Hallo und noch ein gesundes und friedliches neues Jahr hier im Forum.
Derzeit trage ich mich mit dem Gedanken, ein Notstromaggregat anzuschaffen, um im Fall der Fälle die Bude nicht kaputt gehen zu lassen.
Zur Technik
Ich betreibe eine PV Anlage aus drei Victron Multiplus 2/3000 und zwei Batterien 16S 280Ah, weitere 614Ah sind im Zulauf. Die physische Verbindung zum zählerseitigen Netzanschluß ist über eine 32A CEE Steckverbindung gelöst, damit wäre Umstecken einfach möglich.
In der Konfiguration kann man zwar Generatoreigenschaften festlegen, um mit größeren Abweichungen der Netzfrequenz und Eingangsstrombegrenzung zu arbeiten, aber wie bekomme ich das automatisch hin ? Ich kann doch nicht bei Einsatz von Notstrom erst die VE Config umschreiben ? Wenn ich z.B. eine Begrenzung des Netzstroms von 10A festlege, könnte ich ja auch normalem Netzbetrieb nicht mehr aus der Leitung ziehen.
Was nimmt man da von der Technik als Generator im bezahlbaren Bereich ? Bei der “Baumaktklasse” soll es wohl laut Proofwood und Anderer das Problem geben, Dass die Ausgangsspannung des Generators nur auf einer Phase überwacht wird und bei deutlicher Schieflast auf den nicht überwachten Phasen die Netzspannung extrem steigt.
Alternativ fällt mir dann nur noch ein, ein einphasiges Modell zu nehmen und mittels Ladegerät die Batterien direkt zu laden. Aber diese Ladegeräte, vor allem wenn es um Leistung von 2 kW und mehr geht, sind alles Andere als preisgünstig. Das ist ein gebrauchter Multiplus 3000 evtl. günstiger zu bekommen.
Wie wäre es mit einem 60V Gleichstrom Generator den Saft gleich in die Batterie schieben, dann sparst Du dir die ganze Umprogrammiererei und das Phasenproblem.
Andere Alternative wäre Deye SUN SG04 oder SG05 Wechselrichter, der überwacht seinen GEN Anschluß und kann den Gen auch automatisch starten, wenn das Netz mal weg ist.
Die Batterien kannst du damit weiterverwenden, nur die Victrons müsstest du tauschen, die kannst du aber auch gebraucht gut verkaufen.
Sehe ich ähnlich, es gibt 48V-Notstromer, die genau auf 16S angepasst sind und auch automatisiert schaltbar sind.
Das hin- und hergewandle mit 230/400V entfällt komplett und auch die komischen deutschen 3 Phasen-Anlagen (über 7 Milliarden Menschen kommen sehr gut mit 1 Phase klar) haben damit keinerlei Problem.
Die müßige Diskussion über eine oder drei Phasen möchte ich nicht führen. Wenn eine Hausinstallation für drei Phasen ausgelegt ist und etliche Gerätschaften dafür da sind, werde ich da nichts ändern. Im einfachsten Fall ist das in Herd, der gerne mal 8-11 kW zieht oder Maschinen mit richtigen Drehstrommotoren. Eine Formatkreissäge werde ich deswegen nicht austauschen. Meine Hobelmaschine mit aus der Zeit Siemens und Halske mit persönlicher Widmung des Führers habe ich inzwischen getauscht, aber auch wieder mit drei Phasen. Motoren um die 5-8 kW als Version mit Kondensator laufen unter wechselnder Belastung einfach nur beschissen.
An die Version mit DC Generator hatte ich ach gedacht. Hier sehe ich Probleme mit der Zuleitung bei z.B. 100A und größeren Leitungslängen. Ich kann das Teil wegen der Abgase ja nicht ins Haus stellen.
Naja, Wechselrichter tauschen gefällt mir nicht und meine PV Strings sind auf die niedrigen Spannungen der MPPT250 ausgelegt, macht sich auch bei starker Verschattung besser. Da wird wohl ein weiterer Multiplus als Ladegerät die einfachste Lösung sein.
Brauchst du denn bei Not-Strom wirklich 5kW? Der Begriff Not beschreibt ja eine Ausnahmelage. Ich mein, mit 2kW kann man die Akkus nachladen (und locker mit einem 10mm² anbinden) und ggfs. noch Räumlichkeiten beleuchten. Wenn man in der Notlage unbedingt Kochen können möchte dann wartet man bis die Akkus einen gewissen SOC erreicht haben und kocht dann über die Multiplusse, nicht über den DC Generator - nur so eine Idee.
War nur ein Beispiel. Die bezahlbaren Geräte liegen meist um die 2-3 kW. Und etwas Akku nachladen wäre nicht zu verachten. Seit einigen Wochen habe ich halt kaum PV Ertrag. Meine Hütte liegt halt etwas im Tal, Dach OST/West und Süd/Westseite sind leider inzwischen mit sehr hohen Bäumen zugewuchert. Im Süden wurde vor Jahren ein Bauträger in die Pleite getrieben das das Grundstück an eine nicht erreichbare Immobilienkrake verhökert und mein Nachbar im Westen wollte schon vor Jahren seine zu hohen Bäume fällen, da tut sich auch nix.
Der Treibstoff müsste regelmäßig ausgetauscht werden, da Benzin und Diesel in der üblich angebotenen Qualität nicht unbegrenzt lagerfähig sind.
Gas wäre ideal, da es meines Wissens unbegrenzt haltbar ist.
Die gesetzlichen Lagermengen für Benzin sind sehr eingeschränkt, es würde also nur Diesel überbleiben, wenn man sich gesetzeskonform verhalten möchte.
