Energy Sharing am 1.6.2026?

Hallo,

ich hoffe ich habe hier die richtige Kategorie für meine Frage gewählt.

Wenn ich es richtig verstanden habe ist ab 1.6.2026 energy sharing möglich. Heißt soviel wie, dass ich z. B. meinem bzw. meinen Nachbarn Strom von meiner PV Anlage verkaufen könnte. Oder sie mir von Ihrer PV-Anlage.

Bedingungen sind, soweit ich verstanden habe:

Jeder “Sharer” braucht eine iMSys (landläufig Smartmeter genannt) und Tarifanwendungsfall 7 (TAF) Zählerstandsgangmessung muss von dieser unterstützt bzw. eingestellt sein, was soviel bedeutet dass EnergieErzeugung bzw. Bezug im 15 min Raster erfasst wird.

Alle potentiellen Käufer/Verkäufer müssen sich in einer ESC (energy sharing community) zusammenschliessen, Rechtsform kann z. B. ein Verein sein. Oder eine Genossenschaft. Und sie müssen einen Vertrag abschliessen, der regelt nach welchem Schlüssel die Energie aufgeteilt wird und was die kostet. Ausserdem müssen alle Käufer/Verkäufer akzeptieren, dass Reststrommengen nach wie vor von “normalen” Energieversorgern geliefert werden, also dass die community nicht autark ist, bzw. nicht als alleiniger Energieversoger fungiert.

Der Verteilnetzbetreiber bekommt für die transportierte Energie Netzentgelte. Nicht in irgendwelcher Höhe, sondern genau die, der er auch sonst von den Endkunden bzw. Energieversorgern bekommt.

Der Messtellenbetreiber spielt auch noch mit, der muss die Daten bereitstellen. Sowohl der ESC, also auch dem VNB.

Jetzt die Frage: Hat jemand - bzw. es müssen ja mindestens 2 Parteien sein - vor, so eine ESC zu gründen um es mal auszuprobieren ? Spannend wäre ja, was dann eine kWh so kostet, also was auf die Netzentgelte noch obendrauf kommt. Und wie schwierig es ist die Datenberge auseinander zu sortieren und eine Abrechnung zu erstellen.

Ich freue mich auf Beiträge - Pfalzkind

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In welchen Land lebst Du? In AT gibt es dazu wohl einiges.

Sofern Du in DE wohnst: Woher hast Du die Infos, dass das ab 1.6.2026 möglich sein soll? Da muss es ja dazu bereits ein entsprechendes Gesetz geben, dass diesen Zeitpunkt als Start angibt.

Würde mich interessieren, da ich bisher dazu nichts davon gehört habe.

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Sehr spannend. Da scheint es tatsächlich eine Änderung in Deutschland zu geben. Hier mal ein Link.

Bin gespannt. Wenn der Nachbar weiter die normalen Netzentgelte zahlen muss, frage ich mich, ob sich der ganze Aufwand (Vertrag, etc.) lohnt. Bin über Beispielrechnungen und Scenarien gespannt. Man kann ja wohl nicht einfach ein Kabel zum Nachbarn legen…..

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Also wirtschaftlich kann ich mir nicht vorstellen, dass das Konzept aufgeht. Da wollen zuviele Parteien mitverdienen und der Aufwand wird wohl extrem sein. Die Kabel Idee müsste man ein wenig abändern. Vorstellbar, pkw des Nachbarn an der eigenen Wallbox laden lassen. Poolheizung per Stromkabel versorgen, Solange keine direkte Verbindung zum Stromnetz deines Nachbarn besteht, also immer nur einzelne Geräte per Kabel von dir bedient werden geht sicher einiges. Ich denke das ist ein Graubereich. Ich befürchte nur, dass da dann eine Gewinnerziehlungsabsicht vorliegt und das natürlich weitere, nicht nur steuerliche Fragen aufbringt.

