigen Hausspeicher … oder sehr viel Solarmodule …

V2XXX setzt sich doch immer mehr durch. Selbst Tesla ist inzwischen auf dem Weg. Einfach 2-3 Jahre warten …

Wenns aber nur um Hobbybasteln geht, dann viel Spaß. :+1:

Bei 48 Volt gibt es keinen Lichtbogen. Evtl kann man ja eine Batterie dem wechselrichter noch da lassen und nimmt nur einesteils mit auf Reise. Ich denke auch immer an so etwas … Trennung sollte nach Möglichkeit erfolgen wenn keine oder wenig Last anliegt, aber man würde ja vorher echauffieren voll laden einstellen, sonst macht’s ja keinen Sinn. Ankoppeln leerer Batterien an volle sollte mit schutzschaltung geschehen. Oder einenzweiten parallelen Wechselrichter für die „mobilen“ Batterien verbauen