Ordentliche Leistung beim Stromerzeuger bringt den Vorteil einer geringeren Einschaltdauer (weniger Lärm), macht das Ganze aber noch sehr viel teurer. Laden sollte man den Akku, wenn möglich, unter 0,3C, maximal jedoch mit 0,5C.
Das Allerwichtigste ist, regelmäßig den Netzstrom abzustellen und Testtage einzulegen, um zu prüfen, ob alles funktioniert. Außerdem sollte man Ersatzteile und Motoröl für den Stromerzeuger selbst auf Lager haben.
Ideal wären wassergekühlte Langsamläufer mit nach außen geführtem Auspuff, diese sind aber leider unbezahlbar.
Okay, das war die komplizierte Methode.
Jetzt die einfache:
Honda EU 22i (oder EU 70 iS) mit Aspen 4-Treibstoff und einem Kanister Castrol GTX 10W-40 3X-Clean, dazu ein Verlängerungskabel, das gut in die Aufnahme vom Honda passt (nicht alle passen ideal).
Da springe ich an. In einem ähnlichen Thema gab es ein Gerät mit Benzin und Gas.
Ich sehe im Vorhalten von Gas noch einen weiteren Vorteil. Wenn man es sowieso schon da hat, kann man auch direkt damit kochen. Das wäre viel effizienter als erst von Benzin oder Gas zu Strom und dann mit Strom zu kochen.
Ich koche schon seit Jahren mit 11-kg-Gas, das funktioniert hervorragend. Eine 11-kg-Gasflasche reicht bei mir ca. vier Monate. Es gibt übrigens sehr hochwertige Einbau-4-Flammen-Gasfelder von Siemens und Bosch mit mehreren Kilogramm schweren Gusseisenrosten. Siemens hat außerdem eine Rastfunktion, mit der man die Flamme in neun Stufen verstellen kann. Bei mir waren die Umrüstdüsen für Propan bereits dabei.
Auf keinen Fall würde ich wackelige Campingkocher empfehlen – gerade bei einem Stromausfall kann man sich keine Verletzungen leisten.
Regler und Gasschläuche müssen spätestens alle zehn Jahre getauscht werden. Gasschläuche unbedingt vor Sonnenlicht schützen, am besten in vollkommener Dunkelheit. Sonnenlicht macht den Schlauch mit der Zeit hart und spröde.
Bei meinem Stromerzeuger mache ich sehr regelmäßig einen Ölwechsel (kostet ca. 3 € pro Ölwechsel). Manche Honda-Stromerzeuger laufen schon seit 20 Jahren ohne Probleme. Wichtig ist, bei normalem Benzin den Vergaser nach dem Gebrauch leer zu machen oder – noch besser – den Generator alle zwei Wochen etwa 30 Minuten laufen zu lassen. Lange Standzeiten mit Benzin im Vergaser können zu Störungen führen.
Hm. Also früher (“vor Berlin”) wurden einem 48V Aggregate hinterhergeworfen. Die sind aber alle ausverkauft. Direkt DC hat die geringsten Ladeverluste. 2PS Eisenmann BW-ausgemustert reicht für Notstrom. beim freundlichen Chinesen nach range extender schauen..
Und die Wandlerproblematik bekäme man sicher mit einem China DC/DC Wandler in den Griff. Es fehlt dann nur noch der potente Anschluss an die KFZ Batterie sowie eine entsprechend dimensionierte Leitung vom DC/DC bis zum Akkupack, das können ja schon mal ein paar Dutzend Meter im Summe sein.
Allerdings habe ich Zweifel, dass man der Lima so hohe Lasten auf Dauer zumuten kann. Im Standgas hätte ich Zweifel daran ob sich der Rotor schnell genug dreht um die Lima ausreichend zu kühlen.
Wieviel kW soll den dein Notstromer bekommen? Ich betreibe eine ähnliche Anlage.
6x MP2-5000kVA
150kWh LiFePo4 Akkus
35kW Dieselnotstrom
Jetzt noch ein Multipluss als Ladegerät nachzurüsten, wäre warscheinlich die einfachste lösung. Die bestehenden 3 MP2 3000 umzustecken über den 32A CEE Stecker wird nicht funktionieren, da dein Gridcode VDE-AR-N 4100 die Frequenztolleranzen von deinem Generator nicht zulässt.
Ich nutze Eltec Flatpacks Ladegeräte um die 400V vom Generator direkt in den Akku zu schieben. So hat der Generator auch keinerlei verbindung zum öffentlichen Netz. PE muss auch getrennt sein!
Damit ist es egal ob dein Generator 400V oder 230V ausgibt und die Ladeleistung ist recht einfach via MQTT oder Homeassistant zu steuern.
Es gibt auch Stablerladegeräte für 48V, jedoch bin ich mir mit der Ladesspannung und der Steuerung nicht sicher.
Der weitere Vorteil damit wäre wohl auch, wenn du ein E-Auto hast und dein Hausakku damit nachladen willst. V2L Wandler sind weitaus günstiger als V2G oder V2H.
Die Leitungsqwerschnitte sind auch weitaus geringer, wenn du vom Gernerator mit AC bis zu den Akkus gehst, als wenn du alles schon auf DC auslegst.
Der oben verlinkte DC/DC ist nur ein Beispiel. Mir ging es um die tatsächliche Last von 1kW oder mehr im Standgas. Und es ging ja um den Notfall. Wenn man also mit 4€¶ / kWh dafür sorgen kann dass die Heizung keinen Schaden nimmt und/oder das Gefriergut den Notfall überlebt könnte einem das die Sache Wert sein.