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Klar, wenn mein Nachbar keine PV-Anlage hat und ein Elektroauto oder Poolheizung, würde ich ihm gerne anbieten, dass er von mir von März bis September meinen Überschuss haben kann. Das Kabel ist schnell über den Zaun geworfen und ich kann da eine schaltbare Steckdose dran packen, damit der Strom nur bei Überschuss fließt.

Kann er mir dann ja gelegentlich einen Kasten Bier oder Kasten Softdrinks hinstellen für die 7,5 Cent pro kWh, die mir entgeht.

Würde aber nie mit meinem Nachbarn einen Vertrag dafür schließen und dann noch den Aufwand der eichgerechten Abrechung treiben.

Ich lebe in DE und es geht um das EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) und da den §42c. Die Gesetzesänderung wurde (lt. Google KI Modus) am 13.11. vom Bundestag und am 21.11. vom Bundesrat verabschiedet. Damit besteht nun erstmals ein Rechtsrahmen für energy sharing. Und zwar über das öffentliche Netz.

Bzgl. räumlicher Entfernung zwischen Erzeugungs. und Verbrauchsstelle:
ab 1.6.2026: “innerhalb des Bilanzierungsgebietes eines Netzbetreibers”.
ab 1.6.2029: “Ausweitung auf das Bilanzierungsgebiet eines direkt angrenzenden Netzbetreibers”

Also ich denke hier weniger an Kabel zum Nachbar legen, dass kann man ja immer.

Sondern endlich mal an Anwendungen für iMSys im Sinne der Verbraucher. Also ausser sich ausschnüffeln lassen.

Ein weiteres Detail ist, dass bis zu einer Entfernung (Luftlinie 4,5 km ?) die Stromsteuer entfällt.

Jetzt ist ja die Ersparnis der energy sharer der Verlust der etablierten Player. Die und Ihre Lobbyisten werden sich also einiges haben einfallen lassen um das möglichst unlukrativ und umständlich zu machen. Siehe Mieterstrom. Drum wäre ich ja interessiert zu erfahren, ob es trotzdem versucht wird.

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So wie ich das lese gibt es da Anbieter von EE, Abnehmer und den Dienstleister. Das ermöglicht z.b. den lokalen Stadtwerken den Strom abzurechnen den du mit deinen Nachbarn teilst. Der bleibt dann stärker lokal.

Klingt für mich aber ziemlich umständlich mit unklaren Vorteilen. Variable Stromtarife und eine lokale Batterie scheint mir da sinnvoller

Wo steht das ich finde nicht wo das geschrieben steht.

Das lese ich nicht so,

der Betrieb der Anlage erfolgt durch eine natürliche Person oder durch eine rechtsfähige Personengesellschaft oder eine juristische Person des Privatrechts, deren sämtliche Gesellschafter oder Mitglieder Letztverbraucher oder juristische Personen des öffentlichen Rechts sind,
2.
die Belieferung erfolgt durch den Betreiber der Anlage nach Nummer 1 unter Nutzung des öffentlichen Elektrizitätsverteilernetzes sowie auf der Grundlage eines Liefervertrages, der jeweils zwischen dem Betreiber der Anlage nach Nummer 1 und dem die Elektrizität abnehmenden Letztverbraucher (Abnehmer) abzuschließen ist,

So wie ich das lese muss das kein Verbund in einer Genossenschaft, Verein oder der gleichen sein.

Eine Bitte. Haltet bitte alle politischen Anmerkungen sowie was in Österreich oder anderen Ländern praktiziert wird aus den Betrag raus. Es nervt ungemein wenn der Beitrag in die politische Schiene gezogen wird oder andere Länder mit Gesetzen als Maßstab genommen wird.

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Wenn sich jemand gut versteht und es eine win win situation gibt, warum sollte man das nicht machen ? Es gibt allerorten “private” ungeeichte stromzähler, die z.b. den allgemeinstrom eines mehrfamilienhauses messen. Dieser wird dann anteilig von allen prteien bezahlt.

Warum also nicht ein kabel zum nachbarn legen, er betreibt zu bestimmten zeiten grossverbraucher wie waschmaschine, trockner. Vielleicht auch einen gefrierschrank 24h.
Wer eine vermietete Einliegerwohnung hat, für den wird das “strom dem nachbarn verkaufen” interessant.denn beide stromzähler sitzen in der verteilung direkt nebeneinander. Theoretisch könnte man einen umschalter machen, die einliegerwohnung kann entweder vom nachbar strom beziehen oder vom öffentlichen netz. Dabei könnten die installationskosten (incl. Nötiger stromzähler) gering gehalten werden und niemand anderes verdient jeden monat mit.

Bei kleinanzeigen wird garantie und gewährleistung ausgeschlossen. Einer verkauft, ein anderer kauft. Die konditionen sind klar, jeder profitiert. Warum sollte das bei strom verkaufen anders sein. Jede partei könnte das jederzeit beenden, dann läuft es wieder wie vorher. Ohne gedöns und purzelbäumen.

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Wie gesagt, ich würde meinem Nachbarn Strom per Kabel abgegeben. Aber dazu einen Vertrag dazu nach den im Gesetz angegebenen Regelungen schließen nicht. Das sind 2 paar Schuhe.

Das sehe ich auch so . Schriftlich schon gar nix machen.

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Das ginge auch. Man sollte nicht alles so verkomplizieren. Die Erfahrung zeigt:

  1. Entweder wirf ein Plan fast unmöglich oder
  2. Unsere Daten werden gesammelt (geht gegen meine fdgo Überzeugung)
  3. Wenn es für Dich und mich lukrativ wird, findet sich etwas um unseren Unternehmergeist abzuwürgen (finanziell, tatsächlich, juristisch)

Ich bin mehr Erhard und Schmidt als Merkel und Scholz und befürworte Eigeninitiative. Wenn es elektrisch sicher ist. dann lieber das Kabel.über den Zaun, vielleicht überzeugt es die Nachbarn ihr eigenes BKW an das Geländer zu schrauben.

Liebe Grüße an alle Macher :heart_hands:

Was bitte hat das mit den Thema zu tun.

Wenn was wirklich einen akzeptablen nusinesscase für alle Seiten gibt (Msb,VNB, Erzeuger, Abnehmer) - warum nicht. Aber man einen offen Nachbarn finden , der nickt selbst schon in PV investiert hat aber bereist ist für 20ct den Aufwand mitzumachen. In der Regel überzeugt man ja über den Geldbeutel - da wäre eine Bespielrechnung mal interessant.

Ja, genau darum geht’s mir - kann da ein Vorteil (meinetwegen business case) für alle Beteiligten draus werden ? Ich empfinde die Hürden als hoch - ich denke da werden sich als erstes vielleicht erfahrene Genossenschaften dranwagen, mit einem erfahrenen Partner, der sich auch schon z. B. an Mieterstrom dran getraut hat.
Und wie sieht dann die Kalkulation für die Beteiligten aus ?
Wenn jemand davon erfährt dass es irgendwo jemand probiert - gerne hier melden.

Bzgl. Der Inhaltlichen Kosmetik, über die Varianten Kabel zum Nachbarn legen und mit eigenen Zählern welcher Qualität auch immer muss hier auch keiner schreiben.

Wir bekommen damit endlich wirklich die Möglichkeit unseren eigenen Strom auch rentabler als nur die Einspeisevergütung oder Borsenpreis zu verkaufen.

Die wesentliche Hürde wird die schleppende Verfügbarkeit der iMSys sein. Als Betreiber einer PV Anlage mag das noch relativ zügig zu bekommen sein aber bis der 0815 Haushalt davon einen bekommt wird es noch eine ganze Weile dauern.

Interessant ist dann aber wirklich noch die Summe der Nebenkosten die da je kWh anfallen.

Vereinbarter Strompreis, Netzentgelte. Wenn es das ist, dann kann man da als PV Betreiber sehr wohl mehr Ertrag generieren als in der Direktvermarktung oder Einspeisevergütung und andererseits kann der Nachbar der nicht so hinterher ist da auch deutlich günstiger Stom erhalten als ein alternativer Fixpreis Anbieter.

Also ohne Stromsteuer und ohne MwSt. Dann ergibt das Sinn für beide Seiten.

Allerdings waren mir auch relativ bilaterale Verträge /Wirkkreise lieber als gleich irgendwelche Communitys, denn spätestens bei diesen Konstruktionen steht dann wirklich wieder einer dazwischen der für ein wenig Software mit Pseudo Dienstleistungsprogramm und unnötiger Datensammelwut und Verwertung dazwischen steht und sich mit xCent je kWh wieder beteiligt.

Ein reiner schlanker Servicer der einfach nur quasi den Papierkram mit den Netzbetreibern erledigt.

Die Datenverteilung macht eh der Netzbetreiber/Meisstellenbetreiber. Die jeweiligen Stromlieferanten (Ich als der mit der PV und der jenige der noch gebucht wird für die Dunkeltage) bekommen dann eh direkt die entsprechenden Verbräuche. Ohne selbst was rein und raus rechnen zu müssen.

Und der Servicer kann ggf auch die Rechnungsstellung für mich als der PV Lieferant in dem Dreieck sein.

Ab März - Oktober könnt ich so 24h lang gutes Geld für Einspeisung bekommen. Ich würde da auch in der Nacht aus meinem Akku genauso viel einspeisen wie beim Nachbarn gerade verbraucht wird. OK die Zahl müsste der Nachbar mir dann von sich aus liefern, damit ich dann meiner Steuerung das beibringen kann und das ist dann eben nix was ich über irgendein drittes Portal laufen lassen möchte. Bei reiner Grundlast bei den Nachbarn kann man das sicher auch weglassen dann werden einfach pauschal min 500W eingespeist oder so.

Also mit zwei Nachbarn bin ich da hier schon am warten dass das Mal gehen wird. Da die auf der anderen Straßenseite wohnen geht das mit dem Kabel eh nicht so wirklich.

Aber die IMSys sind leider noch in weiter Ferne dafür.

Und da es diese Jahr eine deutliche Reduktion der Netzentgeltkomponente gab kann man das hier auch entspannt für 12-15 Cent verkaufen und auf der anderen Seite kommt es für unter 20 Cent dann an. Als Fixpreis Tarif nicht schlecht für jemanden der keine PV und sonstigen besonderen Gerätschaften betreibt.

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Gab es nicht einmal ein ähnliches System von einem Stromanbieter? Ich meine vor 2 oder 3 vielleicht auch 4 Jahren mal einen Bericht gelesen zu haben. Damals sollte der Strom innerhalb der Familie (weiter)geliefert werden.

Für mich hört sich das bisher so an, wie neuer Zement für alte Mauern.
Deshalb bin ich total gespannt, ob es Fakten dazu gibt, die nicht geheim sind.

Und “einfach ein Kabel zum Nachbarn ziehen” …
Was wäre denn, wenn das zwei direkt aneinander grenzende Grundstück sind und man darauf eine gemeinsame PV-Anlage (Genossenschaft) mit dem Nachbarn errichtet? Dann wäre es doch ahnlich, wie beim Mieterstrom, oder?

Wo ist das Loch im Gestrüpp der (Be|ver)hinderungsregelungen?

Ich sehe das genau wie du. Imsys ist das bottleneck. Wir haben hier in der Nachbarschaft viele die nicht die passende Ausrichtung oder schon ältere Dächer haben, die würden gerne Strom für 15 - 20 cent kaufen. Ich würde es auf ejden Fall probieren sobald die Imsys verfürgar sind.